Dez 2009 hastuINTERESSE Nr. 30 2

»Es ist Krieg im Weihnachtsland«

»Passport«, ruft gelangweilt eine Stimme aus einem Glaskasten, und Weihnachten ist auf einmal sehr weit weg. »Warten«, bellt dieselbe Stimme, dann öffnet sich das Drehkreuz. »Bescheuert«, sagt Pascal lakonisch.

16_17_Bethlehem_DominikNicolasPetersDer 20-Jährige arbeitet seit einem halben Jahr als Zivi in Nazareth. Wie Maria und Joseph, nur ohne Esel, ist er aus Galiläa nach Bethlehem gekommen. Den grauen israelischen Betonbunker mit dem sterilen Neonlicht mittlerweile hinter sich, geht der rothaarige Zwei-Meter-Hüne durch einen langen, engen Gang. Dann öffnet sich auch die letzte Tür, und der Weg ist frei nach Bethlehem. Mehr, mehr, mehr

Dez 2009 hastuPAUSE Nr. 30 0

Künstlerischer Mikrokosmos »ufo«

Seit zwei Jahren eine Bereicherung für die hallische Atmosphäre: eine Galerie, die über den Konventionen schwebt.

Foto: Thilo Steinert

Foto: Thilo Steinert

Die ufo Galerie in der Adam-Kuckhoff-Straße 30 zeigt, wie Kunst sich über den herkömmlichen Rahmen hinausbewegen kann. Ihr Betreiber Holger Neumaier beschreibt die etablierte hallische Szene als eine eher traditionelle, die sich auf klassische Kunstformen wie Malerei konzentriert. Viele junge Künstler können sich darin nicht wiederfinden. Zudem müssen unkonventionellere Formen wie Medienkunst auch anders in Szene gesetzt werden und dienen selten dem Verkauf. Mehr, mehr, mehr

Dez 2009 hastuUNI 0

100 + X = ?

Protest vor dem Landtag in Magdeburg. Rund 100 Studierende aus Halle beteiligten sich an landesweiter Demonstration für mehr Geld und Demokratie an den Hochschulen.

100 + X Protest in Magdeburg am 10.12.2009Unter dem Motto 100 + X machten sich am 10. Dezember rund 100 Studierende der Martin-Luther-Universität auf den Weg nach Magdeburg. Die Zahl 100 stand für die Forderung der hundertprozentigen Ausfinanzierung der Hochschulen. Das X für die Summe, die nach Ansicht der Demonstrierenden nötig ist, um eine soziale und demokratische Bildungspolitik zu ermöglichen. Insgesamt kamen in Magdeburg rund 1700 Studierende zusammen, um gegen geplante Finanzkürzungen im Bildungssektor zu protestieren. Mehr, mehr, mehr

Dez 2009 hastuINTERESSE 1

Im Netz sind alle gleich

Das Internet wird von seinem eigenen Erfolg bedroht: Steigender Breitbandbedarf, neue technische Möglichkeiten und konservative Geschäftsmodelle kratzen am Gebot der Netzneutralität. „Netz-bitte-was?“

Kämpft für Gleichheit im Netz: Jay Maynard alias Tron Guy

Kämpft für Gleichheit im Netz: Jay Maynard alias Tron Guy

Ob als Klick auf eine Webseite, als Download oder als Videokonferenz: Jede Kommunikation zwischen Computern über das Internet wird vor dem Absenden in kleine Datenpakete aufgeteilt und über dezentral vernetzte Kabelleitungen an den Empfängercomputer verschickt. Wie beim Postpaket besteht auch jedes Datenpaket aus dem zu übertragenden Inhalt (Webseitenaufruf, Download, Video) und einem Adressaufkleber mit der Sender- und Empfängeranschrift, den so genannten IP-Adressen.

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Dez 2009 hastuINTERESSE Nr. 30 0

Dein schlimmster Alptraum: 30 Ausgaben hastuzeit

Die Sesamstraße feiert ihr 40-Jähriges, das Sandmännchen streut gar seit einem halben Jahrhundert Sand in müde Kinderaugen. Und die hastuzeit erscheint seit Mai 2005 nun schon zum 30. Mal.

15_Interesse_Alptraum_30AusgabenAber hoppla, das kann man doch nicht vergleichen. Natürlich nicht. Die Vermessenheit, die sich einem beim Lesen des ersten Absatzes aufdrängt, soll erreichen, was der hallischen Studierendenzeitschrift zum überschwänglichen Feiern ihres Jubiläums fehlt: Aufmerksamkeit. Mehr, mehr, mehr

Dez 2009 hastuUNI Nr. 30 0

BAföG-Abhängigkeiten

Wenn das Studienfach entscheidet. Ein Gedankengang

05_Uni_Kommentar_Bafoeg_TomLeonhardt1Es gibt Momente, da scheint die sonst so stabile Wirklichkeit nur eine Kulisse zu sein. Solche Momente habe ich in letzter Zeit öfter im Zusammenhang mit den Geschehnissen rund um die Hochschulpolitik. Zum Beispiel, wenn wie vor zwei Monaten in Wien der Wissenschaftsminister Hahn vom Geldmangel an den Hochschulen darauf schließt, es gäbe zu viele Studierende, man müsse die Zugangsbedingungen verschärfen; das ist so ein Moment. Mehr, mehr, mehr

Dez 2009 hastuINTERESSE Nr. 30 0

Die Erfolgsgeschichte

10 Jahre Bologna-Erklärung. Voraussetzung, Durchsetzung und Fortsetzung der europäischen Hochschulreform.

20_21_22_Interesse_Bologna-Reformen_SusanneWohlfahrt1

»Wir folgen bisher viel zu sehr dem Modell, zuerst viel Reformdruck aufzustauen, der sich dann im Erdbeben einer Großreform entlädt, um anschließend wieder innovationsunwillig jeder Neuerung zu trotzen. […] Unser Bildungssystem war einst ein Modell für die ganze Welt. Aber es muß weiterentwickelt werden. […] Machen wir es zu einem Modell für das 21. Jahrhundert! Schaffen wir ein Bildungswesen, das Leistung fördert, keinen ausschließt, Freude am Lernen vermittelt und selbst als lernendes System kreativ und entwicklungsfähig ist. […] Entlassen wir unser Bildungssystem in die Freiheit.« (Roman Herzog 1997)

Mit diesen Worten, die Roman Herzog beim Berliner Bildungsforum 1997 sprach, wagte er sich nach eigener Aussage auf ein »vermintes Gelände«. Deutschland steckte, allein auf die Hochschulbildung bezogen, in einem tiefen Reformstau fest. Aus heutiger Sicht scheint die Erklärung, die am 19. Juni 1999 im italienischen Bologna unterzeichnet wurde, als Verwirklichung und Lösung von Problemen und Forderungen der damaligen Zeit. Mehr, mehr, mehr

Dez 2009 hastuUNI Nr. 30 0

Die Situation der Privatdozenten

Eine Habilitation kann die Professur bedeuten. Sie kann aber auch in eine Sackgasse führen. Zwei Privatdozenten der MLU berichten.

Unbezahltes Seminar: Björn Seidel-Dreffke im Gespräch

Unbezahltes Seminar: Björn Seidel-Dreffke im Gespräch

Den Titel »PrivatdozentIn« (PD) erlangt man über die Habilitation. Er befugt zu Lehre und stellt demnach eine Vorraussetzung für eine Professur dar. Um den Titel zu halten, sind PrivatdozentInnen verpflichtet, eine Mindestanzahl an Stunden zu lehren. Ein habilitierter Wissenschaftler mit dem Titel PrivatdozentIn kann das Glück haben, dabei in einem Dienstverhältnis mit der Universität zu stehen, zum Beispiel als wissenschaftlicher Mitarbeiter, und ein Gehalt zu bekommen. Das Recht auf eine Stelle hat er aber nicht. Mehr, mehr, mehr