Mai 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 72 0

Architektur ist Trumpf

Das MDV-Gebiet ist mehr als Leipzig und Halle, denn auch die meist unbekannten Mittelstädte lohnen einen Besuch. Vor einer Weile haben wir schon über Merseburg und Zeitz, über Torgau und Nebra berichtet. Nun ist das ostthüringische Altenburg an der Reihe.

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Foto: Paul Thiemicke

Südlich von Leipzig, sozusagen von Sachsen umarmt, liegt der Landkreis Altenburger Land mit der mehr als 1000 Jahre alten Residenz- und Spielkartenstadt gleichen Namens. Ausgerüstet mit unserem MDV-Ticket machen wir uns über zwei Landesgrenzen hinweg auf, um sie genauer unter die Lupe zu nehmen. Für Anfang Mai ist es immer noch recht kühl und diesig, da wird es wohl nichts mit der weiten Aussicht – na was soll«s, wir wollen ja auch nicht das thüringisch-sächsische Landschafts­panorama, sondern die Stadt selbst bewundern. Altenburg ist von Halle aus günstig zu erreichen; die »S-Bahn Mitteldeutschland«, wie die Lautsprecherdurchsage in stets freundlich-unverbindlichem Ton verkündet, bringt uns in einer reichlichen Stunde ans Ziel, vorbei an so interessant klingenden Zwischenhalten wie Neukieritzsch oder Regis-Breitingen. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 72 0

Leid und Erlösung

Jawlensky malte wie besessen immer wieder dasselbe Motiv, selbst als er kaum noch einen Pinsel halten konnte. Rouault identifizierte sich mit der tragischen Figur des traurigen Clowns. Eine Gegenüberstellung der Figurenbilder dieser beiden tief religiösen Künstler wird in der Sonderausstellung »Sehen mit geschlossenen Augen« im Kunstmuseum Moritzburg gezeigt.

Foto: Marcus-Andreas Mohr

Foto: Marcus-Andreas Mohr

Alexej von Jawlensky und Georges Rouault – zwei Namen, die nicht unbedingt jedem bekannt sein dürften. Beide waren Künstler, beide wirkten vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihre Figurenbilder zeigen auffallende Parallelen, doch ist es nicht bekannt, ob sich die beiden Künstler je persönlich gegenüberstanden. Das jedenfalls erfährt der Besucher dank Audioguide bereits zu Beginn des Rundgangs der Sonderausstellung »Sehen mit geschlossenen Augen« im Kunstmuseum Moritzburg. Über 120 Werke der beiden Expressionisten werden dort in einer Gegenüberstellung gezeigt. Etwas versteckt liegt der kleinere Ausstellungsraum in der oberen Etage des Nordflügels der Moritzburg, der das Frühwerk der Künstler beherbergt und zugleich den Beginn des Rundgangs markiert.

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Mai 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 72 0

Kant in aller Munde

Am Wochenende vom 28. bis zum 30.4.2017 kamen rund 90 philosophiebegeisterte Menschen zusammen, um Vorträge über Auseinandersetzungen mit den Schriften des kritischen Kant zu diskutieren. Professoren, Dozenten und Studierende fanden alle den Weg zum Uniplatz der MLU und freuten sich auf eine lehrreiche und zum Nachdenken anregende Zeit.

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Foto: Daniel Stader

Von draußen kann man die leisen Geräusche schon hören, die auf Unterhaltungen schließen lassen. Nachdem die steinerne Treppe des Unigebäudes erklommen wurde, sind die Personen zu sehen, zu denen die Stimmen gehören. Das Gefühl, etwas Besonderem beizuwohnen, macht sich in einem breit, denn dass so viele Persönlichkeiten zusammengekommen sind, um gemeinsam an einem philosophischen Thema zu wirken, ist fast unvorstellbar. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 72 0

Der Herzschlag Europas

Jeden Sonntag um 14 Uhr kann man sie auf dem Marktplatz beobachten: etwa 50 Personen, Europa-Flaggen haltend, zum Abschluss die Europa-Hymne »Ode an die Freude«. Die wöchentlichen Veranstaltungen sind der hallische Ableger der proeuropäischen Bewegung »Pulse of Europe«. Ein Gespräch mit den zwei MLU-Studierenden, die die Initiative in Halle ins Leben gerufen haben.

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Foto: JEF Halle

Ursprünglich wurde die Bewegung von einem Paar aus Frankfurt am Main gegründet, welches besorgt auf das Wahljahr 2017 und die zunehmend nationalistisch-populistischen Strömungen in vielen EU-Mitgliedsländern blickte. Nach dem für viele überra­schen­den Brexit und der Wahl Donald Trumps sahen sie ihre schlimmsten Vermutungen bestätigt und veranstalteten Ende November 2016 die erste öffentliche Kundgebung in Frankfurt. Seitdem ist die Zahl der Veranstaltungsorte stetig gewachsen. Mittlerweile finden die sonntäglichen Versammlungen in über 120 europäischen Städten statt, unter anderem in Rom, Paris, Brüssel und Amsterdam – und seit dem 19. Februar auch hier. David Horn und Niclas Hütte­mann haben »Pulse of Europe« nach Halle geholt. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuUNI Heft Nr. 72 0

Letzte Hoffnung Aussetzung?

Der Studiengang Japanologie bleibt erhalten. Das Ergebnis der Senatssitzung sieht grundsätzlich kein Auslaufen des gesamten Studienprogramms vor. Bei der teils heftigen und sehr emotional geführten Debatte standen sich Studierende und Senat gegenüber, um die anstehende Immatrikulationspause zu diskutieren.

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Prof. Dr. Oberländer
Foto: Katja Elena Karras

Die Senatssitzung am 3. Mai stand ganz im Zeichen des Protests der Studierenden der Japanologie. Thema war die Aussetzung der Immatrikulation für die kommenden zwei Semester. Entsprechend sollte der Senat über Punkt sechs der Tagesordnung abstimmen.
Vorab behandelte Themen waren unter anderem die Erfolgsquote der FH-Absolventen und Promotionen, der Streit über die Absenkung oder erneute Aufstockung der Lehramtskapazitäten sowie die Einstellung des Masterstudiengangs Biomedical Engineering, der mehr oder weniger ein Schattendasein führt.
Die Auseinandersetzung mit der seit 2004 feststehenden Kürzung auf eine Professorenstelle in der Japanologie brachte nach einer zweistündigen Diskussion und abschließender geheimer Abstimmung ein klares Ergebnis hervor. Vorausgegangen war die Frage, wie die Stelle weiterhin effizient organisiert werden könnte und vor allem, mit welcher Struktur. Seitens der Senatsmitglieder wurde immer wieder verlautet, dass seit nunmehr zweieinhalb Jahren kein gültiges Konzept für eine solche Fortführung vorliege. Man versprach »keine Schließung, sondern eine Pause.« Zudem sei es momentan wichtig, dass bereits Immatrikulierte ihren Abschluss machen können und dürfen. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuUNI Heft Nr. 72 0

Party auf dem Appellplatz

In anderen Universitätsstädten ist es längst eine etablierte Sache; in Halle aber warteten die rund zwanzigtausend Studierenden bisher vergeblich auf ein Event dieser Größenordnung. Dieses Jahr ist es so weit: Erstmals findet in Halle ein Campusfest statt.

Fotomontage: Konrad Dieterich Foto: Alexander Kullick, Grafik: campuskultur halle GmbH

Fotomontage: Konrad Dieterich
Foto: Alexander Kullick, Grafik: campuskultur halle GmbH

Der  Von-Seckendorff-Platz in der Heide wirkt mit seiner Größe fast ein bisschen einschüchternd. Man darf wohl annehmen, dass das auch die Absicht der Architekten war, die diesen einst als militärisches Gelände genutzten Komplex in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts entwarfen. In der jüngeren Vergangenheit kennt man diesen Ort vor allem als Parkplatz und Standort verschiedener universitärer Einrichtungen. Am 14. und 15. Juni dieses Jahres wird die Geschichte des Platzes um eine Ergänzung reicher: Halles erstes Campusfest wird dort stattfinden.
Maßgeblich beteiligt an der Organisation ist der Studierendenrat der Uni, welcher durch die eigens gegründete campuskultur halle GmbH unterstützt wird. Geführt wird sie durch Claudia Wagner, die das Campusfest in Leipzig schon einige Male miterlebt hat, und Robert Lucka. Seitens des Sturas sind Axel Knapp (RCDS und einer der Vorsitzenden des Sprecherkollegiums des Sturas) und Öffentlichkeitsreferent Martin Lohmann Mitglieder des Organisationsteams. Einige Wochen vor den Festivitäten traf sich die hastuzeit mit ihnen zum Interview. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuUNI Online 0

Anwesenheitsproblem

Wieder einmal Sturasitzung und dieses Mal mit AK-Sprechstunde, also müssten neben den Antragstellern auch AK-Vertreter in den Zuschauerreihen sitzen. Abwarten.

Tagesordnung aus der Tischvorlage

Tagesordnung aus der Tischvorlage

Bevor die Sitzung am 15. Mai startete, machte die Sitzungsleitung, Kai Krause (LHG), darauf aufmerksam, dass Sturamitglieder die nicht mehr regelmäßig zu den Sitzungen kommen können, doch bitte ihren Platz abgeben sollen, damit die Nachrücker aufsteigen können.

Die Sitzung wurde eröffnet, alle 27 anwesenden Sturamitglieder wirkten konzentriert und die Büroleiterin des Sturas, Elke Lopens, legt im ersten Tagesordnungspunkt (TOP) mit den Angestelltenbelangen los. Die Videokamera, über die der Stura verfügt, sei nicht mehr vermietbar, da sie rund 10 Jahre alt sei. »Die Wiedergabetechnik ist mit neuen Geräten nicht kompatibel.« Weiterhin bat sie den Stura für den neuen gewählten Stura eine Klausurtagung zu planen und ihm die Möglichkeit einer Probesitzung zu geben. Mehr, mehr, mehr

Mai 2017 hastuPAUSE Online 0

Der gehobene Zeigefinger

Bunt und quirlig wie ein gut gepflegter Gemischtwarenladen legt sich diese Kolumne ihrem erprobten Leserauge zu Füßen. Frei von den zwängenden Fesseln einer thematischen Beständigkeit, eines übergeordneten Gesamtkonzepts, wird hier nüchtern allerhand Gedachtes geteilt. Thema heute: Klimaschutz.

United Nations Development Programme, Mr. Rohan Chakravarty (CC BY-NC-ND 2.0) https://www.flickr.com/photos/unitednationsdevelopmentprogramme/7090419453/

United Nations Development Programme, Mr. Rohan Chakravarty (CC BY-NC-ND 2.0) https://www.flickr.com/photos/unitednationsdevelopmentprogramme/7090419453/

Vor einigen Tagen, liebe Leserinnen und Leser, da stieg mir Zornesröte ins Gesicht. Genau vor mir lief eine Frau mit brauner Papiertüte an der Hand über die Straße. »Der Natur zuliebe«, stand da drauf. Der Natur zuliebe. Das ich nicht lache!
Niemand tut freiwillig irgendwem irgendwas zuliebe. – Ich übertreibe: So ist der Mensch. Erst recht tut keiner nix für die Natur oder »zukünftige Generationen«. Diese blumige Zwei-Wort Phrase ist schon der nächste Grund laut loszulachen. »zukünftige Generationen«, Ha! An der Kasse gab’s keine Plastetüten mehr. So sieht’s doch aus. Diese Frau wurde zum Rechten gezwungen. Mehr, mehr, mehr