Jul 2017 hastuUNI Online 0

Volle Plätze bei trübem Wetter

Es begann harmonisch mit einer Diskussion über das Campusfest und endete im Streit um das liebe Geld. Die hastuzeit besuchte am 26. Juni eine abwechslungsreiche Stura-Sitzung, die vom Bericht des Kassenprüfungsausschusses auf den Kopf gestellt wurde.

Foto: Silvia Claus

Die Sitzung am 26. Juni beginnt um 19:06 Uhr mit Freude sowie leichter Verwunderung über die hohe Mitgliederzahl. Von einem Anwesenheitsproblem kann hier und heute jedenfalls nicht die Rede sein. Nachdem wie gewöhnlich Elke Lopens, die Büroleiterin des Sturas, ihre Anliegen und Wünsche vorträgt, wird der Tagesordnungspunkt 5 vorgezogen: Das Campusfest, welches zwei Wochen zuvor stattfand. Bei der Besprechung der Veranstaltung zeigt sich bei allen Parteien große Einigkeit: Im Großen und Ganzen sei die Stimmung sehr gut gewesen, auch die Auswahl der Bands wird lobend hervorgehoben, ebenso die Lösung der Toilettensituation. Besonders die Seifenblasen wären bei den Studierenden gut angekommen. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 73 0

Der gehobene Zeigefinger

Bunt und quirlig wie ein gut gepflegter Gemischtwarenladen legt sich diese Kolumne ihrem erprobten Leserauge zu Füßen. Frei von den zwängenden Fesseln einer thematischen Beständigkeit, eines übergeordneten Gesamtkonzepts, wird hier nüchtern allerhand Gedachtes geteilt. Thema heute: Vorurteile.

Illustration: Katja Elena Karras

Er hat nichts gegen Schwarze, sagt er.

Dass er mit ihnen, mit den Schwarzen, im Baucontainer sogar Bier getrunken habe, sagt er. Aber, sagt er, aber wer sich an unser Land nicht anpasst, der ist unangenehm, gehört hier nicht hin.

Vor mir steht ein Mann, der das Wort »Kanake« mit der gleichen Unschuld über die Lippen bringt, mit der er auch über »Zigeuner und Polacken« spricht. Viele meiner Mitstudenten und Freunde hätten sich deshalb vor Empörung mittlerweile selbst entzündet. Ich aber habe beschlossen, das Gespräch zum Mitbürger zu suchen. Ein Gespräch frei von blasierten Zurechtweisungen oder einer gesondert scharfen Sprache.

Wir tauschen uns aus über die DDR, Eichenholz, Kfz-Unfälle, Spielplätze und eben über Ausländer. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 73 0

Das Wort zum Wort

Eine vielleicht etwas ambivalente Kolumne über Kommunikation und den Eindruck, dass Gesagtes und Gemeintes nicht immer dasselbe sind. Sie beobachtet und kommentiert. Und vielleicht will sie auch manchmal irgendwie eingreifen. Diesmal geht es um eine vielgestellte Frage, die oft mit geringem Interesse an der Antwort einherzugehen scheint.

Illustration: Katja Elena Karras

Kürzlich überraschte mich in der Oldie-Show im Radio die Originalversion eines Liedes der »Windows«, das ich bisher nur als englischsprachiges Cover von »Mouth & MacNeil« gekannt hatte. Auf etwas schnulzige Weise erzählt das Lied »How do you do« eine Liebesgeschichte, die mit ebendieser Frage beginnt. Ich fand es irgendwie sehr erfrischend, eine Frage nach jemandes Befinden mal wieder in einem Kontext, der ihrer eigentlichen Ersthaftigkeit gerecht wird, zu hören. Heutzutage scheinen solche Fragen allzu oft nur noch Floskeln zu sein, auf die allenfalls eine möglichst einsilbige positive oder allenfalls noch neutrale Antwort gegeben werden sollte, die keiner weiteren
Reaktion des Fragestellers bedarf. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuPAUSE Heft Nr. 73 0

Leben spenden

Alle fünfzehn Minuten erfährt ein Mensch in Deutschland, dass er an Leukämie erkrankt ist. Neben der Stammzellenspende ist man besonders bei Operationen auf Blutspenden angewiesen, doch trotz des Wissens um diese Fakten gibt es immer noch zu wenig Spenden.

Foto: Julia Plagentz (Archiv)

Leukämie ist eine Erkrankung, die im Gegensatz zu anderen Krebsarten relativ selten vorkommt; sie macht 2,4 Prozent aller Tumorerkrankungen aus. Dennoch hört sich die Zahl der Betroffenen, die jährlich in Deutschland an Leukämie erkranken, mit rund 10.000 Menschen ziemlich hoch an. Unter ihnen leiden etwa 60 Prozent an einem chronischen und 40 Prozent an einem akuten Krankheitsverlauf.

Bei dieser Erkrankung lassen sich insgesamt vier verschiedene Hauptformen erkennen, zwei akut verlaufende und zwei chronische. Da die chronische Form sich sehr langsam entwickeln kann, ist sie auch schwierig zu diagnostizieren und kann dadurch unbehandelt genauso gefährlich sein wie die akute, schnell fortschreitende Art der Erkrankung. Im Allgemeinen entsteht eine Leukämie, wenn der normale Reifungsprozess der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Knochenmark gestört wird und sich somit nicht funktionsfähige Blutkörperchen vermehren können. Die Aufgabe der Abwehr von Krankheitserregern kann nicht mehr erfüllt werden. Außerdem verdrängen die entarteten Leukozyten gesunde weiße und rote Blutkörperchen und Blutplättchen. Übersetzt bedeutet Leukämie »weißes Blut«. Die Ursachen sind bislang noch nicht eindeutig geklärt. Genetische Faktoren sollen bei der Entstehung einer Leukämie eine Rolle spielen, jedoch ist es umstritten, ob oder wie ionisierende Strahlen, bestimmte Chemikalien (zum Beispiel Benzol) oder Viruserkrankungen den Krankheitsverlauf beeinflussen. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 73 0

In Abneigung geeint

In Magdeburg ist man stolz, Landeshauptstadt zu sein. In Halle ist man stolz, nicht Magdeburg zu sein. Die Geschichte zweier Städte, die sich einfach nicht mögen wollen.

Foto: Alexander Kullick

Nun also auch noch Google Earth. Die Software, die ein gutes Jahrzehnt nach ihrer Bereitstellung von niemandem mehr genutzt wird, soll eine Mitschuld tragen am schier ewig schwelenden Konflikt zweier mitteldeutscher Städte. Sicher, die Streitigkeiten zwischen Halle und der 100 Kilometer nordwestlich befindlichen Landeshauptstadt Magdeburg haben die Grenze ins Lächerliche schon so manches Mal touchiert, wenn nicht gar überschritten. In diesem Fall aber kann man konkret die Minderwertigkeitskomplexe erkennen, die viele Hallenser zu plagen scheinen. Grund für den Ärger, der schon einige Jahre zurückreicht, sind Satellitenfotos, welche Google für Magdeburg einerseits und für die Saalestadt andererseits nutzte. Einem Gerücht zufolge seien die Bilder von Halle im Frühjahr gemacht worden, die Magdeburgs hingegen im grünen Sommer. Halle wirke dadurch kahl und unattraktiv, während die Bördestadt schon alleine wegen der vielen grünen Flächen einen Charme ausstrahle, den Halle aufgrund der jahreszeitlichen Benachteiligung gar nicht erwecken könne. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuINTERESSE Heft Nr. 73 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Redakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. Heute geht es um den Agrarwissenschaftler Julius Kühn.

Illustration: Katja Elena Karras

Das flache Ziegelgebäude am Steintor Campus dient in diesen Tagen vor allem als Schattenspender. Nur wenige Studierende wissen vermutlich, dass sich im Inneren des »Julius-Kühn-Museums für Haustierkunde« eine bedeutende Tierskelettsammlung verbirgt. Die vom Bisonskelett bis zum präparierten Ferkel reichende Menagerie zeugt noch heute von der Tatkraft und den Leistungen eines Mannes, der die landwirtschaftliche Forschung wie kaum ein anderer prägte.

In der sächsischen Oberlausitz gelegen, ist die Stadt Pulsnitz vor allem für ihre Pfefferkuchen bekannt. Hier kommt Julius Kühn am 23. Oktober 1825 als Sohn eines Gutsinspektors zur Welt. Nach der Grundschulausbildung strebt auch er in die Landwirtschaft. Obwohl die Familie aufgrund einer Krankheit des Vaters in finanziellen Schwierigkeiten steckt, ermöglicht sie dem Jungen ab 1839 eine Ausbildung an der Technischen Bildungsanstalt in Dresden, der Vorläuferin der heutigen TU. Im Jahre 1841 beginnt er seine berufliche Laufbahn in der Landwirtschaft; von »grün hinter den Ohren« zum sprichwörtlichen grünen Daumen ist es jedoch noch ein langer Weg. Schnell arbeitet sich Kühn vom einfachen Lehrling zum Gutsverwalter hoch und leitet schließlich von 1848 bis 1855 das Gut Groß Krauschen nahe dem niederschlesischen Bunzlau. Hier studiert er erstmals Pflanzenkrankheiten; ein Thema, das ihn sein ganzes Leben lang beschäftigen wird. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuUNI Heft Nr. 73 0

Neue Farben braucht das Land

Jamaika, R2G oder doch Groko? Auf allen Kanälen kämpfen die Kandidaten um Stimmen. Um den medialen Wahlkampf zu durchschauen, lauschte die hastuzeit einem Vortrag des Journalisten Markus Decker.

Foto: Vinzenz Schindler

»Zum Regieren brauch ich nur BILD, BamS und Glotze!« grummelte Gerhard Schröder einst. Dass der Umgang mit den Medien zur Wiederwahl oft wichtiger ist als die eigentliche Politik, hatte er gut erkannt und sich zu Nutze gemacht. 1998 schaffte er es als erster, rot-grüner Regierungschef zu werden. 2002 wurde er nach einer herausragenden Inszenierung als Krisenkanzler beim Elbe-Hochwasser wiedergewählt. Die Rolle der Medien hat seither weiter an Bedeutung für die Politik gewonnen. Ohne sie zu regieren scheint schier unmöglich; die Parteien versuchen sich darauf einzustellen. Mehr, mehr, mehr

Jul 2017 hastuUNI Heft Nr. 73 0

Freie Fahrt für Campus-Maut

Trotz massiver Proteste hat der Landtag in Baden-Württemberg die Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer sowie Zweitstudiengänge beschlossen.

Foto: Philip Hiller

Rund 230 Studierende hatten noch am 15. April in der Heidelberger Innenstadt gegen das umstrittene Gesetz von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer demonstriert, nun ist es trotz aller Kritik beschlossene Sache: Ab dem Wintersemester 2017/18 wird an den Hochschulen Baden-Württembergs die so genannte »Campus-Maut« gelten.

Diese sieht für Nicht-EU-Ausländer eine Gebühr von 1500 Euro pro Semester sowie bei allen Studierenden für die Aufnahme eines Zweitstudiums von 650 Euro vor. Die knapp 20 000 internationalen Studierenden, die bereits jetzt in Baden-Württemberg studieren, sollen hierbei nicht betroffen sein. Finanziell benachteiligten Neubewerbern soll zudem durch Stipendien und Ausnahmeregelungen ein Studium weiterhin ermöglicht werden. Mehr, mehr, mehr