Nr. 76

12

Jan 2018 hastuINTERESSE Heft Nr. 76 Rubrik 0

»Wir sind dazu berufen, frei zu sein«

Kinderarbeit, Zwangsprostitution, wirtschaftliche Ausbeutung: Sklaverei hat viele Gesichter und ist auch heute, mit schätzungsweise 40 Millionen Betroffenen, noch viel präsenter, als so manch einer denkt; auch in Deutschland. Um etwas gegen diese Missstände zu unternehmen, veranstaltete eine Gruppe von Studierenden Anfang Dezember die »Gala gegen Menschenhandel«. Wie es dazu kam und wie sich die Umsetzung gestaltete, erzählt Initiatorin Sabina Lipp im Interview.

Das Orgateam: von links Sabina Lipp, Caroline Höber, Anna Krause, Melli Händer (es fehlt Jana Henning)
Foto: Helge Eisenberg

»I am no victim, I live with a vision«: Das von zwei Studierenden vorgeführte Lied der amerikanischen Sängerin Kristene DiMarco befreite die Besucher der »Gala gegen Menschenhandel« aus ihrer Schockstarre und ließ zweifellos einige mit Gänsehaut zurück. Zuvor hatte durch den abgedunkelten Kirchenraum der St.-Georgen-Kirche eine Stimme aus dem Off getönt, welche sehr mitreißend die Geschichte einer durch Menschenhändler in die Prostitution getriebenen Frau erzählte. Mehr, mehr, mehr

Jan 2018 hastuINTERESSE Heft Nr. 76 0

Gestatten, Karamba

Die Berufung eines Politikers zeichnet zahlreiche Geschichten mit vielen Gesichtern. Wir wollten herausfinden, wie der Alltag und das Leben eines solchen Staatsdieners aussehen. Wie macht man am besten Politik? Ist ein Grundeinkommen sinnvoll? Wie geht man mit der AfD um? Über diese und weitere Fragen haben wir Anfang Dezember mit Dr. Karamba Diaby (SPD) aus Halle gesprochen. Er ist der erste Schwarze, der in den Bundestag eingezogen ist.

Fotos: Ute Langkafel

Sozialdemokraten duzen sich gerne, so hört man des Öfteren. Ist das »Du« für Sie in Ordnung?
Ja, das ist kein Problem.

Wie geht es dir heute? War dein Freitag bisher stressig?
Heute ist es eher gelassen. Ich hatte heute Vormittag ein typisches Bürgergespräch mit einem Rentner, der rentenpolitische, steuerpolitische sowie gesundheitspolitische Verbesserungsvorschläge für die nächsten Jahre der SPD hatte. Generell kann hier jeder einfach anrufen und sagen: »Ich möchte gerne mit dem Abgeordneten sprechen, ich habe Ideen.« Vor deiner Ankunft habe ich mit einem Unternehmer telefoniert, der mich zu einem Unternehmensbesuch einlud. So etwas gehört auch zu meinem Aufgabenbereich: dass ich schaue, wie es den Betrieben geht und welche Probleme sie haben. Mehr, mehr, mehr

Jan 2018 hastuUNI Heft Nr. 76 0

Kleine Schritte hin zu einer besseren Welt

Der »Wissenschaftscampus Pflanzenbasierte Bioökonomie Halle« leistet einen wichtigen Beitrag für eine sichere und nachhaltige Zukunft im Bereich der Ökologie und Wirtschaft. Unter dem Motto »Forschung vom Molekül zur Gesellschaft« sucht die Einrichtung nach drängenden Antworten auf Fragen einer wachsenden Weltbevölkerung und knapper werdenden Ressourcen – die hastuzeit gibt Einblick in das wissenschaftliche Geschehen.

Foto: Fiona Hruschka

Der Wissenschaftscampus verbindet Expertisen aus dem Bereich der Pflanzen-, Agrar-, Sozial-, und Wirtschaftswissenschaften, um eine innovative Forschung zu ermöglichen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Naturwissenschaftliche Fakultät I und II der MLU sowie die vier regional angehörigen Leibniz-Institute für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien, Pflanzenbiochemie, als auch Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung. Zu den assoziierten Mitgliedern, welche mithilfe enger Zusammenarbeit in den Forschungsprozess integriert sind, gehören unter anderem das Institut für Wirtschaftsforschung Halle, das interdisziplinäre Zentrum für Nutzpflanzenforschung der MLU und das Agrochemische Institut Piesteritz e. V.

Das übergeordnete Ziel dieser Kooperation ist es, ein Zentrum für pflanzenbasierte Bioökonomie aufzubauen. Doch was bedeutet das eigentlich, und wieso ist es so wichtig Pflanzen in den Vordergrund zu stellen. Mehr, mehr, mehr

Jan 2018 hastuUNI Heft Nr. 76 0

Die Gesichter des Stura

Mimi Fischer kommt aus Schwerin und absolvierte ihren Bachelor in vier Semestern. Nun macht sie an der MLU ihren Master und findet sich jeden zweiten Montag in der Sturasitzung ein, obwohl sie kein Stimmrecht besitzt. Denn Mimi ist Referentin für Hochschulsport und Gesundheit.

Foto: Jonas Leonhardt

Wie lange bist du schon im Stura?
Seit Oktober 2016. Lustigerweise war mein erster Tag in Halle auch mein erster Tag im Stura.

Wie geht das denn?
Ich war vorher in Rostock schon Kultur- und Sportreferentin, und ich habe mir überlegt, wie ich mein Leben finanziere. Dass es hier nur ein paar Euro für den Posten gibt, hatte mich nicht abgeschreckt. Denn der Stura ist auch ein super Anlaufpunkt für den Anschluss in der Studierendenschaft, außerdem war es das Sportreferat. Mein erster Tag war ein Montag, da war direkt Sturasitzung.

War das Referat hart umkämpft?
Die Woche davor war die Ersti-Einführung, und da wurde viel Werbung für das Sportreferat betrieben. Es war schon länger vakant und in der Vergangenheit nicht unbedingt gut besetzt, also waren dann noch fünf weitere Erstis da. Es tat mir auch ein bisschen leid, weil sie sich für jemanden entschieden haben, der schon in dem Bereich gearbeitet hat. Aber einige von denen arbeiten jetzt auch in Arbeitskreisen. Mehr, mehr, mehr

Jan 2018 hastuINTERESSE Heft Nr. 76 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Redakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. Heute geht es um Johann Christian Reil, den Begründer der modernen Psychiatrie.

Illustration: Gregor Borkowski

Den Namen Reil hat wohl jeder in Halle schon einmal gehört; sei es, dass man am Reileck umsteigt, einen wichtigen Termin in der Reilstraße hat oder an der Reilschule vorbeigeht. Auch der Reilsberg dürfte den meisten bekannt sein – allerdings unter anderem Namen: Seit 1901 beherbergt das ehemalige Parkgelände nahe Giebichenstein den halleschen Bergzoo. Doch wer war dieser Mann, dem zu Ehren die Stadt Halle Büste und Gedenktafel hat aufstellen lassen, der nicht nur als innovativer Mediziner, sondern auch als Wissenschaftler und Philosoph gilt?

Johann Christian Reil wird am 20. Februar 1759 im ostfriesischen Dorf Rhaude als Sohn eines aus Braunschweig stammenden Pfarrers geboren. Nachdem die Familie in die nahe Stadt Norden gezogen ist, erhält er am dortigen Gymnasium eine umfassende humanistische Bildung. Dass Reil schon früh großes Interesse an medizinischen Dingen hat, zeigt sich unter anderem in der Abschiedsrede, die er anlässlich seines Abschlusses hält: Sie ist ein aus Alexandrinern bestehendes »Lob an die Medizin«. Im Alter von 20 Jahren verlässt der Pfarrerssohn das heimische Ostfriesland und schreibt sich für ein Studium – natürlich – der Medizin an der renommierten Georg-August-Universität im kurhannoverschen Göttingen ein, die damals als eine der besten und modernsten Bildungsstätten Deutschlands gilt. Mehr, mehr, mehr

12