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Jan 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 63 0

Der Hallische Zufall

Der »Hallische Zufall« ist die Kolumne der hastuzeit. Darin schildert Tobias regelmäßig Momente und Begebenheiten der hallischen Ab- und Besonderlichkeiten. Diesmal geht’s um die Gusche.

Illustration: Anne Walther

Illustration: Anne Walther

»Wollmer uns losmachen?«
als Frage for­muliert oder das knappe und vor allem sehr bestimmte »Ich mach mich los!« hört man in Halle häufig und quer durch alle Alters- und Sozialstufen. »Losmachen«, das ist ein schönes Beispiel für die Saalestädter Mundart. Sind »Hallunken« und »Halloren« mehr durch Schokolade und Marketing im Sprachgebrauch verankert, so steht »losmachen« für mehr. Einfach und kurz gehalten, ohne viel drum herum beschreibt es, was nun passieren wird. Dennoch bleibt die Formulierung etwas umständlich, droht gar ins Stumpfe abzudriften und integriert plump das schwache Verb »machen« in den Satz. Hallenserinnen und Hallenser könnten auch den einfachen Weg wählen und »gehen« oder gar das viel stärkere Verb »verschwinden« verwenden. Doch Saalestädter ziehen die sanfte, etwas unpraktisch erscheinende Variante über den Umweg des »Machen« vor. Es mag Leute geben, für die diese Formulierung gar leicht proletarisch wirkt, doch im Grunde ist es Ausdruck des herzlich-bestimmten Einschlags, den das Hallische und wohl auch jeder Hallenser in sich trägt. Niemand würde die Hallenser wohl als besonders freundlich charakterisieren. Eher als derb und direkt, ohne dabei jedoch das Herzliche zu vergessen. Und so werden nicht viele Umstände gemacht und auch nicht über Gebühr Wert auf schönen Klang oder aufreizende Grammatik gelegt. Entsprechend klingt denn auch die Mundart.

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Jan 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 63 0

»I heart you, Germany«, nachträglich

Unbemerkt von der hastuzeit-Redaktion gab’s im Oktober ein Jubiläum zu feiern. Ein Nachtrag. Und was Lena Meyer-Landrut damit zu tun hat.

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Illustration: Katja Elena Karras

Ach ja, da war ja was. 25 Jahre deutsche Einheit. »Verdammte Axt!« würde Lena Meyer-Landrut nun ausrufen. Ein Vierteljahrhundert schon, und wir von der hastuzeit haben«s reichlich verpeilt. Wir waren damit aber nicht ganz allein. Dieses Jahr hatte der Feiertag nämlich noch das Pech, auf einen Samstag zu fallen, sodass er manch einem erst beim vergeblichen Ruckeln an der Ladentür bewusst wurde.
Ja, das Datum ist wichtig und wurde auch deutschlandweit groß gefeiert, besonders in Berlin, wo Lena vor einer Million Menschen auftrat. Ansonsten ist es dennoch etwas vorbeigehuscht.
Womöglich hat sich der 3. Oktober auch in den letzten Jahrzehnten etwas zu sehr in den Vordergrund gedrängt, der Gute. Wir haben«s mittlerweile verstanden, Deutschland ist wieder eins, seit mittlerweile 25 Jahren. Nicht nötig, uns mit Lena zu ködern. In unzähligen Rückblicken, alten Bildern wiederholt, hat uns der Tag bisher reichlich eingelullt, einige Reden waren ähnlich relevant wie Lenas Liebeserklärung »I heart you, Germany!« beim Eurovision Song Contest.

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Jan 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 63 0

Mal wieder durchatmen

Millionen auf der Flucht. Tausende gegen Überfremdung auf den Straßen. Dutzende offene Fragen. Die Situation der Geflüchteten überfordert. Ein Eingeständnis.

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Foto: Katja Elena Karras

Nach Deutschland kommen Millionen Menschen, aus Eritrea, Syrien, Albanien, Afghanistan und vielen anderen Ländern mehr. Die Gründe sind ganz verschieden, da sind wirtschaftliche Ursachen, ebenso wie Krieg oder eine menschenfeindliche Diktatur. Es flüchten Muslime, Christen, Familien, Männer, Frauen und nicht zuletzt Kinder und Jugendliche. Letztere teilweise von ihren Eltern getrennt.
Gegen diese Menschen protestieren Tausende, die angeblich besorgt sind um ihre eigenen Kinder, ihre Arbeitsplätze, ihre vermeintlich schöne heile Welt. Sie protestieren gegen Geflüchtete, Kanzlerin und »linksgrüne« Medien. Anderswo helfen Tausende, überall in ganz Deutschland und teilweise sogar an den EU-Außengrenzen. Was aber tut man selbst? Was kann man wirklich bieten? Wo muss man zugeben, dass es so nicht reicht? Wie geht man mit den Demonstranten und Hetzern im Netz um? Das Thema Geflüchtete überfordert, auf allen Ebenen. Das fängt schon beim Begriff an. Wie bezeichnet man Menschen, die aus ihren Heimatländern fliehen müssen? »Wirtschaftsflüchtlinge« ist ein Begriff mit negativem Beiklang geworden. Diesen Menschen zumindest kann Deutschland nicht helfen, so die Überzeugung.

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Jan 2016 hastuUNI Heft Nr. 63 0

Freundschaft im Hörsaal

Seit diesem Wintersemester können Flüchtlinge an der MLU als Gasthörer Veranstaltungen besuchen. Als Tandempartner helfen Studierende ihnen nicht nur durch den Uni-Alltag.

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Illustration: Katja Elena Karras

Die beiden Löwen auf dem Uniplatz sind in Sonnenlicht getaucht. Es ist vielleicht der letzte lauwarme Spätsommertag, ziemlich erstaunlich im November. Eine kleine Menschentraube hat sich vor dem Löwengebäude gebildet. Auf den Treppenstufen sitzen eine Frau und ein Mann, ihre Köpfe auf die Beine gelegt und die Augen geschlossen. Der 20-jährige Khaled stammt aus Syrien. Er ist einer von 51 Flüchtlingen, die sich dieses Wintersemester als Gasthörer an der Uni eingeschrieben haben. Neben ihm sitzt die Geographiestudentin Isabell Klipper, die Khaleds Tandempartnerin ist und ihn durch den Unialltag begleitet. Khaled, der vor dem Krieg in Syrien geflohen ist, hat durch einen Freund von dem Projekt erfahren und besucht jetzt Kurse in Wirtschaftsgeschichte und Medienwissenschaften.

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Fernseher? Brauch ich nicht.

Welche Medien nutzen Studierende in ihrer Freizeit, woher beschaffen sie sich Informationen über aktuelle Geschehnisse, und was halten sie von der medialen Gestaltung der Vorlesungen? In einer Befragung auf dem Uniplatz haben uns einige Studierende ihre Sicht erklärt.

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Illustration: Anne Walther

Die Medienlandschaft verändert sich stetig. Der Trend geht zu immer moderneren Techniken, mit denen man Informationen präzise und in Echtzeit an den Konsumenten bringt. Nirgendwo tauchen die Schlagzeilen der Nachrichtenportale schneller auf als in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook. Diese Plattformen werden auch von einem Großteil aller Studierenden an der MLU genutzt. Es stellt sich die Frage: wie sieht eigentlich das Medienverhalten des durchschnittlichen Studierenden aus?
Nachrichtensendungen im Fernsehen genießen offensichtlich nach wie vor einen großen Stellenwert – und sei es in der Mediathek im Netz. »Es ist angenehmer, alle wichtigen Informationen kompakt aufgezeigt zu bekommen. Wenn ich mir die Inhalte hingegen selbst zusammensuchen muss, zum Beispiel im Internet, dauert das länger und ist aufwendiger«, meint eine Medizinstudentin. Bemängelt an »alten« Medien wie dem Fernsehen wird allerdings der festgelegte Zeitrahmen des Programms, der wenig Platz für individuelle Bedürfnisse lasse. Die Studentin weiter: »Wenn ich fünf Minuten nach Beginn der Tagesschau einschalte, habe ich die wichtigsten Ereignisse des Tages bereits versäumt.«

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Von Träumern und Machern

Die Kinder der 80er und 90er Jahre – die sogenannte Generation Y – werden von den Medien oftmals als selbstverliebt und größenwahnsinnig bezeichnet. Haben sich die Prävalenzen gewandelt? Verfolgen die derzeitigen Studierenden in Halle (Saale) Kindheitsträume oder werden ein sicherer Arbeitsplatz und ein ordentliches Gehalt vorgezogen?

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Foto: Anne Beyer

Nicht wenige Studierende überdenken und wechseln ihr Studienfach. Etwas einmal Ausgesuchtes möchte einfach nicht so richtig passen. Laura kennt dieses Unbehagen. In jungen Jahren will sie Floristin werden. Dieser Impuls will nur leider nicht gedeihen. Andere Talente werden abgewägt: In der Schule kann sie in Informatik gute Noten einheimsen, und da die IT-Branche gut bezahlt und viele Stellen bietet, entscheidet sich Laura, Softwarelokalisierung zu studieren. Alles gut und zukunftsorientiert gedacht, doch Freude kommt dabei nicht auf. Um die akademische Laufbahn nicht verlassen zu müssen, sucht sie nach einer doppelt gehaltvollen Alternative: Der Verdienst muss zum Leben reichen, und der Spaß an der Arbeit darf nicht zu kurz kommen. Laura ist den Weg zur Blumenflüsterin zwar nicht gegangen, indes ist es aber beim kreativen Gestalten geblieben. Trotz Zeitverlust bereut sie die Entscheidung nicht und blüht nun als MuK- und Germanistikstudentin auf.

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Wie in der Toskana

Das MDV-Gebiet ist mehr als Leipzig und Halle. Auch die meist verkannten mittelgroßen Städte lohnen einen Besuch. Diesmal ging es in den sonnigen Süden.

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Foto: Julia Plagentz

Die Stadt ist heute in frühherbstliches, warmes Licht getaucht. Die Sonne scheint vom blauen Himmel, auf den Bürgersteigen türmen sich dicke gelb-orangene Laubberge, die beinah zum Hineinlegen einladen. Mit der Regionalbahn dauert die Fahrt von Halle bis zum Naumburger Bahnhof rund 40 Minuten. Die Strecke führt, von den Leuna-Werken mal abgesehen, vorbei an weiten, grünen Wiesen und bewaldeten Hügeln, alle verbunden durch die sich gemächlich entlangschlängelnde Saale. »Hier ist es wie in der Toskana, bloß näher«, hat Max Klinger einmal gesagt. Das Weinberghaus des bekannten Leipziger Malers und Bildhauers liegt etwas außerhalb der Stadt.

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Wie schreibe ich meine erste Hausarbeit?

Eine wissenschaftliche Hausarbeit bildet im Studium oftmals eine eigenständige Prüfungsleistung. Viele Studierende wissen jedoch nicht, wie sie am besten an das Schreiben herangehen sollen. Dabei kann das sehr schnell gelingen und auch Spaß machen, befolgt man einige wichtige Grundschritte.

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Illustration: Tetyana Gryniva

Stephan Porombka, Autor und Professor für Texttheorie und Textgestaltung an der UdK Berlin, hatte in der Zeit einige spannende Ideen, wie Studenten Spaß an Hausarbeiten haben können: »Lies deine Seminararbeit als Hörbuch ein. Gib es zusammen mit der Druckversion ab.« Oder: »Lass deine Oma deine Seminararbeit als Hörbuch einlesen. Gib es ohne Druckversion ab.« In der Hausarbeit, die im Bachelorstudium zumeist 10 bis 15 Seiten umfasst, untersucht Ihr ein bestimmtes Thema, das ihr durch Literatur unterstützt und welches Ihr durch die eigene Argumentation bereichert. Die Richtlinien für das Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten sind von Fach zu Fach unterschiedlich. Dieser Artikel wendet sich in erster Linie an Studierende der Geisteswissenschaften.

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