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Dez 2013 hastuPAUSE Nr. 51 0

Verzauberte Welt, optimierte Wälder

»Der seltsamste Fall des Doktor E. T. A. Hoffmann« konfrontiert die Zuschauer mit der eigenen Identität

Eigentlich wissen wir es ja: Die Puppen handeln nicht selber, sie werden nur gesteuert.

Foto: Falk Wenzel

In einem leeren, kahlen Arbeitszimmer beginnt es. Zwischen den Büchern und dem wuchtigen Schreibtisch und der eigenen Selbstverliebtheit schwadroniert der Rechtsanwalt Theo H. über das herrliche Anwaltsleben. Plötzlich kommt eine neue Mandantin herein und verwickelt ihn in eine Geschichte zwischen Zauber und Wirklichkeit. Sein neuester ist zugleich sein seltsamster Fall.

Denn seine Mandantin ist eigentlich die Fee Rosalverde, die ihn auf eine Reise in die Zeit der Aufklärung entführt. Dort, in dieser wundersamen Welt, ist Studiosus Balthasar in die hübsche Tochter des Hofes Candida verliebt, doch das ist eigentlich Nebensache. Denn der Staatssekretär Dollinger will unbedingt zum neuen »Generaloptimierer« ernannt werden, um die fürstlichen Wälder zu optimieren. Klingt verrückt? Noch bizarrer wird es, als der Rechtsanwalt Theo H. plötzlich von allen Beteiligten für Herrn Zinnober gehalten und heldenhaft verehrt wird. Kurz darauf verliebt er sich dann noch in Candida. Und schon ist das Chaos vorprogrammiert: Theo H., der absolut rationale Rechtsanwalt, der nie heiraten wollte, plant plötzlich seine Hochzeit.

Zunächst kommt man wegen den Rechtsanwalts-Witzen, den lakonischen Bemerkungen und der grotesken Situation nicht aus dem Lachen heraus. Doch dann wird klar, dass bei diesem Feen-Zauber nur der Schein zählt, denn: »Wahr ist, was alle glauben.« Denn auf einmal wird Theo H. auch noch vom Fürsten zum Intendanten des neuen fürstlichen Theaters ernannt, ohne das überhaupt zu wollen. Er protestiert: »Ich bin doch gar kein Künstler!« – »Das ist doch egal, solange es alle denken.« Mehr, mehr, mehr

Dez 2013 hastuPAUSE Nr. 51 0

»Sehr vielfältige Gegenwart«

Vom 30. September bis zum 10. Oktober 2013 fanden die ersten »Hallenser Jüdischen Kulturtage« statt. Eine Fortsetzung ist bereits geplant.

Illustration: Han Le

Illustration: Han Le

Anlass der Kulturtage war der 60. Jahrestag der Einweihung der hallischen Synagoge in der Humboldtstraße und der Einzug der neuen Tora-Rolle, die erste seit vor dem Zweiten Weltkrieg. Den Besuchern der Woche wurde ein buntes und sehr vielfältiges Programm aus Konzerten, Vorträgen, Rundgängen, einem Workshop und einem Tanzabend mit Künstlern aus den USA, Israel, Deutschland und der Ukraine an verschiedenen Veranstaltungsorten in Halle geboten.

Bereits im April dieses Jahres hatte der Musiker und Kulturmanager Andreas Schmidtges die Idee, beide Ereignisse mit einem umfangreichen Begleitprogramm zu würdigen. Im Juni legten sich dann der Freundeskreis Leopold-Zunz-Zentrum e. V., die Jüdische Gemeinde zu Halle und das Seminar für Judaistik / Jüdische Studien der MLU fest, den Schritt »zu wagen« und die Kulturtage zu organisieren. Von Juni bis zum Beginn der jüdischen Kulturtage war die komplette Verwaltung, Finanzierung und Konzipierung abgeschlossen, verriet uns Dr. Anton Hieke, Mitorganisator und Redner. »Für eine Veranstaltung dieser Größe war es blitzschnell«. Seine persönliche Motivation war »die Aufgabe, eine neue Tradition zu schaffen« und »den Hallensern zu zeigen, dass sie eine jüdische Gemeinde, eine sehr vielfältige jüdische Geschichte, aber auch eine sehr vielfältige jüdische Gegenwart haben«. Mehr, mehr, mehr

Dez 2013 hastuPAUSE Nr. 51 0

King of Stud.IP

Vom Sinn oder Unsinn des exzessiven Gebrauchs unseres Uni-Netzwerks – Gespräch mit einem der »Könige des Stud.IP«

Foto: Christian Schoen

Foto: Christian Schoen

Wir alle arbeiten meist täglich mit Stud.IP, ohne welches unsere Studienorganisation mittlerweile ebenso undenkbar wäre wie Tim ohne Struppi. Für einige ist Stud.IP offenbar sogar weit mehr als ein reines Organisationsmedium, sie nutzen das Netzwerk sehr aktiv und haben so bereits eine gewisse Bekanntheit erlangt. Besonders im Kampf um eine möglichst hohe Platzierung in der Rangliste maximieren sie ihre Aktivität, um möglichst viele Punkte zu erlangen. Zu diesen Stud.IP-Koryphäen gehört auch Marco Kühne, mittlerweile ist er vor allem durch seine mannigfaltigen Umfragen bekannt wie ein bunter Hund, ziemlich viele Neugierige landen wöchentlich auf seiner Seite. Er hat sich netterweise bereiterklärt zu erzählen, was für ihn den Reiz von Stud.IP ausmacht.

Weißt du deinen momentanen Rang und deine Punktzahl aus dem Stegreif?

Ja, ziemlich genau. Gut 230 000 Punkte und Rang 10, aber das unterliegt ja auch Schwankungen. (Anm. der Red.: Marco möchte an dieser Stelle seinem Mitbewohner, Christian »dem Nachbarn« M., Henrike H., Jens S. und den vielen anderen Stud.IP-Verrückten danken. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses war Marco bereits bis auf Platz 6 der Rangliste vorgerückt.)

Würdest du Stud.IP als ein Hobby von dir bezeichnen? Und wie viel Zeit verbringst du täglich damit?

Meine anderen Hobbies sind normalerweise viel zeitintensiver, also ist Stud.IP mit circa einer Stunde täglich vielleicht ein kleines Hobby von mir. Ich nutze es aber natürlich vor allem fürs Studium und um mit Leuten in Kontakt zu treten, denen ich Mathe-Nachhilfe gebe.

Wenn man sich dein Profil ansieht, ist man erst einmal überrascht über deine rege Aktivität. Da drängt sich bei den meisten die Frage auf: Warum machst du das, und woher kommt deine Motivation?

Ich verstehe, wenn das einige etwas nerdig finden, aber ich war einfach neugierig, was man mit Stud.IP noch so machen kann, abgesehen von der Organisation des Studiums, was ja wirklich praktisch ist. Mehr, mehr, mehr

Dez 2013 hastuINTERESSE Nr. 51 1

Zyankali

Foto: Christian Schoen

Foto: Christian Schoen

Es ist Mittag, das erste Seminar des Tages beginnt gleich. Zunächst jedoch verbringe ich noch ein wenig Zeit auf den Treppen des Löwengebäudes und beobachte das Treiben auf dem Campus.

Ich habe mir in der Mensa einen Kaffee gekauft, welcher geschmackstechnisch auf einer Skala von −10 bis 0 nicht einzuordnen ist. Jedoch ist er flüssig und versorgt mich mit aufputschenden Inhaltsstoffen.

Offensichtlich hat die Erstizeit wieder angefangen. Dies macht sich folgendermaßen auf dem Campus bemerkbar: Mädchen, welche scheinbar vor zwei Monaten noch mit Polly Pocket und ihrem Barbie-Traumhaus im Kinderzimmer gespielt haben, legen nun in mehr oder weniger geschmacklosen Miniröcken und überteuerten Hosenanzügen ihre ersten Gehversuche in Stöckelschuhen auf dem Unigelände hin. Kleiner Tip: Kopfsteinpflaster eignet sich nicht für Probeläufe mit Highheels! Die männlichen Artgenossen verhalten sich aber keineswegs besser, sondern versuchen, sich kurz nach Beginn des Studiums anzuziehen wie ihre eigenen Großväter in den 60ern. Mehr, mehr, mehr

Dez 2013 hastuINTERESSE Nr. 51 0

Marke Eigenbau

Drei Läden in Halle bieten die einzigartige Möglichkeit, sich auf verschiedenen Feldern mit professioneller Unterstützung und zu erschwinglichen Preisen auszuprobieren, egal ob beim Nähen, beim Schrauben am eigenen Rad oder beim kreativen Basteln und Bauen.

Fahrräder

Foto: Christian Schoen

Rad + Tat

In diesem Jahr wurde mir die Dynamostrippe rund acht Mal durchgeschnitten, da hilft so langsam auch das Flicken mit dem Isolierband nicht mehr. Eine neue Strippe muss her. Doch wo ist es günstig für uns Studenten? Im »Rad + Tat« begrüßt mich der Inhaber Sebastian Pohlig und werkelt gerade an einer Felge herum. Ich erkläre ihm das Problem, und er meint, für drei Euro zeigt er mir, wie man die Dynamostrippe austauscht und eine neue einsetzt. Momentan sind dort zwei Schüler für ihr FÖJ und der Inhaber, samt Kollegen, die mir dann helfen würden, tätig. Außerdem erzählt er mir, dass es den Laden schon seit 15 Jahren gibt. Drei Jahre davon stand der Laden »unter der Herrschaft des Fahrradies«, danach übernahm 12 Jahre lang die Jugendwerkstatt vom Bauhaus. Da diese aber zwei Mal in Insolvenz gingen, wurde Sebastian der Inhaber. Mehr, mehr, mehr

Dez 2013 hastuINTERESSE Nr. 51 0

Halle, je t’aime

Wie es zwei französischen Studentinnen in Halle geht und was sie von Stadt, Hallensern und Uni denken

Foto: Alida Sauer

Die zwei Französinnen Adèle und Delphine studieren im fünften Semester Interkulturelle Europa- und Amerikastudien/Langues étrangères appliquées (IKEAS/LEA). Dieser binationale Studiengang verbindet die MLU mit der Université Paris X La Défense in Nanterre (Paris). Und so ist es Teil des Studienprogramms, dass die Franzosen für die letzten beiden Semester des Bachelors nach Halle kommen und die deutschen Studenten das dritte und vierte Semester in Paris verbringen.

Halle entschleunigt

Auf die Frage, ob sich die beiden schon in Halle eingewöhnt haben, folgt heftiges Kopfnicken und ein »Ja, logisch«. Delphine ist sehr von der Stadt begeistert und meint, dass sie gleich von Anfang an ein echtes »Zuhausegefühl« verspürt hat. Die Größe dieser doch so kleinen Stadt gibt ihr dieses Gefühl. Bei Adèle dagegen brauchte es ein Weilchen länger, bis sie sich ein richtiges Bild von Halle machen konnte. »Zunächst war ich geschockt«, sagt sie. Mehr, mehr, mehr

Dez 2013 hastuINTERESSE Nr. 51 0

Auf jeden Fall Großstadt

Studium, Uni, Stadt, Partys, Wohnung – alles neu. Was ist der erste Eindruck der »Erstis« von ihrer neuen Heimat? Und was erwarten sie sich vom Turm? Carola und Tobias haben sich vor der Stura-Ersti-Party im Turm auf Stimmenfang begeben.

Christoph, 25, Nino, 23 (beide keine Erstis), Tim, 18, Philip, 18 (beide Lehramt): »Drei Partys in drei Tagen!«


Vladimir, 21, und Caroline, 19, BWL
Vladimir: »Alles elektronisch, und alles muss man selbst organisieren. Es nervt, dass es mit Löwenportal, Stud.IP und Studmail so viele Portale gibt.«
Caroline zum Thema Unisport: »Warum bekommt man nach fünf Minuten schon keinen Platz mehr?!«

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Dez 2013 hastuUNI Nr. 51 0

Hoffnungszeichen am Martinstag

Kommentar zum »Laternenumzug« am 11. November

Foto: gynti_46 (Flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Link unter dem Artikel)

Foto: gynti_46 (Flickr, CC BY-NC-SA 2.0; Link unter dem Artikel)

Vor dem Bauernfasching im Studentenclub der Agrarwissenschaftler und dem Medifasching der Mediziner im Volkspark wurde, zahlenmäßig breit von Studierenden unterstützt, dann also doch noch ein hoffnungsvolles Zeichen gesetzt. Zu dem zeitlich relativ knapp organisierten Protestzug kamen über 2000 Hallenser und Sachsen-Anhalter aus Bildung, Kultur und Erziehung zusammen, um gemeinsam zu zeigen, dass die Pläne der Landesregierung auch nach einer Sommerpause nicht vergessen sind.

Trotz frostiger Temperaturen wärmten sich also viele Studenten an den zahlreich mitgebrachten Laternen. Es stimmt hoffnungsvoll für die weiteren Entwicklungen, dass der Wille und die Wut offenbar nicht nachlassen. Man kann nur hoffen, dass auch in Magdeburg dieser Protest gehört wurde. Überhaupt war es eine rundum gelungene Veranstaltung. Eine nicht zu lange und doch an wichtigen Knotenpunkten vorbeigehende Route, ein kurzes, nicht durch allzu viele lange Reden unnötig gestrecktes Zusammenkommen auf dem Marktplatz, garniert mit anschließender symbolhafter Lichtlöschung. Mehr, mehr, mehr

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