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Okt 2013 hastuPAUSE Nr. 50 0

Lebensmittel teilen statt wegwerfen

Ein Gastbeitrag von Foodsharing Halle

Informationsstand von Foodsharing Halle auf dem Schwetschkestraßenfest 2013 Foto: Marco Pellegrino

Informationsstand von Foodsharing Halle auf dem Schwetschkestraßenfest 2013
Foto: Marco Pellegrino

Sicherlich kommt Euch folgende Situation bekannt vor: Ihr wollt spontan wegfahren, der Kühlschrank ist aber noch halb voll; die exotische Frucht schmeckt doch nicht so gut wie eigentlich gedacht, oder beim letzten Festmahl in Eurer WG wurde dann doch etwas zu großzügig geplant – wer kennt das nicht?

Nun ist die Frage: Was tun mit den übrig gebliebenen Lebensmitteln?

Traurigerweise entscheiden sich die meisten Menschen in diesem Fall direkt für die Mülltonne.

Leider ist es in der Tat so, dass in deutschen Privathaushalten jährlich pro Kopf 82 Kilogramm Lebensmittel, die einem ungefähren Wert von 235 Euro entsprechen, weggeworfen werden. Das Verbraucherministerium geht gleichzeitig davon aus, dass von diesen 82 kg noch 53 kg verwertbar wären. Insgesamt landen laut Ministerium beinahe 50 Prozent aller Lebensmittel in der Tonne.

Doch das ist noch lange nicht alles: Weltweit geht man von insgesamt etwa 2 Milliarden Tonnen an Lebensmitteln aus, die auf dem Müll landen. Alles in allem ein fatales Zeugnis kapitalistischer Konsum- und Wegwerfmentalität.

Dass es so nicht weitergehen und man auch aktiv etwas gegen diese sinnlose Verschwendung unternehmen kann, dachte sich auch Raphael Fellmer, der Ende letzten Jahres die Website foodsharing.de ins Leben gerufen hat.

Die Idee von foodsharing.de ist ganz simpel: Wer überschüssige Lebensmittel zu Hause hat, kann diese einfach in einem »Essenskorb« online stellen und darauf warten, dass jemand Interesse daran anmeldet. Einzige Bedingung ist, dass man sich auf der Website anmelden muss, was jedoch kostenlos ist. Mehr, mehr, mehr

Okt 2013 hastuPAUSE Nr. 50 0

Alternative zu Facebook

Retroshare – dezentralisiert und sicher

Wer nach einer Alternative zu Facebook sucht, wird in der Regel schnell fündig. Diverse On- und Offlinezeitschriften ­schreiben sowohl von bekannten Social Networks, wie Google+, Myspace und Xing, als auch von unbekannten, wie Badoo und Pidder. Da gibt es seit Facebook einiges zu holen – sowohl fast exakte Imitate, die mit Datenschutz und Sicherheit der Nutzer werben, als auch Projekte, die die altbekannte Social-Network-Struktur grundlegend verändern und weiterentwickeln.

Einen dabei stark herausstechenden Ansatz verspricht ­Retroshare, eigentlich ein Peer-to-Peer-Filesharing-Programm à la eMule oder µTorrent. Da stellt sich natürlich die Frage: Was hat das mit Social Networks zu tun? Ganz einfach: Das Programm hat zusätzlich zum Filesharing auch Funktionen, die ebendiesen sehr nahekommen: Instant Messenger, serverlose Mails, Foren, Gruppen, Voice Chat.

Der Clou an der ganzen Sache: Es gibt keine zentrale Verwaltung über einen festen Anbieter. Alles, was das Retro­share-Team tut, ist das Programm aufrechtzuerhalten und zu erweitern. Das spricht für die Anonymität der Plattform, auch wenn der eine oder andere Skeptiker an dieser Stelle sicher noch nicht überzeugt ist. Wer will, kann auch die Übertragung der IP- und Zertifikatsdaten problemlos abstellen und somit hundertprozentig Anonymität in diesem Netz genießen. Die Open-Source-Natur des Projektes sorgt des Weiteren dafür, dass auch Außenstehende mit Programmierkenntnissen alles nachvollziehen (und wenn Skepsis besteht, auch die Behauptungen des Retroshare-Teams prüfen) können. Zweifel an der Anonymität können somit ausgeräumt werden. Mehr, mehr, mehr

Okt 2013 hastuPAUSE Nr. 50 0

Google ma‘ auf Facebook

Es ist mein Gedächtnis, meine Art zu kommunizieren und Unterhaltung.

Illustration: Eva Feuchter

Wie war das Leben eigentlich ohne Facebook? Keine Ahnung. Facebook vertreibt die Langeweile, denn es unterhält uns.

Der Professor erzählt gerne langweilige Sachen, aber anstatt in der Luft rumzugucken, schauen die meisten auf ihr Handy. Sicherlich kann man nach hübschen Menschen Ausschau halten, aber die kann man nicht einfach ansprechen, man will ja den Professor nicht stören. Deshalb geht der Student online zu »Spotted: Martin Luther Universität Halle Wittenberg« und schreibt, dass er sie toll findet. Danach wird gechattet, Poker gespielt und im Status letztendlich hingeschrieben: »Die Vorlesung ist langweilig.«

Gegen Ende der Vorlesung macht die Studentin noch schnell einen Gruppenchat auf, um die Freunde zu fragen, was heute gemacht wird. Dank Touchen und Selber-online-sein erhält sie schnell und leise die Antworten. Danach treffen sich alle, um ins Café zu gehen. Da wird eifrig über die neuesten Nachrichten, die bei »HalleOn.de« stehen, geredet. Ein Pony wurde geklaut, der HFC hat gewonnen, oder es gab eine Razzia im Rockerviertel. Andere interessieren sich eher dafür, was die Promis heute so gemacht haben, denn deren Seiten können geliked werden, so dass man deren Fotos ebenfalls bewundern kann oder heiße Infos von der neuen Staffel erfährt. Mehr, mehr, mehr

Okt 2013 hastuUNI Nr. 50 0

Gesichtsbücher, die ja doch niemand lesen will

Der bittersüße Geschmack des Facebook-Ausstiegs

Illustration: Eva Feuchter

Illustration: Eva Feuchter

An einem eisigen Januartag dieses Jahres schlenderte ich in Halle vor mich hin, und irgendetwas geschah. Etwas derart Belangloses, dass mein Hirn sich nicht einmal die Mühe gemacht hat, es bis heute abzuspeichern. Jedenfalls formte sich in diesem Moment bereits eine Statusmeldung vor meinem geistigen Auge, mit der ich doch die Facebook-Welt entzücken und sicher auch ein paar »Likes« ernten könnte. Eine Millisekunde später jedoch ekelte mich dieser Gedanke an; mir wurde bewusst, wie sehr Facebook in mein Leben eingedrungen war. Also beschloss ich, recht bald den virtuellen Tod zu sterben.

Das größte soziale Netzwerk weltweit spaltet die Gemüter, trotzdem zählt es mehr als eine Milliarde Mitglieder, rund jeder siebte Erdenbürger also macht diesen – mit Verlaub – Wahnsinn mit. Auch ich habe exzessiv Nachrichten geschrieben, die Posts anderer studiert, so manches noch so dumme Foto und die eine oder andere Statusmeldung geliket und alle belächelt, die sich mal wieder ordentlich zum Obst gemacht haben, sei es durch peinliche »Party-Pics« oder zahllose dusselige Posts. Facebook bringt eben nicht gerade das Beste im Menschen hervor. Mehr, mehr, mehr

Okt 2013 hastuPAUSE Nr. 50 0

MediA=H

Was weiß man heute über Russland? Was möchte man wissen?

Besuch einer deutsch-russischen Fotoausstellung in Archangelsk

Besuch einer deutsch-russischen Fotoausstellung in Archangelsk

Foto: MediA=H

Marie und Leonore saßen im Jahr 2010 in einem Russischkurs. Eine Studentin bat um Aufmerksamkeit und erzählte von einem neuen Austauschprojekt nach Russland. So erschien Marie am Anfang des Jahres 2010 in der gleichen Woche noch im Projektbüro, wo gerade die Workshopvorbereitungen liefen. Sie wurde sofort miteingebunden und konnte im nächsten Jahr nach Archangelsk mitgefahren. Leonore kam ein Jahr später dazu. Und nun sind die beiden Studentinnen nicht nur Teilnehmerinnen, sondern auch die Mitorganisatorinnen der Gruppe MediA=H.

Geschichte des Projekts

Zuerst haben die Germanistik-Institute der Archangelsker und der hallischen Universitäten kooperiert. Es gab schon zu DDR-Zeiten einen akademischen Austausch. Einige Studenten sind bereits als Sprachassistenten mitgefahren. So haben diese sich zusammengesetzt, um ein Austauschprojekt für die Studenten zu schaffen, das sowohl für Kulturtransfer als auch für Spaß sorgt.

Das dadurch entstandene Medienprojekt Halle-Archangelsk (MediA=H) bezweckt einen interkulturellen Austausch, Völkerverständigung, Vertiefung von Sprachkenntnissen und dient sicherlich zum Abbau von Vorurteilen auf beiden Seiten. Dazu treffen sich jedes Jahr russische und deutsche Studenten, um einen Film nach dem Themenmotto des Jahres zu produzieren. Mehr, mehr, mehr

Okt 2013 hastuPAUSE Nr. 50 0

Fluch oder Segen?

Der Erfolg der Twilight-Reihe war gigantisch. Die Romane von Stephenie Meyer haben, genau wie die Verfilmungen, polarisiert. Twilight – Fluch oder Segen? Martin und Tobias machen sich darüber Gedanken.

Illustration: Eva Feuchter

Illustration: Eva Feuchter

Tobias: Der Vampir hat ja ursprünglich eine grausam-gruselige Aura. Mittlerweile treten Vampire aber immer häufiger positiv konnotiert auf, auch bei Stephenie Meyer ist Edwards Familie ja sehr edel und menschenfreundlich. Erleben wir eine Art Weichspülung des Vampir-Typus?

Martin: Ich glaube, die meisten Leute stören sich eher daran, dass Edward sich selbst als verachtenswertes Monster ansieht, während der normale Vampir sein Schicksal annehmen soll. Die Leute wollen Vampire als kaltblütige Monster sehen, nicht als Menschen. Ich persönlich weiß nicht, ob das so ganz richtig ist. Mehr, mehr, mehr

Okt 2013 hastuINTERESSE Nr. 50 0

Dein schönster Platz in Halle für ein romantisches Herbst-Date?

Mini-Umfrage am Uniplatz

Max (Erziehungswissenschaften): "Die Saale – zum Bootfahren."

Max (Erziehungswissenschaften): „Die Saale – zum Bootfahren.»

Foto: Johanna Sommer


Miriam (Jura): »Die Eichendorffbank an der Saale.« Theresa (Jura): »Der Knutschhügel.«  Chris (Jura): »Der Bergzoo.«

Miriam (Jura): »Die Eichendorffbank an der Saale.«
Theresa (Jura): »Der Knutschhügel.«
Chris (Jura): »Der Bergzoo.«

Foto: Johanna Sommer

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Okt 2013 hastuINTERESSE Nr. 50 0

Bachelorarbeit – der Weg dorthin

Vielleicht ist das Erstsemester nicht die beste Zeit, sich Gedanken über die Bachelorarbeit zu machen, aber früher oder später kommt sie ja doch …

Illustration: Han Le

Illustration: Han Le

Und dann gilt es vorbereitet zu sein, denn der Weg zur eigenen Bachelorarbeit ist lang und verworren. Er bedeutet vor allen Dingen erst einmal Laufarbeit und Zeitmanagement, wie eigentlich das gesamte Studium.

Was also muss man für Vorbereitungen treffen, um seine Bachelorarbeit schreiben zu können?

Die Suche

Dies ist von Studiengang zu Studiengang unterschiedlich. Zunächst müssen natürlich das Thema und die Betreuungsdozenten feststehen. Bereits hier gibt es die ersten Unterschiede: Während in den naturwissenschaftlichen Fächern das Thema von den Dozenten vorgeschlagen oder gleich komplett vorgegeben wird, müssen Geisteswissenschaftler selbst ein Thema auswählen.
Generell ist es hier hilfreich, es sich nicht unnötig schwer zu machen. Selbst die originellste Idee kann am Ende gar nicht zum Fach passen. So gehören die Erzählmuster von Computerspielen nun einmal in die Medien- und Kommunikationswissenschaft, so interessant sie auch für den Literaturstudenten sein mögen, und englische Autoren gehen auch nicht, wenn man gerade zufällig Germanistik studiert.

Um sich nicht in waghalsigen Träumen zu verlieren, ist es generell hilfreich, sich einen Dozenten zu suchen, bei dem man schon einmal ein interessantes Fach durchgenommen hat, und das Thema entsprechend darauf abzustimmen. Einen originellen Eigenpart kann man dann immer noch einbringen. Generell sollten aber die gleichen Muster eingeflochten werden, wie sie auch bei Hausarbeiten üblich sind: Fragestellung, Methodik, Material und Sekundärliteratur sollten immer beachtet werden. Mehr, mehr, mehr

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