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Jul 2013 hastuPAUSE Nr. 49 0

Von analog zu digital

Der Umbruch in der Kinoszene erreicht auch die hallischen Programmkinos

Im November 2012 war es soweit: Server und Projektor für die neue digitale Vorführtechnik des Puschkinos waren eingebaut. Seitdem ist es möglich, die neuen digitalen Formate abzuspielen, die gegenüber der analogen 35-mm-Kopie zahlreiche technische Verbesserungen bringen. So gehören nun Laufstreifen und Kratzer in der Tonspur der Vergangenheit an, und auch die »Haltbarkeit« der Filme verlängert sich, sprich, auch nach dem hundertsten Abspielen treten keine Altersschäden auf. Torsten Raab vom Puschkino meint sogar, dass das Bild teilweise schon etwas »zu künstlich« aussieht: »Vielleicht werden besonders sinnlich veranlagte Zuschauer das, wie die Kratzer auf einer Schallplatte, irgendwann vermissen.«

Der Umbruch scheint gerade jetzt notwendiger denn je zu sein: alle neuen Filme der letzten Jahre kommen in der Regel gleich im Digitalformat, weshalb die zeitnahe Lieferung für kleine oder auch Ein-Saal-Kinos bisher einen zeitlichen Nachteil darstellte. Durch ein von Bund und Land getragenes Förderprogramm zur finanziellen Unterstützung der Kinos ist es nun aber auch ihnen möglich, digital aufzurüsten und sich damit wettbewerbsfähig zu machen. Mehr, mehr, mehr

Jul 2013 hastuPAUSE Nr. 49 0

Auf der Suche nach frischer Musik

Die »Sound Catchers« verschaffen neuen musikalischen Talenten Gehör

Bei den Aufnahmen für den Videoclip.
Foto: Sound Catchers

Im Proberaum der hallischen Band Mothercake im Keller des Mehrgenerationenhauses in Halle-Neustadt knallt es ordentlich. Für stilechte Dekoration ist mit dem obligatorischen Bestand geleerter Bierflaschen, einem silbernen Weihnachtsbaum, rosa Plüschschweinchen, vielen anderen Kuriositäten und natürlich dem musikalischen Equipment der Band jedenfalls gesorgt. Während die Band ihre Instrumente stimmt, baut auch die Crew der Sound Catchers ihr Material auf, gleich wird ein kurzer Clip der Band inklusive Interview gedreht.

Frontmann Armin bezeichnet die eigene Musik als »hammerharten Rock und ziemlich laut«. Halles Musikszene ist überraschend aufregend und vielfältig. jedoch dominieren meist bereits etablierte Künstler die lokale Musiklandschaft. Noch eher unbekannte Musiker haben es da schwer, ein größeres Publikum zu erreichen.

Die vier Jungs von Mothercake machen bereits seit 2010 gemeinsam Musik und sind in Halle schon ziemlich bekannt, etwas mehr Publicity können sie aber trotzdem immer gut gebrauchen. Da kam der Kontakt zu den Sound Catchers gerade recht. Genau das ist nämlich das Ziel des neuen Projekts, das Anfang 2013 ins Leben gerufen wurde: Bisher noch unbekannteren Musikern, egal ob Bands, Duos oder Solokünstlern, die Gelegenheit zu geben, sich per kurzem Videoclip einem etwas breiteren Publikum zu präsentieren. Mehr, mehr, mehr

Jul 2013 hastuPAUSE Nr. 49 0

»Das ist wirklich albern hoch zehn«

Überall in Sachsen-Anhalt drohen der Kultur Kürzungen. Die Bürger zeigen die rote Karte.

Um 7 Millionen Euro soll der Landeszuschuss für die kulturellen Einrichtungen Sachsen-Anhalts gestrichen werden – diese Zahl wurde von der Landesregierung im Februar 2013 veranschlagt. Für einige Theater und Opernhäuser des Bundeslandes bedeutet das zukünftig einen massiven Sparkurs und einen nicht unbeträchtlichen Einschnitt in ihre Standards. Die betroffenen Theater in Dessau, Eisleben und Halle sehen in diesen Maßnahmen bereits den Beginn einer kulturellen Wüstenbildung.

Umso schlimmer erscheint dies, da im Vorfeld noch vom Kulturkonvent, der die nötigen Geldmittel berechnen sollte, eine Erhöhung des Etats um 15 Millionen gefordert wurde. »Wenn’s nicht so tragisch wäre, müsste man sich kaputtlachen. Das ist wirklich albern hoch zehn. Jedes Konventsmitglied müsste sich eigentlich so verarscht vorkommen, sag ich mal. Dagegen müsste man eigentlich protestieren, gegen die Verschwendung der Lebenszeit als Konventsmitglied«, klagt André Bücker vom Anhaltischen Theater Dessau im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur.

Doch wortlos will man die Wüste nicht erwarten, und so wurde die Aktion »5 vor 12« ins Leben gerufen, die vielen Studenten noch von der Demonstration am 15. Mai in Erinnerung sein dürfte, wo der Intendant der hallischen Kulturinsel Matthias Brenner die gemeinschaftliche Situation ins Gedächtnis rief. Mehr, mehr, mehr

Jul 2013 hastuPAUSE Nr. 49 0

Kultur inspiriert

Kommentar zu den geplanten Kürzungen an Theatern und Orchestern des Landes

Foto: Christian Schoen

Viele werden sich bestimmt fragen, was Artikel wie dieser in einer Studierendenzeitschrift zu suchen haben. Haben doch die Sorgen und Nöte eines privaten Kunstbetriebes eigentlich nichts mit dem Studentenalltag zu tun, kann man ehemalige Schüler doch meistens mit Theater jagen.

Aber: Pustekuchen!

Zum einen fallen für jene, die später in der Kultur arbeiten wollen, Arbeitsplätze weg. Dann werden Möglichkeiten des eigenen Engagements, etwa in Amateurtheatergruppen, eingeschränkt. Viele dieser Gruppen werden von professionellen Schauspielern geleitet, die dies aus ehrenamtlichem Engagement bestreiten. Daher sind auch sie auf staatliche Unterstützung angewiesen, denn allein aus privaten Mitteln zu schöpfen ist eine unsichere Angelegenheit.

Nicht zuletzt aber geht mit der Kultur ein wichtiger Teil des studentischen Lebens von dannen. Mehr, mehr, mehr

Jul 2013 hastuINTERESSE Nr. 49 0

Hinter den Kulissen der israelischen Streitkräfte

Mit einem kräftigen Schlag auf meine Brust nach dem Anlegen der olivgrünen, aber viel zu großen Uniform und den Worten einer Soldatin »you are in army now« begann mein dreiwöchiger Freiwilligendienst bei der israelischen Armee.

Foto: Stefan Raguse

Der Nahe Osten ist eine geographische Bezeichnung, die heute im Allgemeinen für arabische Staaten Vorderasiens und Israel benutzt wird, wo es oft zu Ausschreitungen, Gewalttaten und Kriegen kommt. Seit Anfang 2011 tobt ein schrecklicher Bürgerkrieg zwischen Rebellen und dem Assad-Regime in Syrien mit mehr als 93 000 Todesopfern. Dieser Krieg scheint auf die Nachbarländer überzuschwappen, denn die Hisbollah aus dem Libanon, aber auch Russland und der Iran unterstützen das Assad-Regime. Auf dem Golan zur Grenze Israels zog Österreich seine UN-Soldaten aufgrund der zunehmenden Gefährdung des Bürgerkrieges ab.

Zwischen diesen Fronten steht Israel mit seiner Armee der IDF (Israel Defense Force), die auch schon aktiv in den Bürgerkrieg in Syrien eingriff. Ihr Auftrag, so beschreibt sie sich, ist es, »die Existenz, die territoriale Integrität und die Souveränität des Staates Israel zu verteidigen, die Bewohner Israels zu beschützen und alle Formen des Terrorismus zu bekämpfen, die das alltägliche Leben bedrohen.« Die IDF wurde kurz nach der Staatsgründung Israels am 31. Mai 1948 gegründet und zog sofort in den Unabhängigkeitskrieg von 1948 bis 1949 gegen Jordanien, Ägypten, Syrien und Libanon ein.

Doch was heißt es, einer Armee in einem Land zu dienen, wo es fast täglich zu gewalttätigen Übergriffen an den Landesgrenzen kommt? In Israel werden die jüdischen Staatsbürger nach Beendigung ihrer Schulzeit von der IDF eingezogen, sowohl Männer als auch Frauen. Männer müssen einen knapp dreijährigen, Frauen einen zweijährigen Dienst ableisten, und auch orthodoxe Juden müssen seit einiger Zeit einen Armeedienst leisten, was zu heftigen Debatten führt, da sie den Staat Israel in dieser Form nicht anerkennen. Den arabischen Israelis, den Beduinen oder Drusen zum Beispiel, ist es freigestellt, ob sie sich mustern lassen oder eventuell an einem Zivildienst teilnehmen.

Das unbewaffnete Freiwilligenprogramm, an dem der Autor teilnahm, heißt Sar-El, und jeder ab 17 Jahren kann, egal ob männlich oder weiblich, Jude oder Nichtjude, für mindestens drei Wochen, maximal drei Monate dabeisein. Mehr, mehr, mehr

Jul 2013 hastuINTERESSE Nr. 49 0

Studium wechsel dich …

Was tun, wenn das Studium Zweifel aufwirft? Drei StudienwechslerInnen berichten.

Foto: Christian Schoen

Wir treffen sie jeden Tag unzählige Male: Entscheidungen. Als wirklich schwierig erweist sich häufig die Wahl eines Studiengangs, entsprechen die Vorstellungen doch recht selten der Realität des Studiums, ohne dass man es vorher ausreichend abschätzen könnte.

Auch wenn die Zahl der Studien­abbrecher laut Bundesbildungsministerium im Vergleich von 2003 bis 2012 um ganze sechs Prozentpunkte gesunken ist, so ist die Zahl der Studenten, die ihr Studium wechseln, wesentlich schwerer zu erfassen. Hier sind auch die Beweggründe zum Wechsel interessanter. Und wann merkt man eigentlich, dass das Studium eben doch nicht »das Richtige« ist? Was gibt den Ausschlag zum Wechseln?

Im universitären Alltag der MLU finden sich nicht wenige, die den Mut hatten, ihr bisheriges Studium abzubrechen und mit einem neuen wieder mehr oder weniger bei null zu beginnen. Die damit verbundenen Zweifel, Sorgen und Widrigkeiten inklusive.

So wie Denise, Moritz und Sabine. Alle drei sind 2011 über den einen oder anderen Umweg im Studiengang Französisch gelandet und werden dann später wohl auch aus ganz verschiedenen Gründen den Lehrerberuf ergreifen. Mehr, mehr, mehr

Jul 2013 hastuINTERESSE Nr. 49 0

Zurück vom Auslandssemester – was bleibt?

Ein Rückblick auf meine Entscheidung, nach England zu gehen. Was war gut, was weniger, und was würde ich beim nächsten Mal anders machen?

Foto: Caroline Bünning

Pünktlich zum Sommersemester habe ich mich wieder in Halle eingefunden, mit vielen wunderbaren Erfahrungen, Eindrücken und Erinnerungsstücken sowie erfolgreich bestandenen Modulen von der Uni Newcastle im Gepäck.

Dass mir diese Module in Halle angerechnet werden sollten, hatte ich mir vorab extra noch formlos unterschreiben lassen, insbesondere für das Fach, über das die Erasmus-Partnerschaft nicht läuft. Ein bisschen Arbeit habe ich dann vor Ort auch in meine Essays und die Vorbereitung auf die Prüfungen gesteckt. Und nun werden die Module doch nicht angerechnet, und ich muss wegen zehn Leistungspunkten ein Semester länger studieren.

Was man so häufig über mit Auslandsaufenthalten verbundene Probleme hört, hat sich also auch für mich bewahrheitet, nachdem bis dahin wirklich alles super gelaufen war.

Viele haben mich dann gefragt, ob die Entscheidung, ins Ausland zu gehen, denn nun trotzdem noch richtig war, oder ob ich mein Auslandssemester jetzt als verlorene Zeit sehe. Mehr, mehr, mehr

Jul 2013 hastuINTERESSE Nr. 49 0

Wohngemeinschaft des Wahnsinns

Ein Kommentar zur Kuriosität des unvermeidlichen WG-Castings

Illustration: Han Le

Illustration: Han Le

Die logische Konsequenz der offenbar allseits herrschenden studentischen Wohnungsnot ist die Zusammenrottung verschiedenster Persönlichkeiten auf engstem Raum zwecks Geldknappheit, sprich: Die gute alte Wohngemeinschaft.

Wer in eine WG zieht, bekommt von der Oma noch ein paar aufmunternde Worte mit auf den Weg: »Ach, die jungen Leute sollen sich doch ausprobieren, aber schief geht das ja meistens trotzdem immer.« Damit das Projekt Wohngemeinschaft dann auch nicht gepflegt in die Hose geht, müssen natürlich passende Mitbewohner her.

Zum Ende des Sommersemesters steigt die Zahl der zunehmend verzweifelten Wohnungssuchenden, vor allem, um dem Ersti-Ansturm zum Wintersemester zu entgehen. Nach der Suche und vor dem Einzug jedoch ist dann noch ein leidiges Hindernis zu überwinden: Das WG-Casting. Die Chance, auf Anhieb einen geeigneten Mitmenschen für das gemeinsame Domizil zu finden, ist meist in etwa so groß wie die, beim Nasebohren auf Gold zu stoßen.

Kandidat um Kandidat wird also misstrauisch beäugt, auf Anomalien getestet, ungeniert ausgefragt und muss sich selbst in rund dreißig Minuten geschickt verkaufen, um bei allen Mitbewohner gut anzukommen. Ein unbedachter Satz (»Naja, also gegen Veganer wie dich hab ich ja nichts, aber die Leute, die auch keine Eier essen oder Milch trinken, find ich echt so gestört.«) kann schnell das Aus, Tschüss, Bye-bye bedeuten. Mehr, mehr, mehr

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