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	<title>hastuzeit &#187; Nr. 31</title>
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	<description>Die hallische Studierendenschaftszeitschrift</description>
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		<title>Privatdozenten ziehen blank</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 09:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom Leonhardt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir schreiben das Jahr 2020. Im neuen Hochschulgesetz steht,
dass Privatdozenten nicht mehr bezahlt werden dürfen.
Zeit für »alternative Geschäftsmodelle«. Durch eine Reihe tragischer Wendungen bricht die ohnehin schon wackelige Hochschulfinanzierung völlig zusammen – die einzige Lösung: Privatdozenten werden nicht mehr bezahlt. Da jene quasi freie Mitarbeiter seien, so heißt es im Gesetzestext, könnten sie auch auf anderen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Wir schreiben das Jahr 2020. Im neuen Hochschulgesetz steht,
dass Privatdozenten nicht mehr bezahlt werden dürfen.
Zeit für »alternative Geschäftsmodelle«.</strong> <br /><p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/05_Uni_Alptraum_Privatdozenten.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2580" title="05_Uni_Alptraum_Privatdozenten" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/05_Uni_Alptraum_Privatdozenten-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Durch eine Reihe tragischer Wendungen bricht die ohnehin schon wackelige Hochschulfinanzierung völlig zusammen – die einzige Lösung: <a title="Privatdozenten werden nicht mehr bezahlt" href="http://hastuzeit.de/2009/die-situation-der-privatdozenten/">Privatdozenten werden nicht mehr bezahlt</a>. Da jene quasi freie Mitarbeiter seien, so heißt es im Gesetzestext, könnten sie auch auf anderen Wegen Geld verdienen.<span id="more-2579"></span></p>
<p>Schon komisch – seit kurzem wäscht mein alter Hochschullehrer meinen Wagen. Dozenten anderer Fakultäten ziehen von Tür zu Tür und verkaufen neben Staubsaugern ihre neuen Publikationen: »Warum in einer trilateralen Gesellschaft drei Sprachen gesprochen werden« – klingt ganz verlockend, aber irgendwie glaube ich, dass unter dem ganzen Druck die Qualität etwas gelitten hat.</p>
<p>Vielleicht nicht nur die Qualität – auch die Personen. Versteht mich nicht falsch, es ist sehr schön, so eine »PD-Patenschaft« zu haben – sie ist sogar steuerlich absetzbar! Außerdem sind die täglichen Anekdoten von Aristoteles bis hin zu Einstein auch ganz unterhaltsam. Erst gestern ist eine noch sehr junge Privatdozentin bei mir vorbeigekommen und hat mir einen Aktkalender im »PD-Style« verkauft. »Nackt für die Lehre« heißt das Glanzwerk. Erst war ich ein wenig skeptisch, doch durch das typische Sensationsinteresse beflügelt, blätterte ich schnell im Kalender rum.</p>
<p>Habilitierte Ein-Euro-Jobber in hauchdünnen Kleidern räkeln sich im Scheinwerferlicht. Und mit dabei der Betreuer meiner Abschlussarbeit. Ich schlage zu und lege noch ein saftiges Trinkgeld für die Frau drauf: »Behalten Sie den Rest, Ihnen geht es schlechter als mir.«<br />
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		<title>213 – Handgemacht</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 07:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Kloschkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuUNI]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
		<category><![CDATA[Burg]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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		<description><![CDATA[Design-Studenten basteln an der dritten Ausgabe ihres 
Illustrationsmagazins. hastuzeit besuchte sie in ihrem Arbeitsraum. Einige Eindrücke aus der zweiten Ausgabe, »The Wooden House«
Auf der Suche nach den Erschaffern des 213-Magazins führt uns unser Weg vor den Raum 213 im Goldbau am Neuwerk. Hier ist die Geburtsstätte des Kunstmagazins, die ihm auch seinen Namen verleiht. Dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Design-Studenten basteln an der dritten Ausgabe ihres 
Illustrationsmagazins. hastuzeit besuchte sie in ihrem Arbeitsraum.</strong> <br /><div id="attachment_2583" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/06_Uni_213Magazin5.png"><img class="size-thumbnail wp-image-2583" title="06_Uni_213Magazin5" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/06_Uni_213Magazin5-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Einige Eindrücke aus der zweiten Ausgabe, »The Wooden House«</p></div>
<p>Auf der Suche nach den Erschaffern des <a href="http://www.213magazin.de">213-Magazins</a> führt uns unser Weg vor den Raum 213 im Goldbau am Neuwerk. Hier ist die Geburtsstätte des Kunstmagazins, die ihm auch seinen Namen verleiht. Dass hinter diesem simplen Namen kreative Köpfe stecken, wird uns schon beim Betreten des Raumes klar. Bunte Bilder an den Wänden, Künstlerutensilien und natürlich Farbe, Farbe, Farbe. Mittendrin treffen wir auf Stefanie Leinhos, Hannes Hirche, Tobias Jacob und Tim Romanowsky. Sie alle studieren Kommunikationsdesign und sind in der Illustrationsklasse. Ebenfalls bilden sie einen Teil der siebenköpfigen Hauptorganisationsgruppe des Magazins.<span id="more-2577"></span></p>
<p>»Die Idee dafür wurde schon vor längerer Zeit von unserem Professor, Georg Barber, in den Raum gestellt. Die Vorsätze, wirklich so ein Magazin zu machen, scheiterten aber immer wieder an der Frage, wer die Verantwortung übernimmt.</p>
<p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/06_Uni_213Magazin4.png"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2585" title="06_Uni_213Magazin4" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/06_Uni_213Magazin4-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Außerdem können sich viele Künstler oft schwer einigen«, erklärt uns Stefanie. Vor einem Jahr haben sich dann aber doch einige Studenten zusammengefunden, um eine Plattform zu schaffen, auf der man seine Arbeiten auch außerhalb der Uni präsentieren kann. Mittlerweile wurden zwei Ausgaben herausgegeben. »Für die Organisation finden sich immer wieder die gleichen Leute zusammen, die sich auch gut verstehen. Die machen das Projekt erst möglich. Es können aber von jedem Zeichnungen eingereicht werden, die abgedruckt werden sollen«, betont Hannes.</p>
<p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/06_Uni_213Magazin1.png"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2586" title="06_Uni_213Magazin1" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/06_Uni_213Magazin1-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Diese Organisationsform hat sich bei den Burg-Studenten bewährt. Sie haben damit das Interesse bei vielen Künstlern geweckt, die sich eine Veröffentlichung ihrer Werke wünschen, ohne dass sie organisatorisch am Magazin mitarbeiten. Für die zweite Ausgabe, die das lockere Motto »The Wooden House« trägt, haben 16 Illustratoren ihre Bilder eingereicht, die veröffentlicht worden sind.</p>
<p>»Den Heften sind keine starren Themen vorgegeben. Das ist auch gut so, denn sie sollen ja keine Geschichten erzählen. Die Arbeiten stehen für sich selber«, fügt Tim hinzu.</p>
<p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/06_Uni_213Magazin2.png"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2588" title="06_Uni_213Magazin2" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/06_Uni_213Magazin2-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Da das 213-Magazin im Rahmen des Illustrationskurses entsteht, findet man im Heft ausschließlich Bilder. Dabei wurden bei den bisherigen Ausgaben verschiedene Herstellungstechniken ausprobiert. Steffi beschreibt: »Das erste Heft entstand am Kopierer. An diesem kann man wie beim Siebdruck verschiedene Farben übereinander drucken und so Mischfarben erzeugen. Das Ergebnis fühlt sich fast genau wie ein Siebdruck an.«</p>
<p>An der nächsten Ausgabe wird bereits getüftelt. »Dieses Heft wird im Original-Offset gedruckt werden. Damit lassen sich Farben und deren Abstufungen ohne Raster drucken«, erzählt Tobias.</p>
<p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/06_Uni_213Magazin3.png"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2587" title="06_Uni_213Magazin3" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/06_Uni_213Magazin3-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Außerdem ist zusätzlich ein Heft mit der »neuen Generation« geplant. »In naher Zeit werden die Mitglieder der aktuellen Organisationsgruppe nach und nach ihr Studium beenden. Durch das zusätzliche Heft sollen unsere Nachfolger die Techniken und die Organisation lernen, um bestenfalls das fünfte und sechste Magazin zu produzieren.«</p>
<p>Man darf also auf weitere Ausgaben gespannt sein. Es bleibt dem 213-Magazin somit noch Zeit, sich in Halle zu etablieren. Hier ist das Heft bisher noch ein Insider-Tipp.</p>
<p>»Das, obwohl sich die Hefte wirklich zum Sammeln anbieten. Durch das immer gleiche Format sehen sie echt schick im Regal aus«, sagt Tobias mit einem Augenzwinkern.</p>
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<h3>Weitere Infos</h3>
<p>Weitere Informationen findet ihr auf: <a href="http://www.213magazin.de">www.213magazin.de</a></p>
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		<title>Der Wert des Bachelors</title>
		<link>http://hastuzeit.de/2010/der-wert-des-bachelors/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 15:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Solinski</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuUNI]]></category>
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		<category><![CDATA[Abschluss]]></category>
		<category><![CDATA[Bachelor]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine halbe Million Menschen studiert derzeit in Deutschland auf ihren Bachelor-Abschluss hin – derweil streiten Wissenschaftler, was das ihnen bringen wird. Aber muss uns das wirklich kümmern? Wer als Bachelor-Absolvent oder -Student Stellenanzeigen überfliegt, dürfte stutzig werden, denn da findet er sich nicht. Geht es nach den Jobangeboten, könnte man meinen, dass Bologna nur eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Eine halbe Million Menschen studiert derzeit in Deutschland auf ihren Bachelor-Abschluss hin – derweil streiten Wissenschaftler, was das ihnen bringen wird. Aber muss uns das wirklich kümmern?</strong> <br /><p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/06_uni_bachelorabschluss.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2575" title="06_uni_bachelorabschluss" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/06_uni_bachelorabschluss-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Wer als Bachelor-Absolvent oder -Student Stellenanzeigen überfliegt, dürfte stutzig werden, denn da findet er sich nicht. Geht es nach den Jobangeboten, könnte man meinen, dass Bologna nur eine Stadt in Italien sei, so verschwindend gering wird nach Bachelor- oder Masterabschlüssen gefragt. Diplomierte und Magister dominieren die »Wunschprofile«. Was bedeutet das für die halbe Million Studierender, die zur Zeit auf die neuen Abschlüsse hinarbeitet?<span id="more-2574"></span></p>
<h3>Die bunte Welt der Statistiken</h3>
<p>Nichts, sagt das Internationale <a href="http://www.incher.uni-kassel.de/">Zentrum für Hochschulforschung, genannt INCHER</a>. Dieses Zentrum mit Sitz in Kassel veröffentlichte im vergangenen Oktober eine Studie, für die 35 000 Absolventen aus 48 Hochschulen befragt wurden. Laut der Studie hatten die Absolventen des Jahres 2007 im Durchschnitt nach drei Monaten Arbeit. Das klingt toll, aber was genau war im Jahr 2007 noch mal los?</p>
<p>Von den 35 000 Absolventen hatten etwa 3400 einen Bachelorabschluss gemacht. Das sind nicht einmal zehn Prozent der Studierenden, trotzdem wurde diese Studie von vielen Medien als Plädoyer für den Bachelor herangezogen: »Gute Nachricht für Bachelor-Studenten: In den Arbeitsmarkt fädeln sie sich fast problemlos ein«, schrieb der Tagesspiegel am 8.1.2009. »Hochschulabsolventen starten erfolgreich in den Beruf – auch mit dem umstrittenen Bachelor-Abschluss«, so die Zeit über die Studie. Beide übersahen, dass sich die Arbeitsmarktlage seit 2007 geändert hatte: 2008 kam die Wirtschaftskrise und damit eine Saison der Kurzarbeit und auslaufenden Stellen.</p>
<p>Eine Studie des <a href="http://www.dgb.de/">Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB)</a> nannte dazu ernüchternde Zahlen: Die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Fach- und Hochschulreife sei 2009, verglichen mit dem Vorjahr, um fast 25 Prozent gestiegen. Es wird der Eindruck erweckt, dass Hochschulabsolventen fallen gelassen würden wie heiße Kartoffeln.</p>
<h3>Braucht Deutschland Dequalifizierung?</h3>
<p>Wenn das stimmt und Hochschulabschlüsse in Zukunft grundsätzlich weniger wert sein werden, kann man die Schuld dafür nicht dem Bachelor in die Schuhe schieben. An der Krise des Arbeitsmarktes hätte auch das gute alte Diplom nichts ändern können. Das bestätigt eine Studie von 2007 aus Hannover, erarbeitet vom <a href="http://www.his.de/">Hochschul-Informations-System (HIS)</a>. Ein Studium sei ein guter Weg, die eigenen Beschäftigungsaussichten zu verbessern; so gut wie alle Absolventen des Jahrgangs 1997 waren zehn Jahre nach ihrem Abschluss, also vor drei Jahren, vollbeschäftigt und verdienten hervorragend. Wenn es weniger zu arbeiten gibt, geht das naturgemäß nicht mehr. Sicher bleibt: Statistiken sind nicht die letzte Wahrheit.</p>
<p>Der Bachelorabschluss wird vermutlich erst 2015 flächendeckend in Stellenanzeigen zu finden sein. Bis dahin gibt es zumindest zurückhaltende Einschätzungen: Generell sind jüngere Leute eher gefragt als ältere – vielleicht steht dahinter die Annahme, erstere seien formbarer und anpassungsfähiger. Außerdem gilt: Berufserfahrung hat einen viel größeren Stellenwert als die Art des Abschlusses. Statt immer höherer Qualifikation ist Praxiserfahrung gefragt. Wer einmal Arbeit hatte, kriegt eher wieder welche. Pech für alle Berufsstarter, mit oder ohne Bachelor. Wo keine Arbeitsplätze sind, hilft eben auch kein Abschluss, egal wie kräftig vorher reformiert wurde.</p>
<p>Es hilft nichts, sich über den Wert der neuen Abschlüsse den Kopf zu zerbrechen. Besser machen und anpacken! Der Rest ist Zufall.<br />
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<h4><a class="infopopup" rel="bookmark" title="Geistes- und Sozialwissenschaftler aller Fächer, vereinigt euch! || 25. Oktober 2010" href="http://hastuzeit.de/2010/aus-der-not-eine-tugend-machen/"><img src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/10/interesse_Seite_3_Bild_0002-150x150.jpg" alt="" title="interesse_Seite_3_Bild_0002"   class="alignleft size-thumbnail wp-image-5074"  height="30" width="30" /> Aus der Not eine Tugend machen</a></h4>
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		<title>Höher, schneller, weiter</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 11:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Nicolas Peters</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuINTERESSE]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>

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		<description><![CDATA[2009 ist vorbei, 2010 beginnt – es wird einige Höhen und viele Tiefen geben. Ein sybillinischer Abgesang auf diese nun anbrechende, neue Dekade. Neues Jahr, neues Glück? Von wegen, auch dieses Jahr wird es wieder heißen: höher, schneller, weiter – höhere Arbeitslosenquoten, schnellere Staatsverschuldung und weitere Einsparungen an den Hochschulen. Das ist aber noch lange [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>2009 ist vorbei, 2010 beginnt – es wird einige Höhen und viele Tiefen geben. Ein sybillinischer Abgesang auf diese nun anbrechende, neue Dekade.</strong> <br /><p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/13_Interesse_2010.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2529" title="13_Interesse_2010" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/13_Interesse_2010-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Neues Jahr, neues Glück? Von wegen, auch dieses Jahr wird es wieder heißen: höher, schneller, weiter – höhere Arbeitslosenquoten, schnellere Staatsverschuldung und weitere Einsparungen an den Hochschulen. Das ist aber noch lange nicht alles: Wer die ritalingeladene Prüfungszeit hinter sich und den Urlaub vor sich hat, der wird spätestens am Flughafen feststellen, dass der orwellsche Überwachungsstaat aus Angst vor apokalyptischen Cyber-Jihadisten neben dem Pass und der Flugnummer vor allen Dingen eines von ihm will: seinen Körper.<span id="more-2528"></span></p>
<p>Die Nacktscanner – preisverdächtig für das Unwort des Jahres 2010 – sollen brave Bürger vor bösen Bombenlegern schützen. Wir legen also im kommenden Jahr unsere Scham, samt Hose und Gürtel, ab und werden zum gläsernen Menschen. Absurd. Aber wer weiß – manch einem gefällt das ja vielleicht. Denn wie sonst ist es zu erklären, dass auch 2010 RTL II seine Zuschauer wieder mit seichtem Schwachsinn verwöhnt und Big Brother in die zehnte Runde schickt?</p>
<p>Apropos Schwachsinn, da gibt es doch noch etwas: richtig, das Wachstumsbeschleunigungsgesetz. »Die bürgerliche Mehrheit« hilft bedürftigen Erben und Hoteliers in Zeiten der Krise, der kleine Mann mit seiner großen Familie kriegt aber auch etwas: 20 Euro Kindergeld, immerhin – dem Sozialstaat sei Dank. Dass 20 Euro nichts im Vergleich zum Schatz im Silbersee sind – den die zu Tode gepflegte Großtante dem kinderlosen Akademikerehepaar gerade vererbt hat – wird lieber nicht erwähnt. Stattdessen rühmt man sich in Berlin für die weise Wirtschaftspolitik, sagt dem Kasino-Kapitalismus im Jahr 2010 den Kampf an und hinterlässt den folgenden Generationen einen Schuldenberg. Bravo.</p>
<div>Foto von <a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/st3f4n/">Stéfan Le Dû</a> auf flickr / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/">CC BY-NC-SA 2.0</a></div>
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		<title>Minarette sehen wie Raketen aus</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 13:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Glathe</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuINTERESSE]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Minarettverbot]]></category>
		<category><![CDATA[Referendum]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Ende des vergangenen Jahres hat man in der Schweiz im Zuge einer Volksabstimmung den Bau weiterer Minarette verboten. Was dies für drei muslimische Studenten der Martin-Luther-Universität bedeutet, erzählten sie der hastuzeit. Mit diesem Plakat wurde in der Schweiz zum Minarettverbot aufgerufen.
Zu viert sitzen wir in der Küche: Adnan, Maythem, Murad und ich. Ich biete [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Am Ende des vergangenen Jahres hat man in der Schweiz im Zuge einer Volksabstimmung den Bau weiterer Minarette verboten. Was dies für drei muslimische Studenten der Martin-Luther-Universität bedeutet, erzählten sie der hastuzeit.</strong> <br /><div id="attachment_2517" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/16_17_Interesse_Minarettverbot_PD.png"><img class="size-thumbnail wp-image-2517" title="16_17_Interesse_Minarettverbot_PD" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/16_17_Interesse_Minarettverbot_PD-e1263854963412-150x134.png" alt="" width="150" height="134" /></a><p class="wp-caption-text">Mit diesem Plakat wurde in der Schweiz zum Minarettverbot aufgerufen.</p></div>
<p>Zu viert sitzen wir in der Küche: Adnan, Maythem, Murad und ich. Ich biete Tee an, und noch führen wir Smalltalk. Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, und wir haben uns soeben erst kennen gelernt. Ich habe die drei eingeladen, um mit ihnen über das Votum in der Schweiz für ein Minarettverbot zu sprechen. Die Nachricht hatte im Dezember große Wellen in der europäischen Medienlandschaft geschlagen. Politiker und Experten diskutierten über die Gründe der Geschehnisse in der Schweiz, und auch die deutsche Bevölkerung wurde in Umfragen mit der Frage nach einem Minarettverbot konfrontiert.<span id="more-2516"></span></p>
<h3>Erste Reaktionen auf das Verbot</h3>
<p>Maythem ist 26 Jahre alt, stammt eigentlich aus dem Irak und ist für das Studium der Zahnmedizin nach Deutschland gekommen. Das Votum in der Schweiz für ein Minarettverbot hat ihn nicht überrascht. »Viele Menschen, die sich einfach nicht so viel mit anderen Religionen beschäftigen und keine breite Allgemeinbildung besitzen, würden so stimmen.«<a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/IMG_03192.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2752" title="IMG_0319" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/IMG_03192-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Maythem äußert sich ruhig und gelassen. Er scheint schon oft über das Thema gesprochen zu haben. Die Plakate der Anti-Minarettinitiative, mit denen zu einem Minarettverbot aufgerufen wurde, hätten bei der Wahl der Schweizer eine entscheidende Rolle gespielt, führt er aus. »Die Schweizer Flagge, auf der sieben Minarette stehen, die schwarz sind und wie Raketen aussehen, und direkt davor ein Frau, die schwarz verschleiert ist und deren Blick böse ist«, so beschreibt Maythem das Plakat und wundert sich nicht über das Wahlergebnis von 57,5 Prozent für ein Minarettverbot.</p>
<p>An der Wahl hatten sich rund 54 Prozent der Schweizer beteiligt. Initiiert wurde sie von der Schweizerischen Volkspartei und der Eidgenössisch-Demokratischen Union. Adnan, 28 Jahre alt, ebenfalls Student der Zahnmedizin, hörte zum ersten Mal von dem Votum in der Tagesschau, als die Entscheidung gegen das Minarett bereits gefallen war. Für ihn war es ein Schock.</p>
<p>»Ich wusste nichts von der Initiative gegen Minarette und habe es daher nicht nur nicht erwartet, sondern konnte es im ersten Moment gar nicht glauben.« Adnan wirkt aufgeregt, betroffen und irgendwie hilflos. »Ich fragte mich, warum man Minarette verbieten will und wem ein Minarett schadet. Im nächsten Moment dachte ich, das Minarett ist ein großer Teil einer Moschee, und wenn man diesen verbietet, dann will man ja auch irgendwie Moscheen verbieten.« Ebenso kam die intensive Diskussion danach in Deutschland für Adnan unerwartet. Auch weil er bisher die Atmosphäre in Europa als eine solche empfunden hatte, in der Interkulturalität als ein Zustand angenommen wird, den man toleriert und schätzt.</p>
<h3>Angst vor der Angst vor dem Islam</h3>
<p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/IMG_0268.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2661" title="IMG_0268" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/IMG_0268-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch Murad (28 Jahre) aus dem Jemen, Medizinstudent, zeigt sich bestürzt von dem Votum. Für ihn ist klar: Die Abstimmung richtete sich nicht nur gegen das Minarett, sondern gegen den Islam im Allgemeinen. Eine weit verbreitete Angst vor Muslimen sieht er als Grund für das Ergebnis an. Dabei klingt er selbst ängstlich, und auch die Szenarien, die er von der Zukunft zeichnet, scheinen von Angst geprägt: »Morgen kommt jemand und tötet Muslime auf der Straße, und nach zwei oder drei Jahren verbietet man den Islam generell oder schiebt Muslime ab.« Dass das Minarettverbot nur der Anfang einer Verbotsserie sein könnte, davor hat auch Maythem Angst. Er kann sich ausmalen, was die Zukunft bringt, aber er sieht keine Möglichkeit für die Muslime, richtig auf das Verbot zu reagieren. »Entweder einige Muslime werden aggressiv auf das Verbot reagieren, und die Unterstützer des Minarettverbots werden das Verbot damit als rechtmäßig legitimieren. Denn die Leute werden denken, dass diejenigen, die sich in Gewalt ausgedrückt haben, dieselben Leute sind, die in die Moschee gehen. Und wenn keiner raus geht und gegen das Verbot rebelliert, dann werden sie glauben, anscheinend das Richtige getan zu haben, und werden den nächsten Schritt gehen.« – »Das sind ja extreme Ängste«, werfe ich ein. »Ja«, gibt Maythem zu.</p>
<p>Auch in Deutschland, vermutet Murad, würden bestimmt 80 Prozent für ein Minarettverbot stimmen, würde man sie fragen. Ich erinnere mich an eine Umfrage, laut der fast die Hälfte der befragten Ostberliner Bürger sich tatsächlich für ein Verbot aussprechen würde. Murad fühlt sich bestätigt und erklärt das Ergebnis damit, dass es in Berlin viele Probleme mit Migranten gäbe und diese mit dem Islam verbunden würden, auch wenn seiner Ansicht nach die Probleme und die Kriminellen nichts mit dem Islam zu tun hätten.</p>
<h3>Sind die Medien schuld?</h3>
<p>Auch Maythem findet, dass zu oft die Religion Islam mit den Verbrechen einzelner Muslime in Verbindung gebracht werde. Schuld daran seien auch die Medien. »Seit dem 11. September herrscht in den Medien eine Tendenz, die sich massiv gegen den Islam richtet.« Murad pflichtet bei: »Die Medien bepumpen die Bevölkerung. Innen drin haben die Menschen Angst, weil sie jeden zweiten Tag von einem Terroranschlag und Islamismus hören.« Murad sitzt mir gegenüber und beugt sich nun nach vorne. Das Thema regt ihn sichtlich auf. »Wenn ein Amoklauf in Deutschland passiert, so ist die erste Erklärung, der Täter sei psychisch krank. Hat der Attentäter aber dunkle Haare, dann ist die erste Vermutung, er sei Islamist.«</p>
<p>Adnan hingegen beurteilt die Berichterstattung zumindest bezüglich des Schweizer Min<a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/IMG_03321.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2754" title="IMG_0332" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/IMG_03321-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>arettbauverbots als positiv. Die Nachrichten seien wie immer neutral gewesen, und in einer Talkshow habe er eine intelligente Auseinandersetzung mit dem Thema erlebt. Adnan verurteilt die Medien nicht, Kritik übt er dennoch. Jedoch richtet sich diese eher an die Rezipienten. »Wir alle sollten uns besser informieren, diskutieren, uns interessieren. Das Minarettverbot ist nur ein Anlass von vielen für mögliche Diskussionen.« Bildung dürfe aber nicht nur durch die Massenmedien erfolgen, sondern durch vielfältige Recherche. »In einer Minute im Fernsehen kann man gar nicht die ganze Wahrheit sagen. Auch Bilder zeigen immer nur einen Blickwinkel«, gibt Adnan zu bedenken.</p>
<p>Stunden sind inzwischen vergangen, und ich frage meine Gesprächspartner, wie man den existierenden Ängsten und Konflikten begegnen könne. »Mehr Bildung, mehr Aufklärung, mehr Diskussion«, meint Adnan. Maythem fügt hinzu: »Und die Muslime müssen sich richtig repräsentieren.« Die Wahhabiten seien zum Beispiel keine wirklichen Muslime: »Ich verstehe den Islam anders als die Art, wie sie ihn praktizieren. Diese Ansicht teilen sehr viele Muslime.« Murad und Adnan nicken zustimmend. »Man muss die Probleme außerdem an der Wurzel anpacken«, ergänzt Murad, »und sich fragen, warum so viele Muslime hier sind und warum es so viele Flüchtlinge gibt.« Obwohl die Zukunftsaussichten düster und von Angst geprägt sind, schwingt die ganze Zeit auch Hoffnung mit. Wozu würden wir auch sonst hier sitzen und über all das reden.<br />
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		<title>Die abnehmende Qualität der Sprachpraxis</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 07:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Dobslaw</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuUNI]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>

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		<description><![CDATA[Einige Hintergründe und warum Studenten sich dagegen wehren. Der Student, der eine Kultur zum Studienobjekt hat, wie zum Beispiel der Anglist/Amerikanist, hat sich zum Ziel gesetzt, alles Mögliche über diese zu lernen. Dabei behilflich sind ihm unterschiedliche Bereiche der Wissenschaft, als da wären die Geschichte, die Literatur sowie die Linguistik. Es gibt noch einen weiteren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Einige Hintergründe und warum Studenten sich dagegen wehren.</strong> <br /><p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2009/10/hastuzeit-Icon.png"><img class="alignleft size-full wp-image-993" title="hastuzeit-Icon 150x150 © 2009 Matthias Kretschmann" src="http://hastuzeit.de/uploads/2009/10/hastuzeit-Icon.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Der Student, der eine Kultur zum Studienobjekt hat, wie zum Beispiel der Anglist/Amerikanist, hat sich zum Ziel gesetzt, alles Mögliche über diese zu lernen. Dabei behilflich sind ihm unterschiedliche Bereiche der Wissenschaft, als da wären die Geschichte, die Literatur sowie die Linguistik. Es gibt noch einen weiteren Teilbereich, in dem er unterrichtet wird: die Sprachpraxis. Doch deren Qualität an der Martin-Luther-Universität ist nun bedroht.<span id="more-2553"></span></p>
<h3>Once upon a time …</h3>
<p>Als im Juni letzten Jahres eine deutschlandweite Streikwelle der Studenten für Aufsehen sorgte, formierte sich eine Gruppe von Studenten aus dem <a href="http://www.anglistik.uni-halle.de/">Institut für Anglistik und Amerikanistik an der MLU</a>, um direkt für die Belange ihrer Einrichtung zu kämpfen. Unter dem Namen »Let&#8217;s Get Organized!« realisieren sie Plenen und Protestaktionen.</p>
<p>Das derzeitige Hauptaugenmerk liegt auf der Sprachpraxis, der Bereich, in dem die Studenten den fehlerfreien Umgang mit der Sprache in Wort- und Textform beigebracht kriegen. Seit dem Weggang von Professor Dr. Martin von Schilling im letzten Sommersemester wird die Verantwortung von einer einzigen Vollzeitkraft getragen. Wie nervenzehrend dies sein kann, konnten viele Studenten bereits Anfang des Semesters feststellen. Falls sie Marjorie Willey in den Gängen des Instituts in der Dachritzstraße vorbeihuschen sahen und die sonst sehr aufgeschlossene und hilfsbereite kleine Dame ansprachen, bekamen sie meistens nur ein abwehrendes Wort oder eine Geste als Antwort.</p>
<h3>Same procedure as every year!</h3>
<p>Nach dem Ausscheiden eines Dozenten tritt die so genannte Vakanzzeit in Kraft. Sie besagt, dass die Stelle erst nach neun Monaten neu besetzt werden kann. Eine direkte Zusage für die Neubesetzung nach der abgelaufenen Frist ist damit allerdings nicht erteilt. Dass die Stelle aus anderen Gründen danach gestrichen wird, ist deshalb nicht auszuschließen. Der fehlende Bedarf einer weiteren Stelle ist solch ein Grund. Bei der derzeitigen Lage des Bundeslandes kann man davon ausgehen, dass finanzielle Engpässe auch als Grund herangezogen werden.</p>
<p>Bereits jetzt sieht die Lage für die Studenten nicht gut aus. Bei überfüllten Kurssälen kommt es öfter vor, dass Teilnehmerzahlen auf 30 heruntergebrochen werden und der Rest von ihnen auf das nächste Semester oder andere Kursangebote vertröstet werden muss. Mit vier Lehrbeauftragten versucht man dem entgegenzuwirken – mit nur mäßigem Erfolg. Bedingt durch die begrenzte Stundenanzahl, die diesen Lehrkräften zusteht, und einer Übertragung der administrativen Aufgaben, wie Prüfungsvor- und -nachbereitung, auf eine Vollzeitkraft sinkt unweigerlich die Qualität des sprachpraktischen Angebots. Einziger Hoffnungsschimmer ist ein vom Dekan unterzeichneter Zettel, auf dem er die Neubesetzung der Stelle zum nächsten Wintersemester zusagt. Eine Errungenschaft von »Let&#8217;s Get Organized!« und einem Aufmarsch von rund 80 Mitstudenten im letzten Jahr. Doch wie viel diese Unterschrift letztendlich zählt, bleibt abzuwarten.</p>
<h3>Individual case or general rule?</h3>
<p>Schaut man nun in die räumlich benachbarten Institute der <a href="http://www.romanistik.uni-halle.de/">Romanistik</a> und <a href="http://www.slavistik.uni-halle.de/">Slavistik</a>, dann fällt einem sofort die allgemeine schlechte Lage der Sprachpraxis an der MLU ins Auge. Auch hier fehlt es bereits jetzt an finanziellen Mitteln. Einige Studenten beanstanden zum Beispiel den Mangel an Lehrpersonal für adäquaten Sprachunterricht. In vielen Instituten gibt es meist nur eine Handvoll Lehrender, die begrenzt und unter fortwährender Gefährdung ihrer Stellen arbeitet. So gibt es zum Beispiel in der Südslavistik nur einen Sprachdozenten, der derzeit auch nur auf Honorarbasis arbeiten kann und zusätzliche Kosten allein tragen muss.</p>
<p>Die Französin Marie-Claude Lühne arbeitet im Lektorat Französisch und betreut beinahe im Alleingang Studenten in der Sprachpraxis. Ihr steht eine Lehrkraft zur Seite, welche ihr – aus dem Ruhestand zurückgekehrt – unter die Arme greift. Bereits seit 20 Jahren ist Frau Lühne in diesem Bereich tätig und hat dabei schon einiges miterlebt. Sie sieht vor allem Veränderungen, die sich auf lange Sicht entwickelt haben:</p>
<blockquote><p>»Wo früher die Muttersprachler und Lektoren wichtig waren, um den Studenten ein authentisches Bild der Sprache zu vermitteln, übernehmen heute viele Austauschprogramme und Auslandsreisen diese Aufgabe.«</p></blockquote>
<p>Dadurch ist es jedoch schwieriger geworden, die Studenten gemäß ihrer sprachlichen Fähigkeiten in Gruppen (Niveaus) zu sortieren. Auch deswegen sinkt bei einigen das Interesse für eine aktive Beschäftigung mit der Sprache, wohingegen andere spielend leicht in das nächste Niveau aufsteigen.</p>
<blockquote><p>»Erschwerend kommt hinzu, dass es äußerst schwierig ist, für den Unterricht auch noch geeignetes Personal zu finden, was für eine geringe Bezahlung oder gar nur für ein Praktikum nach Halle kommt.«</p></blockquote>
<h3>Good old Bachelor</h3>
<p>So kommt man auch gleich zu dem nächsten Problem der Sprachpraxis kleinerer Institute. Über Jahre wurden Sprachpraxiskurse in einer ausgiebigen Vielfalt angeboten. Mit der Einführung des Bachelor-Systems wurde dieses Angebot in einen dreijährigen Studiengang gepresst. Dabei wurde die Anzahl und Bandbreite der Kurse beschnitten, was der Entwicklung des individuellen Studenten zum Nachteil gereicht. <cite>»So gibt es für die romanischen Sprachen zum Beispiel nur einen Übersetzungskurs im ganzen Bachelor-Studiengang«</cite>, meint Frau Lühne. Hinzu kommen überfüllte Kurse, was der eigentlichen Sprachpraxis im Kurs weniger zweckdienlich ist.</p>
<p>Die angestrebten Studentenzahlen sind nach Frau Lühne sowieso ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite brauche man sie, da dadurch Gelder in den Topf der Institute fließe, auf der anderen Seite sei nicht ausreichend Lehrpersonal vorhanden, um sie entsprechend zu unterrichten.</p>
<h3>Prospectus</h3>
<p><cite class="big">»Ohne Sprachunterricht machen &#187;Interkulturelle Studien&#171; für mich keinen Sinn und deshalb muss ich mich dafür  einsetzen. Wir sollten Entscheidungen von oben über unsere Bildung nicht einfach tatenlos über uns ergehen lassen!«<br />
<small>Marie Alpermann, Studentin der Slavistik</small></cite> Auch in anderen Instituten regt sich deshalb Widerstand in kleinen Gruppen, die sich für den Erhalt und eine gute Qualität der Sprachpraxis einsetzen. So planen in der Slavistik Studenten eine Vollversammlung am 28. Januar, wo man versuchen will, Probleme auf Institutsebene gemeinsam zu lösen. Auch an der <a href="http://www.japanologie.uni-halle.de/">Japanologie</a> gibt es Engagement. So haben sich Studenten älteren Semesters dafür eingesetzt, dass Tutorien für die Erstsemester geschaffen werden, in denen sie den neuen Mitstudenten auch sprachpraktische Unterstützung anbieten.</p>
<p>Doch in der Japanologie gibt es noch ein weiteres Problem, was auch in den anderen Instituten vorzufinden ist. Um ihre Ziele und Forderungen durchzusetzen, reicht es nicht immer aus, dass nur die Studenten aktiv werden. Neben den begrenzten Machtbefugnissen der einzelnen Lehrkräfte, wie bei Frau Willey und Frau Lühne, die trotz mehrmaligen Appellierens an die Universitätsführung kaum mit Unterstützung rechnen können, verhindern oft auch interne Unstimmigkeiten ein geschlossenes Auftreten. So gibt es sowohl in der Japanologie als auch in der Amerikanistik/Anglistik Spaltungen innerhalb der Institute. Solange diese Streitigkeiten nicht beigelegt werden, sehen sich die Studenten gezwungen, alleine für ihre Interessen in der Sprachpraxis einzustehen.</p>
<p>Weitere Informationen unter:<br />
StudIP: Let&#8217;s Get Organized!<br />
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		<title>»Die Zukunft sah früher auch mal besser aus«</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 15:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Akua Osei-Dwomoh</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuINTERESSE]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
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		<description><![CDATA[Und dabei begann alles so hoffnungsvoll: Thomas Morus schrieb 1516 einen revolutionären Roman namens »Utopia«. In ihm beschreibt er ein zukünftiges Ideal menschlichen Zusammenlebens. Seine Theorie von einer klassenlosen Gesellschaft, die auf dem Gemeinschaftsprinzip basiert, war Nährboden für eine Reihe von Sozialutopien. Karl Marx und Friedrich Engels überschritten die Grenze der Fiktion, indem sie mit ihrem Kommunistischen Manifest das Streben nach einer idealen Gesellschaft in der Art eines politischen Programms ausformulierten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Zumindest tat sie das in den Augen Karl Valentins. Betrachtet man heute die Utopien vergangener Zeiten, kann man mit Recht sagen, dass wir nicht so weit gekommen sind, wie wir uns vorgenommen haben.</strong> <br /><p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/14_15_Interesse_Zukunftsutopien_WinsorMcCay3.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2521" title="14_15_Interesse_Zukunftsutopien_WinsorMcCay3" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/14_15_Interesse_Zukunftsutopien_WinsorMcCay3-e1263855688614.png" alt="" width="579" height="221" /></a></p>
<p>Und dabei begann alles so hoffnungsvoll: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Morus">Thomas Morus</a> schrieb 1516 einen revolutionären Roman namens <a href="http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/more/utopia/">»Utopia«</a>. In ihm beschreibt er ein zukünftiges Ideal menschlichen Zusammenlebens. Seine Theorie von einer klassenlosen Gesellschaft, die auf dem Gemeinschaftsprinzip basiert, war Nährboden für eine Reihe von Sozialutopien. <span id="more-2520"></span> Karl Marx und Friedrich Engels überschritten die Grenze der Fiktion, indem sie mit ihrem <a href="http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm">Kommunistischen Manifest</a> das Streben nach einer idealen Gesellschaft in der Art eines politischen Programms ausformulierten. Damit änderte sich die Perspektive. Ihre Vorstellungen waren nicht nur eine Zustandsbeschreibung, sondern eine praktische Anleitung, wie diese Gesellschaftsform etabliert werden sollte.</p>
<p>Die perfekte Umsetzung missglückte, war aber gleichzeitig für den Bedeutungswandel des Begriffes »Utopie« entscheidend. Die Utopie wurde so zum irrealen Ideal und somit in letzter Konsequenz immer unerreichbar. Dennoch hat sie nichts von ihrer Faszination eingebüßt, gibt sie doch immer wieder neue Denkanstöße für eine mögliche bessere Zukunft.</p>
<h3>Die Utopie der Moderne</h3>
<p>Gerade die aufkommende Technisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde zu einem Hoffnungsträger für rasanten Fortschritt und gesellschaftlichen Wandel. Mechanische Elemente begannen das Bild von der Zukunft zu prägen. Der Mensch wird wie zum Beispiel in <a href="http://books.google.com/books?id=KEiYzfCVzv4C&amp;lpg=PP1&amp;dq=B.%20F.%20Skinner%20%C2%BBWalden%20Two&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q=B.%20F.%20Skinner%20%C2%BBWalden%20Two&amp;f=false">B. F. Skinners Buch »Walden Two«</a> aus dem Jahre 1948 von technischen Geräten wie Lernmaschinen entlastet und schafft sich so die Bedingungen für soziale Gleichheit. Der zu dieser Zeit aufkommende Begriff der Modernisierung war die Summe des bis dahin Erreichten hundertfach multipliziert auf zukünftige Zeiten. Er drückte gleichzeitig ein neues Lebensgefühl, eine neue bewusstse Wahrnehmung und positive Erwartungshaltung der damaligen Gesellschaft aus. Modernisierung war, wie so vieles, am tollsten und beliebtesten, als sie noch neu war, unbefleckt von negativen Erfahrungen.</p>
<h3>Die ernüchternde Utopie</h3>
<p>Doch die Tötungsmaschinen des Krieges und nachteilige Auswirkungen auf die Lebensqualität durch Verschmutzung und Verunreinigung sensibilisierten die Menschen für die Schattenseiten des technischen Fortschritts. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_Orwell">George Orwell</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ray_Bradbury">Ray Bradbury</a> versuchten mit ihren Büchern, Menschen genau diese mögliche negative Seite der Zukunft deutlich zu machen.</p>
<p>Technik löst den Menschen als handelndes Subjekt ab und macht ihn zum Opfer seiner selbstkreierten technischen Überzüchtung. Diese Negativutopien bezeichnet man als Dystopien. Sie sind ähnlich aufgebaut wie Utopien, da auch sie Elemente der Gegenwart überspitzt auf die Zukunft übertragen. Jedoch enthalten sie stärker als Utopien Kritik an der aktuellen Gesellschaft und ihrer momentanen Entwicklungstendenz. Die Entstehung von technischen Dystopien zeigt ganz klar, dass die Moderne kontrovers geworden ist. Sie ist so vielschichtig und komplex, dass ihr volles Potenzial nicht überschaubar ist, sondern sogar gegenteilig immer neue Aspekte hinzukommen.</p>
<p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/14_15_Interesse_Zukunftsutopien_WinsorMcCay2.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2525" title="14_15_Interesse_Zukunftsutopien_WinsorMcCay2" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/14_15_Interesse_Zukunftsutopien_WinsorMcCay2-e1263856203312.png" alt="" width="580" height="192" /></a></p>
<p>Mit Utopien und Negativutopien wird auf Extreme innerhalb dieser Entwicklung hingewiesen. Gesellschaftlicher Fortschritt speist sich hierbei genau aus der Bewertung solcher ad absurdum geführter Überlegungen. Utopien und viel mehr noch Dystopien ermöglichen einen Blick in eine Was-wäre-wenn-Zukunft und können dadurch in ihrer Vielfältigkeit und Unbegrenztheit als Gedankenexperimente helfen, die heutige Realität zu bewerten und mögliche (negative) Tendenzen frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig offenbaren sie rückblickend Elemente der Gesellschaft ihrer Entstehungszeit und reflektieren somit Wünsche und Ängste zurückliegender Generationen. Sie sind also ein Spiegel der Mentalität ihrer jeweiligen Zeit oder prägen diese durch ihr Wirken.</p>
<h3>Moderne Utopien</h3>
<p>Daran hat sich bis heute nichts verändert. Nur das Medium ist ein anderes. Wenn wir heute einen Blick in die Zukunft werfen wollen, sehen wir fern. Unzählige Filme wie <a href="http://www.imdb.com/title/tt0796366/">»Star Trek«</a> und <a href="http://www.imdb.com/title/tt0133093/">»Matrix«</a> zeigen neue Aussichten und geben durch ihre Visualisierung einen zusätzlichen ästhetischen Input für Neuerungen. In unserer heutigen Zeit sind wir bereits an eine rasche technische Weiterentwicklung gewöhnt, und wir sind uns auch darüber im Klaren, dass sie nur bedingt Einfluss auf den Wandel innerhalb einer Gesellschaft hin zu einem Idealtyp nehmen kann.</p>
<p>Im Zeitalter des rasenden Stillstandes gibt es viele unterschiedliche mögliche Zukunftsausprägungen. Technik wird immer wichtiger als unterstützendes Element, aber ihre Komplexität macht sie nicht für jeden zugänglich. Mit dem Internet ist eine weitere imaginäre Gesellschaft in der Gesellschaft entstanden, die ihren eigenen Utopien von ihrer Welt nachgeht.</p>
<p>Die modernen Utopien sind nicht mehr nur eindimensional und berichten innerhalb eines Themenfeldes. So differenziert die Gesellschaft in modernen Zeiten geworden ist, so differenziert sind auch die Typologien geworden, in denen sich Utopien kategorisieren und ausbuchstabieren lassen. Jeder kann sich heute sein Medium suchen und die Zukunft viel stärker als früher individualisieren. Die Fähigkeit zum Träumen ist schließlich der Pool, aus dem Innovationen entstehen. Somit wird auch die Zukunft – die Vorstellung von einer anderen Welt – von diesen Wunschträumen geformt und damit vielleicht die hiesige verbessert.</p>
<p><em>Illustrationen: Winsor Mc Cay</em><br />
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		<title>E-Mail aus Neu Delhi</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 07:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emanuel-Philipp Kleine</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie oft sehnt man sich danach, mal »raus zu kommen« und Neues zu
erleben. Was man während eines Auslandssemesters Witziges, Skurriles, Trauriges – kurz: großartig Anderes erleben kann. Foto: Emanuel-Philipp Kleine
Wer sich denkt, nichts leichter als das, wird in Indien eines besseren belehrt. Denn um beispielsweise ein Ticket am Bahnhof zu ergattern, muss man sich durch eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Wie oft sehnt man sich danach, mal »raus zu kommen« und Neues zu
erleben. Was man während eines Auslandssemesters Witziges, Skurriles, Trauriges – kurz: großartig Anderes erleben kann.</strong> <br /><div id="attachment_2483" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/23_Pause_EMail_aus_Indien_Emanuel-PhilippKleine.png"><img class="size-thumbnail wp-image-2483 " title="23_Pause_EMail_aus_Indien_Emanuel-PhilippKleine" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/23_Pause_EMail_aus_Indien_Emanuel-PhilippKleine-e1263843664210-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Emanuel-Philipp Kleine</p></div>
<p>Wer sich denkt, nichts leichter als das, wird in Indien eines besseren belehrt. Denn um beispielsweise ein Ticket am Bahnhof zu ergattern, muss man sich durch eine Ansammlung von indischen Mitkäufern, unter Zuhilfenahme jeglicher Gliedmaßen, zum Schalter durchkämpfen. Zählt man sich zu einem der Glücklichen und hält ein Ticket oder besser ein Stück Papier in der Hand, kann man sich dann weiter zum »ticket inspector« durchschlagen. Dabei wird man die ganze Zeit von herumstreifenden Dealern, die einem ein Monate zuvor reserviertes Ticket zu Wucherpreisen andrehen wollen, belästigt.<span id="more-2480"></span></p>
<p>Endlich beim Inspektor angekommen, wird nach penibler Prüfung des Ausweises, Ausfragen über Sportvorlieben (natürlich liebe ich Kricket, die indische Nationalsportart) und der obligatorischen Frage: »How do you like India?« endlich mein Schlafplatz handschriftlich auf dem bis dahin wertlosem Ticket vermerkt.</p>
<p>Nach unzähligen Durchsagen auf Hindi bin ich auf dem richtigen Gleis, in richtiger Richtung und im richtigen Zug angelangt und lausche von meiner oberen Liegekoje gespannt dem Treiben. Denn eine ungebändigte Masse an Indern versucht verzweifelt einen Platz zum Sitzen, Stehen oder Liegen, egal ob im Gang, in der Toilette oder auf dem Dach, zu ergattern.</p>
<p>Sobald sich jedoch die Gemüter beruhigt haben, kommt der zweite und weitaus spannendere Teil der Reise. Förmlich im Minutentakt kommt jetzt ein Wala nach dem anderen und versucht, seine Waren an den Mann zu bringen. Den wohl markantesten Eindruck hinterlässt jedoch der Chai-Wala, der mit seiner »Chai Chai Coffeee« trällernden Sopranstimme schon von weitem vernehmbar ist.</p>
<p>Sobald jedoch jeder seinen Chai getrunken hat, wird es schlagartig ruhig, und auch meine Augen fallen zu.</p>
<div class="schnipsel">
<h3>Hosanna India</h3>
<p><em>Mehr über Emanuels Auslandssemester in Indien <a href="http://emil-jnu.blogspot.com/2010/01/wenn-einer-auf-die-reise-geht.html">z.B. in schönen Reiseberichten</a></em><em> findet ihr auf seinem Blog </em><a href="http://www.emil-jnu.blogspot.com"><em>:: Hosanna India [JNU] ::</em></a></p>
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		<title>Die unendliche Geschichte?</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 18:33:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Kloschkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuUNI]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach den anhaltenden Protestwellen im letzten Jahr lassen sich endlich Erfolge in der Bildungspolitik verzeichnen. Doch die sind nicht neu. Ein Blick in alte hallische Studentenzeitungen zeigt, wogegen Studenten damals gestreikt und was sie erreicht haben. 
»Wissen wo&#8217;s langgeht«
Karzer – Januar 1993
In den Zeiten der Abwicklungen des Juristischen Fachbereiches konnten die Studierenden mit Händen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Nach den anhaltenden Protestwellen im letzten Jahr lassen sich endlich Erfolge in der Bildungspolitik verzeichnen. Doch die sind nicht neu. Ein Blick in alte hallische Studentenzeitungen zeigt, wogegen Studenten damals gestreikt und was sie erreicht haben.</strong> <br /><div class="schnipsel">
<h3>»Wissen wo&#8217;s langgeht«</h3>
<p><em>Karzer – Januar 1993</em></p>
<p>In den Zeiten der Abwicklungen des Juristischen Fachbereiches konnten die Studierenden mit Händen und Füßen gerade noch einen Handstreich verhindern. Inzwischen ist es unter den Juristen ruhiger geworden, so daß er, ein Prof. alter Prägung, nun doch noch die Leitung der Fakultät übertragen bekam.</p>
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<p><span id="more-2547"></span></p>
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<h3>Geiles, Neues Gesetz! Von Ehrhardt, der CDU und der SPD</h3>
<p><em>Karzer – Dezember 1993</em></p>
<p>StudentInnen-Streiks und -Demonstrationen in Berlin, deutschlandweite Proteste und Aktionswoche an den Hochschulen gegen miserable Studienbedingungen, worum geht&#171;s? (…)</p>
<p>Überfüllte Hörsäle, Seminare und Bibliotheken werden einer Hand voll »LangzeitstudentInnen« in die Schuhe geschoben, wohlwissend, daß vielmehr permanente Personal- und Finanzeinsparungen in den letzten Jahren die Situation an den Hochschulen eskalieren ließen. (…)</p>
<p>Regelstudienzeiten, Zwangsexmatrikulationen und Studiengebühren lösen nicht die anstehenden Probleme, sondern verschaffen nur den finanzkräftigen Bevölkerungsgruppen ein Bildungsprivileg. (…)</p>
<p>Am 3. Dezember wurde das geplante Gesetz mit den Stimmen von SPD und CDU verabschiedet, ohne auch nur die Bedenken der Betroffenen anzuhören.
</p></div>
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<h3>Aktionen: ­Streikfieber oder Eine Krankheit, die nicht sehr ansteckend ist</h3>
<p><em>Die Nessel – Mai 1994</em></p>
<p>Neulich wurde R. angesprochen, ob er denn auch für Streik sei. Er grinste und erwiderte nur: »Politik interessiert mich überhaupt nicht!« (…)</p>
<p>Ein paar Tage vergehen. R. sitzt mit ein paar Kommilitonen in der Mensa und erfährt, daß eine Urabstimmung zum Streik stattgefunden hat. Er ist entsetzt: »Was soll der Unsinn? Ich will studieren, nicht streiken!«
</p></div>
<div class="schnipsel">
<h3>Dem Juridicum den letzten Groschen</h3>
<p><em>Die Nessel – Februar 1995</em></p>
<p>Die Verhandlungen zwischen der Stadt Halle und der Landesregierung liegen auf Eis. Dabei wollte doch das Justizministerium Sachsen-Anhalts bis Ende Oktober eine Entscheidung über den Bau getroffen haben. (…)</p>
<p>Um die Entscheidungsfindung im Ministerium zu Gunsten der studentischen Interessen zu beschleunigen, hat die Vollversammlung der Studierenden der juristischen Fakultät beschlossen, eine Protest- und Spendenaktion »Nothilfe Juridicum« durchzuführen.
</p></div>
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		<title>Die Umwelt hat keine Flat</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 13:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Klein</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuINTERESSE]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie grüne Hochschulpolitik &#038; studentisches Engagement zum Klimaschutz beitragen Bäume vor dem Robertinum – Beitrag für eine grünere Hochschule?
Grün ist nicht nur eine Farbe, sondern steht für viel mehr. In Zeiten von Klimaerwärmung, Umweltkatastrophen und schmelzenden Polkappen wird grüne Politik immer wichtiger. Auf der Klimakonferenz in Kopenhagen wurden jedoch kaum die notwendigen Maßnahmen beschlossen – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Wie grüne Hochschulpolitik & studentisches Engagement zum Klimaschutz beitragen</strong> <br /><div id="attachment_2510" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/18_Interesse_GrueneHochschule_flickr.png"><img class="size-thumbnail wp-image-2510" title="18_Interesse_GrueneHochschule_flickr" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/18_Interesse_GrueneHochschule_flickr-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Bäume vor dem Robertinum – Beitrag für eine grünere Hochschule?</p></div>
<p>Grün ist nicht nur eine Farbe, sondern steht für viel mehr. In Zeiten von Klimaerwärmung, Umweltkatastrophen und schmelzenden Polkappen wird grüne Politik immer wichtiger. Auf der <a href="http://cop15.dk/">Klimakonferenz in Kopenhagen</a> wurden jedoch kaum die notwendigen Maßnahmen beschlossen – lediglich das Zwei-Grad-Ziel festgehalten. Doch nicht nur die Politik kann ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten, sondern auch Studenten.<span id="more-2509"></span></p>
<h3>Grüne Hochschule</h3>
<p>»An der MLU gab es in den letzten Jahren bereits einige Veränderungen, wie beispielsweise das Bioessen und den Biokaffee in den Mensen«, berichtet <a href="http://www.uzu.uni-halle.de/ueber_uns/mitglieder/zabel/" class="broken_link">Prof. Dr. Hans-Ulrich Zabel</a> vom <a href="http://www.wiwi.uni-halle.de/">Wirtschaftsinstitut der Uni</a>, der sich seit vielen Jahren mit dem Thema Klimaforschung beschäftigt. »Außerdem bieten wir einige Studiengänge mit Umweltbezug an, in denen die Studenten über Nachhaltigkeit und Ökonomie im späteren Berufsleben informiert werden.«</p>
<p>Ein weiterer kleiner Baustein ist die Verwendung von umweltfreundlichem Recyclingpapier in den Druckern und Kopierern der Institute. Außerdem sind in vielen Hörsälen energiesparende Leuchtstoffröhren vorhanden, und auch in einigen Büros lösen Energiesparlampen immer mehr die alten Glühbirnen ab. Doch wird der bezogene Strom bisher nicht von nachhaltigen Energiequellen genutzt. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Universität keinen Einfluss auf die Art des Stromes hat, da das Land dafür zuständig ist. Da die MLU sehr viel Energie verbraucht – man bedenke rund 4000 Computer und die Innen- und Außenbeleuchtung – steigt der Stromverbrauch immens, wodurch sich ein Wechsel zu umweltfreundlicher Elektrizität wie Ökostrom empfiehlt. Denn je höher der Energieverbrauch, desto höher ist auch die Belastung für die Umwelt. Ökologischer Strom wiederum beeinträchtigt die Natur deutlich weniger.</p>
<p>Die <a href="http://www.fh-koeln.de/">Fachhochschule in Köln</a> ist unserer Uni bereits einige Schritte voraus. Dort entwickelte man vor einigen Jahren ein Umweltmanagementsystem, mit dem die FH 2008 mit dem zweiten Platz des Kölner Umweltpreises ausgezeichnet wurde. Besonders in der Verwaltung achtet man auf ein umweltfreundliches Handeln und entwickelte einige Forschungskonzepte, wodurch verantwortungsbewusster mit nichterneuerbaren Energien umgegangen werden soll.</p>
<h3>Studenten als Vorreiter</h3>
<p>Doch nicht nur die Universitäten und Hochschulen können etwas für die Natur tun. Jeder kann einen kleinen Beitrag leisten. Sehr oft hört man jedoch von KommilitonInnen, die ihren Laptop stundenlang unbenutzt eingeschaltet lassen, die Begründung: »Ich habe eine Stromflatrate, das kostet mich keinen Cent mehr.« Die Umwelt besitzt aber keine Flat.</p>
<p>Conrad Kunze (28), wissenschaftlicher Mitarbeiter an der <a href="http://www.tu-cottbus.de/">Technischen Universität Cottbus</a>, engagiert sich seit vielen Jahren für unsere Umwelt. Vor vier Jahren, als er noch in Halle studierte, gründeten er und drei weitere die Ortsgruppe der <a href="http://www.gruenejugend-lsa.de/joomla/index.php?option=com_content&amp;view=category&amp;layout=blog&amp;id=49&amp;Itemid=82">Grünen Jugend in Halle</a>. »Ich wollte mich damals für den Schutz des Saaletals einsetzen und es vor der Autobahn 143 retten. Sie ist dank der Beteiligung weiterer Organisationen bisher nicht gebaut. Das hat mir das Gefühl gegeben, dass sich Engagement lohnt und man mit kleinen Aktivitäten etwas ändern kann.«</p>
<p>Auch die Universität und die Studierenden können als Vorreiter einer ökologischen Modernisierung auftreten, meint Conrad: »Studenten sollten sich öfter bewusst machen, dass sie die Träger von wichtigen Reformbewegungen waren, z. B. der 68er, und das auch heute sein können. Als Student ist man frei, seine Meinung zu sagen, und kann versuchen, etwas zu ändern.«</p>
<div><small>Foto von <a rel="cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/mein-halle/">Hallenser</a> auf flickr / <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a></small></div>
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		<title>Learning by doing?</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 05:20:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friederike Stange</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuPAUSE]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
		<category><![CDATA[Drogen]]></category>
		<category><![CDATA[lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Drogen, die uns die Natur gab: Bis jetzt noch keinen Bock gehabt, Walnüsse, Mandeln und Co. zu knacken? Na dann wird's Zeit! Die kleinen Dinger wirken Wunder! Sie sind ein optimaler Energiestoß für Körper, Seele und Geist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Wohnung aufräumen und Steuererklärung machen sind die ersten Symptome dafür, dass wir alle an Lernfieber erkranken. Neben der Zweckfreundschaft zum Kaffee hat hastuzeit für Euch Tipps und Tricks zusammen getragen, wie Ihr diesen unangenehmen Zustand überstehen könnt!</strong> <br /><h3>Drogen, die uns die Natur gab</h3>
<p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/24_Pause_Lerntipps_MiaEwald-1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2472 alignright" title="24_Pause_Lerntipps_MiaEwald-1" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/24_Pause_Lerntipps_MiaEwald-1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a> Bis jetzt noch keinen Bock gehabt, Walnüsse, Mandeln und Co. zu knacken? Na dann wird&#8217;s Zeit! Die kleinen Dinger wirken Wunder! Sie sind ein optimaler Energiestoß für Körper, Seele und Geist.</p>
<p>Abgesehen davon, dass sie uns mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen versorgen und uns so beim konzentrierten Arbeiten unterstützen, helfen sie einem allerdings nicht, den Winterspeck los zu werden, denn 100 Gramm Nüsse versorgen uns mit stattlichen 700 Kalorien, was ca. einem Drittel des Tagesbedarfs entspricht …</p>
<h3>Drogen, die uns die Wissenschaft gab</h3>
<p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/24_Pause_Lerntipps_MiaEwald-2.png"><img class="size-thumbnail wp-image-2474 alignright" title="24_Pause_Lerntipps_MiaEwald-2" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/24_Pause_Lerntipps_MiaEwald-2-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a> Ritalin und Modafinil sollten eigentlich Menschen mit ADHS ruhig stellen bzw. Narkoleptiker wach halten. Doch das Konsumieren des so genannten »Vitamin R« oder anderer Brain-Booster schwirrt nicht mehr nur in den Köpfen von Studenten herum. Denn sie wirken bei gesunden Menschen aufputschend. Dauerkonzentration von mehreren Stunden ist keine Seltenheit. Diese Medikamente stehen unter dem Betäubungsmittelgesetz und sind somit rezeptpflichtig.</p>
<p>Es gibt weder Langzeitstudien noch Antworten auf Fragen wie: »Sollten Nutzer dieser Form von Gehirn-Doping zu Prüfungen wirklich zugelassen werden?« Verlust von sozialer Kompetenz und Schlaflosigkeit sind nur einige der bekannten Nebenwirkungen. Wer also nichts mehr von seiner Umwelt mitkriegen will und auch keine Entscheidungen mehr treffen möchte, kann sich dann ganz allein über seine guten Noten freuen.</p>
<h3>Den Stoff im Ohr</h3>
<p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/24_Pause_Lerntipps_MiaEwald-3.png"><img class="size-thumbnail wp-image-2476 alignright" title="24_Pause_Lerntipps_MiaEwald-3" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/24_Pause_Lerntipps_MiaEwald-3-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a> Dir bereitet Stoff zum Auswendiglernen schlaflose Nächte? Oder Du bist es leid, alles ständig wiederholen zu müssen? Dann guck doch mal, ob auch Dein Computer über ein Programm zur Sprachaufzeichnung verfügt.</p>
<p>Nimm das ungeliebte Thema oder die Vokabeln langsam und deutlich auf und hör sie Dir dann einfach über deinen MP3-Player an. Damit wäre dann auch der Weg zur Uni sinnvoll genutzt.</p>
<h3>Hilft alles nichts?</h3>
<p>Hier ein etwas radikaler Tipp von uns: Mach dich wütend! Klingt komisch? Wirkt aber! Häng Dir handgeschriebene Zettel über Deinen Arbeitsplatz mit fiesen Sprüchen, wie »Durchschnitt ist grad gut genug für Dich!«, »Also für Dich seh ich kein Licht am Ende des Tunnels!« oder »Gib doch bitte endlich auf!«</p>
<p>Lies sie Dir gut durch. Und? Merkst Du, wie in Dir die Wut hochkocht? Nutze dies, denn diese Wut ist ein hervorragender Antrieb, um zu lernen!</p>
<h3>Keep cool!</h3>
<p>Egal, wie viel Du lernst. Egal, worauf Du alles verzichten musst. Es kann trotzdem mal passieren, dass Du einen Misserfolg erlebst. Auch das gehört dazu … Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken oder in die Tequila-Flasche zu hängen, geh nach angemessener Trauerzeit auf Fehlersuche, und nutze das Verpatzte als Chance, es beim nächsten Mal besser zu machen.</p>
<p>Es klingt abgedroschen, aber ebenfalls gilt: Was Du heute kannst besorgen … nee, verschieb es nicht auf morgen! Prioritäten setzen kann genauso schwer sein wie das Finden von Motivation und Ehrgeiz.</p>
<p><em>Illustrationen: Mia Ewald</em><br />
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		<title>Bildungsstreik à la française</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 14:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maria-Luise Diedrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuUNI]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Bildungsstreik in Toulouse/Frankreich kamen 2000 Menschen und mehr zu den wöchentlichen Vollversammlungen, drei Monaten Besetzung und Demonstrationen. Ein Erlebnisbericht. Stühle und Tische türmen sich und verhindern so den Zutritt zum Campus
»Wer nimmt nicht an der Abstimmung teil?« – Ungefähr drei Arme heben sich. »Wer enthält sich?« – Niemand. »Wer ist gegen eine Besetzung?« – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Beim Bildungsstreik in Toulouse/Frankreich kamen 2000 Menschen und mehr zu den wöchentlichen Vollversammlungen, drei Monaten Besetzung und Demonstrationen. Ein Erlebnisbericht.</strong> <br /><div id="attachment_2543" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/11_Uni_Toulouse_MarieLuiseDiedrich1.png"><img class="size-thumbnail wp-image-2543" title="11_Uni_Toulouse_MarieLuiseDiedrich1" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/11_Uni_Toulouse_MarieLuiseDiedrich1-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Stühle und Tische türmen sich und verhindern so den Zutritt zum Campus</p></div>
<p>»Wer nimmt nicht an der Abstimmung teil?« – Ungefähr drei Arme heben sich. »Wer enthält sich?« – Niemand. »Wer ist gegen eine Besetzung?« – Einhundert Hände fliegen hoch. »Wer ist dafür?« – Eintausend oder mehr Menschen reißen ihre Arme in die Luft, und die Verkündung des Ergebnisses der Abstimmung geht im allgemeinen Jubelgeschrei unter. Wir sind in Toulouse, Frankreich im Mai 2009, gegen 15 Uhr. An der Université Toulouse II Le Mirail ist gerade die dienstägliche Vollversammlung der Studierendenschaft mit einem erneuten Votum für eine Besetzung der Uni zu Ende gegangen. Seit März wird der Campus mit so genannten »Streikposten« besetzt, die Eingangstore des Campus sind mit Mauern aus Tischen und Stühlen blockiert, und es finden keine Kurse statt.<span id="more-2540"></span></p>
<p>Anlass des Streiks ist das so genannte »Gesetz zur Freiheit und Verantwortlichkeit der Universitäten«, das einen weiteren Schritt zur Umsetzung der Bologna-Reform in Frankreich darstellt. Es setzt unter anderem die Universitäten untereinander in Konkurrenz, verändert den Status der Dozierenden und Forschenden und verstärkt den Einfluss von Investoren auf die Universität.</p>
<p>Also gab es auch im Sommersemester 2009 wieder Vollversammlungen. Nicht nur in Toulouse, sondern auch an vielen anderen Universitäten in Frankreich. Mehr als drei Monate lang behielten die Befürworter der Besetzung in den Abstimmungen die Mehrheit – bis schließlich der Rektor die Polizei rief und der Campus geräumt wurde.</p>
<p><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/11_Uni_Toulouse_MarieLuiseDiedrich2-e1263872919995.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2545" title="11_Uni_Toulouse_MarieLuiseDiedrich2" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/11_Uni_Toulouse_MarieLuiseDiedrich2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Doch vorher gab es Wochen voller Plena, Vollversammlungen und Demos. Der Diens(t-)Tag eines Streikenden fängt an mit einem Kaffee und einer Zigarette im Foyer des besetzten Gebäudes und Berichten der letzten Aktionen. Im Verlauf der anschließenden Vollversammlung hört man verwirrt zu, wie RednerInnen die Demokratie der Streikbewegung beschwören, während Nachfolgende ausgebuht werden. Ausgebuht, wenn sie nicht das sagen, was scheinbar der Mehrheitsmeinung entspricht.</p>
<p>Wenn dann schließlich beim abendlichen Gespräch über die Gender-Problematik im Raum nebenan Menschen als »pute« (frz. Schlampe) bezeichnet werden und das nur als »Ausnahme« gilt, sind die Fragen im Kopf immer drängender geworden. Also wenden Interessierte sich an Beteiligte, z. B. Julie, Antoine oder Maël. Natürlich gibt es einen Konsens, dass Sexismus doof ist. Aber warum es den größten Teil der Streikenden einfach nicht interessiert, wenn eine »hübsche kleine Blonde« es inakzeptabel findet, genau so bezeichnet zu werden, kann man sich auch nicht erklären.</p>
<p>Menschen sitzen im Kreis, hören politischen Rock und meinen, es wäre reflektiert und nur konsequent, eine kritische Universität zu fordern. Dabei kommt das Gespräch aber nicht darauf, dass die Veranstaltungen zur kritischen Reflexion über den Streik aufgrund fehlender Teilnehmer bis auf wenige Ausnahmen alle ausgefallen sind. Auch wenn die Intensität des Streikes beeindruckend ist und das Bewusstsein vorhanden zu sein scheint, dass Bildungspolitik eben nicht getrennt vom Rest der Welt betrachtet werden kann: Nach einem solchen Tag werden Bilder fröhlich Streikender überlagert von Gedanken darüber, dass Demokratie nicht einfach »da« ist, wenn Gremien wie Vollversammlungen oder Plena geschaffen werden. Dass Menschen sich eben nicht einfach freimachen können von Mechanismen wie Sexismus, auch wenn sie sich einer anarchistischen, kommunistischen oder bildungsstreikenden Gruppe anschließen. C&#8217;est la vie?<br />
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		<title>Umwelttipps für Utopisten</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 11:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Solinski</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuINTERESSE]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit dem Klimawandel und dem eigenen Verhalten ist es so eine Sache: 
Kann der Einzelne etwas so Gewaltiges aufhalten? Demonstrieren – letzte Möglichkeit, die Welt zu verbessern? Foto: Greenpeace jugend
Für Hanna Poddig ist die Antwort klar: Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Das bedeutet: öffentlich seine Meinung sagen zu den Dingen, die falsch sind. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Mit dem Klimawandel und dem eigenen Verhalten ist es so eine Sache: 
Kann der Einzelne etwas so Gewaltiges aufhalten?</strong> <br /><div id="attachment_2506" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/19_Interesse_Nachhaltigkeit.png"><img class="size-thumbnail wp-image-2506" title="19_Interesse_Nachhaltigkeit" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/19_Interesse_Nachhaltigkeit-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Demonstrieren – letzte Möglichkeit, die Welt zu verbessern? Foto: Greenpeace jugend</p></div>
<p>Für Hanna Poddig ist die Antwort klar: Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Das bedeutet: öffentlich seine Meinung sagen zu den Dingen, die falsch sind. Am besten: gleich versuchen, sie zu verhindern. Wie die Weiterfahrt der Castortransporte, gegen die unter anderem sie protestierte. Die 24-Jährige war einmal Studentin in Hamburg und engagierte sich in Umweltschutzorganisationen wie Robin Wood. Das reichte ihr irgendwann nicht mehr, sie schmiss ihr Studium und begann, die Grenzen eines ganz neuen Lebens auszuloten.<span id="more-2505"></span></p>
<p>Sie lebt so umweltverantwortlich wie möglich und verbringt ihre gesamte Zeit mit der Planung und Durchführung von Protestaktionen. »Vollzeitaktivismus« nennt sie es. Das klingt für die meisten von komisch über naiv bis sozialvulgär, aber mittlerweile verdient sie Geld als Referentin ihres eigenen Lebensstils und wird gern zu Talkshows eingeladen. »Es gibt keine Möglichkeit, einen Kuschelkurs zu fahren«, sagte sie in der Sendung von Maybrit Illner zum Vorstandschef von E.ON. Nicht, wenn sich wirklich etwas verändern soll. Die Frage nach den Möglichkeiten des Einzelnen zum Umweltschutz wird durch sie jedoch nicht beantwortet. Die meisten Menschen können solch einen Schritt nicht gehen. Da gibt es Familie und Bekanntenkreise, Vorstellungen, Wünsche und Ängste. Die meisten sind in ihre Rollen eingebunden, als Studenten, Kollegen, Kinder und Eltern. Doch statt alles aufzugeben, warum nicht innerhalb dieser Rollen etwas verändern?</p>
<p>Das schlagen Internetplattformen wie <a href="http://www.utopia.de/">utopia.de</a> vor. Dort wird die Auffassung vertreten, dass jeder durch die Änderung der eigenen Verhaltensweisen dazu beitragen kann, etwas für den Umweltschutz zu tun. Es werden Tipps angeboten, zum Beispiel, wie man sein Haus dämmen kann und welche Lebensmittel besonders hohe Abfälle und Kosten verursachen (meist Fleisch, je nachdem, woher es kommt). Im Endeffekt steht dahinter die Idee von der Macht des Konsumenten: Je stärker etwas nachgefragt wird, desto mehr wird es angeboten, desto öfter wird es konsumiert, desto billiger wird es und steigert somit die Nachfrage. Plattformen wie utopia.de wollen eine solche Aufwärtsspirale in Gang bringen, indem sie über die »richtigen«, die umweltfreundlicheren Produkte und Verhaltensweisen informieren. Dumm ist nur, dass man dafür zunächst ins Internet gehen oder einen Fachartikel lesen muss. Transparenz könnte ein Schlüssel in der Umweltpolitik sein – allerdings nur, wenn sie konsequent eingehalten wird.</p>
<p>Aus gutem Grund hat man einmal entschieden, das Haltbarkeitsdatum direkt auf das Produkt zu drucken, anstatt es im Internet oder in Zeitungen zu veröffentlichen. Ansonsten hätten wir vermutlich eine hohe Quote an Lebensmittelvergiftungen. Immer mal wieder würde sich jemand den Magen verderben, weil er keine Zeit zur Recherche fand. Die Politik könnte davon lernen, auf die Entscheidungsqualität des Konsumenten zu setzen und ein Gesetz zur Kenntlichmachung der durch das jeweilige Produkt verbrauchten Energiemenge zu verabschieden.</p>
<p>Oder statt der Auto- besser der Windkraftindustrie unter die Arme greifen; Wissenschaftler der Stanford University veröffentlichten im vergangenen Jahr eine Studie, nach der bereits in 20 Jahren der gesamte Energiebedarf durch Sonne, Wind und Wasser gedeckt werden könnte. Da gibt es etwas zu tun. Jeder Einzelne kann durch Proteste und ein verändertes Konsumverhalten Signale geben. Wenn sich dann nichts ändert, sollten wir Hanna Poddigs Methoden ernsthaft in Erwägung ziehen.<br />
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		<title>Kein Ratgeberbuch</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 05:50:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yvette Hennig</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuPAUSE]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Der britische Journalist Leo Hickman lässt sich auf ein wagemutiges Experiment ein: ein Jahr lang ethisch korrekt leben. Ich stehe vor einem Regal, vollgepackt mit Deos in allen Variationen, und kann mich nicht entscheiden. Ich habe keine Zeit, also nehme ich das billigste. Doch wenn ich mir die Inhaltsstoffe genauer anschaue, entdecke ich eine lange [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Der britische Journalist Leo Hickman lässt sich auf ein wagemutiges Experiment ein: ein Jahr lang ethisch korrekt leben.</strong> <br /><p>Ich stehe vor einem Regal, vollgepackt mit Deos in allen Variationen, und kann mich nicht entscheiden. Ich habe keine Zeit, also nehme ich das billigste. Doch wenn ich mir die Inhaltsstoffe genauer anschaue, entdecke ich eine lange Liste unaussprechlicher Bezeichnungen. Zum Beispiel Aluminiumchlorohydrat, das im Verdacht steht, Alzheimer und Brustkrebs zu verursachen. Oder Propylenglykol, das man auch in Frostschutzmittel findet.<span id="more-2464"></span></p>
<p>Glaube ich <a href="http://www.guardian.co.uk/profile/leohickman">Leo Hickman</a>, dann war das wohl mein Zuckererbsen-Moment. Für den Autor ist es das pochende Schuldgefühl, wenn er vor dem Supermarktregal steht und zu Zuckererbsen greift, die »per Luftfracht von einem Feld in Kenia« kommen. Ermutigt von dem Gedanken, »etwas Positives in der Welt« zu bewirken, startet er den Versuch, ein Jahr »ethisch korrekt« zu leben. Seine Erfahrungen und Gedanken hält er auf der <a href="http://www.guardian.co.uk/environment/ethical-living">Internetplattform seiner Zeitung</a> fest.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-2465" title="25_Pause_FastNackt_PD" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/25_Pause_FastNackt_PD.jpg" alt="" width="155" height="400" />Anfangs heißt »ethisch korrekt« für ihn, »bewusster und weniger verschwenderisch« zu sein. Aber wie er diese Aufgabe meistern soll, ist ihm zunächst nicht klar, weshalb er drei Berater, die sich mit Bio-, Öko- und Verbraucherfragen auskennen, bittet, ihm zu helfen.</p>
<p>Der Autor wohnt mit Frau und Kind in London und lädt die Ratgeber zu einer Wohnungsbesichtigung der etwas anderen Art ein, denn jede Kleinigkeit wird inspiziert. Und es gibt einiges auszusetzen, wie die vielen elektrischen Küchengeräte, die keiner benutzt, oder der enorme Vorratsschrank, in dem sieben verschiedene Sorten Nudeln lagern.</p>
<p>Eine lange Öko-Odyssee beginnt, denn die Familie muss einige Entbehrungen auf sich nehmen. So klingt der Verlauf des Experiments oft krampfhaft und gezwungen. Dass das Prozedere doch zu einem besseren Leben führen soll, tritt ein bisschen in den Hintergrund. Ermunternd wirken die Passagen, in denen Hickman von seiner neu entdeckten Freude an sozialem Engagement oder von Fair-Trade-Kleidung schwärmt.</p>
<p>Der Selbstversuch findet im Internet großen Anklang. So erhält der Autor viele Tipps, die oft sehr hilfreich, manchmal aber auch verwirrend oder urkomisch sind. Einige Umweltaktivisten etwa verpönen den Wunsch nach einem zweiten Kind, denn »ein Kind zu bekommen, ist das Unethischste« überhaupt. Die Experten hingegen schlagen einen ernsteren Ton an und informieren Leser und Autor zum Beispiel darüber, dass sie bei dem Kauf einer Waschmaschine ungewollt die Nuklear- und Waffenindustrie unterstützen könnten. Zweifelsfrei nimmt Hickman die Ratschläge der Experten nicht immer an. Dass man nach einer Urlaubsreise einen Baum zur Neutralisierung des Kohlenstoffdioxids pflanzen soll, bezeichnet er als »moderne Art des Schuld-Ablasses«.</p>
<p>Trotzdem hat er viele Ratschläge in sein normales Leben übernommen, so dass das Experiment für ihn längst nicht zu Ende ist. Er weiß jetzt, dass er die Welt nicht retten kann, aber man kann sich »mehr Mühe geben«. Was »ethisch korrekt« eigentlich bedeutet, kann letztlich nur jeder für sich selbst entscheiden. »Fast nackt« kann dazu eine Anleitung sein, aber vor allem ist dieses Buch unterhaltsam geschrieben, ohne oberflächlich zu wirken. Viele Ratschläge lassen sich problemlos in den eigenen Alltag integrieren, wie etwa die simple Mülltrennung oder der Verzicht auf starke Reinigungsmittel. Aber mit Fragen wie der Herstellung wieder verwendbarer Tampons wird sich kaum jemand ernsthaft beschäftigen wollen.</p>
<p><em>Leo Hickmann: Fast nackt: Mein abenteuerlicher Versuch, ethisch korrekt zu leben. Piper Taschenbuchverlag, 320 Seiten, 9,95 €</em><br />
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		<title>Tod auf dem Campus</title>
		<link>http://hastuzeit.de/2010/tod-auf-dem-campus/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 15:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Kirbach</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuUNI]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Burg Giebichenstein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Halle]]></category>

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Die Geschichte der Burg beginnt im 10. Jahrhundert. Die noch nicht sesshaften Ungarn, die Magyaren, überfielen viele Städte in Mitteleuropa. Heinrich I. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Unsere Lehrgebäude haben alle eine Geschichte. Nicole Kirbach hat die Archive durchforstet und stellt in einer Reihe ihre Recherche-Ergebnisse vor. Teil 4: Die Burg Giebichenstein</strong> <br /><div id="attachment_2537" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/12_Uni_Unigebaeudeweb_Quelleunbekannt.png"><img class="size-thumbnail wp-image-2537" title="12_Uni_Unigebaeudeweb_Quelleunbekannt" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/12_Uni_Unigebaeudeweb_Quelleunbekannt-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Burg Giebichenstein um 1750, Ausschnitt aus einem Kupferstich von Gründler</p></div>
<p>Die Geschichte der Burg beginnt im 10. Jahrhundert. Die noch nicht sesshaften Ungarn, die Magyaren, überfielen viele Städte in Mitteleuropa. Heinrich I. konnte im Jahr 926 einen wichtigen Fürsten von ihnen gefangen nehmen und dadurch einen zehnjährigen Waffenstillstand aushandeln. Diese Zeit nutzte er und ließ Burgen errichten, um die Reichsgrenze zu schützen – unter anderem auch die Burg Giebichenstein, die älteste Burg an der Saale.<span id="more-2532"></span></p>
<p>Ihre Blütezeit erlebte die Burg unter Erzbischof Wichmann von Magdeburg im 12. Jahrhundert. Er ließ die Anlage erweitern und feierte hier glanzvolle Feste. Doch die Burg war nicht nur dafür bekannt. Auf ihr befand sich auch ein Gefängnis. »Wer da kommt auf den Giebichenstein, der kommt selten wieder heim«, hieß es im Volksmund. Die Gefangenen konnten nicht von der Burg fliehen, denn die Mauern waren dick und der Felsen hoch und steil. Doch einem sollte dies gelingen.</p>
<h3>Die Sage von Ludwig dem Springer</h3>
<p>Der Landgraf Ludwig II. von Thüringen, der spätere Erbauer der Wartburg, soll den Pfalzgrafen zu Sachsen, Friedrich III., ermordet haben, um an seine Gemahlin Adelheid zu gelangen. Daraufhin wurde er gefangen genommen und auf Burg Giebichenstein eingesperrt und bewacht. Dort verbrachte er zwei Jahre und acht Monate und überlegte, wie er von der als unüberwindbar geltenden Burg fliehen könne.</p>
<p>Er stellte sich krank, ließ sich mehrere Mäntel bringen und bat, seinen Schreiber und den Leibdiener holen zu lassen, damit er seinen letzten Wunsch aufzeichnen lassen könne. Heimlich gab er beiden den Auftrag, seinen Schimmel ab sofort in der Nähe des Giebichensteins bereitzustellen. Auch sollten seine treuesten Diener, als Fischer verkleidet, mit einem Kahn auf der Saale vor der Burg ankern. Als seine Wärter nicht weiter auf ihn achteten, nutzte Ludwig die Gelegenheit, sprang aus dem Fenster und entfaltete seine Mäntel. Seine Diener fischten ihn aus dem Wasser und brachten ihn an Land, wo bereits sein Leibdiener mit seinem Pferd wartete. Dann begab er sich auf den Weg nach Sangerhausen, wo Adelheid auf ihn wartete. Seit dieser Zeit trug Ludwig den Beinamen »der Springer«.</p>
<h3>Bau der Unterburg</h3>
<p>Im Laufe der Jahrhunderte diente die Burg immer öfter als Sitz der Magdeburger Erzbischöfe, zunächst als zeitweiliger Regierungssitz, ab 1382 dann als Hauptresidenz. Im 15. Jahrhundert reichten die Räume auf der Oberburg nicht mehr aus, und so entschloss sich Erzbischof Friedrich III. zum Bau der Unterburg. Sie umfasste Wohnhaus, Brauhaus, Kornhaus und einige Scheunen. Im Jahre 1503 wurde allerdings die Moritzburg fertiggestellt und diente den Erzbischöfen als neue Residenz. Die Anlage auf dem Porphyrfelsen verlor an Bedeutung, und die Unterburg diente nun den Giebichensteiner Amtmännern als Verwaltungssitz und Wirtschaftshof.</p>
<h3>Bedeutendes Symbol der Romantik</h3>
<p>Im Dreißigjährigen Krieg wurde Giebichenstein durch die schwedischen Truppen verwüstet und niedergebrannt. Die Unterburg selbst brannte nicht völlig ab und konnte im 17. und 18. Jahrhundert wieder aufgebaut werden. Sie wurde als Verwaltungssitz und bäuerlicher Betrieb genutzt. An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert war die Burgruine ein bedeutendes Symbol deutscher Romantik. Vor allem Vertreter der romantischen Literatur wie Friedrich Freiherr von Hardenberg (Novalis), Ludwig Tieck, Achim von Arnim, Clemens Brentano und Joseph Freiherr von Eichendorff begeisterten sich für die Burg.</p>
<p>In die Unterburg zog erstmals 1922 die Hochschule für Kunst und Design ein. Auch heute noch ist der Fachbereich Kunst zu großen Teilen hier untergebracht. Die Ruine dient heute nur noch als Architekturmuseum.</p>
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		<title>Gründen ist einfacher als Schließen</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 13:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Lukas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Zukunft der Hochschulen in Sachsen-Anhalt ist ungewiss. Sie sind unterfinanziert, und zusätzliche Investitionen sind nicht zu erwarten. Braucht das Land eine neue Strukturdebatte? Professor Holm Altenbach vor dem Zentrum für Ingenieurwissenschaften in der Kurt-Mothes-Straße (Foto: J.L.)
Der Betonklotz in der Kurt-Mothes-Straße 1 liegt etwas erhöht, so dass man über den Weinbergcampus blicken kann. Er ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Die Zukunft der Hochschulen in Sachsen-Anhalt ist ungewiss. Sie sind unterfinanziert, und zusätzliche Investitionen sind nicht zu erwarten. Braucht das Land eine neue Strukturdebatte?</strong> <br /><div id="attachment_2487" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/20_21_22_Hochschullandschaft_Altenbach.png"><img class="size-thumbnail wp-image-2487" title="20_21_22_Hochschullandschaft_Altenbach" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/20_21_22_Hochschullandschaft_Altenbach-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Professor Holm Altenbach vor dem Zentrum für Ingenieurwissenschaften in der Kurt-Mothes-Straße (Foto: J.L.)</p></div>
<p>Der Betonklotz in der Kurt-Mothes-Straße 1 liegt etwas erhöht, so dass man über den Weinbergcampus blicken kann. Er ist einer von vielen Zweckbauten hier – ein klobiges Rechteck mit bröckelnder Fassade, in dessen Innerem von engen Korridoren viele Räume abgehen. Im zweiten Stock hat Holm Altenbach sein Büro.<span id="more-2486"></span></p>
<p>Es ist keine schöne Umgebung, doch das stört den Professor nicht. &#187;Ich bin ja nicht zur Freizeitgestaltung, sondern zum Arbeiten hier&#171;, meint der geschäftsführende Direktor des <a href="http://www.iw.uni-halle.de/">Zentrums für Ingenieurwissenschaften</a>. Ginge es allerdings nach dem Kultusministerium, hätte er den Betonklotz schon lange in Richtung Magdeburg verlassen, um dort zu lehren und zu forschen. Doch Holm Altenbach und mit ihm die Ingenieurwissenschaften sind aus Halle so leicht nicht zu vertreiben.</p>
<h3>Von der Gründung zur Last</h3>
<p>Mit dem Ende der DDR wurde in Ostdeutschland auch die Hochschullandschaft neu strukturiert. <a href="http://www.geschichte.uni-halle.de/mitarbeiter/ranft/">Professor Andreas Ranft</a> kennt diese Zeit aus eigener Erfahrung. Der heutige <a href="http://www.philfak1.uni-halle.de/dekanat/index.html">Dekan der Philosophischen Fakultät I</a> vertrat zu Beginn der 90er Jahre Lehrstühle in Greifswald und Berlin. &#187;Nach der Wende gab es unglaublich viel Geld in einem System, das noch nicht in der Realität angekommen war. Jede Begehrlichkeit und jeder scheinbare Nachholbedarf wurde umgesetzt&#171;, fasst Andreas Ranft die damalige Lage zusammen. Abgesehen von der <a href="http://www.uni-halle.de">Martin-Luther-Universität</a> und der <a href="http://www.burg-halle.de/">Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design</a> in Halle wurden alle Hochschulen im Land neu gegründet. Zum Teil gingen sie aus Bildungseinrichtungen der DDR hervor, wie in Magdeburg oder Köthen. Die Fachhochschulen <a href="http://www.hs-magdeburg.de/">Magdeburg-Stendal</a> und <a href="http://www.hs-harz.de/">Harz</a> hingegen wurde komplett neu etabliert.</p>
<p>Der Gründungsboom endete jedoch nicht mit der Erschließung neuer Standorte, sondern setzte sich an den Hochschulen selber fort, wo man zuvor nicht dagewesene Fachbereiche und Institute aufbaute. So wurden über die 90er Jahre hinweg die höchsten Bildungseinrichtungen des Landes kontinuierlich größer.</p>
<p>Professor Ranft hat durchaus Verständnis für diesen Tatendrang: &#187;Die Euphorie und politische Bereitschaft war damals groß. Man dachte, man brauche die neuen Institutionen. Aus heutiger Sicht war manches davon mit ungedecktem Scheck bezahlt und überstrapaziert nun manchen Landeshaushalt.&#171; Institute und sogar Hochschulen, die damals gegründet wurden, sind heute zur Last geworden.</p>
<h3>Vernichtung von Unikaten</h3>
<p>Zu dieser Ansicht kam mit der Zeit auch die Politik. 2004 veröffentlichte das Kultusministerium deswegen einen Hochschulstrukturplan, der umfangreiche Veränderungen der höheren Bildungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt vorsah. Zum einen wollte man damit das Profil der einzelnen Hochschulen schärfen. Triebfedern waren aber auch demografische und finanzielle Zwänge. Der Geburtenknick der 90er Jahre prophezeite sinkende Studierendenzahlen, und zur Haushaltskonsolidierung sollten auch die Hochschulen beitragen.</p>
<p>Sparpotential an den Universitäten sah man vor allem in der Verlagerung zweier Fachbereiche. Die <a href="http://www.uni-magdeburg.de/">Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OGU)</a> sollte die Lehrerbildung an die Martin-Luther-Universität abgeben, an der man im Gegenzug die Ingenieurwissenschaften aufzulösen hatte. &#187;Man wollte sogenannte Dopplungen vermeiden, aber das ist von vornherein nicht ernsthaft betrieben worden&#171;, fasst Holm Altenbach die Bemühungen des Ministeriums zusammen. Auch heute noch sorgt dieser Vorgang bei ihm für viel Unverständnis: &#187;Bei uns führte das dazu, dass man Unikate vernichtet hat. Von anderen Bereichen, wie den Wirtschaftswissenschaften, die es an jeder Hochschule im Land gibt, wird immer noch behauptet, sie wären alle so einmalig.&#171;</p>
<h3>Wichtige Strukturüberlegungen</h3>
<div id="attachment_2492" class="wp-caption aligncenter" style="width: 580px"><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/20_21_22_Hochschullandschaft_Runder_Tisch.jpg"><img class="size-full wp-image-2492" title="20_21_22_Hochschullandschaft_Runder_Tisch" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/20_21_22_Hochschullandschaft_Runder_Tisch-e1263852076816.jpg" alt="" width="570" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Professor Ranft (li.) diskutiert während des zweiten »Runden Tisch« mit Minister Bullerjahn (re.) (Foto: Enrico Seppelt)</p></div>
<p>Braucht Sachsen-Anhalt eine neue Strukturdebatte? Die Anzeichen dafür mehren sich. Während des zweiten &#187;Runden Tisches&#171; im September 2009 forderte Finanzminister Jens Bullerjahn die Hochschulen auf, über die eigenen Strukturen verstärkt nachzudenken. Hintergrund war wie schon 2004 die schlechte finanzielle Lage des Landes.</p>
<p>Zwar wurden den Bildungseinrichtungen, auch als Reaktion auf die deutschlandweiten Bildungsproteste im Herbst, zusätzliche Millionen versprochen, allerdings sollen diese vor allem der Umstellung auf das Bachelor-/Mastersystem zugute kommen. Langfristig aber wird der große Schuldenberg Sachsen-Anhalts kaum mehr Geld für die Hochschulen zulassen, und auch wenn das Budget in der Höhe erhalten bliebe, wären sie in ihrer heutigen Struktur unterfinanziert, wie zum Beispiel die Leitung der Uni in Halle immer wieder betont.</p>
<p>Zudem rückt das Eintreten der Prophezeiung, dass die Studierendenzahlen sinken werden, immer näher. Bis zum Ende der Dekade soll der Rückgang deutlich spürbar werden. Mit diesen Prognosen ist allerdings vorsichtig umzugehen. Schon in den 70er Jahren begann man in der DDR die sogenannte &#187;Studentenbergpolitik&#171; und überlastete die Kapazitäten der Hochschulen mit dem Hinweis darauf, dass die Studenten bald weniger würden. Ihre Anzahl ist jedoch durchweg nur gestiegen, was vor allem durch die Entwicklung der Universitäten zu Masseninstitutionen erklärbar ist. Dieser Trend steht auch heute noch weit oben auf der politischen Agenda.</p>
<p>Es bleibt fraglich, ob sich der Geburtenrückgang der 90er Jahre stärker auf die Studierendenzahlen auswirkt.</p>
<p>Aber auch wenn man den demografischen Faktor nicht mit einbezieht, scheinen Veränderungen des Hochschulangebotes in Zukunft nicht ausgeschlossen zu sein. &#187;Wir stehen vor wichtigen Strukturüberlegungen, die das ganze Land betreffen&#171;, meint auch Professor Andreas Ranft. Wenn dabei Institute zur Disposition stehen, empfiehlt der Dekan der Philosophischen Fakultät I jedoch &#187;mehr Fingerspitzengefühl&#171;. Es sei sowieso schon »mühsam, Geschenke, die man verteilt hat, wieder einzuholen«.</p>
<h3>Irrwitziger Schließungsbefehl</h3>
<div id="attachment_2488" class="wp-caption aligncenter" style="width: 580px"><img class="size-full wp-image-2488 " title="20_21_22_ Hochschullandschaft_Zentrum_f_Ing" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/20_21_22_-Hochschullandschaft_Zentrum_f_Ing-e1263851471461.png" alt="" width="570" height="243" /><p class="wp-caption-text">Kurt-Mothes-Straße 1 – noch immer das Zuhause der Ingenieure (Foto: Julius Lukas)</p></div>
<p>Professor Holm Altenbach vermutet, dass man am Ende nur noch auf das Geld geschaut habe. Der Etat der Ingenieure, immerhin acht Millionen Euro, war verlockend. Die Realität sieht jedoch laut Altenbach anders aus: &#187;Es war irrwitzig, zu glauben, mit einem Schließungsbefehl Geld zu sparen.&#171;</p>
<p>Problematisch bei Umstrukturierungen ist vor allem der Umgang mit dem Personal einer Universität. Drei Lehrstühle der Ingenieurwissenschaften sollten nach Magdeburg umziehen. Ein Professor ist heute dort, die zwei anderen kämpfen vor Gericht. Holm Altenbach gehört zur Mehrheit. Nach eigener Aussage wäre er gerne nach Magdeburg, wo er sogar wohnt, gegangen. Allerdings nur unter den Bedingungen, die er in Halle hatte und die ihm in seinem Berufungsprotokoll zugesichert sind. An der OGU konnte man ihm diese nicht garantieren, und so blieb er an der MLU und wartet auf ein Ergebnis der gerichtlichen Auseinandersetzung.</p>
<p>Derzeit gibt es an der Uni in Halle allerdings auch noch genug zu tun. Nachdem man merkte, dass die Ingenieurwissenschaften so leicht nicht aufzulösen sind, gründete man für die Phase der Abwicklung das Zentrum für Ingenieurwissenschaften, das die gleichen Rechte hat wie eine Fakultät. Neben Forschung ist es auch für die Lehre verantwortlich. Aktuell beziffert Professor Altenbach die Zahl der Studierenden mit 90, von denen 70 &#187;gut fertig werden können.&#171; Die restlichen sind Karteileichen. &#187;Der älteste Student ist im 39. Semester und war lange vor mir an der Uni. Ich habe ihn allerdings noch nie gesehen&#171;, meint Altenbach.</p>
<h3>Kämpferische Debatte</h3>
<p>Gründen ist einfacher als Schließen. Das Beispiel der Ingenieurwissenschaften illustriert dies sehr eindrücklich. Professor Altenbach meint jedoch auch, dass man im Fall seines Fachbereichs nur &#187;handwerklich schlecht&#171; gehandelt hat. &#187;Wenn man wirklich sparen will, ist es nicht damit getan, eine Sache zu schließen, und der Rest bleibt erhalten&#171;, meint der Wissenschaftler.</p>
<p>Um Strukturen zu verändern, braucht man Strategien und den Mut aller Beteiligten. Professor Ranft rät, &#187;ohne Scheuklappen zu agieren.&#171; Für ihn wäre auch eine Fusion von Hochschulstandorten nicht ausgeschlossen. Holm Altenbach wird hier schon konkreter: &#187;Warum nicht die Uni in Halle und die FH in Merseburg oder die Uni Magdeburg und die Hochschule Magdeburg-Stendal zusammenlegen? Nicht indem man Institute abschlachtet, sondern durch einen langsamen, 20 bis 25 Jahre dauernden, kontinuierlichen Prozess.&#171;</p>
<p>Sollte es zu solchen Überlegungen kommen, dann erwartet die Hochschullandschaft von Sachsen-Anhalt eine »kämpferische Debatte«, da ist sich Professor Ranft sicher. »Die grundsätzliche Frage wird sein, welche Fächer wir im Land haben wollen und wo sie, unter Berücksichtigung der Standorte und deren Stärken, gelehrt werden sollen«, meint der Dekan, der seine Fakultät und sein Fach gut aufgestellt sieht: »Allerdings wäre ich auch als Professor für mittelalterliche Geschichte in Halle fehl am Platz, wenn ich nicht wollte, dass dieses Fach hier erhalten bleibt.«</p>
<p>Andreas Ranft erkennt bereits den politischen Willen zum Angehen dieser Strukturaufgabe, die die Hochschulen letztlich stärken soll und muss. Eine Möglichkeit wären die Umstrukturierungen. &#187;Rückbau und partielle Konzentration müssen betrieben werden, damit das Land auch 2020 noch zukunftsfähig ist&#171;, sagt Ranft. Was dann aus dem Zentrum für Ingenieurwissenschaften geworden ist, weiß auch Holm Altenbach nicht. Besonders optimistisch ist er allerdings auch nicht: &#187;Ich glaube, eine Lösung kommt vor meiner Pensionierung nicht mehr zu Stande. Und ich habe noch zwölf Jahre.&#171;</p>
<p>Auch die<a href="../2010/der-wille-war-nicht-da/"> Interviews  mit Professor Holm Altenbach</a> und <a href="http://hastuzeit.de/2010/der-phantasie-sind-keine-grenzen-gesetzt/">Professor Andreas Ranft</a> befassen sich ausführlich mit der  Zukunft der Hochschulen in Sachsen-Anhalt.<br />
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		<title>Winterkrimi</title>
		<link>http://hastuzeit.de/2010/winterkrimi/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 10:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Akua Osei-Dwomoh</dc:creator>
				<category><![CDATA[hastuPAUSE]]></category>
		<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Reihe merkwürdiger Morde oder doch alles bloß Zufälle? Findet es im Winterkrimi zum neuen Jahr heraus! Illustration: Anka Büchler
»Drei tote Weihnachtsmänner in drei Tagen nach Neujahr, jedes Jahr wird mehr Spielzeug geschmuggelt, unglaublich«, sagte Inspektor Rudolf Reindeer. »Ja, Chef, unglaublich, und immer war es ein seltsamer Unfall«, stimmte ihm sein Assistent Christian Kind zu. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<strong>Eine Reihe merkwürdiger Morde oder doch alles bloß Zufälle? Findet es im Winterkrimi zum neuen Jahr heraus!</strong> <br /><div id="attachment_2460" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/26_Pause_Winterkrimi_AnkaBu.png"><img class="size-thumbnail wp-image-2460" title="26_Pause_Winterkrimi_AnkaBuechler" src="http://hastuzeit.de/uploads/2010/01/26_Pause_Winterkrimi_AnkaBu.png" alt="Winterkrimi - 3 tote Weihnachtsmänner, Tanne, Sack und Lichterkette" width="150" height="122" /></a><p class="wp-caption-text">Illustration: Anka Büchler</p></div>
<p>»Drei tote Weihnachtsmänner in drei Tagen nach Neujahr, jedes Jahr wird mehr Spielzeug geschmuggelt, unglaublich«, sagte Inspektor Rudolf Reindeer. »Ja, Chef, unglaublich, und immer war es ein seltsamer Unfall«, stimmte ihm sein Assistent Christian Kind zu. Beide beugten sich über die Leiche eines fetten Mannes im Weihnachtsmannkostüm. »Erschlagen von seinem eigenen Sack!« <span id="more-2459"></span></p>
<p>»Ja Chef, schön ist was anderes.« Inspektor Reindeer zog seinen Trenchcoat aus der Blutlache und richtete seinen Hut. Seine Augen formten sich zu Schlitzen. »Ich glaube, ich erkenne hier ein Muster, Kind!«</p>
<p>»Ja, Chef, der Fleck auf Ihrem Mantel sieht aus wie ein Schmetterling.« »Ich meine die Toten, Chris!« Kind schaute irritiert. »Betrachten wir noch einmal diese Mordfälle: Den ersten fand man vorgestern im Schwedenviertel unter einem hinausgeworfenen Weihnachtsbaum – wie unglaublich klischeehaft. Und dann der Typ, der an einer Lichterkette baumelnd gestern auf dem Haus des Bürgermeisters gefunden wurde – komisch, dass der auch gerade vermisst wird. Und nun dieser Typ hier. Alle männlich, weiß-rot, dick, Mittvierziger, und am Tatort fand man nie Spuren einer zweiten Person.« Sein herablassender Blick wanderte zu seinem Untergebenen: »Eine ganz klare Sache, nicht?«</p>
<p>»Ja, Chef, die Anzahl der tragischen Unfälle und die Selbstmordrate steigen um die Feiertage immer«, folgerte Kind. Sein Vorgesetzter stutzte. »Was sind Sie denn für ein Christ, Kind! Sie haben wohl zu tief in das Punschglas geschaut! Wir haben es hier eindeutig mit einem professionellem Serienmörder zu tun!«</p>
<p>Mit einer abrupten Geste neigte sich der Inspektor zum Sack des toten Weihnachtsmanns, zog einen Stoffteddy heraus und hielt ihn Christian Kind unter die Nase. »Wahrscheinlich wollen Sie behaupten, er hätte sich hiermit umgebracht!« Der Teddy begann zu piepen. Kinds Augen weiteten sich. »Ja, Chef!!« Panik stand in Leuchtschrift auf der Stirn des Assistenten, und er ging auf Abstand.</p>
<p>»Ach, nur einer dieser neumodischen Schnickschnackwecker aus China, die bringen doch keinen um!« Ein verspäteter Silvesterknall hallte in der leeren Lagerhalle wider. Betroffen kratzte sich Assistent Kind am Kopf. Aus seiner Aktentasche zog er ein zerknittertes Weihnachtsmannkostüm. Es trug noch eindeutige Spuren von der Betriebsfeier, die sie wegen dem Fund der neuen Leiche verlassen hatten. Andächtig legte er den Mantel über die Überreste seines Vorgesetzten.</p>
<h3>Was ist passiert?</h3>
<p><strong>Gibt es einen Mörder oder waren doch alles nur Unfälle? Schickt uns Eure kreativsten Lösungen an:</strong></p>
<p><a href="mailto:verlosung@hastuzeit.de">verlosung@hastuzeit.de</a></p>
<p>Zu gewinnen gibt es den &#187;Studi-Survival-Guide&#171; von Martin Krengel, damit ihr stressfrei durch die Prüfungszeit kommt.<br />
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		<title>Ausgestellt</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 09:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Kloschkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
		<category><![CDATA[Pinnwand]]></category>

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		<description><![CDATA[Der studentische Photoclub Conspectus lädt zu einer neuen Ausstellung in die Harz-Mensa ein. Neue wie alte Talente präsentieren auf etwa 50 Fotografien die besten Bilder des vergangenen Jahres. Zu sehen sind die sowohl analogen als auch digitalen Werke ab dem 28. Januar. Dann wird die Ausstellung feierlich bei einer Vernissage eröffnet.
www.conspectus.uni-halle.de
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		<title>Uni im Ufo</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 05:30:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Kloschkewitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nr. 31]]></category>
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		<description><![CDATA[Alltägliche Probleme wie Terrorismus, die Finanzkrise und Arbeitslosigkeit lassen in unserem direkten Umfeld viele Konflikte entstehen. Eine Auseinandersetzung mit diesen packt die ufo-Universität für Euch auf die Tagesordnung. In verschiedenen Vorträgen, Workshops, Plenen und einer Mikro-Tagung sollen von und mit Euch Themen bearbeitet und Projekte organisiert werden, die dann im hallischen Stadtraum und in einem [...]]]></description>
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		<title>14. Winterball der MLU</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 01:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Kloschkewitz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Pinnwand]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>

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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 22:30:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Kloschkewitz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Termine]]></category>

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		<title>Manage dich selbst I</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 22:20:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Kloschkewitz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Vorträge, Klausuren und Hausarbeiten anstehen, überkommt einen schnell ein altbekanntes Gefühl: Stress. Um mit diesem besser umgehen zu können, bietet das Career-Center der MLU am 29. Januar im Anhalter Zimmer der Burse zur Tulpe ein Seminar zum Thema Stressmanagement an. Dabei werden theoretische Grundlagen und auch praktische Tipps vermittelt, mit denen man individuell Stress ausgleichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Vorträge, Klausuren und Hausarbeiten anstehen, überkommt einen schnell ein altbekanntes Gefühl: Stress. Um mit diesem besser umgehen zu können, bietet das Career-Center der MLU am 29. Januar im Anhalter Zimmer der Burse zur Tulpe ein Seminar zum Thema Stressmanagement an. Dabei werden theoretische Grundlagen und auch praktische Tipps vermittelt, mit denen man individuell Stress ausgleichen kann.</p>
<p><a href="http://www.careercenter.uni-halle.de">www.careercenter.uni-halle.de</a><br />
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