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Artikel aus dem Heft

Jan 2017 hastuPAUSE Nr. 70 0

Von Gadsen und Atomocado

Als Jodel vor über zwei Jahren gegründet wurde, verstand es sich als eine Art »digitale Uni-Klowand«. Was erst einmal wenig ansprechend anmutet, entpuppte sich schnell als überaus erfolgreich – auch in Halle.

Jodel2Wer kennt sie nicht: Zahllose Flachwitze, Katzenbilder (gerne auch mal als »Gadsen« unterwegs), Witze mit Bezug zum Lörres (gemeint ist das männliche Geschlechtsteil) oder Storys über das berühmte Racingteam der Havag. Zugegeben, diese kleine Auswahl an Running Gags wird der studentischen App »Jodel« nicht ganz gerecht. Dennoch sind es vor allem solche oder ähnliche Beiträge, die die Applikation so erfolgreich machen. In Halle und Umgebung hat eine vier-, vielleicht auch fünfstellige Anzahl an vornehmlich jungen Menschen die kostenfreie Anwendung auf dem Smartphone installiert, genaue Zahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht. Für diejenigen, die Jodel nicht kennen, soll an dieser Stelle eine knappe Beschreibung folgen. Es ist nicht nötig, sich für die Nutzung zu registrieren, wodurch die App komplett anonym gehalten wird. Die Anwendung arbeitet mit GPS und einer Reichweite von zehn Kilometern, in denen den Nutzern Inhalte angezeigt werden. User können Posts (ebenfalls als »Jodel« bezeichnet) schreiben, die dann von anderen hoch- oder runtergevoted werden, und diese auch kommentieren. Die Summe der positiven und negativen Votes steht neben einem jeden Beitrag, wodurch eine Rangliste entsteht. Ganz oben in dieser Liste finden sich die Jodel, welche am beliebtesten sind. Sollte ein Jodel minus fünf Punkte erhalten, wird er automatisch gelöscht. Mehr, mehr, mehr

Jan 2017 hastuPAUSE Nr. 70 0

Das Wort zum Wort

Eine vielleicht etwas ambivalente Kolumne über Kommunikation und den Eindruck, dass Menschen immer weniger miteinander reden. Sie beobachtet und kommentiert. Und vielleicht will sie auch manchmal irgendwie eingreifen. Dieses Mal geht es um die Wichtigkeit von Namen.

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Foto: Caroline Bünning

»Would you know my name, if I saw you in heaven?«, fragt aus dem Radio Eric Clapton. Das Lied »Tears in Heaven« schrieb er 1991 für seinen mit nur vier Jahren verstorbenen Sohn Conor. Und während Clapton fragt, ob Conor seinen Namen wüsste, frage ich mich, warum gerade der Name so wichtig wäre. Warum nicht »Would you know who I am?« oder »Do you remember our visit to the circus?« Warum wäre es wichtiger, ob Conor Eric Clapton, den Sänger, erkennen würde als seinen Papa, mit dem er am Abend, bevor er aus dem Fenster im 53. Stock fiel und starb, im Zirkus war? Mehr, mehr, mehr

Jan 2017 hastuINTERESSE Nr. 70 0

Verbunden durch Tradition

Neue Rechte, rassistische und sexistische Muttersöhnchen, feierwütige Karrieretypen – vielfältig sind die Vorurteile, die über Studentenverbindungen und deren Mitglieder im Umlauf sind. Gespräche mit zwei aktuellen Mitgliedern, einem ausgeschiedenen Verbindungsstudenten und einem Stura-Mitglied sind der Versuch, der Wahrheit ein Stück näher zu kommen.

Gemälde von Georg Mühlberg

Gemälde von Georg Mühlberg

Josef ist 21 Jahre alt und studiert Hispanistik sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften im fünften Semester. Außerdem ist er Mitglied im »Verein deutscher Studenten«, kurz VDSt, in Halle.
Schon seit dem Beginn seines Studiums ist er in Kontakt mit der Verbindung: »Bevor ich angefangen habe zu studieren, habe ich mir das Zimmer angeschaut, bin dann eingezogen und habe mich nach ein paar Monaten dafür entschieden, Mitglied zu werden«, erzählt er. Sein Bundesbruder Florian (Name von der Redaktion geändert), ein anderes Mitglied des VDSt Halle, wurde hingegen von einem Kommilitonen mitgenommen und hat die Verbindung so nach und nach kennengelernt. Aus ihren Familien war niemand Teil einer Verbindung. Überhaupt käme das nur vereinzelt vor, meinen sie.
Jura-Student Sven, 22 Jahre alt, bietet eine ganz andere Perspektive. Er war Mitglied bei der Studentenverbindung »Sängerschaft Fridericiana« in Halle – und ist freiwillig ausgeschieden. Mehr, mehr, mehr

Jan 2017 hastuUNI Heft Nr. 70 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Redakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. Diesmal steht Christian Thomasius im Mittelpunkt, ein genialer Denker und Querkopf, der nicht nur die deutsche Philosophie entscheidend beeinflusste, sondern auch maßgeblich zur Gründung der hallischen Friedrichs-Universität beitrug.

Foto: Paul Thiemicke

Foto: Paul Thiemicke

Wenn die ersten Studierenden des Tages müde oder verkatert mit einem großen Kaffeebecher in der Hand die Treppen des Löwengebäudes erklimmen, werden sie schon erwartet. Mit halb strengem, halb belustigtem Blick sieht er auf sie hinab, wie sie sich die Stufen heraufschleppen. Kaum jemand beachtet ihn, Aufmerksamkeit bekommt er höchstens von kleinen Touristengruppen und den Reinigungskräften. Doch das scheint ihn nicht besonders zu stören, den Mann, der da in Bronze auf dem Treppenabsatz im Herzen des Löwengebäudes steht, in seiner Universität. Doch wer ist dieser Christian Thomasius, dessen Büste noch vor der Luthers und Melanchthons, vor Schleiermachers und Philippis Abbild diesen Ehrenplatz erhält? Mehr, mehr, mehr

Jan 2017 hastuUNI Heft Nr. 70 0

Wie geht es eigentlich der Demokratie?

Togrul Hasanzade ist 20 Jahre alt und studiert Politikwissenschaft im ersten Semester in Halle. Er erzählt von den politischen Problemen in seinem Heimatland Aserbaidschan, wie eine Demokratie idealerweise aufgebaut sein sollte und warum Deutschland Vorbild ist – aber nicht ohne Fehler.

Foto: Vinzenz Schindler

Foto: Vinzenz Schindler

Aus welchem Grund bist du nach Deutschland gegangen, um Politikwissenschaft zu studieren?
Ich habe einige Bekannte aus Deutschland und habe mich so mit dem Land beschäftigt. Die deutsche Kultur und Geschichte ist sehr interessant und vielfältig, das macht es spannend. Außerdem bin ich politisch sehr interessiert. Ich habe mir gedacht, dass es besser ist, in Deutschland etwas über Demokratie, Regierung und Politik zu lernen, da Deutschland sehr demokratisch ist. In Aserbaidschan ist es schwieriger.

Wie sieht es denn mit der Demokratie in Aserbaidschan aus?
Aserbaidschan ist kein totalitäres Land wie Nordkorea, aber es ist auch nicht demokratisch. Es sind noch keine Parteien ausgeschlossen worden, aber die Opposition wird unterdrückt, und es gibt keine freie Presse. Die Entwicklung in dem Land ist insgesamt bedenklich.
Ich bin sehr pro-europäisch eingestellt, und leider wird Europa von der Regierung sehr negativ dargestellt. Es wird regelrecht Desinformation betrieben, damit die Leute ein negatives Bild von Europa haben. Mehr, mehr, mehr

Dez 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 69 0

Das Wort zum Wort

Eine vielleicht etwas ambivalente Kolumne über Kommunikation und den Eindruck, dass Menschen immer weniger miteinander reden. Sie beobachtet und kommentiert. Und vielleicht will sie auch manchmal irgendwie eingreifen.

Foto: Katja Elena Karras

Foto: Katja Elena Karras

»It’s so funny how we don’t talk anymore« – Erst kürzlich überraschte mich diese Perle der Musikgeschichte aus dem Radio. Bekanntermaßen ein Liebeslied, in dem das lyrische Ich (beziehungsweise Sänger Cliff Richard) einer Verflossenen oder gerade Verfließenden nachweint und -singt. 1979 veröffentlicht. Meine Hörweise schlappe 37 Jahre später war zugegebenermaßen eine andere. Und am liebsten hätte ich dagegen angeschrien, dass ich es überhaupt nicht lustig finde, dass wir, rein subjektiv, immer weniger miteinander reden. Nicht bloß im Kontext der Liebe. Sondern generell. Wissenschaftlich belegen oder begründen will ich das an dieser Stelle nicht. Nur mich darüber aufregen. Wir, im Jahr 2016, haben mehr Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren, als irgendeine Generation vor uns. Wir können einander schreiben, ob das nun über die Vorlesungstische geschobene Zettelchen, verschickte Briefe, Postkarten oder elektronische, telekommunikative Nachrichten sind. Was wir dabei schreiben, muss noch nicht einmal zwingend Buchstaben enthalten, nein, im 21. Jahrhundert kann man durchaus komplette Nachrichten in Form von Emojis gestalten. Wir können uns Sprach- und Video-Nachrichten schicken. Ganz simpel, reden, aufnehmen und verschicken. Fertig. Oder telefonieren. Oder wir sprechen einfach miteinander. Mehr, mehr, mehr