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Artikel aus dem Heft

Feb 2019 hastuUNI Heft 0

Wenn Bibliotheken und Köpfe platzen

Wenige Wochen nach dem Weihnachtsstress geht es für viele Studierende schon mit der nächsten Anstrengung weiter: Klausuren, Hausarbeiten und mündliche Prüfungen stehen Anfang des Jahres vor der Tür. Doch wie bereiten sich die hallischen Studentinnen und Studenten dank neuer guter Vorsätze erfolgreich auf die anstehende Prüfungsphase vor?

Illustration: Janika Reichel

Kaum liegt das Silvesterfest zurück, wird auch schon die Lernphase eingeläutet. In den Bibliotheken der MLU herrscht dann hoher Betrieb. Bevor das eigentliche Lernen jedoch beginnen kann, wird erst einmal der Kampf um die freien Schließfächer eingeläutet. Wenn diese Prüfung erfolgreich bestanden wurde, kommt direkt die nächste Mammutaufgabe auf die Lerneifrigen zu: Das Aufsuchen von nicht reservierten Schreibtischen, denn die Plätze der Bibliotheken sind unter den Studierenden in dieser Phase heiß begehrt. Sind diese Hürden überwunden, steht dem Pauken des Prüfungsstoffes nichts mehr im Wege.

Der Politik- und Geschichtsstudent Nicklas umgeht den Platzmangel in den Bibliotheken geschickt: Er lernt einfach zuhause, »denn dort ist es ruhig, und ich werde nicht von den anderen abgelenkt«, sagt er. Für dieses Wintersemester muss er sich auf eine Klausur und zwei bis drei Hausarbeiten vorbereiten. Er beginnt ungefähr zwei Wochen vor der Klausur mit dem wiederholten Lesen seiner Mitschriften: »Allein durch das Mitschreiben während der Vorlesungen präge ich mir den Stoff schon etwas ein, durch das ständige Wiederholen verfestigt es sich dann.« Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuUNI Heft 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Redakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt geprägt haben. Dieses Mal beschäftigt er sich gleich mit mehreren besonders gut erhaltenen Köpfen: denen der Anatomendynastie Meckel.

Illustration: Designed by Freepik / Gregor Borkowski

Genie und Wahnsinn liegen bekanntlich nahe beieinander, Genie und Skurrilität wahrscheinlich noch näher. Das großzügige Stellenangebot einer russischer Kaiserin auszuschlagen, tausende Präparate anatomischer Fehlbildungen im eigenen Hinterhaus aufzubewahren und seine eigenen Kinder zu sezieren ist jedenfalls nur schwerlich als normal zu bezeichnen. Ein Durchschnittsprofessor war Philipp Friedrich Theodor Meckel ganz sicher nicht – dafür aber mit Leib und Seele Anatom. Mit seiner fast schon an Fanatismus grenzenden Leidenschaft für die Beschaffenheit und Funktionsweise des menschlichen Körpers zerlegte er Leiche um Leiche und häufte mit den Jahren wahre Berge konservierter Körperteile an. Trotz dieser herausstechenden Eigenschaft war Philipp Friedrich weder der erste Anatom in seiner Familie, noch sollte er der letzte bleiben – der Name Meckel steht bis heute für eine ganze Dynastie am Sektionstisch. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuINTERESSE Heft 0

Ein Herz für Groschenromane

H.P. Lovecraft hat es getan, genauso wie George R. R. Martin oder Agatha Christie: Sie alle schrieben Geschichten für Pulp Magazines. Im deutschen Sprachraum sind diese Werke vor allem unter der Bezeichnung Heft- oder Groschenroman bekannt und erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit. Eine Hommage.

Foto: Lisa Kollien

Sie tragen Titel wie »Fürstenkinder«, »Heimatroman« oder »Der Landarzt«. Man findet sie fast nie im Buchhandel, dafür aber in Hülle und Fülle im Zeitschriftenhandel. Sie sind preiswert, kompakt und passen in jede Tasche. Aber kaum jemand redet über sie: Die Groschenromane. Als Trivialliteratur verschrien, fristen sie ein Schattendasein unter ihren großen Schwestern, die mehr Anerkennung und mediale Aufmerksamkeit bekommen – den Büchern. Dabei sind die Heftromane für viele AutorInnen ein Sprungbrett in den seriösen Literaturmarkt. In der Universität werden sie kaum besprochen, mit etwas Glück in einem Vortrag erwähnt. Doch wie nicht alles Gold ist, was glänzt, sind auch Groschenromane weniger trivial, als es den Anschein hat. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuINTERESSE Heft 0

Die Jagd nach der Wahrheit

»#wir sind noch mehr – Deutschland in Aufruhr«. So betiteln sich 21 Autoren auf der Suche nach knallharten Fakten zur freien Meinungsbildung jenseits staatlicher Deutungshoheit. Gefunden haben sie aber dann leider doch nur ihre eigene Lesart. – Eine Rezension

Illustration: Emilia Peters

»Es vergeht beinahe kein Tag mehr, an dem sich Deutschland nicht weiter abschafft. Argumente zählen nicht mehr, nicht mal mehr Menschenleben. Wenn in Chemnitz ein Deutscher von einem abgelehnten Flüchtling erstochen wird, dann gerät ganz schnell das ermordete Opfer in den Mainstream­medien in den Hintergrund – bloß den bösen Rechten keine Argumente geben«. Herausgeber Hanno Vollenweider gelingt es schon im Vorwort des Sammelbands, vollkommen frei von Pietät zahlreiche Klischees radikaler neurechter Gesinnung fallenzulassen. Schade eigentlich, denn die auf dem Cover angekündigte fundierte Medienkritik bleibt dabei und auf den folgenden 500 Seiten überwiegend aus. Kritisiert und gerüffelt wird aber trotzdem fleißig. Neben »journalistischem Einheitsbrei« sind Islam, Politik und Wirtschaft im Fokus der einseitigen, polemischen Abfertigung. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuINTERESSE Heft 0

Düsterer Trend: True Crime

Serienkilller, Polizeiarbeit, Tatorte: Das wahre Verbrechen findet sich überall. Egal ob man den Fernseher einschaltet oder am Zeitschriftenregal vorbeiläuft. Warum schon unsere Großeltern zu Hobby-Kriminalistin wurden und wo sich der beste Stoff zum Gruseln und Mitfiebern findet, wird die Spurensicherung zeigen!

Illustration: Emilia Peters

Ich weiß noch genau, wie ich als Teenager mit meinem ersten Laptop nachts im Bett lag und eine Doku über Serienmörder nach der anderen schaute. Die Erzählungen, die Tatortbilder und auch die detaillierten Beschreibungen der echten Kriminalfälle faszinierten mich. Hätte man mich damals nach meinem »Hobby« gefragt, hätte ich bestimmt niemals zugegeben so etwas zu schauen. Auch dass ich später mal Gerichtsmedizinerin werden wollte, hätte ich definitiv nicht zugegeben. Zehn Jahre später gibt es diese Dokumentationen immer noch: »True Crime«, wie sie nun heißen, ist zum Trend avanciert. Das wahre Verbrechen, also die echten Kriminalfälle, sind inzwischen neben den erfundenen Geschichten ein eigenes Genre geworden. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuPAUSE Heft 0

Dämonen der Vergangenheit und der Gegenwart

Halle und Banja Luka – zwei StudentInnenstädte derselben Größe, eine in Deutschland die andere in Bosnien und Herzegowina. Sie haben einige Gemeinsamkeiten, und doch trennt sie ein großer Unterschied.

Foto: Antonia Taubert

Um 18 Uhr läuten die Glocken. Es ist nicht die Dame Händel im Roten Turm, die ihren riesigen, gusseisernen Körper schwingt. Hier sind es die Glocken der orthodoxen Christ-Erlöser-Kathedrale, die ihren Klang zum Besten geben. Mit »hier« ist Banja Luka gemeint. Das »Lukasbad« ist die zweitgrößte Stadt in Bosnien und Herzegowina. Die Stadt befindet sich in der Republika Srpska – der »serbischen Republik« – wie diese ins Deutsche übersetzt wird. Die Republika Srpska ist ein Teilgebiet Bosniens und Herzegowinas, welches mehrheitlich, aber keinesfalls ausschließlich von ethnischen SerbInnen bewohnt wird und über eine gewisse politische Autonomie verfügt. Bosnien und Herzegowina – ein Gebilde mit viel geschichtlicher und sozial-politischer Verwirrung. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuINTERESSE Heft 0

Faszination am Gruseln

Schauerliche Geschichten haben eine seltsame Anziehungskraft. Ob Stephen Kings Pennywise oder Mary Shelleys namenloses Monster aus Leichenteilen: Solche Geschichten haben eine lange Tradition, deren Erforschung ebenso interessant sein kann wie ihr Genuss. Ein Interview mit dem Theologen Marco Frenschkowski bietet Antworten auf einige Fragen.

Illustration: Sophie Ritter

Woher kommt die Faszination an unheimlichen, unerklärlichen Dingen? Wieso verbringen Menschen ihre Zeit mit Meistern des Schauerlichen, wie Edgar A. Poe, Bram Stoker, Gustav Meyrink, H. P. Lovecraft oder Stephen King? Wieso verbringen Autoren ihre Zeit damit, Geschichten von Monstern zu schreiben, die sie in ihrem Unterbewusstsein suchen und nicht mehr unter ihren Betten? Antworten auf solche Fragen gab ein Professor für evangelische Theologie in Leipzig. Dieser hatte bereits neben seiner Lehrtätigkeit an der Universität Leipzig seit vielen Jahren auch Forschungen im Bereich unheimlicher und fantastischer Literatur publiziert. Mehr, mehr, mehr

Feb 2019 hastuPAUSE Heft 0

Warum es einen feministischen Streik braucht!

Im letzten Jahr streikten in Spanien über 5 Millionen Menschen im Haushalt oder legten ihre Arbeit nieder. Die Bewegung richtete sich vor allem gegen sexistische Diskriminierung und sexualisierte Gewalt. In diesem Jahr wollen auch in Deutschland bundesweit Menschen ein Zeichen gegen Sexismus setzen. In fast 30 Städten organisieren daher örtliche Gruppen die Aktionen zum Internationalen Frauentag, am 8. März. Ein Gastbeitrag.

Wir schreiben das Jahr 2019. Von modernsten technischen Entwicklungen unserer Zeit abgesehen, fühlt es sich manchmal so an, als würden wir, geht es um feministische Ideen, weit in eine vormoderne Zeit zurückgeworfen. Frauenwahlrecht, Gleichberechtigungsgesetze, Elterngeld, die Anerkennung ‚diverser» Geschlechtsbeschreibungen bei der Geburt und Ehe für alle – das sind Schritte zu mehr Gleichberechtigung. Gerecht geht es zwischen den Menschen trotzdem noch nicht zu. Egal, ob es um angeblich typische Eigenschaften geht oder um Ehe-Privilegien, um die mies bezahlten Jobs in der Pflegebranche, um unbezahlte Arbeit oder um die mediale Darstellung von Frauen als verfügbare Objekte, die geschlechtergerechte Verteilung von Aufgaben in der Familie, der Lohnarbeit, des Gehalts und der gesellschaftlichen Anerkennung befinden sich noch immer in einer erheblichen Schieflage. Mehr, mehr, mehr