Feb 2019 hastuUNI Heft 0

Wenn Bibliotheken und Köpfe platzen

Wenige Wochen nach dem Weihnachtsstress geht es für viele Studierende schon mit der nächsten Anstrengung weiter: Klausuren, Hausarbeiten und mündliche Prüfungen stehen Anfang des Jahres vor der Tür. Doch wie bereiten sich die hallischen Studentinnen und Studenten dank neuer guter Vorsätze erfolgreich auf die anstehende Prüfungsphase vor?

Illustration: Janika Reichel

Kaum liegt das Silvesterfest zurück, wird auch schon die Lernphase eingeläutet. In den Bibliotheken der MLU herrscht dann hoher Betrieb. Bevor das eigentliche Lernen jedoch beginnen kann, wird erst einmal der Kampf um die freien Schließfächer eingeläutet. Wenn diese Prüfung erfolgreich bestanden wurde, kommt direkt die nächste Mammutaufgabe auf die Lerneifrigen zu: Das Aufsuchen von nicht reservierten Schreibtischen, denn die Plätze der Bibliotheken sind unter den Studierenden in dieser Phase heiß begehrt. Sind diese Hürden überwunden, steht dem Pauken des Prüfungsstoffes nichts mehr im Wege.

Der Politik- und Geschichtsstudent Nicklas umgeht den Platzmangel in den Bibliotheken geschickt: Er lernt einfach zuhause, »denn dort ist es ruhig, und ich werde nicht von den anderen abgelenkt«, sagt er. Für dieses Wintersemester muss er sich auf eine Klausur und zwei bis drei Hausarbeiten vorbereiten. Er beginnt ungefähr zwei Wochen vor der Klausur mit dem wiederholten Lesen seiner Mitschriften: »Allein durch das Mitschreiben während der Vorlesungen präge ich mir den Stoff schon etwas ein, durch das ständige Wiederholen verfestigt es sich dann.«

Wie Nicklas eignet sich auch die Psychologiestudentin Maria den Prüfungsstoff lieber an ihrem Schreibtisch zuhause an. Die Inhalte aus den Vorlesungen und Seminaren teilt sie hierfür in verschiedene Lernfelder auf. Vier Wochen vor der Klausur besteht jeder Tag von ihr dann aus insgesamt zwei Themengebieten, die jeweils eine halbe Stunde dauern: »25 Minuten lernen und fünf Minuten Pause – so lange, bis alles durch ist«, erzählt Maria. Dies wird auch die Pomodoro-Technik genannt.

»Für meine Klausuren im Bachelor habe ich am liebsten in einer Gruppe gelernt«, schildert Henriette, Masterstudentin der Biologie. Um die Fachbücher ihres Studienganges bei den Vorbereitungen nutzen zu können, ging sie mit ihrer Lerngruppe oft in die Räumlichkeit der Bibliothek am Heide-Campus. Jetzt übt sie im Masterstudium allerdings lieber alleine, da ihre Module nur noch von einer kleinen Anzahl an Studierenden besucht werden. Im letzten Semester musste sie sich auf zwei Vorträge vorbereiten, welche sie vor ihren jeweiligen Arbeitsgruppen halten musste. Dazu kamen dann noch zwei Klausuren. Ihre Lernmethode war das »gefühlt hundertmalige Lesen der Lernzettel«, so Henriette.

Illustration: Janika Reichel

»Ich habe das Glück, eine der wenigen zu sein, die um den Prüfungsstress weitgehend herumkommen«, berichtet Tanja. Als Studentin der Medien- und Kommunikationswissenschaften schreibt sie am Ende des Semesters hauptsächlich Hausarbeiten. Zu Beginn des neuen Jahres erarbeitet sie hierfür schon mal einen Schreibplan, an dem sie sich als Gerüst lang hangeln möchte. Für ihr Nebenfach Japanologie wird das Lernen dann schon deutlich aufwendiger. Die Vokabeln, die Grammatik und die japanische Schrift (Kanji) muss Tanja sich mit Hilfe von Karteikarten einprägen. »Eigentlich lerne ich aber insgesamt recht wenig«, verrät Tanja abschließend.

Die ehemalige Zahnmedizinstudentin Sanna bevorzugte während ihres Studiums abwechselnde Lernorte: »Ob zu Hause, am Schreibtisch oder am Esstisch, in der Bibliothek oder im Café«, beschreibt sie. »So ist kein Ort durch das Lernen negativ behaftet.« Für ein gutes Gefühl beim Aufarbeiten des Examensstoffes favorisierte sie die Nähe von Studierenden, die ebenfalls lernen müssen, »aber ein gemeinsames Lernen mit anderen Kommilitonen verwirrt mich«, ergänzt Sanna. In ihrem ersten Semester bestanden die Modulprüfungen aus zwei Klausuren und vier Testaten, für die sie viel auswendig lernen musste. Um den Stoff besser greifbar zu machen, schrieb sie sich hierfür Lernzettel. Diese wurden dann immer wieder neu überarbeitet und ergänzt.

Ob Karteikarten, Lernzettel oder Mitschriften, schnell fällt auf: Die Strategien zur Prüfungsvorbereitung sind so vielfältig wie die Studierenden selbst. Schließlich führen viele Wege zu einer (hoffentlich) bestandenen Prüfung. Wir wünschen daher allen Studentinnen und Studenten gute Nerven und viel Glück!

Über Janika Reichel

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Erstellt: 20.02. 2019 | Bearbeitet: 20.02. 2019 17:11