Feb 2018 hastuUNI Online 0

Von Freude und Protest

Dass die zweite Sitzung des Sturas im neuen Jahr von kurzer Dauer sein würde, war zu bezweifeln, da bereits die Tischordnung einen Ausblick auf eine große Anzahl von diskussionsfreudigen und polarisierenden Themen gab. So kam nicht nur das Projekt „Studis ON AIR“, sondern auch die drohende Schließung der Instrumental- und Gesangspädagogik zur Sprache.

Foto: Helena Heimbrügge

Die sechste Sitzung des 28. Studierendenrates der MLU wurde Punkt 19.06 Uhr von den beiden Sitzungsleitern Kai Krause (LHG) und Imke Maß (Die LISTE) eröffnet. Nach Feststellung der Beschlussfähigkeit und den Angestelltenbelangen, welche in kurzer Form vorgebracht wurden, ging man zum ersten großen Punkt der Tagesordnung über.

Die Satzungsänderung zugunsten von Radio Corax und dem damit verbunden ASQ »Studis ON AIR« sollte besprochen und darüber abgestimmt werden. Schon in einem unserer vorausgegangen Berichte haben wir diesen Sachverhalt geschildert und ebenso, dass der gestellte Antrag damals mit knapper Mehrheit aufgrund der späten Stunde und fehlenden Stimmen abgelehnt wurde.

Das Team von Radio Corax habe nach diesem letzten Versuch viele Rückmeldungen erhalten, so die Vertreterin, dass einige den Antrag gar nicht wahrgenommen oder mitbekommen haben. Viele FSRs und AKs haben nun ihre Unterstützung zugesagt, woraufhin der neue Antrag gestellt wurde. Zusammen mit jeweils einem Mitglied des Alternativen Vorlesungsverzeichnisses (ALV), wie auch dem AK Protest, trat die Vertreterin diesmal erneut vor den Stura, um das Anliegen zu einer Abstimmung zu bringen.

Zunächst wurde der Inhalt des Antrages wie auch die Begründung für dessen Notwendigkeit den Anwesenden noch einmal vorgestellt. Danach äußerten sich das Mitglied des ALV, wie auch das des AK Protest, über die Vorteile, die sie in der Institution des Studentenradios sehen. Die beiden Vorschläge, welche aus dem letzten Zusammentreffen hervorgegangen seien, das Radio aus dem Projekttopf zu finanzieren oder einen Arbeitskreis dafür zu gründen, würden das Problem nicht lösen, so der Vertreter des AK Protest. Nachdem die einzelnen Standpunkte vorgebracht und angehört wurden, kam es zur Abstimmung. Sowohl die Änderung der Satzung, wie auch die neue Finanzierung des Studierendenradios erhielten die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Daraufhin verließen viele glückliche Gesichter den Saal.

Nach diesem ersten großen Punkt folgte eine Diskussion bezüglich der Löschung von beleidigenden beziehungsweise rechtsextremen Kommentaren auf der Facebookseite des Sturas. Auch diese Diskussion hat ihren Ursprung bereits in einer vorangegangen Sitzung. Lukas Wanke (OLLi), einer der Sprecher des Sturas, meinte dazu, dass es eine Art Ausschlussklausel geben sollte, die besagt, dass Menschen, die sich offen zu menschenverachtenden Gruppen bekennen, ausgeschlossen werden sollen. Dies solle aber keine »schwarze Liste« darstellen, so der Sprecher. Martin Lohmann, der Hauptverantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit des Sturas, wies darauf hin, dass es wenig sinnvoll sei, immer Stellung zu beziehen, da diese Richtigstellungen in der Kommentarspalte von Facebook ohnehin irgendwann verschwinden. Die Diskussion wurde mit der Feststellung beendet, dass Martin sich weiter als Admin um die Facebookseite betätigt, Kommentare und Falschaussagen löschen und sich um die Richtlinien kümmern wird.

Im Zuge der Referentenbelangen wurde davon berichtet, dass ein Treffen mit dem Stura der Uni Magdeburg stattgefunden habe und eine bundeslandweite Vernetzung der Studierendenräte der Hochschulstandorte angestrebt wird.

Ebenso kam die zu dieser Zeit noch anstehende Senatssitzung, welche am 24.01. stattfand, zur Sprache und damit auch die drohenden Schließungen der Japanologie und der Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP). Für Letztere gebe es verschiedene Pläne, die im Raum stehen, so der Referent – etwa die Einführung eines Masterstudienganges für Instrumentalpädagogik, der als Aufbaustudium auf das gängige Lehramtsstudium folgen könne. Dem Einwurf des Sitzungsleiters Kai Krause, dass der Dekan der IGP im Gespräch klarstellte, dass er keinerlei Interesse an der Aufgabe des Studiengangs habe, setzte ein Mitglied entgegen, dass es nicht relevant sei, was der Dekan fühle. Es sei wichtig, sich klar gegen die Schließung zu stellen und durch die Vertretung in der Senatssitzung deutlich machen zu lassen, dass die angestrebten Pläne keine Option seien. Ebenso rief das Mitglied zu weiteren Protesten gegen die drohenden Schließungen auf. Daraufhin wurde der Tagesordnungspunkt, der den inhaltlichen Stadtpunkt der Vertretung in der Senatssitzung behandelte, vorgezogen und zur Abstimmung gebracht. Es wurde sich für den Protest und gegen die Schließung ausgesprochen.

Nach diesem Punkt wurden die Referentenbelange fortgesetzt, in denen die Ausschreibung der Stelle des Referats für Internationales thematisiert und durch eine Abstimmung auch angenommen wurde.

Foto: Helena Heimbürge

Die Referentin für Hochschulsport und Gesundheit, Mimie Fischer (OLLi), lenkte daraufhin die Aufmerksamkeit auf ein für sie wichtiges Thema. Sie berichtete von dem geplanten Bau einer neuen Sporthalle in Heide-Nord. Für diesen Neubau wird die Abgabe von drei anderen von der Uni genutzten Turnhallen gefordert. Durch dieses Vorgehen werde nicht mehr Platz für das Sportangebot geschaffen – eher sei das Gegenteil der Fall. Deswegen rief sie dazu auf, den existierenden Mehrbedarf im Sportangebot zu sammeln und anzubringen; welche Kurse es noch unbedingt geben sollte, vielleicht welche, die man selbst gerne anbieten möchte oder Kurse, deren Kapazität vergrößert werden sollten.

In den darauf folgenden Berichten der Arbeitskreise wurden unter anderem ein neues Sprecherinnentandem des AK Ökologie bestätigt und darauf eine weitere Verlängerung der Ausschreibung des Wahlleiters und des -ausschusses bis zum 28.02. beschlossen.

Nach einer allseits erwarteten Pause traten zwei Vertreterinnen des Vereins TEDx Uni Halle vor die Sitzung und stellten den Anwesenden das von ihnen vertretene Event vor. Dabei handelt es sich um einen selbstorganisierten Ableger der TED Talks, bei denen die fortschrittlichsten Denker und Macher in einem kleinen Rahmen zu ihren Themen referieren und diskutieren. Die Talks werden über Live Stream für alle Interessierten bereitgestellt. Im letzten Jahr fand bereits die erste Veranstaltung dieser Art an der Uni statt und auch die diesjährige befindet sich schon in der Planungsphase. Hierfür warben die beiden für eine finanzielle Unterstützung durch den Stura. Nach Beendigung der Vorstellung begann eine längere Diskussion über die Höhe der Unterstützung, in welcher unterschiedliche Meinungen und Stimmen zu hören waren. Letztendlich ging es in eine namentliche Abstimmung, in der zunächst für einen niedrigeren Unterstützungsbetrag und dann für die Änderung der Antragshöhe auf 1.500€ gestimmt wurde. Diesem Antrag, verbunden mit der zugesicherten Hilfe bei der Suche nach weiteren Investoren, wurde dann auch zugestimmt.

Es folgten noch zwei Anträge des RCDS, wobei der Erste, bezüglich des Aufnahmestopps im Lührmann, nach einer kurzen Rücksprache mit Mimie zurückgezogen wurde. Der Zweite forderte die Änderung der Geschäftsordnung dahingehend, dass ein Antrag nur einmal innerhalb einer Wahlperiode gestellt werden dürfte. Der Antrag wurde abgelehnt.

Ein weiterer Antrag bezüglich der Hasi wurde auf eine andere Sitzung vertagt.

Das Ende der Sitzung bildeten die Berichte der Sprecher*innen, in welchen vor allem die Sprecher für Soziales anmerkten, dass ihnen zu wenig Zeit für die administrativen Aufgaben bliebe. Daher wurde geraten, zur nächsten Sitzung einen Antrag auf Hilfe zu stellen, welche ihnen aber auch schon von anderen Stura-Mitgliedern zugesichert wurde.

An diesem Abend schlossen die Sitzungsleiter die Sitzung um 22.27 Uhr und alle machten sich durch die trübe Dunkelheit auf den Weg nach Hause.

  • Die nächste Sitzung des Studierendenrates findet am 05.02. statt.
  • Wir berichten regelmäßig über die Sturasitzungen. Weitere Berichte findet Ihr hier.

Über Helena Heimbürge

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Erstellt: 01.02. 2018 | Bearbeitet: 15.04. 2018 17:25