Jan 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 76 0

Träumen mal anders

Ende Januar ist es so weit. Vom 26. bis 28. kann in Leipzig an der DreamHack teilgenommen werden. Ob als einfacher Besucher oder LAN-Party-Spieler, das größte digitale Festival seiner Art bildet seinen eigenen Kulturkreis. Doch was ist die DreamHack, was kann man von der Leipziger Variante erwarten?

Foto: DreamHack

»Woodstock ohne Schlamm und Drogen«, so beschreibt Festivalleiter David Garpenståhl das Event. Doch der Ursprung des weltgrößten digitalen Festivals ist kleiner kaum vorzustellen. Anfang der 90er Jahre, von Freunden im Keller einer schwedischen Grundschule gegründet, wuchs die Zusammenkunft stetig. 1994 zogen sie in die Schulcafeteria um und nannten sich DreamHack. Nur drei weitere Jahre waren nötig, um zur größten LAN-Party Schwedens aufzusteigen. Schließlich wurde 2001 das Fundament für die heutigen Größenverhältnisse gelegt, indem als Veranstaltungsort zum ersten Mal das Messegelände der schwedischen Stadt Elmia gebucht wurde. Bis heute füllt das halbjährliche Event dort die Hallen.

Mittlerweile ist die DreamHack mehr als nur ein Treffen für computerkulturbegeisterte Teenager aus Schweden. Sie mutierte zur internationalen Firma, die 2017 elf Veranstaltungen in Kanada, USA, Frankreich, Spanien, Schweden und auch Deutschland für über 250 000 Besucher organisierte. Online brachte es die Firma auf mehr als 90 Millionen individuelle

Zuschauer. Erst diese enorme Nachfrage lässt das Event zum Festival aufsteigen. Auch Leipzig erfreut sich an hohen Besucherzahlen. Nach achtjähriger Pause findet eine Veranstaltung seit 2016 wieder auf dem dortigen Messegelände statt. Das Herz jeder DreamHack bildet die LAN-Party, auf der über tausend Hobby- und Profi-Gamer an Spielen und Turnieren im Netzwerk partizipieren können.

Deutschlands größte LAN-Party

Den Auftakt 2018 bildet die deutsche Seite der DreamHack. Vom 26. bis 28. Januar findet das Gaming-Festival zum dritten Mal in Leipzig statt. So wird Deutschland der Fokus der internationalen eSport-Szene für Spiele wie StarCraft II, Rocket League oder Pokémon mit Preisgeldern bei einzelnen Spieltiteln von bis zu 100 000 Dollar.

Dennoch können auch Freizeitgänger auf dem Event einiges erleben. Die DreamHack Leipzig bietet sieben Highlights: Die Hauptattraktion für Besucher sind die »DreamHack Open eSports tournaments«, auf denen professionelle Teams und Amateure, die sich vor Ort qualifizieren, um Preisgelder und Sachpreise kämpfen. Hingegen erfreuen sich richtige Teilnehmer wohl am meisten an der »LAN-Party«, bei der auf über 1500 Plätzen 24 Stunden am Tag gespielt wird – bundesweit die größte Veranstaltung seiner Art. Hierfür werden verschiedene Tickets angeboten; für Gamer, die ihren eigenen PC mitbringen oder einen gestellt bekommen wollen.

Doch auch der Messe-Aspekt wird nicht vernachlässigt, denn die »Exhibition DreamExpo« füllt die Halle mit verschiedensten Unternehmen der

Gaming-Branche, die ihre neueste Soft- und Hardware für Computer vorstellen. Zudem werden hier auch im Eventbereich Bühnenshows sowie Gewinnspiele angeboten. Im direkten Anschluss findet man den »DreamStore«, ein getrennter Bereich, auf dem der Verkauf aller vor Ort angebotenen Waren stattfindet, unter anderem auch Merchandise der anwesenden professionellen Teams und von der DreamHack selbst. Wer als Fan von Youtube und Twitch das Event betritt, kann in der »Stream Area« die bekanntesten Persönlichkeiten treffen, die dort ihre Livestreams abhalten. Weiterhin gibt es einen Wettbewerb für alle Kostümbegeisterten, den »Cosplay-Contest«, auf dem sich die Verkleideten vor einer Jury in sechs separaten Kategorien behaupten müssen. Und zuletzt kommen auch Fachbesucher in der »Business Lounge« auf ihre Kosten, da der getrennte Bereich eine Geschäftsatmosphäre zum Besprechen und Vernetzen schafft.

Auch wenn der Vergleich zu Woodstock hinkt, so ist der kulturelle Einfluss der DreamHack kaum abzustreiten. Ein Event dieser Größe verbindet Menschen aus allen Lebenslagen, und ein Ende des Wachstums dieser Branche ist nicht in Sicht.

Foto: DreamHack

Über Thibault Xhonneux

, ,

Erstellt: 28.01. 2018 | Bearbeitet: 28.01. 2018 16:05