Okt 2018 hastuINTERESSE Heft Nr. 80 0

Neu hier? Kein Problem

Aller Anfang ist schwer, vor allem, wenn man in einer neuen Stadt studiert. Wenn es plötzlich heißt, auf eigenen Beinen zu stehen. Aber womit fängt man an? Ein kleiner Überblick über das, was Euch in Halle erwartet, was Ihr braucht, wann Ihr es braucht und wo Ihr es findet. Seid willkommen!

Illustration: Sophie Ritter

Partyhungrig oder doch in die Kneipe? Zwei wichtige Fragen gleich zu Beginn. Denn auch diese bestimmen in Zukunft Euer Leben in Halle, mit neuen Herausforderungen und vor allem auch neuen Problemen rund um die Organisation Eures studentischen Alltags.

Wohnen

Solltet Ihr schon ein lauschiges Plätzchen zum Wohnen gefunden haben, ob nun alleine oder mit mehreren unter einem Dach, ist die erste Hürde schon gemeistert. Falls nicht, solltet Ihr Euch ans Studentenwerk oder die gängigen »Biete-WG-Zimmer«-Seiten im Internet wenden. Habt Ihr einen Unterschlupf in einem der vielen Wohnheime der Stadt ergattert, dann solltet Ihr noch folgendes beachten: Bewahrt alle wichtigen Dokumente auf! Mietvertrag, Internetvertrag und andere Nachweise. Zudem solltet Ihr ohnehin Euren Wohnsitz in Halle anmelden. Wer das versäumt, dem drohen unter Umständen sogar empfindliche Bußgelder seitens der Stadt, die mit fortschreitender Zeit nicht geringer werden. Um das zu vermeiden, müsst Ihr Euch nur online einen Termin beim Bürger­service am Marktplatz machen, was in der Regel recht kurzfristig möglich ist.

Schließlich fällt nun auch für Euch der Rundfunkbeitrag an, außer Ihr bekommt BAföG. Ein Haushalt mit mehreren Personen muss den Betrag nur einmal entrichten. Dazu aber später mehr. Ist das alles erledigt, habt Ihr eine Basis, ein eigenes Reich, wenn Ihr so wollt, von dem aus Ihr in den Dschungel von Bürokratie, Mensaessen und öffentlichen Verkehrsmitteln aufbrechen könnt. Erfolgreich studieren, das ist Euer Ziel. In Regelstudienzeit oder nicht, das bleibt nur Euch allein überlassen. Ohnehin habt Ihr für solche Gedanken erst einmal keine Zeit. Ihr braucht einen Stundenplan, denn schließlich geht bald das Semester los, und Ihr wollt noch einen Platz in Eurer Lieblings- beziehungsweise Pflichtveranstaltung bekommen.

Module und Co.

Aber vorher noch kurz ins Löwenportal. Das dürfte Euch bekannt vorkommen. Benutzername ist Eure Matrikelnummer, und das Passwort habt Ihr mit allen wichtigen Unterlagen zugesandt bekommen. Diese Seite werdet Ihr in Zukunft öfter besuchen als so manche Party in der Stadt. Dort findet Ihr Eure Noten und alle angemeldeten, bestandenen und nicht bestandenen Prüfungen sowie Hinweise, welche Module für welches Semester zu belegen sind. Wichtig: Modulanmeldung! Welche, fragt Ihr Euch sicher? Zuerst am besten die, die in den Modulbeschreibungen für Euren Studiengang stehen. Im ersten Semester sind das in der Regel sämtliche Einführungs- und Basismodule. Die Belegung ist relativ frei wählbar, es gibt aber für jedes Semester entsprechende Empfehlungen, um das Studium möglichst in Regelstudienzeit absolvieren zu können. Wichtig #2: Fristen beachten! Die Anmeldungen sind an bestimmte Zeiträume gebunden. Verpasst diese nicht und kümmert Euch demnach rechtzeitig darum. Ohne Modulanmeldung keine Prüfungsanmeldung und keine Wertung. Solltet Ihr mal ein Modul mehr angemeldet haben, könnt Ihr dieses ohne Problem wieder abmelden.

Übrigens findet Ihr im Löwenportal auch sämtliche Nachweise Eures Studienverlaufs zum Ausdrucken: Zum Beispiel Bescheinigungen für die Immatrikulation oder das BAföG-Amt. Achtet dabei unbedingt auf die Gültigkeit für das richtige Semester. Die Bestätigung für Eure An- und Abmeldung erfolgt stets über die Eingabe der TAN, auch dazu später mehr.

Stundenplan, Veranstaltungen und Co.

Weiter ins Stud.IP, das andere Portal rund um den Studienplan und Semesterablauf. Mit Euren Zugangsdaten, die Ihr mit Eurer Immatrikulationsbenachrichtigung per Post bekommen habt, loggt Ihr Euch ganz simpel ein und könnt sofort loslegen. Fürs Erste interessiert Euch wirklich nur die Belegung der richtigen Veranstaltungen im benötigten Modul Eures Studiengangs. Schwarzes Brett und Nachrichten, die man mit Beginn des Semesters durchaus auch checken sollte, sind für Euch vorerst zweitrangig. Wichtig bei der Anmeldung zu den Veranstaltungen: Je früher, desto besser! Die Plätze sind begrenzt, reichen aber in der Regel aus. Selbst wenn Ihr mal mit Angstschweiß vorm Monitor sitzt, weil Ihr denkt, dass aufgrund voller Auslastung Eure Veranstaltung nicht mehr belegt werden kann, keine Sorge: Zur Not geht Ihr trotzdem hin und bekommt mit ein wenig Glück einen Platz als Nachrücker. Sprecht gerne mit den Dozenten, auch wenn es zu Beginn schwerfällt. So könnt Ihr Euch dann Euren ganz individuellen Stundenplan zusammenstellen.

Solltet Ihr nebenbei also an Sportkursen teilnehmen wollen oder einfach mehr Freizeit benötigen, bleibt Ihr so recht flexibel. Zumindest in den meisten Fächern. Neben der Auflistung und Auswahl Eurer Veranstaltungen bietet Stud.IP aber noch mehr: Zusätzlich zur Info über den Semesterablauf stellen Euch die Dozenten meist Dateien zu ihren Veranstaltungen bereit. Zudem gibt es die Möglichkeit, am Schwarzen Brett Anzeigen aufzugeben und Gesuche zu durchforsten. Von Wohnungsannoncen über den verlorenen Studierendenausweis bis hin zu Möbeln – hier werdet Ihr fündig. Selbst gebrauchte Bücher oder das passende Fahrrad, um in Zukunft zur Uni zu radeln, könnt Ihr dort ergattern.

Bücher

Worst-Case-Szenario: Für Euch läuft die erste Woche der Vorlesungszeit, und Ihr müsst für ein Seminar schon die Woche darauf ein Referat halten, wisst aber nicht, wo Ihr Bücher herbekommt. Das ist in Halle zu Beginn äußerst verwirrend. Eure erste Anlaufstelle sollte in jedem Fall das Hauptgebäude der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) in der August-Bebel-Straße 50 sein. Bevor Ihr nämlich Bücher leihen könnt, müsst Ihr Euren Studierendenausweis registrieren lassen. Die Anmeldung findet Ihr gleich im Erdgeschoss auf der linken Seite. In der Einführungswoche werden von der Uni auch Führungen in Eurer Zweigbibliothek angeboten, die zu besuchen sich lohnt. Hier bekommt Ihr einen ersten Überblick über das Ausleihsystem und die Organisation rund um die Zweigstellen der ULB. Übrigens muss Euer Studentenausweis jedes Jahr neu registriert, also verlängert werden, was in jeder der Zweigstellen möglich ist.

Studierendenausweis

Niemals verlieren und immer dabei haben, wenn es um Uni-Angelegenheiten geht. Diese Karte gilt auch als Bibliotheksausweis, Fahrkarte im gesamten MDV-Gebiet und Prüfungsidentifikation. Zudem könnt Ihr sie, wenn der kleine oder große Hunger kommt, aufladen und in den Mensen sowie Cafeterien Eures Campus bargeldlos zahlen. Dafür stehen im Löwengebäude, manchen Bibliotheken und in den Mensen entsprechende Geräte zur Aufladung mit Bargeld oder Girocard bereit.

Wichtig ist zudem, dass Ihr diese Karte immer up to date haltet: Validiert Euren Ausweis also vor Beginn eines jeden Semesters an den dafür vorgesehenen Geräten im Löwengebäude, im Haus 31 der Franckeschen Stiftungen, in der Weinberg- oder Heidemensa. Das Validieren für das zweite Semester ist auch schon möglich, sobald Ihr Euch im Januar für das Sommersemester zurückgemeldet habt. Dort wird der Gültigkeitsstempel dann erneuert und gilt wieder als Nachweis. Wichtig ist dies vor allem bei der Nutzung als Fahrkarte im Nahverkehr. Haltet diese Karte also in Ehren!

E-Mail für Dich

Mit der Bestätigung Eurer Immatrikulation habt Ihr auch eine persönliche Uni-Mailadresse bekommen. Diese ist mit Stud.IP verknüpft und zeigt Euch meist die Nachrichten aus dem Portal in Eurem Posteingang an, sofern dies eingestellt wurde. Natürlich könnt Ihr auch Eure eigene E-Mail-Adresse weiterbenutzen. Wollt Ihr sämtliche Nachrichten der Uni also auf Eure private E-Mail-Adresse umgeleitet haben, könnt Ihr das mit ein paar wenigen Mausklicks in den Einstellungen tun. E-Mail-Adressen von Professoren oder Dozenten findet Ihr auf deren Profil im Stud.IP.

Prüfung

Ende der Vorlesungszeit. Nun geht es ans Eingemachte. Eure ersten Prüfungen stehen an. Erfolgreich bestehen könnt Ihr diese aber nur, wenn Ihr Euch vorab und vor allem auch wieder rechtzeitig im Löwenportal zu den entsprechenden Prüfungen angemeldet habt. Falls Ihr das versäumt, könnt Ihr die Prüfung zwar bestreiten, aber die Note wird dann nicht offi­ziell verbucht. Das heißt, Ihr müsst im kommenden Semester oder je nachdem, wann das entsprechende Modul noch mal angeboten wird, erneut antreten. Das könnt Ihr verhindern, indem Ihr Eure Module, in denen Ihr geprüft werden wollt, so früh wie möglich anmeldet. Hat das alles geklappt und Ihr habt Eure ersten Prüfungen erfolgreich über- und vor allem bestanden, dann stehen von nun an die entsprechenden Noten und Verweise im Löwenportal. Nicht für alle Module gibt es Noten. Bei manchen reicht es auch, sie einfach zu bestehen.

TransAktionsNummer

TANs sind Euch vielleicht aus dem Online-Banking bekannt. Im Löwenportal haben sie eine recht ähnliche Funktion. Ohne diese Nummern, von denen Ihr bei Eurer Imma­tri­kulationsbestätigung einen ersten Block per Post bekommen habt, könnt Ihr im Löwenportal nichts bestätigen oder buchen. Es beginnt bei der Anmeldung zu Euren Wunschmodulen und endet beim Herunterladen von Bescheinigungen immer mit der Eingabe der richtigen TAN. Den ersten Satz Nummern solltet Ihr gut aufbewahren. Auch die folgenden TAN-Blöcke, die Ihr Euch ganz einfach im Löwenportal unter dem entsprechenden Menüpunkt neu erstellen könnt, solltet Ihr ausdrucken und wieder gut verwahren. Falls Ihr diese Liste trotz aller Sorgfalt doch einmal verlieren solltet, könnt Ihr einfach mit Eurem Studierenden­ausweis im Löwengebäude an den Schalter gehen und bekommt dort nach wenigen Minuten einen neuen Block ausgedruckt.

Rückmelden

Kurz vor Ende der Vorlesungszeit müsst Ihr Euch an der Uni zurückmelden. Das geschieht ganz einfach, indem Ihr den Semesterbeitrag bezahlt (zum aktuellen Wintersemester lag er bei 202,45 €, wird zum Sommersemester aber wieder leicht sinken). Die Fristen findet Ihr im Löwenportal oder noch mal als Info in Eurem Willkommenspaket zur erfolgreichen Immatrikulation. Des Weiteren verschickt die Uni auch Infomails immer dann, wenn die Rückmeldephase beginnt, und kurz bevor sie endet.

BAföG beantragen

Für die meisten unter Euch sicher schon beim Lesen ein Graus, für viele jedoch lebensnotwendig: der BAföG-Antrag. Im Ernst, mit so viel Bürokratie wie mit dem Antrag auf finanzielle Unterstützung werdet Ihr an der Uni sonst nirgends zu tun haben. So schlimm ist es im Nach­hinein aber gar nicht. Zum einen lohnt es sich wirklich, sich damit auseinanderzusetzen und es vor allem zu versuchen, zum anderen gibt es sämtliche Anträge und Infos online: www.bafög.de. Das BAföG-Amt findet Ihr am Weinbergcampus. Die Zeit sollte also durchaus investiert werden. Inzwischen könnt Ihr zudem die Beantragung komplett online durchführen. Der Stura bietet Euch auch eine kostenlose BAföG-Beratung an. Eine Alternative zu BAföG stellen wir Euch in dieser Ausgabe auf den nächsten Seiten vor.

Hilfe

Solltet Ihr aber wirklich nicht mehr weiterkommen, sei es bei der Wohnungs­suche oder bei allgemeinen Uni-Angelegenheiten, scheut Euch nicht und lasst Euch beraten. Die Stadt und die Uni Halle bieten Euch dafür zahlreiche Möglichkeiten. Die besten Anlaufstellen dafür sind zunächst die Beratungsstellen des Studentenwerks am Weinbergcampus und die des Stura am Uniplatz. Auch im Studierenden-Service-Center im Löwengebäude wird Euch geholfen. All diese Einrichtungen haben ein offenes Ohr für Euch und kümmern sich um Eure Angelegenheiten, vom Formulare ausfüllen bis hin zur Studienberatung. Zusätzlich haben auch wir Euch noch mal eine Liste an Internetseiten zusammengestellt. Dort erhaltet Ihr schnell und unkompliziert Hilfe und einen ersten Überblick zu vielen Themen.

Auf geht«s!

Da steht Ihr nun. Vollgepackt mit Infos rund ums Studieren an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Wir hoffen, dass diese Euch auch wirklich weiterhelfen oder zumindest einen Überblick verschaffen. Solltet Ihr Anmerkungen, Kritik oder Bedenken haben, meldet Euch ganz einfach bei uns. Besucht uns gern auf Twitter, Facebook oder Instagram oder schreibt uns eine Mail an redaktion@hastuzeit.de.
Genießt also die Zeit, erkundet die Stadt, findet neue Freunde, entdeckt neue Orte, vor allem aber: Viel Erfolg und Spaß bei Eurem Studium!

Über Gregor Borkowski

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Erstellt: 18.10. 2018 | Bearbeitet: 18.10. 2018 12:37