Jan 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 76 0

Ja, nu(ar)?

Illustration: Pauline Bier

Schon wieder da. Wie jedes Jahr beginnt der Januar das neue Jahr. Jeder jagt
mit Posts über Social Media. Posts der Sorte: Ja! 2018! DAS wird mein Jahr!
Wie jedes Jahr. Vergessen kurz nach Neujahr.
Alljährlich hoffnungsvoll geschwängerte Januarluft.
Jajaja, macht Ihr mal, ruft
Der Januar.
Dabei ist er der Monat
Der Kälteste, Ohne die Wärme der Weihnacht.
Der Nüchternste, ohne das alltägliche Nippen am belebenden Glühwein, ein
ganz neuer Blick – nach unten auf den aufgesprungenen Hosenknopf, dank
der Lebkuchenesskalation der vergangenen Wochen, Monate, Jahre …
Der Langsamste, der Schleppendste, ohne den Jahresendstress.
Der Stressigste, ohne die Gelassenheit, mit der wir die
letzte, o.k. die letzten zwei, drei, acht Vorlesungen großzügig
verpassen … Denn Klausuren nahen erst Ende Januar.
Der Vielversprechendste, ohne enttäuschte oder unverwirklichte
Träume, sondern mit den guten alten Vorsätzen und einer
wiederholten Chance: So viel Zeit! Das mach ich alles dieses Jahr!
Ohja, der Januar, er verspricht uns jedes Jahr – aufs
Neue – dieses Jahr wird alles besser.
Er lässt uns grüne Smoothies mixen, nur noch Brokkoli kaufen, den
Wein verstecken, aber eben nicht die Plätzchenplauze, lässt uns deshalb
begeistert Onesie mit zwickender – nein, leider figurbetonter – Sporthose
tauschen (vielleicht nutzen wir die Mitgliedschaft im Fitnessstudio
wenigstens dieses Jahr mal … oder doch nur diesen Januar?)
Keine Schoki mehr, dafür mehr Sport, mehr Sympathie, sich selbst finden.
Ja, warum nicht.
Er hat doch etwas Gutes: Der Januar ist ja nur ein Monat,
ja nur ein Zwölftel des Jahres, ja nur der Auftakt.
Bald ist Februar. Geht joar. Fast ertragbar. Wunderbar,
wir warten also auf den 31. Januar. Ja nu(a)r.

Über Hannah Bramekamp

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Erstellt: 28.01. 2018 | Bearbeitet: 28.01. 2018 15:05