Mai 2018 hastuPAUSE Heft Nr. 78 0

Hallische Köpfe

In dieser Reihe stellt unser Chefredakteur Paul regelmäßig Persönlichkeiten vor, die Universität und Stadt besonders geprägt haben. In dieser Ausgabe geht es um den zu seiner Zeit »reichsten Mann Halles«, Carl Adolph Riebeck.

Illustration: Gregor Borkowski

Wer am Hauptbahnhof von Halle ankommt und sich auf den Weg in die Innenstadt macht, kommt zwangsläufig am Riebeckplatz vorbei. Hochstraßen auf Betonpfeilern, Schienen und Straßenpflaster kreuzen sich in geradezu chaotischer Weise auf jenem Areal, das sich mit dem Superlativ »verkehrsreichster Platz Ostdeutschlands« schmückt. Trotz aller Umbau- und Sanierungsmaßnahmen regiert hier im Grunde immer noch der Geist der Sechziger Jahre, deren Stadtplanung das Automobil in luftige Höhen erhob und den Fußgänger unter die Erde verbannte. Nichts, nicht einmal der Name sollte an den alten Vorkriegsplatz erinnern; die Ruinen der einstmals prachtvollen Hotels »Europa« und »Goldene Kugel« wurden durch Plattenbauten ersetzt, den bourgeoisen Großkapitalisten Riebeck ersetzte als Namenspatron der Erzkommunist Ernst Thälmann. Doch auch nach der Rückbenennung im Jahr 1991 überdecken noch immer Beton und Verkehrslärm die Erinnerung an jenen Unternehmer, der es vom einfachen Bergarbeiter bis zum Millionär brachte.

Carl Adolph Riebeck wird am 27. September 1821 in Clausthal im Harz geboren. Wie schon Generationen vor ihm ist sein Vater Carl Christian Riebeck Bergmann; als Steiger und Markschneidergehilfe, eine Art Vermesser, steht er zwar nicht ganz unten in der Hierarchie des Braunkohlebergwerks, ungefährlich, leicht oder gut bezahlt ist seine Arbeit deshalb jedoch noch lange nicht. Nach dem frühen Tod seiner Frau 1825 zieht es Carl Christian in die Ferne; erst nach zwei Jahren in den Bergwerken der Pyrenäen kehrt er zu seinen beiden Kindern zurück. Er zieht mit ihnen in das anhaltische Harzgerode und heiratet 1831 erneut, wodurch der zehnjährige Carl Adolph erst eine Stiefmutter und später auch Halbgeschwister bekommt. Seine Familie ist so arm, dass der Zehnjährige parallel zum Besuch der Volksschule als »Pochjunge« auf die Halde geht. Stundenlang muss er dort in körperlicher Schwerst­arbeit Erz von unbrauchbarem Gestein trennen – für einen Tageslohn von gerade einmal 25 Pfennig. Zum Vergleich: Ein Schwarzbrot kostet ungefähr 42 Pfennig. Auch nach dem Abgehen von der Schule 1835 verbessert sich die Lage des jungen Riebeck nicht: Als Grubenjunge und Lehrhauer muss er schwere und gefährliche Arbeiten ausführen, die zudem noch schlecht bezahlt werden. Ein stundenlanger Fußmarsch zum Bergwerk ist Normalität, Arbeitszeitbeschränkungen oder Essenspausen sind unbekannt, Sozial- oder Krankenunterstützung gibt es nicht. Mangels Sicherheitsvorkehrungen lauert in den engen, dunklen und stickigen Stollen nur allzu oft der Tod; Grubenunglücke sind nichts Ungewöhnliches. Kaum verwunderlich, dass sich Carl Adolph mit achtzehn Jahren entschließt, Harzgerode mit seinen Eisenminen den Rücken zu kehren und sein Glück im aufstrebenden mitteldeutschen Braunkohlebergbau in der Gegend um Zeitz und Weißenfels zu suchen. Im Gepäck hat er neben seinen spärlichen Habseligkeiten fünf Taler an Erspartem – zweieinhalb Monatslöhne.

Arrest und Aufstieg

Das sich gerade entwickelnde Kohlerevier im Süden der preußischen Provinz Sachsen bietet Aufsteigern gute Chancen – allerdings gibt es nichts geschenkt. Mit viel Fleiß und Beharrlichkeit arbeitet sich Riebeck nach oben, besucht die Bergschule in Eisleben und wird schließlich zum Steiger und Bohrmeister befördert. In dieser Position tut er sich offenbar so hervor, dass man ihm 1846, mit 25 Jahren, sogar die Leitung eines Alaunwerks nahe Frankfurt an der Oder anbietet – für einen kleinen Bergarbeiter ein beachtlicher Aufstieg. An seinem neuen Arbeitsplatz lernt er Marie Renke, die Tochter eines Berliner Wagenmeisters, kennen, die er ein Jahr später heiratet. Bald darauf kehrt er ins mitteldeutsche Braunkohlerevier zurück und arbeitet wieder als Steiger. Dann, im Revolutionsjahr 1848, geschieht etwas, das Riebeck grundlegend und dauerhaft prägt: Er wird zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Die Hintergründe bleiben unklar; angeblich soll er sich der Steuerverweigerung schuldig gemacht haben, vielleicht ist aber auch »Aufruhr« der Grund für den Gefängnisaufenthalt. Wahrscheinlich empfindet er zumindest Sympathien für die republikanischen Revolutionäre, die gegen Adelsherrschaft und Unfreiheit aufbegehren. Auf jeden Fall vollzieht sich während der Haft in ihm eine innere Wandlung: Von nun an will Riebeck kein einfacher Arbeiter, kein Untergebener mehr sein, der für einen kümmerlichen Lohn die Befehle anderer ausführt. Nur als selbstständiger Unternehmer wäre er wirklich unabhängig.

Foto: Paul Thiemicke

Zum Erreichen dieses Ziels scheint ihm die Braunkohle am vielversprechendsten zu sein; nach seiner Entlassung arbeitet er als Obersteiger bei der »Sächsisch-Thüringischen Aktiengesellschaft für Braunkohleverwertung«, wird 1855 sogar zum Berginspektor befördert. 1858 kündigt er, nach Unstimmigkeiten mit der Firma und wohl auch mangelnden Aufstiegschancen, seine Stelle und strebt nun nach einer leitenden Position. Die bürgerliche Gesellschaft der Zeit ist jedoch nicht bereit, einen Mann ohne höhere Bildung ohne weiteres als Ebenbürtigen zu akzeptieren; alle Stellenbewerbungen scheitern. Diese Zurückweisung verzeiht Carl Adolph Riebeck dem Bildungsbürgertum niemals, Aufgeben kommt jedoch nicht in Frage. Mit seinem mittlerweile ansehnlichen Ersparten macht er sich kurzerhand selbstständig und kauft eine Kohlegrube nahe Weißenfels. Nun kommen dem Praktiker Riebeck seine jahrelang gesammelten Erfahrungen im Bergwesen und der verarbeitenden Industrie zugute: Nicht ohne Schwierigkeiten und Mühen gelingt es ihm, eine Fabrik für Kohleverschwelung aufzubauen. Bei den dabei angewandten chemischen Prozessen werden aus der in ihrer Heizkraft geringen und daher als minderwertig angesehenen Braunkohle Bitumenbestandteile herausgelöst, die in Form von Teer weiterverarbeitet werden können. Wichtigstes Erzeugnis dieser noch jungen Industrie ist das Paraffin, das anstelle des viel teureren Bienenwachses zur Herstellung von Kerzen verwendet wird. Die Kohlevorkommen der Region sind dafür geradezu ideal, da sie sehr bitumenhaltig sind. Ausgerechnet Riebecks erste eigene Grube fördert jedoch nur ungeeignetes Material zutage. Keineswegs entmutigt kauft der Jungunternehmer einfach Kohle mit höherem Teeranteil von einem anderen Standort und kann damit endlich Gewinne einfahren.

Der Montan-Millionär

Um expandieren zu können, begibt sich Riebeck 1859 auf die Suche nach Kreditgebern, stößt jedoch zunächst nur auf Ablehnung. Weder er noch sein noch weitgehend unbekannter Industriezweig genießen besonders hohes Ansehen oder Glaubwürdigkeit. Erst nach mehreren Anläufen gelingt es ihm mit viel Hartnäckigkeit, den hallischen Bankier Ludwig Lehmann als Geldgeber zu gewinnen – gegen ein Fünftel aller Einnahmen. Rasch kauft Riebeck weitere Kohlegruben und baut zusätzliche Schwelereien. Das Geschäft läuft so gut, dass er schon 1862 seinen Teilhaber auslösen kann; nun endlich ist er vollkommen unabhängig. Mit dem erwirtschafteten Kapital ist der aufstrebende Industrielle in der Lage, immer mehr Bergwerke und Verarbeitungsanlagen aufzukaufen. Zum besseren Transport von Rohstoffen und Waren lässt er Straßen ausbauen und richtet einen eigenen Fuhrpark ein. Ab Mitte der 1860er Jahre werden technische Neuerungen wie Dampfmaschinen und Eisenbahnstrecken eingesetzt, um die Produktion weiter zu steigern. Inmitten all dieser Expansion ist sich der praktisch veranlagte Bergarbeitersohn aber auch nicht zu schade, persönlich die Abläufe zu überwachen und selbst technische Verbesserungen zu entwickeln und auszuprobieren. Der Nachteil dieses rasanten Fortschritts ist jedoch, dass die Riebeckschen Fabriken oft schnell und schlecht gebaut sind; zudem sind die bei der Verarbeitung entstehenden Kohlegase hochexplosiv – Unfälle sind keine Seltenheit. 1868 wird die Ursprungsfabrik bei Weißenfels durch ein Feuer vollständig zerstört; Riebeck ordnet an, an ihrer Stelle eine noch größere zu bauen. Schon 1866 beherrscht er fast uneingeschränkt große Teile des Kohlereviers zwischen Webau, Gosserau, Theissen und Oberröblingen; im gleichen Jahr verlegt er seinen Wohn- und Geschäftssitz in das zentral gelegene Halle. Der Konkurrenz auf dem Paraffinmarkt durch amerikanisches Petroleum weicht er aus, indem er auf neue Produkte wie Koks, Torfziegel und vor allem die zum Heizen gut geeigneten Braunkohlebriketts setzt. Letztere sind so einträglich, dass man sie bald als die »schwarzen Diamanten« bezeichnet.

Mittlerweile ist Carl Adolph Riebeck zum Großindustriellen und Millionär aufgestiegen. Der »Braunkohlebaron« oder »Krösus von Halle«, wie er genannt wird, dominiert fast die gesamte Montanindustrie im mitteldeutschen Raum; vom Bergwerk bis zur Auslieferung der fertigen Erzeugnisse liegen alle Produktionsschritte in seiner Hand. Den immensen Reichtum zeigt er auch entsprechend: Neben sieben Rittergütern besitzt Riebeck nicht nur das Leipziger Brauhaus zu Reudnitz, sondern auch ein imposantes, palastartiges Wohn- und Geschäftshaus nahe des hallischen Bahnhofs. Der zuvor noch gemiedene Aufsteiger wird zu einer festen Größe der städtischen Gesellschaft, von 1868 bis 1881 sogar Stadtverordneter und Mitglied der Industrie- und Handelskammer. Seinen Reichtum nutzt er jedoch auch zu wohltätigen Zwecken: Den Städten Harzgerode und Weißenfels, beides wichtige Stationen seines Lebens, spendet er ebenso Geld wie 1866 den Opfern einer Choleraepidemie. Diese Zuwendungen entspringen aber wohl eher einer gewissen persönlichen Sentimentalität denn gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein. Wie es sich für eine Millionärsfrau gehört, übernimmt Marie Riebeck den Großteil der karitativen Aufgaben. Weitaus wichtiger sind dem Großunternehmer jedoch die Lebens- und Arbeitsbedingungen seiner Angestellten. Nicht nur hat er in seiner Jugend am eigenen Leib erfahren, wie hart, karg und gefährlich das Leben der einfachen Bergarbeiter ist, auch die sozialen und politischen Umstände haben sich inzwischen gewandelt. In den 1860er Jahren steigt das Klassenbewusstsein der einfachen Arbeiter, angespornt durch niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen. Ab 1868 beginnen auch in der Region um Halle Organisationen wie der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) damit, sozialistische Ideen zu verbreiten und die Arbeiter zu organisieren. Riebeck reagiert wie üblich frühzeitig auf die Zeichen der Zeit: Ab 1871 richtet er eigene Kranken- und Pensionskassen für seine Betriebe ein und unterstützt die Errichtung von Arbeitersiedlungen. Zu diesem Zweck setzt er beim Stadtrat sogar die Gründung einer Genossenschaft durch, deren Vorsitz er bis 1879 innehat.

Kohle zu vererben

Zwei Motive, die Empathie des ehemaligen Pochjungen und die Sorge des Unternehmers vor Arbeiterunruhen, machen Carl Adolph Riebeck damit zu einem Musterbeispiel des väterlichen Arbeitgebers, der sich um Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Behausung und genügend hohen Lohn seiner Angestellten kümmert. Der einstige Aufsteiger sorgt außerdem dafür, dass tüchtige Arbeiter in höhere Positionen, zum Aufseher, Werkmeister oder sogar zum Verwaltungsbeamten und »Fabrikherrn« gelangen können. Zu der ab 1880 von Reichskanzler Otto von Bismarck eingeführten Sozialversicherung, einer Maßnahme gegen die Sozialisten, meint Riebeck nur, dass sie gar nicht nötig gewesen wäre, wenn alle »Fabrikherren« ihrer Pflicht gegenüber ihren Angestellten nachgekommen wären. Der hallische Millionär sieht sich selbst weniger als abgehobenen Industriefürsten, sondern eher als den ersten Arbeiter seines Montanimperiums. So erstreckt sich seine Fürsorglichkeit demnach auch nicht auf die Verwaltungsbeamten, meistens Studierte, unter denen er regelrecht gefürchtet ist und die er nicht selten auch nach jahrelanger Tätigkeit im Unternehmen rücksichtslos entlässt. Doch es gibt auch noch andere Schattenseiten des Montanmagnaten: Neben der starken Umweltverschmutzung, im 19. Jahrhundert Normalität, gibt es auch kritische Stimmen, welche die Millionen Riebecks auf niedrige Löhne, sprich auf Ausbeutung, zurückführen. Tatsächlich lässt der »reichste Mann Halles« nicht Teile seines Gewinns wieder an die Angestellten zurückfließen wie etwa Arbeiterkind und Carl-Zeiss-Firmenchef Ernst Abbe in Jena; mangelnde Fürsorge kann man ihm jedoch kaum vorwerfen, dafür wohl eher einen mangelnden Sinn für gesamtgesellschaftliche Lösungen der sozialen Frage.

Riebecks Privatleben ist, trotz seines Reichtums, von der hohen Kindersterblichkeit der Zeit geprägt. Mit seiner ersten Frau hat er in 26 Jahren nicht weniger als 17 Kinder, von denen allerdings nur acht das Erwachsenenalter erreichen; sechs Töchter sowie die beiden Söhne Emil und Paul. Nach Marie Riebecks Tod im Jahr 1873 heiratet er die Tochter eines Weißenfelser Kreisgerichtsrates, Emilie Balthasar. Auch die beiden Kinder aus zweiter Ehe sterben schon jung. Seine letzten Jahre verbringt er zunehmend von innerer Leere und wohl auch von Traurigkeit erfüllt; der Aufsteiger mit selbstgewählter Distanz zur besseren Gesellschaft, der fleißgetriebene Praktiker und Verächter von Theorie und universitärer Bildung hat wohl nur wenige Freunde. An sich körperlich noch recht rüstig stirbt Carl Adolph Riebeck am 28. Januar 1883 in Halle an einer wohl stressbedingten Herzverfettung; bis zuletzt ist der 61-Jährige noch ruhelos mit seiner Arbeit beschäftigt.

Foto: Kolossos (CC-BY-SA 3.0) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Halle-Riebeckplatz.jpg

Nach Riebecks Tod entsteht aus seinem großen Konglomerat von Bergwerken und Fabriken die »A. Riebecksche Montanwerke AG«, während Haus, Brauerei und Rittergüter in direktem Familienbesitz bleiben. Die beiden Söhne, nun Inhaber eines Firmenimperiums, folgen dem Vater jedoch nicht in die unternehmerische Tätigkeit, sondern verwirklichen mit dem geerbten Geld ihre Reiseträume. Dr. phil. Emil Riebeck, ein studierter Geologe und Ethnologe, führt bereits ab 1881 mehrere große Expeditionen nach Afrika und Asien durch, wo er sich wissenschaftlich betätigt. Er stirbt bereits 1885 mit nur 32 Jahren. Seine umfangreiche ethnologische Sammlung schenkt er verschiedenen Museen in Berlin, Wien, Weimar, Dresden und Halle. Sein jüngerer Bruder Paul studiert in Bonn mit eher mäßigem Erfolg und ist mehr an Vergnügungen im Studentencorps »Hansea« als an der Übernahme der Firmenleitung interessiert. Nach dem Tod seines Bruders zum alleinigen Besitzer des väterlichen Reichtums geworden, geht der unheilbar an einem Lungen- und Nierenleiden Erkrankte 1887 mit seinem Leibarzt auf eine letzte Weltreise nach Australien und Asien, wo er schließlich in Yokohama stirbt. In seinem Testament bestimmt er einen stattlichen Teil seines Erbes zur Gründung einer Stiftung für Alte und Kranke; das von dieser zwischen 1894 und 1896 erbaute, imposante Paul-Riebeck-Stift wird im Volksmund bald »Hallenser Schloss« genannt. Die A. Riebecksche Montanwerke AG, eines der größten Unternehmen Mitteldeutschlands, prosperiert noch jahrelang, wird nach dem Ersten Weltkrieg jedoch vom mächtigen Stinnes-Konzern aufgekauft und 1925 schließlich von der BASF, später Teil der IG Farben, übernommen. Einige Nachfolgeunternehmen existieren bis heute.

Auch der Name Riebeck lebt fort: Nach Emil Riebeck ist das Mineral Riebeckit benannt, an Paul Riebeck erinnert auch heute noch die 1894 gegründete Stiftung und das dazugehörige Seniorenstift in der Kantstraße in Halle. Der große Platz, an dem Carl Adolph Riebeck selbst einst lebte, trägt heute seinen Namen – auch wenn von dem Wohn- und Geschäftspalast des »Braunkohlebarons« unter Betonstelzen und Neubebauung längst nichts mehr zu sehen ist und der Name »Riebeckplatz« eher für Verkehrschaos als für Industriegeschichte steht. Gegen alle Zeitenläufe gehalten hat sich auch die ehemalige Riebecksche Brauerei in Leipzig-Reudnitz, die zu Hochzeiten immerhin die viertgrößte Deutschlands war. Inzwischen wird hier Gerstensaft der Marke Sternburg gebraut; an die alte Fabrik und ihre Brauereigäule erinnert in den Köpfen mancher Leipziger noch der Ausspruch »ein A…, so breit wie ein Riebeckpferd«.

Über Paul Thiemicke

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Erstellt: 28.05. 2018 | Bearbeitet: 28.05. 2018 16:57