Apr 2017 hastuUNI Online 0

Zu Besuch beim Stura

Was macht eigentlich unser Studierendenrat? Um das herauszufinden und zu beobachten, wechseln sich unsere Mitglieder ab sofort mit dem Besuchen der Sitzungen des Sturas ab und berichten über Geschehnisse, Pläne und Beschlüsse. Den Anfang macht unsere Redakteurin Paula mit einem Bericht über die 10. Sitzung des 27. Studierendenrates, die am 10.04.2017 stattfand.

Wir, die Redaktion der hastuzeit, haben uns dazu entschlossen, uns im neuen Semester etwas intensiver mit Hochschulpolitik auseinanderzusetzen. Da wir uns in der Vergangenheit alle sehr unterschiedlich umfangreich mit diesem Thema beschäftigt haben, werden die Berichte vermutlich recht vielseitige Blickwinkel eröffnen. Vor allem sollen die Berichte jedoch Hochschulpolitik für alle Studierenden zugänglich und verständlich machen. Es gibt zwar Protokolle der Sitzungen, die früher oder später auf der Internetseite des Studierendenrates veröffentlicht werden, diese sind jedoch ohne Vorkenntnisse häufig schwer verständlich und auch sehr lang. Manche Hochschulgruppen wie beispielsweise die Offene Linke Liste und Die Liste berichten zusätzlich auf ihren Facebook-Seiten über die Sitzungen; diese Berichte können jedoch kaum objektiv sein.

Unsere Absicht besteht auch darin darzustellen, was mit den Geldern passiert, die dem Stura über die Studierendenschaftsbeiträge zur Verfügung gestellt werden. Von den 7,50 Euro Semesterbeiträgen zur Studierendenschaft gehen 2,20 Euro an die Fachschaftsräte und 0,50 Euro an uns als Studierendenschaftszeitung. Über den Rest verfügt der Stura, wobei ein Teil des Betrags (unter anderem der Sozialfonds) zweckgebunden ist. Wer genau wie viel bekommt, lässt sich auch in den Haushaltsplänen des Sturas nachlesen. Mehr zu den Aufgaben des Studierendenrates und Allgemeines zur Hochschulpolitik an der MLU findet Ihr im »Grundkurs Hochschulpolitik« auf der Stura-Website und in unserem aktuellen Artikel »Hochschulwahlen im Überblick«.

Tagesordnung aus der Tischvorlage

Tagesordnung aus der Tischvorlage

Nun ein paar allgemeine Informationen über die Sitzungen: Sie finden für gewöhnlich im Hallischen Saal statt, der sich über der Mensa Tulpe befindet. In der Mitte dieses großen Raumes stehen die Tische, an denen die Mitglieder des Rates sitzen, in Form eines Hufeisens aufgestellt. Am offenen Ende befindet sich der Tisch für die Sitzungsleiter (aktuell Kai Krause von der Liberalen Hochschulgruppe und Malte Hirschbach von Die Liste); einer der beiden protokolliert. Am Rand stehen einige Stühle für Besucher und Antragsteller. Die Sitzungen finden in der Regel alle zwei Wochen immer montags statt und beginnen 19 Uhr. Als erstes wird die Beschlussfähigkeit festgestellt und die Tagesordnung vorgelesen, die sich auch in den Tischvorlagen findet (siehe Bild). Die Tischvorlagen sollten regelmäßig hier hochgeladen werden. An besagtem Montag wurde die Sitzung 22:40 Uhr geschlossen und dauerte somit über dreieinhalb Stunden. Von 36 stimmberechtigten Stura-Mitgliedern waren 26 körperlich anwesend. Die Anwesenheitslisten können am Ende der Sitzungsprotokolle eingesehen werden.

Angestellten-, ReferentInnenbelange und Berichte aus den Arbeitskreisen

  • Gleich zu Beginn, während der Angestelltenbelange, wurde kein sehr gutes Licht auf die Großzahl der Stura-Mitglieder geworfen. Die Büroleiterin Elke Lopens wies darauf hin, dass der Studierendenrat beim Hochschulinformationstag, der am 01.04. stattfand, ohne den AK Wohnzimmer ganz schön aufgeschmissen gewesen wäre. Während besagter Arbeitskreis den Stand des Studierendenrates besetzte und an die potenziell zukünftigen Studierenden um die 500 selbst gebackene Muffins verteilte, kam ansonsten kaum jemand zum Helfen.
  • Bei den ReferentInnenbelangen wurden Gelder für Reisekosten beantragt und bewilligt und von Planungen für zukünftige Veranstaltungen berichtet. So plant der Referent für innere Hochschul- und Bildungspolitik, Lukas Wanke, beispielsweise eine Veranstaltung zu Martin Luther, bei der möglicherweise Benjamin Ortmeyer, Erziehungswissenschaftler und Professor in Frankfurt, referieren könnte. Eigentlich müssten die ReferentInnen zu jeder Sitzung Berichte schreiben, die in der Tischvorlage abgedruckt werden würden. In der aktuellen befindet sich jedoch lediglich der Bericht von der Referentin für äußere Hochschul- und Bildungspolitik.
  • Auch bei den Arbeitskreisen sieht es in Sachen Berichte eher mager aus. Von 13 Arbeitskreisen (inklusive uns, obwohl wir streng genommen kein AK sind), haben offenbar zusätzlich zu uns nur drei weitere einen Bericht geschrieben. Ein paar mündliche Berichte gab es dann doch noch durch Stura-Mitglieder, die sich gleichzeitig in einem AK engagieren. Ansonsten beschwerte man sich darüber, dass die Arbeitskreise sich zu wenig in die Vorbereitung des Campusfestes einbringen, woraufhin Marco Pellegrino (Offene Linke Liste) anbot, dass sich der AK Kultur mehr einbringen könne. Zusätzlich berichtete er, dass sie gerade ihr Konzept für das Kulturticket überarbeiten und sich über Input freuen würden. Der AK Inklusion veranstaltet am 14.06. in Kooperation mit DIE LINKE eine Podiumsdiskussion zum Thema »Kann es eine inklusive Gesellschaft ohne eine inklusive Bildung geben?«.

Finanzanträge

  • Der erste Finanzantrag kam von der Konferenz junger politischer Frauen, die eine finanzielle Unterstützung über 800 Euro für eine Veranstaltung vom 05.-07. Mai beantragen wollte. Jedoch war niemand von ihnen anwesend und man bemerkte, dass der Antrag theoretisch ungültig sei, da das Geld schon ausgegeben wurde. Es ist also nicht möglich beim Stura, im Nachhinein Gelder für Projekte zu beantragen. Der daraus folgende Antrag auf Nichtbehandlung des Finanzantrages wurde mit 15 Ja-, 3 Neinstimmen und 8 Enthaltungen angenommen.
  • Der nächste Antrag wurde über eine Dreiviertelstunde lang diskutiert. Es ging um die halbjährliche Internationale Fachschaftentagung (IfaTa) des DASV e.V. (Dachverband der archäologischen Studierendenvertretung), die dieses Mal vom 02.06. bis 05.06. in Halle stattfinden soll. Dafür wurden 1875 € für Übernachtungskosten der Mitgliedsstudierendenvertretungen beim Stura beantragt. 500 € wurden schon vom Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät I bewilligt und 750 € werden durch die Tagungsbeiträge in Höhe von 15 € gestellt. Gründe gegen die Unterstützung des Projektes waren, dass die Veranstaltung eigentlich nur für Archäologen sei und nicht für die gesamte Studierendenschaft und es daher theoretisch in der Verantwortung des jeweiligen Fachschaftsrates liege, sie zu unterstützen. Man bemerkte jedoch auch, dass es unmöglich für die Fachschaft sei, die Kosten alleine zu stemmen und, dass die Veranstaltung ohne die Unterstützung des Studierendenrates nicht stattfinden könne. Allerdings finden diese Treffen immer in unterschiedlichen Städten statt und die anderen Unis hätten somit auch die Studierenden unserer Uni mitfinanziert. Nach langwierigen Diskussionen, zahlreichen Vorschlägen und der Beschwerde, dass man sonst auch schon oft viel teurere Projekte unterstützt hätte, ohne jede Kleinigkeit auseinanderzunehmen, stimmten am Ende 21 Leute für die Unterstützung der IfaTa, eine Person dagegen und 4 enthielten sich.
  • Darauf folgte der Antrag zur Förderung vom Tag des studentischen Engagements über 700 €, der am 20.04. stattfinden wird und nach kurzer Nachfrage zu dem 550 € kostendem Banner, einstimmig angenommen wurde. Diese Veranstaltung, die studentischen Initiativen die Möglichkeit gibt, sich vorzustellen, gibt es bereits seit 11 Jahren. Auch wir werden am Donnerstag mit einem Stand vor Ort sein.
  • Im Folgenden wurde noch ein Antrag zur finanziellen Unterstützung eines Transdisziplinären Kolloquiums zum Thema »Transfer und Transformation von Wissen« (27./28.04.) einstimmig angenommen. In diesem Kolloquium soll es um die Frage gehen, wie eine bessere Kommunikation in der Wissenschaft erreicht werden kann, damit weniger aneinander vorbeigeredet wird. Mehr Informationen und die Tagesordnung finden sich beim Germanistischen Institut.
  • Danach wurde entschlossen, dass das Chorlager des Chores »Chorespondenten«, der letztes Jahr als Projekt des neu gegründeten Institutes für Musik-, Sport-, Medien- und Sprechwissenschaften startete, nun aber wegen des starken Zulaufes aus anderen Fakultäten geöffnet wurde, mit 525 € unterstützt werden soll.
  • Ganz zum Schluss wurde der Antrag auf Finanzzuschuss des interkulturellen Medienprojektes media.h, der eigentlich an zweiter Stelle gestanden hätte, vertagt, da von den Antragstellern niemand anwesend war.

Auf den langen Finanzanträge-Teil folgte etwa ab 21:20 Uhr eine Pause, die auch absolut nötig schien. Es machte schon gegen Ende der Diskussion um den IfaTa den Eindruck, als würde die Konzentration der Anwesenden schwinden, was sich hauptsächlich darin äußerte, dass die Leute immer häufiger lachten und die allgemeine Stimmung sich aufzulockern schien. Die, auf eben erwähnte Diskussion folgenden, Anträge wurden auch viel schneller und ohne viel Diskussion angenommen. Der Sitzungsleiter musste während der gesamten Sitzung vermehrt darum bitten, dass Nebengespräche eingestellt werden (genau genommen tat er es schon während der ReferentInnenbelangen das erste Mal).

Nach der Pause

In der Pause wurden die ersten Biere geöffnet und es war zu merken, dass die Leute mit den restlichen Punkten schneller fertig werden wollten. Trotzdem folgte nach der Pause noch eine etwas längere Diskussion, als es um die Neugründung des Arbeitskreises Uni im Kontext ging.

  • Das Problem bei der Einführung des AK »Uni im Kontext« war, dass niemand so recht verstehen konnte, womit sich der Arbeitskreis eigentlich genau beschäftigen möchte. Laut einem Text aus der Tischvorlage geht es »um die Erfassung, Begleitung und Initialisierung von Transferprozessen unter dem Namen der MLU konkret für die lokale Bevölkerung.« Der komplette Text findet sich auch auf ihrer Website. Die Stura-Mitglieder fragten hauptsächlich, was der Nutzen für die Studierendenschaft an der Einführung dieses Arbeitskreises wäre. Darauf antwortete man, dass die Unis dazu verpflichtet seien, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Da die Studierendenschaft bisher noch nichts dazu beigetragen hätte meldeten sie sich freiwillig, um dies zu übernehmen. Nach der Aussage, dass es doch wunderbar sei, wenn sich Leute freiwillig melden, um Informationen zu sammeln und zu verbreiten, und dass dies doch absolut unterstützenswert sei, wendeten sich die Diskussionen in eine für den AK positivere Richtung. Zum Schluss wurde schließlich mehrheitlich für die Einführung des AK »Uni im Kontext« gestimmt und Arne Arend zu dessen Sprecher gewählt.
  • Im Weiteren ging es um Vorbereitungen für die Hochschulwahlen, für deren Organisation noch Gelder freigegeben werden mussten (1500 € für die Wahlhelfer und 2000 € für die Finanzierung der Wahlbenachrichtigungen). Alle Informationen zu den Hochschulwahlen findet Ihr auf dieser Website. Zur Löwenrunde (04.05.), bei der sich die Hochschulgruppen noch einmal den Studierenden vorstellen sollen, gab es nichts mehr zu besprechen.
  • Der vorletzte Tagesordnungspunkt war der Bericht der Referentin für äußere Hochschulpolitik über den Hochschulpolitischen Runden Tisch, der am 23.03. in Magdeburg stattgefunden hatte. Anschließend berichtete der stellvertretende Vorsitzende Axel Knapp (RCDS) über die Fortschritte in der Planung des Campusfestes. Er meinte, dass die Arbeitsgruppe, die sich mit der Planung beschäftigte, immer kleiner würde, während die Arbeit sich vermehre. Zum Schluss berichteten noch kurz die anwesenden Sprecher von ihrer Arbeit.

Abschließend lässt sich festhalten, dass es durchaus sehr interessant ist, einmal zu erleben, wie Beschlüsse im Stura gefasst werden und wie sehr eine solche Sitzung erschöpft. Die Nächste findet am 24.04. statt.

Über Paula Götze

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Erstellt: 18.04. 2017 | Bearbeitet: 18.04. 2017 20:43