Mai 2017 hastuUNI Online 0

Anwesenheitsproblem

Wieder einmal Sturasitzung und dieses Mal mit AK-Sprechstunde, also müssten neben den Antragstellern auch AK-Vertreter in den Zuschauerreihen sitzen. Abwarten.

Tagesordnung aus der Tischvorlage

Tagesordnung aus der Tischvorlage

Bevor die Sitzung am 15. Mai startete, machte die Sitzungsleitung, Kai Krause (LHG), darauf aufmerksam, dass Sturamitglieder die nicht mehr regelmäßig zu den Sitzungen kommen können, doch bitte ihren Platz abgeben sollen, damit die Nachrücker aufsteigen können.

Die Sitzung wurde eröffnet, alle 27 anwesenden Sturamitglieder wirkten konzentriert und die Büroleiterin des Sturas, Elke Lopens, legt im ersten Tagesordnungspunkt (TOP) mit den Angestelltenbelangen los. Die Videokamera, über die der Stura verfügt, sei nicht mehr vermietbar, da sie rund 10 Jahre alt sei. »Die Wiedergabetechnik ist mit neuen Geräten nicht kompatibel.« Weiterhin bat sie den Stura für den neuen gewählten Stura eine Klausurtagung zu planen und ihm die Möglichkeit einer Probesitzung zu geben.

Weiter geht es im nächsten TOP mit den ReferentInnenbelangen. Die Referentin für Hochschulsport und Gesundheit, Michelle Fischer, berichtete, dass die MLU in der Vergangenheit einen Vertrag mit dem allgemeinen deutschen Hochschulsportverband (adh) geschlossen habe, und fügte hinzu, dass der Stura wohl auch eine bestimmte Summe in den Hochschulsport zahlen solle. Die Finanzlerin Melissa Andes möchte sich den Vertrag, den die Uni Halle abgeschlossen hat, erst mal ansehen. Glaubt man der Info über die Mitgliedsbeiträge des adh, zahlt die Uni Halle jedes Semester für 20.000 Studierende 3.507,4 Euro.

Weiterhin äußerte Michelle Fischer den Wunsch für ihr Referat Flyer drucken zu lassen, da viele Studierende nichts von dem Referat wüssten. Auch soll so die Botschaft verbreitet werden, dass beispielsweise Teilnamen an nationalen oder internationalen Wettkämpfen nicht am eigenen Geldbeutel scheitern müssen. Dieser Antrag wurde angenommen allerdings mit der Ergänzung, dass für alle Referate Flyer gedruckt werden sollen.

Als nächstes bedankte sich die Referentin für äußere Hochschul- und Bildungspolitik, Friederike Schröer, für die bisherige Zusammenarbeit mit dem Stura. Im weiteren Verlauf wurde auch eine Nachfolgerin gewählt, doch dazu später mehr.

Danach hätte es eigentlich mit der Positionierung des Sturas zur Japanologie weitergehen sollen, aber der Verfasser Lukas Wanke (Olli), Referent für innere Hochschul- und Bildungspolitik, war nicht da, sodass man es erst vertagen wollte. Aber aufgrund der Dringlichkeit schlug Axel Knapp (RCDS und Vorsitz des Stura) vor, die Positionierung auf der Sprecherkollegiumssitzung zu besprechen. Die Positionierung zur »Prüfungsunfähigkeitsbescheinigung« wurde vertagt.

Obwohl diese Sitzung AK-Sprechstunde war, was heißt, dass mindestens ein Vertreter der Arbeitskreise anwesend sein musste, kamen dem kaum welche nach. Hier sei die Information eingeschoben, dass die Einladung zur Sitzung fünf Tage vorher kam und die Berichte, um die eigene Arbeit zu reflektieren zwei Tage später um 12 Uhr eingereicht werden sollten. Am 12. Mai kam dann folgender Aufruf der Sitzungsleitung des Stura per Mail an:

»An der Stelle die Mahnung und Aufforderung uns noch einen Bericht zuzuschicken an:

  • viele, sehr viele, außerordentlich viele, zu viele AKs
  • die Vorsitzenden
  • die SozialsprecherInnen
  • Referat für Soziales
  • Referat für innere Hochschulpolitik«

Nach dieser Mahnung haben es die meisten auch geschafft, ihre Berichte zu verfassen und der eine oder andere AK-Vertreter hat sich auf die Sturasitzung getraut. Dennoch an der Stelle der Hinweis, dass die Fachschaftsrat-Koordination mit dem Sprecherkollegium-Vorsitz (Jenny Kock und Axel Knapp) ein AK-Treffen plant, um die »Zusammenarbeit & Kommunikation zu verbessern«. Im Bericht des Vorsitz zur Sitzung fand sich diese Information auch, allerdings ohne die Erwähnung der FSR-Koordination.

Auf der Sitzung ist beispielsweise der AK que(e)r_einsteigen aufgetaucht. Die Vertreterin berichtete von der angekündigten Vorlesungsreihe. In dem Bericht der allen Sturamitgliedern vorlag, fand sich die Formulierung: » Außerdem sind wir auf der Suche nach einem Schrank und einen Platz für ihn im Stura, damit wir unser Arbeitsmaterial sicher aufbewahren können.« Elke Lopens gab dann der AK-Vertreterin auf der Sitzung den Hinweis, dass der noch nicht bestellte Schrank ein Stahlschrank sei, und wollte wissen, wer den 30-kilogramm schweren Schrank tragen soll und wo der eigentlich hin soll? Die Vertreterin wusste von einem Stahlschrank nichts, aber man einigte sich darauf gemeinsam über die Bestellung zusprechen.

Nachdem auf der letzten Sturasitzung ein neuer Briefkasten für die Sozialsprecher beschlossen wurde, wurde auch auf dieser Sitzung wieder über Vandalismus im Sturagebäude gesprochen. Als Vertreterin des AK Wohnzimmers berichtete Melissa Andes, dass ein Küchenschrank »in Anwesenheit von Radio Corax« demoliert wurde, jedoch war die Formulierung eher so, dass man nicht wisse, wer es war. Außerdem fehle immer noch der Kompanietopf. Jenny Kock (GHG) ergänzte, dass in letzter Zeit immer mehr Becher, Teller oder Besteck fehle, sodass sie die Frage in den Raum warf: »Ist das die neue Mode, wie man mit dem Eigentum der Studierendenschaft umgeht?«

Die Stimmung in dem Raum wurde dann dadurch gehoben, dass statt Vertreter des AK-Protest sich Antragsteller vom »Theofest« hinstellten. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie schlecht die Akustik im Raum ist und man statt »Protest«, »Theofest« verstehen kann.

Foto: Henrik Merker

Foto: Henrik Merker

Weiter ging es mit Finanzierungsanträgen einiger Arbeitskreise, bei denen der Stura um die Freigabe entsprechender Mittel aus dem jeweiligen AK-Budget gebeten wurde Selbstständig können die Arbeitskreise nur bis zu 350 Euro ausgeben. Der AK Zivilklausel legte zusammen mit seinem Bericht einen Antrag vor, 1.000 Euro für die neue Veranstaltungsreihe »Der Militarisierung widersprechen« ausgeben zu dürfen. Da der Vorschlag mit großer Mehrheit angenommen wurde, kann die erste Veranstaltung planmäßig am 12. Juli beginnen. Weiterhin wurden dem AK Ökologie und Nachhaltigkeit 400 Euro für den am 31. Mai stattfindenden »Tag der Nachhaltigkeit« bewilligt. Unter anderem werden verschiedene Umweltorganisationen auf dem Uniplatz mit Infoständen präsent sein; abends wird es noch einen Vortrag zum Thema »Nachhaltige Konsummuster – Nur durch solidarische Landwirtschaft?« geben. Der Arbeitskreis Inklusion schließlich erhielt für seine Podiumsdiskussion zum Thema »Keine inklusive Gesellschaft ohne inklusive Bildung?« am 30. Mai ebenfalls eine Mittelfreigabe für 1.000 Euro.

Nun ging es weiter mit den Finanzanträgen externer Gruppen; diese bitten mit den Anträgen den Stura, ihnen aus seinem Budget Geld zur Verfügung zu stellen. Mit überwältigender Mehrheit wurde dem Projekt »Sportfest für Jedermensch« 1.500 Euro bewilligt, auch, damit für die Besucher kein Eintrittspreis anfällt. Die Initiative geht, wie auch schon in den vergangenen Jahren, auf die Ortsgruppe von Amnesty International und den Sportclub Roter Stern Halle zurück. Das großangelegte Sportfest wird am 08. Juli auf dem Universitätssportplatz an der Ziegelwiese stattfinden und wurde außer vom Stura auch noch von anderen Institutionen wie der Stadt Halle, dem Studentenwerk und den Firmen Dell und IG Metall/DGB gefördert. Es soll besonders Rassismus und Vorurteilen entgegenwirken.

Einstimmig angenommen wurde der Antrag des Flüchtlingsrates Sachsen-Anhalt e.V., 100 Euro für die Vorführung des Films »Deportation Class« am 20. Juni zur Verfügung zu stellen. »Halle gegen Rechts« und die Amnesty-Ortsgruppe stellen hierfür ebenfalls Mittel bereit.

Umstritten war dagegen das »Mathecamp«, das vom 17. bis 23. Juli auf dem Heidecampus stattfinden soll und bei dem sich Studierende in einer Art Ferienlager, um an der Mathematik interessierte Schüler und Schülerinnen kümmern. Der Großteil der Kosten wird dabei von den Eltern der Kinder getragen. Im Stura entbrannte allerdings sofort eine Diskussion darüber, ob man überhaupt Geld für eine Veranstaltung bewilligen dürfe, die nicht primär Studierenden zugutekommt; hiergegen wurde argumentiert, dass ja auch die Betreuer pädagogische Erfahrungen sammeln würden. Die abschließende Abstimmung ergab eine eindeutige Befürwortung des Antrags; schließlich, so offenbar der Konsens, gehe es bei den 330 Euro aus Sturamitteln nur um die Finanzierung von mobilen Toiletten.

Der letzte Finanzantrag, bei dem es um die »Hokus Pokus – Theologennacht« der Theologischen Fakultät ging, wurde nach einiger Diskussion von 300 auf 750 Euro erhöht und dann mehrheitlich bewilligt. Die Party findet am 15. Juni statt und soll Vorurteile und Kontaktschwierigkeiten mit den Studierenden anderer Fakultäten überwinden.

Die Wahl des Sprechers für äußere Hochschulpolitik sollte eigentlich zu einem früheren Zeitpunkt stattfinden; weil jedoch zwei der drei Kandidaten nicht da waren, wurde der Tagesordnungspunkt nach hinten verschoben. Das Warten auf die beiden fehlenden Bewerber erwies sich als vergeblich; während einer der beiden eine E-Mail geschickt hatte, die laut verlesen wurde, gab es von der anderen Bewerberin keine Rückmeldung. Johannes, der anwesende Kandidat, hatte nun Gelegenheit, sich kurz vorzustellen. Neben früheren Tätigkeiten für die Landtagsfraktion der Grünen und diverse Projekte gegen Rassismus bring er außerdem Erfahrung als Fachschaftsratsmitglied er PhilFak I und Finanzler der Hochschulgruppe des SDS mit. Fragen vonseiten des Stura wurden ihm keine gestellt; die anschließende Wahl gewann im zweiten Wahlgang sehr knapp die nicht anwesende Teilnehmerin. Später während der Sitzung erhielt die Sitzungsleitung jedoch die Nachricht, dass Pia, die siegreiche Kandidatin, ihren Posten doch nicht antreten wollte. Daher musste der Stura nun eine neue Ausschreibung für den Sprecherposten ansetzen; die Wahl wird auf der nächsten Sitzung stattfinden.

Nach dem Bericht des Wahlausschusses zum Ablauf der Hochschulwahlen, die alles in allem recht erfolgreich verliefen, gab es noch einen Tagesordnungspunkt der Sitzung: Stura-Mitglied Hermann Weber beantragte, dass der Stura die Initiative »Mangel beenden! – Unseren Kindern Zukunft geben« mit einem Positionsstatement unterstützt und darüber hinaus der Initiative beitritt. Sie wurde von mehreren Gewerkschaften, dem Grundschulverband Sachsen-Anhalt und der Landtagsfraktion »Die Linke« ins Leben gerufen, um eine neue Personalpolitik im schulischen Bereich zu fordern. Laut der Initiative gibt es ein erhebliches Defizit an Lehrkräften, das durch die Landesregierung nicht ausreichend behandelt werde. Im Stura entwickelte sich sofort eine Diskussion um die Frage, ob die angegebenen Zahlen stimmen, es also überhaupt ein Defizit gibt, und ob der Stura sich mit einem Beitritt politisch so klar positionieren dürfe. Es wurde in diesem Zusammenhang auch auf die Defizite in der Didaktiklehre, insbesondere bei den Naturwissenschaften, an der MLU hingewiesen. Beendet wurde die Debatte schließlich mit dem Hinweis, dass dieses Problem nicht vom Stura der MLU, sondern vom Landtag gelöst werden müsse. Außerdem sei doch der gesamte Stura allgemein für mehr Bildung. Dementsprechend wurde dem Positionierungspapier und dem Beitritt zur Initiative zugestimmt.

  • Die nächste Sitzung findet am 29.05. statt.
  • Unsere anderen Berichte über Stura-Sitzungen findet Ihr hier.

Über Johanna Sommer

Sie ist direkt, ehrlich, neugierig, perfektionistisch, willensstark, satirisch, emotional, wissensdurstig und ab und zu verfällt sie in Panik. Momentan unterstützt sie die hastuzeit als Freiwillige Mitarbeiterin.

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Erstellt: 27.05. 2017 | Bearbeitet: 04.07. 2017 20:14