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Weniger Verhütungsmittel

Stura revidiert umstrittene Entscheidung zu veganen Kondomen und Lecktüchern

Illustration: Robert May

Illustration: Robert May

Nur halb so viele Verhütungsmittel wie zunächst geplant will der Studierendenrat der MLU an die künftigen Erstsemester verschenken. Nach langer Debatte über verschiedene Optionen haben die Stura-Mitglieder auf einer Sondersitzung am 14. März 2016 beschlossen, je 2500 vegane Kondome und Lecktücher als Werbemittel für die »Welcome-Bags« des nächsten Wintersemesters zu bestellen.

Auf der Sitzung am 29. Februar hatte der Stura noch jeweils 5000 vegane Verhütungsmittel beider Sorten mit Gesamtkosten von etwa 9600 Euro beschaffen wollen. Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Halle hatte diese Entscheidung in einer Pressemitteilung kritisiert und schaffte es damit ins Hallespektrum, die Mitteldeutsche Zeitung und sogar auf n-tv. Auch der Fachschaftsrat Pharmazie kritisierte den Beschluss als »Vergeudung finanzieller Mittel« und warf dem Gremium vor, »sich selber einen Lehrauftrag erteilt« zu haben. In einer gemeinsamen Pressemitteilung verteidigten die Juso-Hochschulgruppe, die Grüne Hochschulgruppe, die Offene Linke Liste und der SDS.Die LINKE ihr Votum.

Im Unterschied zu Verhütungsmitteln aus konventionellem Latex ist die vegane Variante frei von Milcheiweiß, als Nebeneffekt treten auch weniger Hautreizungen und allergische Reaktionen auf. Zudem erfüllen die zu bestellenden Produkte besonders hohe ökologische und soziale Standards.

Die genauen Kosten des neuen Beschlusses sind noch unklar, da der Stückpreis bei kleineren Mengen etwas höher liegt. Zudem reichen die Kondome und Lecktücher nicht mehr für alle 4000 »Welcome-Bags« aus. Nach Erfahrungen des vergangenen Oktobers ist jedoch im nächsten Wintersemester mit weniger als 3000 Erstsemestern zu rechnen.

Bis zu 80 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Stura-Sitzung im Hallischen Saal, so viele wie selten zuvor. Im Publikum, das sich an der Debatte beteiligen konnte, befanden sich unter anderem Mitglieder der Fachschaftsräte Pharmazie und Erziehungswissenschaften. Auch der Kanzler der Universität Markus Leber wurde gesichtet, meldete sich aber nicht zu Wort.

Im Anschluss beschlossen die Stura-Mitglieder noch letzte Korrekturen an einem neuen Wahlverfahren, das schon bei der nächsten Hochschulwahl am 18. Mai gelten soll.

Über Konrad Dieterich

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Erstellt: 15.03. 2016 | Bearbeitet: 02.05. 2016 16:53