Jun 2016 Allgemein 0

Stellungnahme zur Einrichtung eines Aufsichtsrates

Mit knapper Mehrheit und zahlreichen Enthaltungen ist gestern der hastuzeit als Studierendenschaftszeitung der MLU ein Aufsichtsrat vor die Nase gesetzt worden. Dies geschieht gegen unseren erklärten Willen.

Umfassend haben wir daher in der Sitzung dargelegt, warum wir inhaltlich keinen Aufsichtsrat benötigen, bzw. dieser unsere Arbeit ganz konkret behindert. Es handelt sich um eine sinnlose Ämterschaffung.

Der neue Paragraph in der Geschäftsordnung des Studierendenrats

Der neue Paragraph in der Geschäftsordnung des Studierendenrats

Die ohnehin reichlich konstruiert wirkenden inhaltlichen Vorwürfe, die auch auf Nachfrage nicht präzisiert werden konnten, sollen nach unserer Ansicht ohnehin nur verschleiern, dass hier konkret Einfluss genommen werden soll. Einerseits auf die Inhalte, die die hastuzeit schreibt und ebenso darauf, in welcher Form sie ihre Meinungen ausdrückt. So ist die Antragstellerin aktiv geworden, nachdem ihr als StuRa-Mitglied ein Artikel über die Löwenrunde nicht zugesagt hat. Formulierungen wie »Aufsichtsrat« (statt wie früher von einem – übrigens aufgrund von Sinnlosigkeit abgeschafften – »Beirat« zu sprechen) oder »Überwachung« (siehe Bild) tragen nicht unbedingt dazu bei, dass wir von ehrlich gemeinter Intention ausgehen. Die hastuzeit ist schon immer der Satzung der Studierendenschaft verpflichtet und soll unter anderem zur Meinungsbildung der Studierenden beitragen. Inwieweit dies noch möglich sein wird, wenn ein Aufsichtsrat, der ausdrücklich von politischen Vertretern besetzt werden soll entsteht, bleibt nun abzuwarten.

Illustration: Katja Elena Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Der wiederholte Hinweis, dass unsere Finanzierung gegenwärtig nicht gesichert sei und der StuRa jederzeit hier reglementierend eingreifen könne – dies natürlich nicht wolle, aber eben könne – trug nicht wirklich zur Entwertung unserer Befürchtungen bei.

Laut Antrag soll endlich eine erzwungene Kommunikation ermöglicht werden. Interessant in diesem Sachverhalt ist für uns, dass unsere wiederholt ergangenen und auch in der Sitzung ausgesprochenen Einladungen zu unseren öffentlichen Sitzungen zur Klärung möglicher Verstimmungen noch nie entsprochen wurde. Hinweise, dass unser Büro sich im selben Gebäude wie der StuRa befindet und wir uns dort regelmäßig begegnen, fanden keine Beachtung. Stattdessen soll ein Aufsichtsrat gegründet werden, um pro Halbjahr einmal Kommunikation zu ermöglichen. Das erscheint uns wenig glaubhaft. Zentral ist da schon eher, dass unser/e Chefredakteur/in zukünftig vom StuRa gewählt werden soll. Vorschlagsrecht hin oder her.

Illustration: Katja Karras

Illustration: Katja Elena Karras

Erreicht wurde nun, dass teils jahrelange Arbeit zahlreicher Mitglieder der hastuzeit entwertet und ihnen sogar indirekt unterstellt wird, keine gute Arbeit gemacht zu haben. Diese Nicht-Wertschätzung von studentischem Engagement ist bedauerlich. Ein Medium, das sich aus unserer Sicht gut entwickelt, wird hier ausgebremst. Der angerichtete Schaden ist bereits jetzt immens.

Diese Mitarbeit von verschiedenen Studierenden, aus verschiedensten Studiengängen bei der hastuzeit ist eines der guten Beispiele, wie fachübergreifend Kommunikation ermöglicht werden kann.

Die hastuzeit versteht sich als Mitmachmedium. Auf unseren Sitzungen ist jeder willkommen.

Dieser Antrag kam unter anderem aufgrund zahlreicher Enthaltungen zustande. Das empfinden wir als doppelt bitter.

 

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Erstellt: 28.06. 2016 | Bearbeitet: 12.10. 2016 20:38