Jan 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 63 0

Nashörner spielen Basketball

Sie sind jung, dynamisch und haben sich mit dem Aufstieg in die 2. Basketball-Regionalliga in der Saalestadt einen Namen gemacht – die USV Halle Rhinos.

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Foto: Ina Tänzer

Nach dem letzten Spiel herrscht gute Stimmung beim Training der 1. Herrenmannschaft des Unisportvereins. »Das war ein tolles Teamspiel am Wochenende«, meint Marcus Zawatzki, Center und Urgestein der Rhinos, während er versucht, mit einem Wurf das orangefarbene Leder im Korb zu versenken. Auch Martin Pötschke, Kapitän der Mannschaft, freut sich über den Sieg: »Zur Halbzeitpause waren uns die Berliner noch mit zwei Punkten auf den Fersen, umso größer war dafür die Freude, als wir nach der zweiten Spielhälfte mit gutem Teambasketball den zweiten Auswärtssieg der Saison einfahren konnten.« Vergangenen Samstag konnten die Berlin Baskets erfolgreich mit 81:68 bezwungen werden. Damit stehen die Nashörner mit drei Siegen und vier Niederlagen nun auf Platz 6 von 13 im oberen Mittelfeld der Liga.


Dreimal pro Woche trainiert das hauptsächlich aus Studenten bestehende Team in der Dreifelderhalle der Sportschule Halle in der Robert-Koch-Straße. Fast jedes Wochenende haben sie ein Spiel. Das hohe Pensum fordert dann manchmal auch seinen Tribut: »Wir können heute nicht so zahlreich wie gewohnt trainieren, da sich einige unserer Leistungsträger verletzt haben«, sagt Martin, der bis vor kurzem Sport und Mathe an der MLU studierte. Hannes Fromm, Spielmacher der Saalestädter und Design-Student an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, sowie Frieder Diestelhorst, Neuzugang aus der 2. Bundesliga ProB und Sport- und BWL-Student an der hallischen Universität, haben sich vor kurzem Blessuren zugezogen. Während Hannes wohl längerfristig ausfallen wird, könnte Frieder schon bald wieder für die Rhinos auf dem Parkett stehen. Der Verein kann jedoch auf eine »tiefe Bank« zurückgreifen, denn neben Neuzugang Frieder haben sich die Nashörner weiterhin prominent verstärkt: Der flinke Daniel Pollrich wechselte von den Dresden Titans ebenfalls aus der 2. Bundesliga ProB zu den Nashörnern. Hinzu kommen weitere junge Talente wie die Flügelspieler Mick Neumann vom Mitteldeutschen Basketball Club aus der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga und Christopher Schreiber aus Rostock. Zudem kam Hanno Freimuth, mit 15 Jahren schon Junioren-Nationalspieler, in jüngster Vergangenheit zum Kader dazu.

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Foto: Ina Tänzer

Seit dem Aufstieg 2013 in die 2. Regionalliga ziehen die USV Halle Rhinos immer wieder junge Talente an. Auch die Tribüne ist mit circa 100 Zuschauern im Schnitt gut besucht. Nach wie vor sei jedoch der Klassenerhalt und die Etablierung in der Liga das Ziel der Mannschaft, so der Trainer Alexander Brumme nüchtern. Man wolle den Hallensern langfristig attraktiven Basketball bieten.
Die Basketball-Sektion ist dabei eine unter vielen anderen des Universitätssportvereins. Mit fast 3000 Mitgliedern ist der USV Halle e. V. der größte Breitensportverband des Landes Sachsen-Anhalt und hat umfangreiche Angebote von American Football über Flossenschwimmen und Ultimate Frisbee bis hin zu Rehasport und Sport für Menschen mit einer Behinderung. Ziel ist es vor allem, dass Studierende und Angestellte der Martin-Luther-Universität, aber auch allgemein Sportinteressierte aus Halle und seinem Umfeld aus einem breiten Sportangebot schöpfen können. Besonders das 2009 gegründete Sport- und Gesundheitszentrum an der »Frohen Zukunft« bietet mit seinem Sportgelände Platz für zahlreiche Disziplinen wie Football, Fußball, Rugby oder Handball.

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Logo der USV Halle Rhinos

Auch ein Multifunktionsraum steht vor allem für Präventions- und Rehabilitationssportkurse zur Verfügung. Mit ca. 350 Mitgliedern ist die Sektion Basketball des USV Halle die mitgliederstärkste Basketball-Sektion in den neuen Bundesländern. Insbesondere im Jugendbereich konnten in den vergangenen Jahren erfolgreiche Platzierungen erzielt und umfangreiche Kooperationen mit leistungsstarken Vereinen in der Umgebung, wie beispielsweise dem Mitteldeutschen Basketball Club, erarbeitet
werden. Von dieser intensiven Jugendarbeit profitieren auch die USV Halle Rhinos stetig, wie der Aufstieg in die 2. Regionalliga beweist.
Mit ihrem schnellen und dynamischen Spiel wissen die Rhinos zu gefallen, auch wenn die Bilanz von 3:4 »noch ausbaufähig« sei, meint Brumme. Hinzu fügt er allerdings auch, dass »drei der vier Niederlagen aus Spielen gegen die Top-Teams der Liga resultierten«. Es ist also noch viel Luft nach oben, und die Nashörner könnten in der nächsten Zeit eine Menge Staub aufwirbeln. »Vielleicht können wir jetzt einen kleinen Lauf starten, da nun vermehrt Gegner aus unserer Tabellenregion kommen«, so Brumme weiterhin. Wenn dann noch alle gesund sind und der Kader komplett ist, darf man spannenden und schnellen Basketball in der Dreifelderhalle erwarten.

 

 

Über Gastbeitrag

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Erstellt: 13.01. 2016 | Bearbeitet: 10.01. 2016 19:45