Okt 2016 hastuINTERESSE Heft Nr. 68 0

Jetzt erst recht: Europa macht Schule

Vier Studentinnen haben im vergangenen Semester den Kontakt zwischen europäischen Studierenden und hallischen SchülerInnen hergestellt. Lisa berichtet im Interview über ihre Erfahrungen und hofft, dass das Projekt weitergehen kann.

Foto: Tobias Hoffmann

Foto: Tobias Hoffmann

Was ist »Europa macht Schule« (EmS) für ein Projekt?
EmS ist ein gemeinsames Projekt des Vereins »EmS e.V.« und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Das Hauptanliegen ist, den interkulturellen Austausch in Europa zwischen europäischen Studierenden und hallischen Schülerinnen und Schülern zu fördern. Menschen sollen in Kontakt kommen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Wer ist daran konkret beteiligt? Wahrscheinlich Erasmus-Studierende, oder?
Genau, Gaststudierende, zum Beispiel aus dem Erasmus-Programm, werden an eine hallische Schule vermittelt und führen mit einer Klasse ein Projekt über ihr Heimatland durch. Das kann alles Mögliche sein: Gemeinsam ein nationales Gericht kochen, einen Tanz einüben oder über Politik diskutieren. Das hängt auch von der Klassenstufe ab. In Halle gibt es EmS nun seit einem Jahr.

Was ist eure Rolle als deutsche, beziehungsweise hallische Studierende dabei?
Wir bilden das Organisationsteam für das Projekt. Wir begleiten die Gaststudierenden durch die Projekte und dienen stets als Ansprechpartner. Am Ende organisieren wir auch die Abschlussfeier, bei der sich die Projekte noch einmal vorstellen.

Gab es schon erste Reaktionen?
Von Lehrerseite aus kam das Projekt gut an, man möchte es auch zukünftig gerne fortsetzen. Die beteiligten Austauschstudierenden waren auch begeistert. Sie profitieren ja neben der Möglichkeit, über ihr Land zu erzählen, auch im didaktischen Bereich und sammeln so Erfahrungen. Bei den Schülern war das Interesse groß, aber manchmal geteilt. Manche Grundschüler haben sich zum Beispiel gefragt: »Was haben wir mit Europa zu tun?« Aber das ist ja eher ein Grund, das Projekt weiterzuführen, um zu zeigen, was Europa bieten kann.

Was kann Europa denn beispielsweise für SchülerInnen in Halle Interessantes bieten?
Vieles. Ich fand ein Projekt spannend, in dem eine Italienerin an einer Sekundarschule Vergleiche zwischen vermeintlichen Unterschieden und Vorurteilen, die zwischen »Ossis« und »Wessis« bestehen, mit denen zwischen »Polentoni« und »Terroni« – das sind Nord- und Süditaliener – abgeglichen hat. Wir hatten insgesamt sieben Studierende in fünf Projekten. Es ging auch um die politische Situation in der Ukraine, einen nachgespielten Städtetrip nach Polen und um Feiertage in Russland.

Was hast Du persönlich aus dem Projekt mitgenommen? Was hat Dir gefallen?
Ich finde, EmS ist einfach eine gute Sache, vor allem, wenn man das aktuelle Weltgeschehen betrachtet. Es ist wichtiger denn je, dass Menschen miteinander reden und Vorurteile abbauen. Natürlich kann man sich auch selbst ausprobieren und mir persönlich gefällt auch, dass man viele tolle Menschen trifft, zum Beispiel auch andere Aktive aus ganz Deutschland.

Wird es das Projekt in Halle weiterhin geben?
Ich hoffe. Das hängt davon ab, ob sich erneut Studierende finden, die das Projekt mittragen wollen. Wir beenden nun unser Masterstudium. Ab Oktober beginnt das neue EmS-Jahr und es wäre schön, wenn es dann eine neue Gruppe geben würde. Auf der EmS-Seite oder auf unserer Facebookseite kann man sich informieren oder mit uns in Kontakt treten. Man kann einfach auf uns zukommen.

https://www.europamachtschule.de/
http://www.facebook.com/ems.halle

Über Tobias Hoffmann

Tobias Hoffmann
Tobias Hoffmann vermisste während seines Biochemiestudiums das Schreiben und Formulieren. Seit Anfang 2013 füllt er diese Leere durch Mitarbeit bei der hastuzeit.

Erstellt: 16.10. 2016 | Bearbeitet: 16.10. 2016 21:27