Jan 2016 hastuPAUSE Heft Nr. 63 0

Fernseher? Brauch ich nicht.

Welche Medien nutzen Studierende in ihrer Freizeit, woher beschaffen sie sich Informationen über aktuelle Geschehnisse, und was halten sie von der medialen Gestaltung der Vorlesungen? In einer Befragung auf dem Uniplatz haben uns einige Studierende ihre Sicht erklärt.

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Illustration: Anne Walther

Die Medienlandschaft verändert sich stetig. Der Trend geht zu immer moderneren Techniken, mit denen man Informationen präzise und in Echtzeit an den Konsumenten bringt. Nirgendwo tauchen die Schlagzeilen der Nachrichtenportale schneller auf als in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook. Diese Plattformen werden auch von einem Großteil aller Studierenden an der MLU genutzt. Es stellt sich die Frage: wie sieht eigentlich das Medienverhalten des durchschnittlichen Studierenden aus?
Nachrichtensendungen im Fernsehen genießen offensichtlich nach wie vor einen großen Stellenwert – und sei es in der Mediathek im Netz. »Es ist angenehmer, alle wichtigen Informationen kompakt aufgezeigt zu bekommen. Wenn ich mir die Inhalte hingegen selbst zusammensuchen muss, zum Beispiel im Internet, dauert das länger und ist aufwendiger«, meint eine Medizinstudentin. Bemängelt an »alten« Medien wie dem Fernsehen wird allerdings der festgelegte Zeitrahmen des Programms, der wenig Platz für individuelle Bedürfnisse lasse. Die Studentin weiter: »Wenn ich fünf Minuten nach Beginn der Tagesschau einschalte, habe ich die wichtigsten Ereignisse des Tages bereits versäumt.«


Auf die Frage nach dem Fernsehkonsum in der Freizeit kommt oft eine recht pragmatische Antwort: Viele Befragte besitzen keinen Fernseher und sehen daher selten bis nie fern. Schuld daran sind vor allem der traditionell oft eher beschränkte finanzielle Rahmen vieler Studierender und die Auswahl des Programms. »In meiner Freizeit nutze ich lieber Streaming-Dienste oder Youtube, so kann ich selbst bestimmen, was ich schaue und vor allem wann ich etwas schaue«, sagt Philipp, ein Student der Ernährungswissenschaften. Außerdem merkt er an: »Selbst wenn ich das Geld für einen Fernseher hätte, ich denke nicht, dass ich ihn häufig anschalten würde. Gerade weil man inzwischen auch viele Sendungen online anschauen kann.«
Tageszeitungen haben noch immer einen guten Ruf, die Seriosität sei höher als die vieler digitaler Medien. Ein negativer Faktor ist hier aber der zu zahlende Preis. Eine Studentin der Philosophie schildert Folgendes: »Ich kann es mir einfach weder zeitlich noch finanziell leisten, jeden Tag eine Zeitung zu kaufen. Da ändert es auch nichts, dass ich die Inhalte vieler großer Tageszeitungen eigentlich ansprechend finde.«
Ebenfalls interessant ist die Frage: Wie sieht die mediale Gestaltung von Vorlesungen aus?
Oft ist ein beinahe flehender Ruf zu hören: die Dozenten sollten die Präsentationen bitte bereits vor einer Vorlesung online stellen, um den zuhörenden Studierenden so die Möglichkeit zu geben, während der Vorlesung mittels Laptop oder Smartphone ein Abbild des Gezeigten direkt vor sich zu haben. Allerdings gibt es hierzu auch Contra seitens einer Studentin aus dem Bereich Politikwissenschaft: »Für mich ist es vollkommen ok, handschriftlich das Wichtigste festzuhalten und gegebenenfalls später nochmal Details in der Präsentation zu suchen.« Ergänzend stellt eine Kommilitonin fest: »Mein Eindruck ist, dass viele ihre Geräte eher zum Surfen im Internet oder für Spiele nutzen und so die Ernsthaftigkeit des Vorgetragenen etwas verloren geht.«

Über Alexander Kullick

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Erstellt: 13.01. 2016 | Bearbeitet: 10.01. 2016 19:47