Mai 2016 hastuINTERESSE Nr. 65 0

Die Hochschulgruppen 2016

Am 18. Mai sind Hochschul- wahlen. Wir haben mit Studierenden gesprochen, die sich für die Wahl aufstellen wollen. Als Kandidat*in kannst auch Du unsere Website nutzen, um Dich vorzustellen: http://hastuzeit.de/wahlvorstellung/

Fotograf_ Johannes Mennicke

Foto: Johannes Mennicke

D. C. Universe
Politikstudent Raik Fischer und Physikstudent Maximilian Paleschke sind Gründungsmitglieder der D. C. Universe und treten beide bei der Wahl für einen Platz im Senat an.

Wie seid ihr auf den Namen gekommen ?
Raik: Wir wollten einen Namen wählen, der im Gedächtnis bleibt, der nicht politisch klingt und nicht etwas verspricht, was er nicht halten kann. Deswegen haben wir einfach gesagt, dass unsere fachliche diversity die Uni gerade im Senat und in der Vertretung der Studierendeninteressen verändern kann. Dass wir quasi unabhängig sind und sagen können, unsere Vielfältigkeit ermöglicht uns, die Dinge konkret anzugehen, weil wir diversity changes university  sind.

Wie sieht eure Arbeit im Senat aus ?
Max: Wir haben es so gemacht, dass wir uns die Senatsverantwortung aufteilen. Wir switchen da mittlerweile so ein bisschen durch.
Raik: Es entsteht kein Informationsstau bei einer Person. Das ist bei uns besser verteilt als bei einer Gruppe, die das ganze Jahr über einen Senator schickt, und wenn er weg ist, ist er weg. Die Leute fangen danach wieder bei null an.

Was habt ihr für eine Rolle im Senat ?
Raik: Man hat ein Rederecht, ein Stimmrecht, ein Antragsrecht und ist im nicht-öffentlichen Teil dabei. Während die breite Öffentlichkeit, die sich im Senat aus Interesse dazusetzen kann, nicht mal ein Rederecht hat.
Max: Trotzdem haben die Professoren immer noch die absolute Mehrheit im Senat. Das ist auch einer der Beiträge, warum die Wahlbereitschaft so gering ist. Der Einfluss der Studierenden ist auf diese vier Sitze beschränkt.
Raik: Es gibt nur 120 oder 130 Professoren, und 10 Prozent von ihnen bestimmen über das Wohl und Wehe der Martin-Luther-Universität. Man könnte ja mal 10 Prozent der Studierenden nehmen, da wären wir schon bei 2000.

Ist es einfach, eine Hochschulgruppe zu gründen ?
Raik: Wir sind ein Wahlvorschlag. Den kann jeder beim Wahlamt einreichen. Man muss dafür nur ein Student sein und eine Unterstützerliste einreichen. Also Studierende finden, welche D. C. Universe unterstützen.

Was halten die anderen Hochschulgruppen von euch ?
Raik: Ich glaube, wir haben bewiesen, dass wir nicht nur ein Haufen Spinner sind.
Max: Ich möchte auch keinem einen bösen Willen unterstellen. Es ist klar, wenn man kein festes Parteiprogramm hat, dass es dann Leute gibt, die sagen: Was wollen die eigentlich ? Sind das Nazis, oder sind das irgendwelche Leute, die nur Satire machen ? Vielen genügt die einfache Wahrheit nicht, dass wir uns als freie Wähler fühlen oder als freie Wählergemeinschaft.

Grüne Hochschulgruppe
Momentan ist Lasse Jost neben seiner Kollegin Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt Sprecher der GHG und studiert im zweiten Semester Jura. Er interessiert sich für die ökologischen Prozesse und die Entwicklung einer nachhaltiger denkenden und wirtschaftenden Gesellschaft.

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Foto: Johanna Sommer

Welche Ziele wurden von euch erreicht ?
Wir haben in dem Arbeitskreis Alternative Mensa Mit­glieder von uns eingebracht und erreicht, dass es regelmäßig in jeder Mensa ein veganes und ein vegetarisches Gericht gibt. Wir setzen uns weiter dafür ein, dass das Mensaessen nachhaltiger gestaltet wird. Unsere Vision ist es, eine Mensa zu haben, die vor allem regionale Produkte bezieht. Ansonsten haben wir auch in letzter Zeit viele Veranstaltungen mit verschiedenen Themen und Zielen gemacht. Wir haben hier an der Uni die Menschenkette unter dem Motto »Herz statt Hetze« mit­initiiert, als Reaktion auf die Übergriffe auf ausländische Studierende. Die Menschenkette wurde gerade von den linken Hochschulgruppen kritisiert, weil diese meinten, die Art des Protestes sei nicht weitgehend genug. Wir wissen, dass man nicht auf einen Schlag Rassismus und Intoleranz von der Universität und aus der Welt schaffen kann. Aber wir setzen uns weiter dafür ein, machen Veranstaltungen zu Bildungszwecken und zur Sensibilisierung für das Thema.

Wie wollt ihr den Wahlkampf dieses Jahr gestalten ?
Beispielsweise möchten wir auf unsere politischen Ansichten und Vorhaben hinweisen, indem wir Coffee-to-go-Becher sammeln und daraus ein Gebilde bauen wollen. Das soll zeigen, wie viele Kaffeebecher weggeschmissen werden. Damit wollen wir darauf hinweisen, in welchen Punkten man ansetzen kann, um unsere Hochschule nachhaltiger zu gestalten. Das soll ein Anker sein bei den Ständen, die wir machen werden. Wir wollen Präsenz zeigen, und das nicht nur am Uniplatz. Deshalb werden wir auch Schwerpunkte auf den Weinbergcampus und Heidecampus legen.

Inwieweit unterscheiden sich die Hochschulgruppen ?
Man trifft sich, tauscht sich aus, und dann vergeht ein Jahr.
Wir unterscheiden uns in vielen Punkten, gerade was die Herangehensweise an Probleme betrifft. Ich denke, die linken Hochschulgruppen sind ein bisschen draufgängerischer und kritisieren auch häufig, dass der RCDS, die Grünen oder die Jusos wenig weitgehende Aktionen starten. Im Stura gibt es sehr viele Diskussionen, was zeigt, dass nicht Einigkeit herrscht. Dies ist ein Zeichen dafür, dass wir Hochschulgruppen versuchen, uns zu profilieren und unsere Themen durchzusetzen, und nicht einfach nur Hand in Hand für die Studierendenschaft stehen und uns immer nett im Stura treffen und Cola trinken.

Letztes Jahr hat angeblich eine Hochschulgruppe die Plakate der anderen überklebt, dafür musste dann die Polizei geholt werden, oder man hat sich gegenseitig beleidigt. Muss ein Wahlkampf so aussehen ?
Ich kann mir schon vorstellen, dass es teilweise gegenseitig Anfeindungen gibt. Das liegt in der Natur der Sache. Wir als GHG versuchen, in unserem Wahlkampf durch Inhalte und nicht durch das lautere Schreien zu überzeugen. Da muss man dann seinen Weg finden. Wir finden das auf jeden Fall nicht unamüsant, wenn es so nette Randgeschichten gibt. Aber das gehört ja auch dazu.

Jungsozialist*innen
Anne-Sarah Fiebig, Benedict Behnke und Patricia Fromme engagieren sich bei der Juso-Hochschulgruppe. Patricia studiert Geschichte und Musikwissenschaften und ist die Sprecherin. Der Psychologiestudent Benni, der bereits in Kassel bei den Jusos aktiv war, und Anne, die Judaistik und Politikwissenschaften im Master studiert, sind stellvertretende Sprecher*innen der Hochschulgruppe.

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Foto: Johanna Sommer

 
Unterscheidet sich eure Arbeit von der Arbeit der anderen Hochschulgruppen ?
Benni: Wir organisieren Veranstaltungen, die gezielt politisch informieren und motivieren sollen. Das ist bei manchen Hochschulgruppen eher weniger zu beobachten. Da kommen höchstens Reaktionen auf Themen, die wir oder unsere Bündnispartner hier an der MLU setzen, aber nur wenige wahrnehmbare eigene Aktionen.

Was habt ihr schon erreichen können ?
Patricia: Es ist immer etwas kompliziert, sich in der Hochschulpolitik, in der man ja immer mit mehreren Gruppen zusammen agieren muss, einzelne Projekte auf die Fahnen zu schreiben. Das Projekt Alternative Mensa ist so ein Bündnis, das die Erweiterung des Mensaangebotes erwirkt hat. Das Wichtigste in den letzten Jahren ist aber auf jeden Fall die Arbeit im Aktionsbündnis. Dort waren damals Jusos maßgeblich beteiligt, und am Ende wurde die Kürzungssumme immerhin halbiert. Das war definitiv ein Erfolg, wenn auch nicht in dem Maße, in dem wir uns das gewünscht hätten.

Wie wollt ihr denn den Wahlkampf verbessern, um mehr Studierende zu erreichen ?
Anne: Man könnte versuchen, ökologische Alternativen zum klassischen Flyer zu finden, zum Beispiel Studierende zielgerichteter über Twitter oder Instagram zu informieren. Oder Hochschulwände anzubeamen, mit Projektionen von Plakaten oder Videos.

Was stört euch momentan an der Uni ?
Patricia: So ein Dauerbrenner ist die Anwesenheitspflicht. Studierende sollten so studieren, wie sie möchten.
Anne: Uns ist aufgefallen, dass es an der Universität an Rückzugsräumen für Studierende fehlt. Ruheräume, wo man sich zurückziehen oder sich zum Lernen treffen kann.
Benni: Auffällig ist auch, dass sich Konzerne, beispielsweise durch die Finanzierung einer Professur, in den Forschungsbetrieb in der Uni einkaufen. Damit beeinflussen sie Forschung und Lehre. Im Interesse einer selbstständigen, aufgeklärten Hochschule dürfen wir so etwas nicht hinnehmen, denn Konzerne haben nun mal private Interessen. Eine Uni gilt es davon freizuhalten, wenn man eine gute und unvoreingenommene Lehre erhalten möchte.

Liberale Hochschulgruppe
Christian Rödding studiert im 10. Fachsemester Jura, seit Anfang 2012 ist er Mitglied in dieser Hochschulgruppe und seit 2015 deren Vorsitzender. Er setzt sich für eine liberale Kraft an der Hochschule ein.

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Foto: Johanna Sommer

Wo seid ihr an der Uni vertreten ?
Wir sind derzeit im Fachschaftsrat Jura vertreten, darüber hinaus sitzen wir im Moment in keinem Gremium. Bei der kommenden Wahl treten wir wieder für alle Gremien an und sind zuversichtlich, dabei Erfolg zu haben.

Wofür habt ihr euch in letzter Zeit eingesetzt ?
Was wir meiner Meinung nach erreicht haben, ist noch mal eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit des Semestertickets. In unseren Augen ist die Abstimmung äußerst unglücklich verlaufen, weil man entweder die Wahl hatte, sich für dieses Semesterticket oder für die abgeschwächte Version davon, die wir davor immer hatten, zu entscheiden. Es stand aber zum Beispiel nicht zur Auswahl, ob man ein Semesterticket nicht haben möchte.

Was hältst du von dem Wahlkampf ?
Ich war von dem Verlauf unglaublich enttäuscht. Das lief zum Teil auf unterster persönlicher Ebene ab. Da wundert es mich dann überhaupt nicht, wenn sich Studenten sagen: »Ach, den Kindergarten hier, den tu ich mir nicht an.« Ein Problem ist, dass viele Parteien oder Mitglieder offenbar nicht politisch agieren können, ohne direkt persönlich zu werden – das zieht das ganze Niveau runter.

Was sollte an der Uni geändert werden ?
Gerade im Juridicum haben wir häufig das Problem mit zu wenig Literatur, zu wenigen Plätzen und vollkommen überfüllten Räumen. Wir setzen uns dafür ein, dass möglichst viel digitalisiert wird, damit man sich das auch daheim durchlesen kann. Idealerweise sollen möglichst viele Vorlesungen mitgestreamt werden, damit man, statt zur Universität zu gehen, es sich notfalls zu Hause anschauen kann.
Ich denke auch, dass der Stura – insbesondere jetzt in dieser Legislaturperiode – nicht unter Beweis stellen konnte, dass man ihn braucht. Wenn man sich die Protokolle anguckt, ist das nahezu Selbstbeschäftigung. Da wird darüber diskutiert, in welcher Reihenfolge die Redebeiträge im Stura gebracht werden können: immer eine Frau und ein Mann abwechselnd. Wenn man nur die Selbstbeschäftigung des Sturas mitbekommt, aber kein einziges Projekt sieht, das Studierenden zugutekommen soll, dann hat man als Studierende natürlich kein Interesse am Stura. Da ist der Stura im hohen Maße dafür verantwortlich, dass sich die Studenten und Studentinnen kaum für die Wahl interessieren und dementsprechend die Wahlbeteiligung immer unter 20 Prozent liegt. Dabei geht es mir nicht zwangsläufig darum, dass der Stura Dinge tut, die mir persönlich nicht passen. Projekte wie das Semesterticket zum Beispiel, welches ich selbst ablehne, aber das ist zumindest etwas, das die Studiensituation verändert. In dieser Legislaturperiode kann ich davon nichts sehen. Wir wollen, wenn wir im Stura sitzen, endlich wieder dafür sorgen, dass er sich wieder den Aufgaben widmet, die den Studierenden zu Gute kommen.

Offene Linke Liste
Bei den Hochschulwahlen tritt für die Offene Linke Liste der Medizinstudent Jan Hoffmann an. Er hat momentan jeweils einen Sitz im Stura und im Senat. Für die Offene Linke Liste schreibt er die Sturaberichte.

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Foto: Johanna Sommer

Wie macht ihr eure Arbeit transparent ?
Unsere Hauptkommunikation und unsere Hauptöffentlichkeitsarbeit laufen über unsere Facebook-Seite. Da berichten wir tatsächlich über alles, was in den Senats- und Stura­sitzungen passiert.

Die Wahlbeteiligung ist nicht gerade hoch, wie kann man das ändern ?
Ich glaube zum Beispiel, dass viele Leute nicht wissen, dass der Stura über ein Haushaltsvolumen von 600 000 Euro verfügt. Wenn man das den Leuten ordentlich klarmachen würde, hätten wir auch bessere Teilnahmezahlen bei den Hochschulwahlen. Es wird auch wieder Veranstaltungen vom Stura vor den Wahlen geben. Das letzte Mal gab es die »Löwenrunde«, und die ist, soweit ich das mitbekommen habe, auch relativ gut angenommen worden.

An welchen Projekten habt ihr bis jetzt gearbeitet ?
Wir wollten die Universität umbenennen und ein Votum der Studierendenschaft einholen, weil wir sagen, Martin Luther war ein Antisemit. Wir wollen nicht, dass die Uni nach so jemandem benannt ist, aber der Antrag ist im Stura sehr knapp gescheitert. Eine andere Sache war die Ausschlussklausel. Wir konnten durchsetzen, dass bekanntermaßen rechts eingestellte Personen von allen Veranstaltungen des Sturas und seiner Arbeitskreise ausgeschlossen werden müssen.

Was konntet ihr bis jetzt an der Uni umsetzen ?
Wir waren im Senat die erste Gruppe, die einen Antrag auf Einbringung einer Zivilklausel in die Grundordnung der Universität eingebracht hat. Das hat nicht ganz so gut funktioniert, wie wir erhofft hatten. Deshalb ist jetzt erst einmal ein Diskussionsprozess gestartet worden, wie man so eine Zivilklausel gestalten könnte. Der wird vermutlich auch sehr lange gehen, und wir hoffen, dass wir ihn bis zum Ende begleiten können.

Hattet ihr schon mal Probleme mit anderen Hochschulgruppen im Wahlkampf ?
Also, grundsätzlich lebt Politik ja vom Widerspruch. Das betonen wir auch als Linke gerade. Wie auch im letzten Wahlkampf, als wir Plakate hatten mit: »Personalisierten Wahlkampf finden wir doof« und die neben die Plakate mit den ganzen Gesichtern der anderen gehängt haben. Von den anderen Gruppen wurde uns dann immer vorgeworfen: »Ihr demobilisiert die Leute.« Ich denke, Dissens ist ein wichtiger Teil, solange er gewaltlos bleibt.

Noch ein Wort an den Wähler ?
Die Offene Linke Liste ist übrigens die einzige politische Gruppe an dieser Hochschule, die tatsächlich nachprüfbar macht, was sie vor der Wahl auch gesagt hat.

Ring Christlich-Demokratischer Studenten
Der Vorsitzende des RCDS, Karl Kuhn, studiert im vierten Semester Jura. Er ist beispielsweise für die inhaltliche Arbeit und für die Koordinierung der Mitglieder zuständig.

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Foto: Johanna Sommer

Was wollt ihr aktuell ändern ?
Wir setzen uns, gerade mit dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Lecktücher, für einen verantwortungsvollen Umgang mit studentischen Geldern ein. Dabei möchten wir, dass für den Studenten durch die gezahlten Beiträge ein echter Mehrwert geschaffen wird.

Beim Wahlkampf zeigen die Hochschulgruppen verstärkte Präsenz, sonst eher weniger. Trifft das auch auf den RCDS zu ?
Wir sind auch außerhalb des Hochschulwahlkampfes aktiv. Beispielsweise hatten wir Ende letzten Jahres unsere Nikolausaktion. Wir sammelten Spenden für einen guten Zweck und wollten zusätzlich die Studenten mit einem preiswerten Glühwein aufwärmen. Letztes Jahr waren wir dabei auf dem Heidecampus und dem Uniplatz aktiv. Zusätzlich bieten wir natürlich auch Informationen unserer Arbeit in den sozialen Netzwerken. Um aber auf dem aktuellen Stand zu sein, müssen sich die Studenten auch informieren beziehungsweise informieren wollen.

Viele Studierende interessieren sich nicht für den Stura, gehen weder wählen noch auf eine Sitzung.
Selbst für mich als Sturamitglied ist es abschreckend, wenn ich 18 Uhr anfange zu tagen, um 1 Uhr nachts den Sitzungssaal verlasse und dazwischen eine Fünf-Minuten-Pause habe. Dann kommt hinzu, dass wir in der Hochschulpolitik gewisse Themen haben, bei denen ich mir an den Kopf fasse und frage, ob das wirklich sein muss. Dabei denke ich beispielsweise an das ethisch-korrekte Anlegen der Mindestrücklage des Sturas. Damit das Geld bis zur Zeit des nächsten Haushaltsjahrs auch etwas erwirtschaftet, ist festgeschrieben, dass das Geld zinsbringend angelegt werden soll. Aktuell muss das Geld anscheinend in Anleihen von Firmen investiert sein, welche über viele Umwege ein unethisches Produkt am Markt anbieten. Solche Debatten im Stura tragen nicht dazu bei, die Attraktivität des Gremiums zu erhöhen. Viele Studenten denken sich eher: »Na ja, wenn die so verrückt sind, dann muss ich mich da nicht einbringen.« Genau deswegen sollte sich der Fokus der Debatten wieder um Themen drehen, die auch die Lebenswirklichkeit eines Studenten an der Martin-Luther-Universität berühren. Beispielsweise wollen wir auch eine wirkliche Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern an der Universität. Dazu gehört unserer Meinung nach auch, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer an der Wahl der Gleichstellungsbeauftragten beteiligt sind.

Über Johanna Sommer

Sie ist direkt, ehrlich, neugierig, perfektionistisch, willensstark, satirisch, emotional, wissensdurstig und ab und zu verfällt sie in Panik. Trotzdem ist sie irgendwie Chefin der "hastuzeit" geworden. Aber viel wichtiger ist, das, wenn sie Artikel schreibt, schwillt ihr Herz zu einer großen Blase voller Freude an, fast genauso groß, wenn sie Snowboard fährt.

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Erstellt: 13.05. 2016 | Bearbeitet: 28.06. 2016 14:04