Jan 2015 hastuUNI Nr. 58 0

Stressfrei lernen

In sechs Punkten die Aufregung vor der Prüfung reduzieren

Illustration: Katja Karras

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Bald geht die Prüfungszeit wieder los. Dies führt bei vielen Studenten zu Stress. Bei manchen ist es nur eine leichte Anspannung, direkt vor der Prüfung, die vielleicht sogar antreibt und motiviert. Aber manch einer bricht schon lange vorher in Panik aus, den Stoff nicht rechtzeitig lernen zu können und somit auf jeden Fall durchzufallen. Ein Gedanke, der dem Lernen und dem Seelenfrieden nicht gerade förderlich ist. Es gibt jedoch ein paar Methoden, mit denen man ohne großen Aufwand die Nervosität bekämpfen kann.

1. Timing ist (fast) alles

Wie bei guten Vorsätzen gilt auch beim Lernen: immer gleich heute anfangen, rausschieben bringt nichts, irgendwann wird die Prüfung kommen, und je früher man anfängt, desto weniger Stress stellt sich ein. Auch eine Struktur hilft beim Lernen: Ist der Termin der Prüfung bekannt, kann man sich einen Lernplan erstellen. Aber dabei gilt: Realistisch bleiben! Nimmt man sich zu viel vor und hängt ständig hinterher, zeigt der Plan genau die falsche Wirkung. Denn eigentlich sollte er einem das Gefühl geben, rechtzeitig fertig zu werden. Dabei ist jedoch genug Zeit zum Wiederholen einzuplanen, ebenso wie »Ausfälle«. Auch Pausen müssen sein und sollten bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

2. Entspannungspausen einplanen

Illustration: Katja Karras

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Grundsätzlich ist nach ein bis zwei Stunden eine etwa 20-minütige Pause angebracht. Am besten stellt man sich einen Wecker, um diese einzuleiten. Sinnvoll nutzen kann man die Pause mit Bewegung, Entspannungsübungen oder einem kurzen Nickerchen, das jedoch nicht länger als 30 Minuten dauern sollte. Etwa nach dieser Zeitspanne geht der Körper von der Leichtschlaf- in die Tiefschlafphase über, was zu Schlaftrunkenheit beim Erwachen führt. Fernsehen, Videospiele und Lesen sind hingegen eher hinderlich für die weitere Konzentration. Besser ist es, ein paar Lockerungsübungen wie Kopf- oder Schulterkreisen einzubauen. Schweifen die Gedanken immer wieder ab, ist eine längere Auszeit angebracht.

3. Den eigenen Lerntyp finden

Illustration: Katja Karras

Illustration: Katja Karras

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Auch Lernen will gelernt sein. Es gibt vier verschiedene Lerntypen. Ist man ein visueller Lerntyp, sollte man sich nach Möglichkeit alles aufmalen und in Texten mit bunten Markern wichtige Stellen hervorheben. Auch Lerninhalte selber aufzuschreiben, kann helfen. Lautes Vorsagen, Aufnehmen und erneutes Anhören des Gelernten helfen vor allem auditiven Lerntypen. Als kommunikativer Lerntyp ist eine Lerngruppe sinnvoll, in der der Lernstoff besprochen wird. Und als motorischer Lerntyp braucht man zum effektiven Lernen Bewegung, Material zum Anfassen und praktische Bezüge.

Illustration: Katja Karras

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Da die meisten Menschen Mischtypen sind, hilft es grundsätzlich, Lerninhalte in eigenen Worten zusammenzufassen und sich innerlich abzufragen, um das »Wiedergeben« des Stoffes zu üben.

Illustration: Katja Karras

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4. Der richtige Rhythmus

Auch die richtige Tageszeit muss erst gefunden werden. Wenn man am besten abends lernt, sollte man sich gar nicht erst vornehmen, morgens um acht zu beginnen, und Frühaufsteher hören besser rechtzeitig auf, statt bis tief in die Nacht am Schreibtisch zu sitzen und doch nichts mehr zu behalten. Außerdem sind klare Grenzen zu setzen: Ist zum Beispiel grundsätzlich die Konzentration nach sieben Stunden geistiger Betätigung am Tag vorbei, ist es am besten, nach dieser Zeitspanne auch wirklich aufzuhören. Der »Feierabend« wird dann mit einer kurzen Wiederholung des Gelernten, dem Ordnen der Unterlagen und dem Aufräumen des Schreibtisches eingeleitet.

5. Positiv denken

Illustration: Katja Karras

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Auch beim Lernen ist vieles Einstellungssache. Man lernt viel besser, wenn man motiviert und interessiert an ein Thema herangeht. Zumindest sollte kein allzu großer Unwillen aufkommen. Kommt dieser dennoch auf, kann man die Motivation auch mit kleinen Belohnungen steigern. Schokolade soll angeblich die Nerven beruhigen, und ein Stück nach einem erfolgreichen Lerntag verträgt sich auch noch mit den Neujahrsvorsätzen zur Reduzierung des Süßigkeitenkonsums. Positiv denken sollte man auch in Bezug auf die Prüfung. Vor allem vor dem Schlafengehen sind solche Gedanken hilfreich und begünstigen einen ruhigen Schlaf. Aber auch wenn man hauptsächlich positiv denken und sich nicht auf eine schlechte, sondern eine gute Prüfung vorbereiten sollte, kann man sich zwischendurch fragen: Was wäre denn ein realistischer »worst case«? Vermutlich kommt man zu dem Schluss, dass dieser kein Weltuntergang wäre.

6. Vor der Prüfung: Keep calm

Am Tag vor der Klausur besser nichts Neues mehr lernen, sondern bereits Gelerntes noch einmal wiederholen und eventuell noch einmal aufschreiben – möglichst klein, da dies mehr Konzentration erfordert. Dieser Spicker bleibt dann natürlich zu Hause. Ausreichend Schlaf ist vor einer Prüfung wichtig. Kaffee, Cola und Alkohol wirken dagegen nur positiv auf die Nervosität. Der Tag der Prüfung wird am besten mit einer Entspannungsübung im Bett begonnen (autogenes Training bietet sich hier an, aber auch einfache Atemübungen) und nach Möglichkeit mit Sport, da auch die körperliche Bewegung den Stress abbaut. Auf jeden Fall sollte man versuchen, pünktlich zu sein. Ist man bereits früh am Ort der Prüfung, ist ein MP3-Player mit beruhigender Musik ein hilfreiches Accessoire. Denn Stress ist ansteckend. Und es hilft niemandem, sich anzuhören, was der Sitznachbar gelernt oder nicht gelernt hat und wie sicher er durchfallen wird. Hat einen der Stress bis in den Hörsaal begleitet, gibt es ein paar schnelle Übungen, die gegen Anspannung helfen sollen, zum Beispiel die Hände mehrmals zu Fäusten ballen und wieder entspannen, den Zeigefinger und den Daumen aneinanderpressen und sich mehrere Minuten lang möglichst intensiv an ein schönes Ereignis erinnern (wie hat zum Beispiel das Meer im letzten Urlaub gerochen?) oder tief ein- und wieder ausatmen, anschließend die Luft anhalten, dabei von 1001 bis 1006 zählen und wieder einatmen. Auch diese Übung wird für ein paar Minuten wiederholt. Ansonsten gilt: Anzeichen von Nervosität, wie schwitzende Hände und Herzklopfen, nicht zum Anlass nehmen, um in Panik auszubrechen, sondern sie als notwendige Aktivierung des Körpers sehen, damit möglichst viel Leistung abgerufen werden kann. Und natürlich: Positiv denken: »Ich bin gut vorbereitet. Ich werde es schaffen!«

Illustration: Katja Karras

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Über Daniela Marx

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Erstellt: 29.01. 2015 | Bearbeitet: 29.01. 2015 20:05