Apr 2015 hastuUNI Nr. 59 0

Mitmischen an der Uni

Am 27. Mai habt Ihr wieder die (Hochschul-) Wahl. hastuzeit versorgt Euch schon einmal mit ersten Informationen – vielleicht bekommt Ihr ja Lust, auf die andere Seite zu wechseln.

Illustration: Eva Feuchter

Illustration: Eva Feuchter

Ihr spielt mit dem Gedanken zu kandidieren, aber Wahlbekanntmachungen im XXL-Format, Formulare und Fristen schrecken Euch ab? Keine Bange, der Weg auf den Wahlzettel ist gar nicht so schwer. Mitmachen könnt Ihr im Senat und Studierendenrat (Stura) auf der Ebene der gesamten Universität und im jeweiligen Fakultätsrat und Fachschaftsrat auf der Ebene des eigenen Fachbereichs.

Senat und Fakultätsräte sind Gremien der Universität; hier fallen alle wesentlichen Entscheidungen über Studiengänge, Verwendung von Geldmitteln, Berufung von Professoren und viele andere universitäre Angelegenheiten. Studierende sind dort jedoch nur mit etwa einem Fünftel der Sitze vertreten.

Stura und Fachschaftsräte sind Gremien der »verfassten Studierendenschaft«, wie es im Landeshochschulgesetz heißt. Sie vertreten studentische Interessen gegenüber der Universität, dem Kultusministerium und der Öffentlichkeit und leisten Hilfe bei Problemen. Zum Vergleich könnte man an den Betriebsrat in einem Unternehmen denken, wobei die Universität natürlich kein Privatunternehmen ist und Studierende keine Angestellten, sondern Mitglieder. Aus der Studierendenschaft kann man austreten und dann natürlich nicht mehr an ihren Wahlen teilnehmen, das trifft an der Martin-Luther-Universität jedoch nur auf wenige Studierende zu.

Bis zur Wahl ist noch etwas Zeit; wer aber kandidieren will, sollte sich schon jetzt darum kümmern, denn Wahlvorschläge können nur bis zum 6. Mai eingereicht werden.

Lohnt es sich?

Als Mitglied in einem Entscheidungsgremium könnt Ihr Eure Vorstellungen und Ideen viel besser einbringen, als wenn Ihr nur am Wahltag Eure Stimme abgebt. Beim Blick hinter die Kulissen des Hochschulbetriebs lernt Ihr Eure Universität besser kennen. Ihr versteht, warum Dinge so sind, wie sie sind, aber könnt auch daran arbeiten, sie zu ändern. Auch Zweit­semester sind bereits herzlich willkommen; die alten Hasen möchten nicht nur im eigenen Saft schmoren.

Je nach persönlichem Elan ist die Arbeit mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden, für den es kein Geld gibt. Aber immerhin ist Gremientätigkeit ein legitimer Grund für eine längere Studienzeit – ein wichtiges Argument beim BAföG oder wenn Langzeitgebühren drohen.

So kommt Ihr auf den Wahlzettel

Bis zum 6. Mai, 15.00 Uhr, könnt Ihr einen Wahlvorschlag (Einzelperson oder Liste von Kandidaten) einreichen. Hier findet eigentlich das einzige Mal etwas Papierkram statt. Ihr benötigt mindestens drei Unterschriften von wahlberechtigten Studierenden, die den Wahlvorschlag unterstützen. Außerdem müsst Ihr – auf einem anderen Formular – einzeln eine »Zustimmungserklärung« unterschreiben. Die Vordrucke bekommt Ihr (auch online) beim Wahlamt der Uni und dem Wahlausschuss des Sturas. Dort gebt Ihr die Formulare auch wieder ab. Die Wahlvorschläge werden auf formale Fehler, zum Beispiel fehlende Zustimmungserklärungen oder ungültige Unterstützerunterschriften überprüft. Damit Ihr eventuelle Fehler noch beheben könnt, solltet Ihr nicht bis zum letzten Moment warten.

In der Zwischenzeit könnt Ihr schon etwas Wahlkampf betreiben. Auch wir wollen Eure Ambitionen fördern und bieten Euch die Gelegenheit, Euch auf unserer Website mit Wort und Bild vorzustellen. Das entsprechende Formular findet Ihr ab Mitte Mai online bei uns. Bitte beachtet, dass es bis zu 48 Stunden dauern kann, bevor Euer Text auf hastuzeit.de erscheint. Aus Platzgründen und der Übersicht wegen werden wir nur Kandidatinnen und Kandidaten für Stura, Fachschaftsräte und Senat berücksichtigen.

Strategisch kandidieren

Bei den Hochschulwahlen kommen, grob gesagt, zweierlei Wahlverfahren zur Anwendung. Mehrheitswahl findet für alle Gremien statt, für die nur wenige Wahlvorschläge auf dem Stimmzettel stehen. Hier bekommen einfach die Kandidaten mit den meisten Stimmen einen Sitz. Etwas anders sieht die Sache bei den Senatswahlen aus, gelegentlich auch bei besonders aktiven Fachschaften: Wenn sich mindestens doppelt so viele Kandidaten bewerben, wie Sitze zu vergeben sind, und wenn sich die Bewerbungen dabei auf mindestens zwei Wahlvorschläge verteilen, gilt Verhältniswahl. Dann werden die Sitze nach dem d«Hondtschen Höchstzahlverfahren zugeteilt, bei dem es auch auf die Gesamtstimmenzahl eines Wahlvorschlags ankommt. Bei dieser Zählweise haben es Einzelkandidaten deutlich schwerer als Kandidaten auf einer Liste mit vielen Wahlvorschlägen. »Zählkandidaten« aufzustellen ist jedoch nicht notwendig. Bleiben wir beim Beispiel der Senatswahlen, kann schon ein studentischer Wahlvorschlag mit nur zwei Kandidaten alle vier Stimmen einer Wählerin oder eines Wählers einsammeln.

Korrektur

Im Heft hatten wir den 7. Mai als letzten Termin für die Einreichung von Wahlvorschlägen genannt. Tatsächlich endet die Frist bereits am 6. Mai um 15.00 Uhr. Wir bitten den Irrtum zu entschuldigen.

Briefwahl

Für alle, die am Wahltag keine Zeit haben, bietet sich die Briefwahl an. Die Unterlagen solltet Ihr beim Wahlausschuss des Stura beziehungsweise beim Wahlamt der Uni beantragen und rechtzeitig zurückschicken. Damit Eure Stimme auch zählt, solltet Ihr das nicht auf den letzten Drücker erledigen. Postlaufzeiten (einschließlich Uni-Hauspost) können unerwartet lang sein, und Eure Wahlzettel werden nicht berücksichtigt, wenn sie erst nach der Wahl eintreffen.

Wahlausschuss des Studierendenrats:
http://www.hochschulwahl.info/

Wahlamt der Universität:
http://wisswei.verwaltung.uni-halle.de/wahlen/senat-fakrat/

Über Konrad Dieterich

Redakteur.

Erstellt: 30.04. 2015 | Bearbeitet: 10.05. 2015 02:02