Jan 2015 hastuPAUSE 0

Legida schadet Mitteldeutschlands Unis

Warum die Zersplitterung der Pegida-Gruppierung noch nicht deren Ende bedeutet und warum Studierende weiter Flagge zeigen sollten. Ein Kommentar

Pegida gibt es jetzt nicht nur in verschiedenen Städten, sondern auch in Dresden gleich mehrfach und ist zerstritten. Pegida, Legida und Kathrin Oertels Vereinigung. Das ist zunächst einmal eine gute Nachricht. Es ist zu erwarten, dass der Erfolg der so genannten Bewegung nun erst einmal ins Stocken gerät. Für die Universitätsstädte Mittel- und Ostdeutschlands ist das hilfreich, drohten sie doch im Pegidasumpf aus Ressentiments und vielseitiger Feindlichkeit zu versinken. Universitätsstadt zu sein, das bedeutet offen für Neues, offen für andere Ideen und Ansätze. Generell einen wissenschaftlichen aber auch gesellschaftlichen Fortschritt zu erzielen. Austausch mit anderen Kulturen ist da in jeder Hinsicht hilfreich, selbst wenn dieser nicht sofort an Universitäten oder Forschungen stattfindet. Aber auch ganz nüchtern betrachtet war das Bild, welches die Region zuletzt zeigte, sicherlich nicht förderlich für die Universitäten.

Denkt man an Professorenberufungen, freie Institutsgründungen oder die Auswahl von Tagungsorten, muss man befürchten, dass der angerichtete Schaden bereits jetzt immens ist. Insofern waren und sind die Studierenden auch aus Eigeninteresse in der Pflicht, Flagge zu zeigen gegen das Hinterwäldler-Image und gegen rechtspopulistische Strömungen. Eine Universität steht für andere Werte.

Gut also, dass ein erster Etappensieg errungen ist. Bedeutet dies nun, dass man die zersplitterte Pegida zu den Akten legen kann?

Nein, denn dafür ist die Bewegung zu zahlreich und die erzeugten Verwerfungen sind zu groß. 17000 Menschen in Dresden lösen sich nicht einfach auf, ihr Gedankengut bleibt dasselbe und gerade der Legida-Zweig in Leipzig ist offen rechtsextrem und wird weitermachen. Letzterer wird sich leichter enttarnen lassen, als das, was er ist: ein rechtsextremer Aufmarsch. Verschwinden aber wird er nicht einfach. Gerade in Leipzig sollten Studierende aus ganz Mitteldeutschland jetzt verstärkt ihre Meinung äußern, am besten gleich Freitag bei den Gegendemos. Damit auch dieser Schandfleck bald verschwindet, damit rechtem Gedankengut eine Absage erteilt wird und ja, auch damit weiterer Image- und Realschaden von den Universitätsstandorten Mitteldeutschlands abgewendet wird.

Über Tobias Hoffmann

Tobias Hoffmann
Tobias Hoffmann vermisste während seines Biochemiestudiums das Schreiben und Formulieren. Seit Anfang 2013 füllt er diese Leere durch Mitarbeit bei der hastuzeit.

Erstellt: 30.01. 2015 | Bearbeitet: 11.10. 2015 14:28