Jan 2015 hastuUNI 0

»Gegen rassistische Hetze«

Unter diesem Motto wurde auf Facebook von ver.di-Studis Halle/Saale eine Veranstaltung erstellt, die zu einem kleinen Flashmob am 7. Januar um 11.40 Uhr vor der Tulpe am Uniplatz führte. Hintergrund ist die geplante Demo in Leipzig gegen die »Islamisierung des Abendlandes«.

Flashmob 7.1.

Fotos: Johanna Sommer.

Studierende versammelten sich vor Ort und als Zeichen des Protestes gegen Pegida. Denn am 12. Januar werden sich Anhänger der Pegida in Leipzig zusammenfinden. Marco Pellegrino hat in seiner Rede klar Stellung zu Pegida bezogen: »Sie ist das Produkt einer Gesellschaft, welche in ihrem Kern ein enormes Problem mit Rassismus und anderen Formen der Diskriminierung hat. Es liegt an uns, die wir diese Menschenverachtung zutiefst verabscheuen, einen grundlegenden Wandel in der Gesellschaft herbeizuführen. Dies kann und wird nicht von heute auf morgen passieren, aber wir können einen ersten entscheidenden Schritt gehen, indem wir sagen: Der PEGIDA keinen Fußbreit – Weder in Dresden, noch in Leipzig – Nirgendwo!« Deswegen ruft er dazu auf am 12. Januar gegen Legida zu demonstrieren. Wer dann vor Ort auf seinem Smartphone bei Facebook eine Demo gegen Legida suchte, stieß auf die Seite »Hallesche Bürgerinnen gegen LEGIDA«, welche die zwei Studenten Stefan Krabbes und Oliver Jähnichen ins Leben gerufen haben. Dort schreiben sie, dass der Treffpunkt am 12.1. um 16 Uhr am Hauptbahnhof in Halle ist.

Dann geht es mit den Zügen um 16:14 Uhr und 16:19 Uhr nach Leipzig. Die Fahrt ist für alle Studierenden der MLU kostenlos.

Es sind auch weitere fünf Gegendemonstrationen in Leipzig vor Ort geplant. Organisatoren sind hier die Kirchen, Vereine und Gewerkschaften. Weitere Infos sind hier zu finden: https://www.facebook.com/events/434640410017165/

Interview Flashmob 7.1.

Till (l.) und Lenni (r.) sagten ihre Meinungen zum Thema Legida und Halgida.

Auf dem Flashmob waren auch die Studenten Till und Lenni anwesend. Beide studieren Soziologie und Politikwissenschaft und werden »auf jeden Fall« gegen Legida demonstrieren gehen. Dafür würden sie »auch was ausfallen lassen«. Lenni sagte auch: »Wer als Professor kein Verständnis dafür hat, hat auch nicht verdient, dass man zu seiner Vorlesung geht. Aber die Professoren bei uns sind glücklich, wenn man sich politisch engagiert und demonstriert. Wir werden so 20 Leute sein.« Auf die Frage, ob sie glauben, dass es irgendwann Hallenser geben wird die gegen die Islamisierung des Abendlandes demonstrieren, meinte er: »Ich denke schon.« Lenni fügt noch hinzu, dass es hier ein »rechtes Potenzial« gibt. Till nennt dafür die Orte Silberhöhe und Neustadt. Aber Lenni merkte auch an, dass die rechte Szene in Halle, »häufig zu beschränkt zum Organisieren« ist.

Dr. Rainer Herter, Mitglied des Personalrats der MLU, meinte auf die Frage, ob es denn Halgida geben wird: »Ich glaube nicht. Es gibt genug Kräfte dagegen, auch studentische.«

Aber auf Facebook ist seit dem 6.Januar 2014 eine Seite für „Halgida» (Halle/Saale gegen die Islamisierung des Abendlandes) zu finden. Die Seite hat bereits 990 Likes gesammelt. Wer die Seite ins Leben gerufen hat, ist nicht bekannt. Jedoch erklärt sich die Seite wie folgt: »Da hier auf der Seite mal wieder jemand ist der uns als rechts & Nazi abstempelt (was wir hier auch öfters sehen werden, leider), sollten diese Leute genauer aufgeklärt werden. Pegida ist keine rechts orientierte Gemeinschaft! Nur weil sie gegen die Islamisierung Europas ist hat das nix mit Ausländerfeindlichkeit zu tun. Also verbitte ich mir sowas auf der pegida Halle/Saale Seite und auf evtl stattfindenden Demo’s.«

Der Gegenpart »NO Halgida – Für ein weltoffenes Halle«, von Marco Pellegrino gegründet, existiert seit dem 16. Dezember 2014 auf Facebook. Er schreibt dazu: »Wir setzen uns gegen den immer weiter um sich greifenden PEGIDA-Wahnsinn zur Wehr. Keine PEGIDA in Halle (Saale) und anderswo!« Seine Seite hat bereits 1555 Likes erhalten. Wer mithelfen möchte beim Organisieren von z.B. Demos gegen Halgida, der besucht die Seite und nimmt Kontakt auf. Am 19. Januar findet das nächste Organisationstreffen statt.

Über Johanna Sommer

Sie ist direkt, ehrlich, neugierig, perfektionistisch, willensstark, satirisch, emotional, wissensdurstig und ab und zu verfällt sie in Panik. Trotzdem ist sie irgendwie Chefin der "hastuzeit" geworden. Aber viel wichtiger ist, das, wenn sie Artikel schreibt, schwillt ihr Herz zu einer großen Blase voller Freude an, fast genauso groß, wenn sie Snowboard fährt.

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Erstellt: 08.01. 2015 | Bearbeitet: 11.01. 2015 11:37