Jun 2015 hastuINTERESSE Heft Nr. 60 0

Dranbleiben lohnt sich

Seit fünf Jahren nahm die sächsische Band „Superheld“ immer wieder am deutschlandweiten Schülerband-Kontest „SchoolJam“ teil. Dieses Jahr hat es endlich geklappt und sie gingen als Sieger hervor. Demnächst werden sie die Bühnen Chinas und Mailands rocken.

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Foto: highlevelpic

»Superheld« das sind Johannes, Sänger und Gitarrist, Steven, Keyboarder und Backgroundsänger, Nick, Schlagzeuger sowie Oliver, Bassist. Seit anderthalb Jahren kennt man die junge Alternativ Rock-Band nun unter ihrem Namen. Doch die vier Jungs machen bereits seit fünf Jahren gemeinsam Musik. Sie zeichnen sich insbesondere durch ihre Liebe zu deutschen Texte und ihren einprägsamen Synthesizer-Einsatz aus. Die sächsischen Superhelden betreiben noch echte Handarbeit, sowohl Songtexte als auch die Musik schreiben sie selbst.

Der 19-jährige Schlagzeuger, Nick Dünnebier, ist Psychologie-Student der MLU. Er berichtete uns von dem jüngsten Erfolg der Band beim »SchoolJam«-Kontest.

Ihr habt dieses Jahr beim SchoolJam gewonnen. Was ist das für ein Gefühl?

Es ist schon ziemlich krass. Wir haben im Jahr 2011 zum 1. Mal mitgemacht. Seitdem haben wir uns jedes Jahr wieder beworben. 2011 sind wir schon einmal über das Online Voting in das Finale gekommen. Doch da hat es noch nicht gereicht. Noch einmal die Chance zu bekommen, dort vor der Jury spielen zu dürfen, das war ein Riesending. Diese riesige Bühne und dann spielt man seine zwei Lieder. Das ist einfach überwältigend und dieser Moment, wo dir gesagt wird: »Ihr habt gewonnen«. Ich kann es immer noch nicht so richtig fassen.

Wie viele Bands haben teilgenommen & welche Teilnehmerbeschränkungen gibt es bei diesem Schulband-Kontest?

In dem Finale waren es acht. Im kompletten SchoolJam waren es dieses Jahr ca. 1350. Die einzige Beschränkung ist tatsächlich nur, dass keiner älter als 21 Jahre sein darf und mindestens ein Bandmitglied noch auf eine Schule gehen muss. Es ist wirklich cool, das letzte Jahr, indem wir mitmachen durften, und da hat es jetzt geklappt.

Wie setzte sich die Jury zusammen? Konnte das Publikum mitentscheiden?

Im Finale nicht. Das Publikum ist bei dem Online Voting wichtig, denn da geht es um die meisten Stimmen. Da hat es leider nicht gereicht. Wir sind durch eine Jury weitergekommen. Im Finale entscheidet eine zwölfköpfige Jury, z.B. der Gitarrist von »Söhne Mannheims« und weitere hohe Tiere der deutschen Musiklandschaft. Es gab spezielle Kategorien, z.B. Gesang, Performance, Songstruktur und Gesamtbild. Darauf wurden Punkte vergeben. Diese wurden am Ende aufsummiert und ausdiskutiert.

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Nick Dünnebier, Foto: Doreen Blume

Welche Preise gab es?

Wir spielen beim Hurricane- und beim Southside-Festival. Man sieht immer nur die Plakate und dann darf man da jetzt selbst spielen. Dann spielen wir noch bei dem Sommerfest von einem Musikhaus, das europaweit sehr groß ist. Außerdem fliegen wir nach China zu einer Musikmesse. Kurzfristig hat sich an dem Tag noch ergeben, dass wir auf der Expo in Mailand in dem deutschen Pavillon spielen dürfen.

Habt ihr Pläne für die Zukunft?

Ja, auf jeden Fall. Wir waren lange Zeit im Studio. Das hat sich ein bisschen dahin gekleckert, aber jetzt sind so langsam die Aufnahmen fertig. Wir planen in den nächsten Monaten unsere 1. EP, ein kleines Mini-Album, rauszubringen. Dann sollen in nächster Zeit Live-Videos von einigen unserer Auftritte erscheinen. Außerdem ist ein Musikvideo geplant. Das ist schon gedreht, da fehlt quasi nur noch die Musik und dann wird es bald veröffentlicht.

Vermarktet ihr euch selbst?

Im Moment ist alles noch Marke »Selbstgemacht«. Aber man merkt, durch diesen Sieg und den Titel »Beste Nachwuchsband/Schülerband«, dass die Resonanz schon recht groß ist. Man lernt viele neue Leute kennen, hat viele Auftritte und … ja, es wäre cool, wenn sich da irgendwas zukünftig ergeben würde. Jetzt wollen natürlich viele Leute wissen: »Wer ist das überhaupt?«. Deswegen hat es höchste Priorität, Material zu haben und zu zeigen, was Sache ist. Das Beste überhaupt ist es, live spielen zu können, was hier im Raum Leipzig/Halle ziemlich schwierig ist, da es nicht so viele Möglichkeiten gibt. Daher wäre es schön, wenn man sich ein bisschen überregionaler vernetzen kann. Es ist sehr spannend, weil sich überall neue Türen öffnen. Das ist auch der Hintergrund, warum sie beim »SchoolJam« solche Preise vergeben. Sie sagen sich, mit Geld kann die Band zwar was anfangen, aber sie will vor allem live spielen. Es bringt nichts, das beste Equipment zu haben, wenn du am Ende nicht auch ausdrücken kannst, was du machst.

Ist das alles neben der Uni nicht sehr stressig?

Ja, ich hatte am Anfang vom Studium ein bisschen Angst davor, wie das so wird. Ich muss ehrlich sagen, im Moment geht«s noch irgendwie. Ja klar, die Prüfungszeit ist immer noch mal was anderes, doch da kann man sich auch die Zeit nehmen. Aber ich finde gerade im Laufe des Semesters hat man noch Freizeit. Man kann sich ja auch alles immer gut schieben, was man so machen muss. Deswegen profitiert man davon, dass man studiert und so viel Zeit noch nebenbei hat. Ich finde es ganz angenehm.

Die Musik scheint eine besondere Rolle für dich zu spielen. Was hat sie für eine Bedeutung in deinem Leben?

Ich würde nicht mehr nur sagen, es ist ein Hobby, da es mir schon extrem wichtig ist. Es ist auch eine Ausdrucksform für mich geworden. Besonders das Live-Spielen, das ist noch einmal eine ganz andere Nummer, als wenn man im Proberaum für sich spielt. Es ist extrem cool, wenn der Funke auf die Leute überspringt. Das Gefühl motiviert zu üben, dran zu bleiben und besser zu werden.

Ich habe mir das Schlagzeug spielen selbst beigebracht. Vor einem Jahr hab ich mir gesagt, ich will Unterricht nehmen, damit ich für mich besser werde. Es ist tatsächlich für mich etwas sehr Bedeutsames. Natürlich fällt in einer Band auch extrem viel Organisatorisches an. Aber es macht Spaß, wenn man was plant und es dann auch funktioniert. Es gehört einfach dazu.

Ist es dein Traum irgendwann beruflich in die Musikrichtung zu gehen?

Ja, das könnte ich mir tatsächlich vorstellen. Es ist natürlich immer die Frage, was so passiert in nächster Zeit. Das kann man schlecht planen. Ich mache erst mal meinen Bachelor und dann wird man sehen, wie es weiter geht. Natürlich ist das immer ein großer Traum. Es ist cool, wenn man das machen kann, was einem Spaß macht.

Weitere Infos zu Superheld findet ihr hier

 

Über Doreen Blume

Erstellt: 06.06. 2015 | Bearbeitet: 08.06. 2015 20:28