Jan 2015 hastuPAUSE Nr. 58 0

Der Schall des Theaters

Am Donnerstag, den 8.1.2015 veranstaltete das Theater Mandroschke zum sechsten Mal einen Musikabend zu ihrer erfolgreichen Unplugged-Reihe. Die rein akustische Darbietung kam diesmal von der Rockband Pussy Shock.

"Pussy Shock" unplugged. Foto: Katja Karras

»Pussy Shock« unplugged. Foto: Katja Karras

In der Rudolf-Ernst-Weise-Straße 4/6 befindet sich hinter der »Arche«, einem Vorderhaus mit Proberäumen verschiedener Bands, durch den kleinen Hof hindurch, das Theater Mandroschke. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis die eindringlichen Klänge die eigentliche Schauspielbühne erreichen sollten. Möglich gemacht hat das Torsten Jahnke, leidenschaftlicher Konzertgänger und Musikkenner. Er ist seit zwei Jahren Stammgast und mit den Inhabern des Theaters befreundet. Durch sein freiwilliges Engagement koordinierte er auch den heutigen Abend.

»Die Idee war zuallererst, Musik ins Theater zu bringen. Durch die relativ kleine Größe und die festen Sitzreihen waren Konzerte im normalen Sinn nicht möglich. Aber genau dadurch kamen wir auf das Konzept, dass Bands ihre Songs auf akustische Instrumente arrangieren könnten.«

Die erste Aufführung dieser Art fand im Mai 2014 statt. Man wollte schauen, wie es läuft und eine Veranstaltung alle zwei Monate organisieren, vielleicht öfter. Es sollte ein Selbstläufer werden: Die Unplugged-Reihe erfreute sich im Jahr 2014 so großer Beliebtheit, dass sich nun monatlich Bands aus der Region, aber auch international, der Herausforderung stellen, ihre Setlist neu einzuspielen.

Wie auch schon bei den vergangenen Live-Aufführungen hat Jahnke die Band Pussy Shock selbst angesprochen, als er sie bei einem anderen Auftritt sah. Später stellte sich heraus, dass ihr Proberaum sich ebenfalls in der »Arche« befindet, ein Heimspiel sozusagen. Diese Wahl zeigte einmal mehr sein gutes Gespür. »Die junge Rockband, die ihre Musik sonst richtig laut rausrotzt und mit viel Witz die Zeiten des Glamrock etwas auf die Schippe nimmt, wird sich heute ganz neu präsentieren«, so die sinngemäßen Worte zur Eröffnung des sechsten Mandroschke Unplugged.

Das Programm von Pussy Shock war in zwei Akte gegliedert, zu je sieben Liedern. Trotz des Tausches von E-Gitarre und E-Bass zu den akustischen Varianten dieser Instrumente und gewöhnlicher Sticks zu Hot Rods blieb die Band ihrem parodistischem Stil treu. So wurde die nur einmal gesehene, aber wohl sehr coole Mitbewohnerin Jenny besungen. Beim Song »Fire at the Rockshow« wurden in alter Rammsteinmanier Wunderkerzen angezündet, und »Drunken« lockte die Gäste am Ende des ersten Aktes zu einer großen Bowle direkt an die Bühne heran, welche während des Spielens mit zwei Flaschen Sekt vervollständigt wurde. Neben vielen selbst geschrieben Songs waren unter anderem gelungene Cover von Tenacious D und Led Zeppelin dabei. Nach jeweils vier Liedern pro Akt folgte eine Lesung von gefühlvollen VHS-Rezensionen der Werke Vivian Schmitts, die das Publikum ebenfalls zu unterhalten wussten. Den runden Abschluss bildete das eigene Stück »Hardrock Is Our Life« und die Zugabe mit »Stairway To Heaven«.

Von links: Mad Scientist, Iron Linke, Foxy Love, Steam Machine, Tom Lionheart Foto: Katja Karras

Von links: Mad Scientist, Iron Linke, Foxy Love, Steam Machine, Tom Lionheart
Foto: Katja Karras

»Die Herausforderung für uns ist es, genau zu spielen, weil man jeden Fehler sofort hört«, sagte Linke, der Bassist der Band. Man habe sich seit Ende November mit intensiven und längeren Proben vorbereitet. »Das war der schlimmste Auftritt bis jetzt«, scherzte Frontsänger Tom, der Text und Gesang ebenfalls fehlerfrei meistern wollte. Es ist geglückt, das Publikum war sichtlich zufrieden mit dem, was es zu hören bekommen hat. »Es war toll, hier aufzutreten. Mit dem Akustik-Set, zusätzlich zum normalen, haben wir etwas Neues, um uns in anderen Locations für Auftritte zu bewerben«, sagt die Band abschließend.

Torsten Jahnke freut sich bereits auf den nächsten Unplugged-Abend am 5.2.2015 mit Erik Manouz, einem Weltenbummler, der Musik verschiedenster Länder und ungewöhnliche Instrumente, wie zum Beispiel eine »Hang«, mitbringt und sie zu etwas Neuem vereint. Der Mai 2015 wird besonders spannend, da dort zwei Veranstaltungen geplant sind.

Das Projekt Mandroschke Unplugged ist in Halle in dieser Form bisher einmalig und wird mehr als dankend von beiden Seiten, Musikern und Publikum, angenommen.

Über Katja Karras

Redakteurin, Layouterin, Illustratorin, Photographin bei der hastuzeit.

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Erstellt: 30.01. 2015 | Bearbeitet: 30.01. 2015 22:01