Jan 2015 hastuPAUSE 0

Erste Eindrücke von Halle

Kurz vor der Haltestelle »Hermannstraße« befindet sich der Laden »Rauminhalt«. Dort werden in zwei kleinen Räumen die ersten fotografischen Eindrücke von Halle der zwei Flüchtlinge Samihulla und Ehsan, der Migrantin Holland und des Erasmus-Studenten Francisco präsentiert.

Rauminhalt4

Fotos: Johanna Sommer

Friederike und Laura haben ein Projekt namens „Aufreißer» umgesetzt, welches in der Geiststraße 43 zu finden ist. Sie haben den Kontakt zu den Fotografen gesucht, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat die finanzielle Unterstützung für die Ausstellung ermöglicht, und die Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. hat den beiden geholfen.

Warum sie gerade diesen Ort ausgesucht haben, begründet Laura damit, dass hier die Leute »oft vorbeikommen« und der »Raum ist von innen und außen sehr schön«. Friederike bezeichnet es als »zentrales Podium für verschiedene Künstler«. Mit der Ausstellung sind die beiden sehr zufrieden und sind froh, dass sie ihre »Ideen auch umsetzen konnten«.

Francisco ist ein Erasmusstudent aus Spanien und seine neun Bilder beschreibt er mit einem Satz: »Halle der Ort der Ruhe und des Friedens.«

Francisco ist ein Erasmusstudent aus Spanien und seine neun Bilder beschreibt er mit einem Satz: »Halle der Ort der Ruhe und des Friedens.«

Auf die Frage hin, wie die Vernissage am 10. Januar gelaufen sei und was so passiert ist, meinte Friederike mit einem herzlichen Lachen: »Die Tür ging auf.« Und fügte noch hinzu: »Die Leute kamen rein, es gab eine Ansprache.« Laura wirft noch ein: »Und viele Gespräche.«

Friederike erzählt noch, dass sie den Gästen und Medienvertretern nicht viel zur Ausstellung gesagt haben, weil sie die Bilder »ohne Fremdeinwirkung« betrachten sollten.

Zu den Bildern selber sagen Laura und Friederike, dass sie überrascht waren, so viel Positives über Halle in den Fotos wiederzuentdecken. Keiner hat ein Bild geschossen, was das Negative der Stadt ausdrückt.

Ehsan: Als ich nach Halle kam, wollte ich mir zu aller erst die Stadt und den Marktplatz ansehen.

Ehsan: Als ich nach Halle kam, wollte ich mir zuallererst die Stadt und den Marktplatz ansehen.

Ehsan, 19 Jahre alt, ein Flüchtling aus dem Iran hat eine kleine Zusammenfassung für seine Bilder verfasst: »Hier in Halle gibt es viele interessante und historische Plätze, wie das Händelhaus als auch viele andere Museen. Es gibt viele große Parks und große, alte Kirchen. Das mag ich.«

Samihulla aus Afghanistan, hat ein Haus oberhalb des Riveufers fotografiert und für ihre Eindrücke ebenfalls eine Zusammenfassung formuliert: »Ich mag diesen Ort in Halle, da ich eines Tages ein solches Haus haben möchte, von dem aus ich über große Teile der Stadt schauen kann und ich vor allem diesen schönen Ausblick auf den Fluss habe. Jedes Mal, wenn ich an diesem Ort stehe, fühle ich mich sehr, sehr entspannt und ich liebe diesen Platz – besonders wegen des Ausblicks.«

Rauminhalt 1

Holland: Ein steinernes Herz – im Gottesacker habe ich nicht erwartet ein Herz aus Kopfsteinpflaster zu finden.

Seit der Eröffnung am 10. Januar sind sehr viele Besucher vorbeigekommen. Unter anderem hat auch Holland in die Ausstellung reingeschnuppert und war begeistert darüber, wie seine Bilder in Szene gesetzt wurden.

Holland, die aus den USA hierher gezogen ist, um hier zu arbeiten, hat unter jedem Foto ihren Eindruck hinterlassen, zum Beispiel auch zum Gottesacker: »Wenn ich an Friedhöfe denke, denke ich nicht an Liebe, aber wenn ich darüber nachdenke, kann ich diese Verbindung zwischen Gräben und Liebe eventuell verstehen. Vielleicht ist es besser, wenn wir etwas Schönes aus dem Tod herausholen können.«

Öffnungszeiten: täglich 15–20 Uhr, Samstag und Sonntag 11–20 Uhr

 

Über Johanna Sommer

Sie ist direkt, ehrlich, neugierig, perfektionistisch, willensstark, satirisch, emotional, wissensdurstig und ab und zu verfällt sie in Panik. Trotzdem ist sie irgendwie Chefin der "hastuzeit" geworden. Aber viel wichtiger ist, das, wenn sie Artikel schreibt, schwillt ihr Herz zu einer großen Blase voller Freude an, fast genauso groß, wenn sie Snowboard fährt.

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Erstellt: 11.01. 2015 | Bearbeitet: 12.01. 2015 18:33