Mrz 2014 hastuUNI Nr. 52 0

≫Die Zeit der Proteste ist vorbei≪

Was ändert sich in 2014 durch die Kürzungen am Theater? Eine Zwischenbilanz

Foto: Markus Kowalski

Foto: Markus Kowalski

Theater und Uni gehören in Halle zusammen: Der Universitätsplatzgrenzt direkt an die Kulturinsel und die Oper. Sowohl das Theater als auch die Uni sind von den Kürzungsplänen der Landesregierung betroffen. Noch im Dezember brachte die einzigartige 48-Stunden-Theaterbesetzung die Protestwelle des vergangenen Jahres zum Höhepunkt: Bei Lagerfeuer und Protestliedern rückten die Hallenser zusammen, auch viele Studenten waren bei der Besetzung dabei. Doch es half nichts, in diesem Jahr werden dem Theater 3 Millionen Euroweniger vom Land zustehen. Was bedeutet das konkret?
»Das weiß keiner so genau«, sagt Rolf Stiska, Geschäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH. »Die Möglichkeit einer Insolvenz besteht nach wie vor, das will aber keiner. Im Februar wird es ein Gespräch zwischen der Stadt Halle und dem Kultusministerium geben, um zu einer Lösung zu kommen.« Denn bis zuletzt erhielten die Theater in Halle jährlich 21 Mio. Euro von der Stadt und12 Mio. Euro vom Land. Seit diesem Jahr wird das Land rund 3 Mio. Euro weniger für die Theater in Halle ausgeben, also rund 9 Mio. Euro.
Daher wird es zu »Strukturveränderungen« kommen, was die Theaterbesuchererst einmal nicht merken werden: Schlagartige Preiserhöhungen beiden Eintrittspreise sind nicht geplant, bis zum Ende der aktuellen Spielzeitim Sommer 2014 werden alle Vorstellungen wie bisher weitergehen. Ab dem Sommer 2015 könne es aber zu Kündigungen bei den Mitarbeitern undSchauspielern der Theater kommen, Genaues sei momentan aber noch unklar. Die Qualität der Aufführungen soll aber definitiv beibehalten werden.
Werden die Theater die Kürzungenhinnehmen müssen? »Die Zeit der Proteste ist vorbei, jetzt müssen Gespräche folgen«, sagt Stiska nüchtern. »Es gibt aber Gesprächsbereitschaft beim Kultusministerium, auch der Landtag wird sich weiter mit dem Thema beschäftigen.« Denn erst im Dezember2013 brachte die Volksinitiative »KulturlandSachsen-Anhalt retten!« mit rund 30 000 gesammelten Unterschriftendas Thema auf die Tagesordnung des Landtages. Dabei sprach Olaf Schöder, Sänger an der Oper Halle, vor den Abgeordneten.
Was können wir Studenten jetzt tun?»Dass wir gemeinsam gegen die Kürzungen am Theater und an der Universität protestiert haben, war toll, da sitzen wir in einem Boot«, stellt Stiska fest.»Wenn die Studenten die Theater nun möglichst gut besuchen, wäre das ein starkes Signal an die Regierung, dass die Studenten das Theater wollen!«

Über Markus Kowalski

studiert Politikwissenschaften und Germanistik, hält aber wenig von den alltäglichen Politik-Nachrichten. Meistens ist er mit einem coffee-to-go auf dem Uniplatz anzutreffen.

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Erstellt: 17.03. 2014 | Bearbeitet: 17.03. 2014 17:29