Jun 2014 hastuPAUSE 0

Wie nachhaltig ist die Uni?

Die Woche der Nachhaltigkeit vom 16.-19. Juni bietet uns ein vielfältiges Programm. Organisiert wurde sie von der vorsitzenden Sprecherin des Stura Charlotte Klauser und der Sitzungsleiterin des Stura Mirjam Sorge.

Foto: Kevin Dooley (CC BY 2.0) https://www.flickr.com/photos/pagedooley/8435953365

Foto: Kevin Dooley (CC BY 2.0)
https://www.flickr.com/photos/pagedooley/8435953365

Am Donnerstag soll der Höhepunkt der Woche sein: Auf dem Uniplatz können die Studierenden von 11 bis 16 Uhr verschiedene Stände zum Thema Nachhaltigkeit besuchen. Mit dabei sind unter anderem die unten genannten Projekte:

  • Die Gemeinnützige Organisation »Vegan in Halle« bietet nicht nur Kochkurse in Halle an, sondern setzt sich für Tierschutz mit Demonstrationen ein.
  • Die Idee zu »Tjaja Wertstoff« wurde von der Modedesignerin Katja Schierhorn und der Dipl.-Ing. Innenarchitektin Anja Posern ins Leben gerufen. Ob es nun um Schmuck aus Tageszeitungen, Vasen aus recycelten Baumwolltextilien und PET oder um Taschen und Ketten aus wieder aufbereiteten Baumwollstoffen geht. Für die beiden stehen Recycling, Nachhaltigkeit und Design im Vordergrund.
  • Die Verbraucherzentrale zeigt auf ganz einfachen Wegen, wo die Stromfresser im Haushalt zu finden sind. Ganz besonders Stand-by-Geräte, wie die allnächtliche Uhranzeige auf dem Radio oder der Fernseher, der stundenlang in der Nacht sein rötliches Lämpchen erstrahlen lässt, sollten komplett abgeschalten werden.
  • Die beiden Gruppen »Foodsharing Halle und Umgebung« und »Slow Food Youth Halle Saale«, haben so einiges gemeinsam. Sie wollen die Menschen wachrütteln, denn man müsse nicht immer nur Fastfood in sich hineinstopfen, sondern könne selber kochen. Bevor man das gekaufte Essen wegwirft, sollte man die Reste in die Sammelstelle Ecke Große Steinstraße/Wilhelm-Külz-Straße tun. Dort steht eine Kiste mit der Aufschrift: »Bring her-Nimm mit!«. In der Facebookgruppe, die bei der Suchfunktion unter: »foodsharing Halle (Saale) – Die Essensretter« zu finden ist. Dort kann man seine Lebensmittel posten, die man loswerden möchte.
  • Die Gemeinschaft »Umsonstladen Halle, Postkult e.V.« stellt sich ebenfalls vor. Der Umsonstladen nimmt Sachen an, die man nicht mehr haben möchte und verschenkt sie wieder. Das können zum Beispiel Klamotten sein, Gebrauchsgegenstände oder Technik. Der Verein Postkult organisiert außerdem Hiphop Festivals oder das Fête de la Musique am 21. Juni. Besonders wichtig ist ihnen, sich für eine kreative Stadtentwicklung einzusetzen.
  • Auch die Polizei wird mit dabei sein. An dem Stand kann man sein Fahrrad kostenlos codieren lassen.

Referate und Workshops

Außerdem informieren Referate zum Thema Nachhaltigkeit von 10-12 Uhr im Melanchthonianum. Um 11 Uhr bietet die Hochschulgruppe »SDS. Die Linke MLU« eine Fahrradwerkstatt bis maximal 16 Uhr an. Dann können sich Studierende noch unter nachhaltigkeit@stura.de für verschiedene Workshops anmelden. Einmal gibt es den »veganen Stadtrundgang« und eine Radtour mit dem Fahrradbeauftragten Ralf Buchner der Stadt Halle, um sich verschiedene Verkehrsknotenpunkte vor Ort anzuschauen. Treffpunkt ist für beide Veranstaltungen um 14 Uhr vor dem Löwengebäude. Der dritte Workshop informiert über die Möglichkeiten, die MLU Halle nachhaltiger zu gestalten. Die Verbraucherzentrale erklärt im vierten Workshop, worum es bei dem Thema Ernährungsökologie geht. Von 18 Uhr bis 20 Uhr diskutieren im Audimax Johannes Geibel (netzwerk n e.V.), Prof. Dr. Gesine Foljanty-Jost (Rektorat), Barbara Castrellon Gutierrez (Promovierende) und Dr. Jens Jetzkowitz (Dozent) über das Thema »Nachhaltige Universität Halle«.

Es hagelt Kritik

Allerdings gibt es auf der Facebook-Seite zur Woche der Nachhaltigkeit auch Kritik an dem Projekt. Dort schreibt der User Benito Sankt: »An diesem Gewäsch ist nichts nachhaltig. Ganz im Gegenteil, es ist eine selbstgefällige Pseudorebellion, die nichts mit Konsequenz zu tun hat und letztlich nur nachhaltig systemintegrierend wirkt. Viel Spaß dabei.« Kommentiert wurde das von den Verantwortlichen der Seite nicht. Ein weitere User Christian Freystedt kritisiert: »Es klingt schlichtweg paradox. Wir befassen uns mal eine Woche mit Nachhaltigkeit, um dann so weiterzumachen wie bisher. Zudem ist Nachhaltigkeit so ein sinnentleertes Wort. Es steht konträr zum Wachstums- und Konsumdenken unserer Zeit.« Charlotte Klauser, die mit Mirjam die Idee dazu hatte schrieb darunter: »Ich finde eher, dass was du schreibst klingt paradox. Ist es denn nicht so, dass wir erstmal, besonders an unserer Uni, auf bestimmte Gegebenheiten aufmerksam machen müssen? Eine Veranstaltung allerdings, die mit Herzblut organisiert wurde, so platt zu kritisieren, finde ich doch sehr bedenklich.« Mirjam kommentierte nur: Ich finde es gerade erfrischend nicht dem kapitalistischen Denken zu folgen. Christian kritisierte weiter, brachte aber auch neue Ideen ein: »Vier Tage der Nachhaltigkeit hören sich meiner Ansicht nach ein wenig aktionistisch an. Vor allem wenn man bedenkt das in Saarbrücken vor kurzem die erste Fair Trade Uni ausgerufen wurde. Wenn ich einen Tip geben darf, trinkt während dieser Tage doch mal quartiermeister, ein Bier aus Berlin, das wäre ein erster schritt. Apropos, woher bezieht ihr eigentlich die Verpflegung für die Diskussionen und Konferenzen?« Die »Faire Uni Saar« in Saarbrücken ist eine Initiative von der Uni, dem Studentenwerk im Saarland und dem Allgemeine Studierenden Auschuss (AStA) der Uni Saarbrücken. So gibt es zum Beispiel einmal im Monat ein faires Menü, ein Verkaufsstand mit fairen Produkten und die Cafés am Campus bieten ebenfalls faire Produkte an. Selbst bei Veranstaltungen werden fair gehandeltes Essen und Getränke angeboten. Bei dem Bier »Quartiermeister« geht es einfach nur ums Trinken. Wenn man das Bier kauft, landen die Gewinne bei sozialen Projekten. Es können auch Projekte vorgeschlagen werden. Es handelt sich um eine Privatbrauerei und es werden ausschließlich heimische Zutaten verwendet. Das Bier gibt es momentan aber nur in München und Berlin.

 

Über Johanna Sommer

Sie ist direkt, ehrlich, neugierig, perfektionistisch, willensstark, satirisch, emotional, wissensdurstig und ab und zu verfällt sie in Panik. Trotzdem ist sie irgendwie Chefin der "hastuzeit" geworden. Aber viel wichtiger ist, das, wenn sie Artikel schreibt, schwillt ihr Herz zu einer großen Blase voller Freude an, fast genauso groß, wenn sie Snowboard fährt.

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Erstellt: 18.06. 2014 | Bearbeitet: 18.06. 2014 21:11