Jun 2014 hastuUNI Nr. 55 0

Wer ist eigentlich betroffen? – Studienkolleg

Eine kleine Vorstellung der von den Kürzungen betroffenen Institute und Studienfächer. Die hastuzeit hat alle besucht und stellt hier in regelmäßigen Abständen jeweils die Situation an einem Institut da.

Foto: Markus Kowalski

Foto: Markus Kowalski

Was droht dem Studienkolleg?

Dem Studienkolleg droht die Komplettschließung bzw. die Integration in das – ursprünglich auf FH-Studierende spezialisierte – Studienkolleg Köthen. Dies käme aber im Prinzip der Schließung gleich. Das Studienkolleg, das ausländische Studienbewerber auf das Studium in Deutschland vorbereiten und auch die Eignung prüfen soll, stand schon häufiger zur Disposition, so massiv laut Leiterin Angelika Wolter jedoch bisher noch nicht.

Warum soll gekürzt werden?

Eventuell erwarte man hier wenig Widerstand, liegt das Institut doch weit ab der anderen Uni-Gebäude in Neustadt. Zudem hat man keinen Vertreter in universitären Institutionen und kann sich so schlechter wehren. Vom Rektorat höre man kaum etwas. Wolter deutet auch an, dass teure Renovierungs- und Haltungskosten ihren Beitrag leisten, doch Heizkosten ließen sich bei schlechten Fenstern eben nicht senken.

Wer ist betroffen?

Aktuell sind 226 Studierende aus 48 Ländern direkt betroffen. Fällt jedoch das Studienkolleg – das bundesweit das einzige ist, welches zur Disposition steht –weg, ist es leicht vorstellbar, dass sich weniger ausländische Fachkräfte in Sachsen-Anhalt ansiedeln werden. Lernen diese Halle nicht über das Kolleg kennen, bleiben sie Sachsen-Anhalt und Halle natürlich noch eher fern. Im Hinblick auf den bundesweiten Fachkräftemangel wäre dies auch ein Wettbewerbsnachteil für Sachsen-Anhalt. Auch droht Sachsen-Anhalt eine weitere, bundesweiten Vergleich hintere Platzierung, bedenkt man, dass andere Studienkollege nicht betroffen sind.
Die Folgen spüren wohl letztlich alle Studierenden. Es stellen sich auch Fragen, ob man kulturelle Vielfalt und internationalen Austausch weiter fördern möchte. Erfolgsgeschichten, wie jene vom Karamba Diaby (Mitglied des derzeitigen deutschen Bundestages), der Absolvent im Kolleg in Leipzig war, wären in Zukunft von Halle aus jedenfalls nicht mehr möglich.

Was sagen die Betroffenen?

Wolter verweist auf zahlreiche Absolventen, es gäbe bundesweit viele Beispiele für heute gut integrierte Studierende. Die Arbeit der Kollege funktioniere also. Schade findet Wolter, dass vom Rektor überhaupt keine Äußerung zu hören sei bzw. überhaupt Kontakt bestehe. Die Fusion mit Köthen hält sie zudem für nicht praktikabel. So gebe es dort weder ausreichend Räumlichkeiten, noch Kurse für z. B. Medizinerpersonal.
Sie ruft zudem alle Studierenden auf das Kolleg im Kampf und Erhalt zu unterstützen.

Wer ist eigentlich betroffen? – MuK und Medizin

Hier sei auf vergangene Artikel verwiesen. Die Ausgabe 53 widmete sich ausführlich den »MuK«lern«
Mehr dazu findet sich auch online: http://hastuzeit.de/tag/muk/

Vor über einem Jahr berichtete die hastuzeit ausführlich über die Situation der Mediziner. Damals stand die Schließung der Uni-Klinik zur Debatte. Für die Mediziner scheint jetzt das Schlimmste überwunden. Die Schließung ist vom Tisch, dennoch sei die Stimmung von Seiten Bullerjahns immer noch „feindlich», hört man aus dem Fachschaftsrat Medizin. Zuletzt kam der Vorwurf einer schlechten Haushaltsführung von Seiten der Landesregierung auf und der Umzug der Zahnklinik musste vorerst gestoppt werden. Einen Lerneffekt bei der Landesregierung können die Mediziner jedenfalls nicht diagnostizieren.

Über Tobias Hoffmann

Tobias Hoffmann
Tobias Hoffmann vermisste während seines Biochemiestudiums das Schreiben und Formulieren. Seit Anfang 2013 füllt er diese Leere durch Mitarbeit bei der hastuzeit.

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Erstellt: 30.06. 2014 | Bearbeitet: 30.01. 2015 03:05