Mrz 2014 hastuINTERESSE Nr. 52 0

Was esse ich bloß?

Diese Frage stellen sich viele tausend Studenten jeden Tag. Mitunter sogar mehrmals am Tag. Doch wie sehen sie aus, die Essgewohnheiten in den halleschen WGs und anderen studentischen Unterkünften?

Foto: Christian Schoen

Foto: Christian Schoen

Da wäre zunächst Anlaufstelle Nummer eins, wenn man mittags, ohne zu viel Zeit zu verlieren, auf der Suche nach einer warmen Mahlzeit ist: die Mensa.
Abgesehen von teilweise ziemlich langen Schlangen zu den Stoßzeiten bekommt man dort relativ schnell Essen zum kleinen Preis. Ein Blick in die Speisepläne der Mensen Harz, Tulpe, Weinberg sowie der neu errichteten Heidemensa lässt mir aufgrund des vielfältigen Angebots durchaus das Wasser im Munde zusammenlaufen. Von Pizza über Nudeln hin zu Cordon Bleu oder vegetarischem Chili-Burger dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Bis auf zwei exquisite Ausnahmen in Form von »Gemüse-Hähnchen- Pfanne mit Aprikosen und Cashewkernen dazu Couscous« für 3,10 € in der Mensa Harz und »Seelachs provenzalisch auf Bandnudeln dazu Blattsalat mit Orangen-Joghurt-Dressing« für 3,30 € in der Heidemensa bezahlt man auch für kein Essen mehr als drei Euro.
Aus dem Rahmen fällt die Mensa Tulpe am Uni-Campus. Während jede andere Mensa auch mehrfach Speisen für unter zwei Euro anbietet, sind diese in besagter Mensa Mangelware. Neben der täglichen Auswahl zwischen einer »großen Salatschale vom Buffet mit Zugabe« und einem warmen Mittagessen hat man aber in der Mensa Tulpe zudem die Möglichkeit, auch warm zu Abend zu essen. Ein Luxus, der in den anderen Mensen nicht möglich ist. Abends stehen sogar zwei warme Gerichte zur Auswahl.
Wer bereits mittags auf große Auswahl
Wert legt, der sollte sich auf den Weg zur Mensa Harz machen, die jeden Tag acht verschiedene Gerichte anbietet. Auch in der Mensa Weinberg sowie der Heidemensa, beide am Weinbergcampus beheimatet, sieht das Angebot mit vier bis sechs beziehungsweise fünf bis sechs verschiedenen Gerichten nicht schlecht aus.
Jener eben schon erwähnte finanzielle Aspekt bleibt bei den meisten Studenten auch beim Lebensmitteleinkauf für den eigenen Kühlschrank nicht unberücksichtigt: der Preis. Doch wer mit all den monatlichen Ausgaben noch ein schönes Studentenleben leben will, der muss auch irgendwo kürzer treten. Doch das soll keineswegs bedeuten, dass Studenten hungern müssen. Aber es muss ja nicht immer das edelste Markenprodukt sein, dem handelsüblichen Studenten genügt auch das No-Name-Produkt von Aldi oder vergleichbaren Einkaufsoasen.
Doch der clevere Student versäumt es dabei auch nicht, fleißig Werbeprospekte durchzuschauen, denn eventuell bietet sich dadurch doch mal die Gelegenheit einer erschwinglichen Luxus-Variante ausgewählter Speisen und Nahrungsmittel.
Im Kampf ums Überleben durchlebt der Homo sapiens kommilitonens einen Wandel und entwickelt ungeahnte Fähigkeiten, nachdem er oder sie das Hotel »Mama« gezwungenermaßen verlassen musste. Er lernt zu kochen. Dies tut er langsam, aber stetig. Ganz einfach deshalb, weil ihm nach einiger Zeit die immer gleichen Speisen auch irgendwann zum Hals raus hängen. Also erweitert er seine Fähigkeiten und probiert Neues aus. Startschwierigkeiten werden mit idiotensicheren Helfern von Maggi oder Knorr überbrückt, bis manche Exemplare dieser Gattung später sogar in der Lage sind, auf solche Wundertüten zu verzichten. Auch das gemeinsame Kochen mit Freunden und/oder Mitbewohnern ist sehr beliebt und erweitert das Können ungemein.
Und beim Kochen stellt man fest, dass so ein Sack Kartoffeln für verhältnismäßig wenig Geld doch erstaunlich lange sättigt. Und ähnlich verhält es sich auch mit Reis, Brot oder Nudeln. Dann gibt es Nudeln auch noch in so vielen verschiedenen Formen und mitunter sogar in verschiedenen Farben – na wenn das mal keine Abwechslung ist.
Man experimentiert, variiert, manch einer erfindet sogar vollkommen neue Kreationen aus dem, was der Kühlschrank an einem Sonntagabend eben noch zu bieten hat. Hier und dort wird auch auf das ein oder andere komplett verzichtet, sei es Fleisch, Ei oder Milch. Dennoch gibt es Phasen, in denen man auch mal auf die schnellere Essensvariante angewiesen ist. Das Fast Food.
Sei es ein voller Tag oder eine sehr stressige Zeit kurz vor einer oder mehreren Prüfungen oder schlichtweg, dass man zwischen zwei Veranstaltungen lediglich 30 Minuten Zeit hat. Dann finden Tiefkühlpizza, Döner & Co. Gebrauch und auch die Bäckereien, Systemgastronomien und andere erweisen sich als äußerst nützlich, wenn es darum geht, den Hunger zu stillen und die Energiereserven erst einmal wieder aufzufüllen.
Aber im Allgemeinen schafft es der durchschnittliche Student, sich ausgewogen und mehr oder minder gesund zu ernähren. Das zeigt auch der Blick in die zahlreichen Brotbüchsen der Kommilitonen, welche mit allerlei leckeren Speisen gefüllt sind, die einen jede noch so lange Vorlesung überstehen lassen.
In diesem Sinne: Guten Appetit!

Über Claudia Czeszewski

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Erstellt: 24.03. 2014 | Bearbeitet: 22.03. 2014 21:46