Jun 2014 hastuPAUSE Nr. 55 0

Warum sehen geschminkte Männer komisch aus?

Zwei Burgstudentinnen nähern sich kreativ dieser und anderen Fragen.

Illustration: M&W

Illustration: M&W

Eva Feuchter und Han Le eröffnen mit einer Vernissage am 14. Juli eine Ausstellung zum Thema Geschlechterrollen. Es dreht sich dabei um die Frage, ob diese nun angeboren oder anerzogen sind. Gespielt wird mit typischen Klischees wie dem Jungs-Blau und dem Mädchen-Rosa, fernab der Gender-Debatte im Sprachgebrauch. »Warum sehen geschminkte Männer für uns komisch aus?« oder »Was macht den Mann zum Mann?« lauten die Fragen an den Betrachter.

Für ihr Vorhaben haben sie sich einen Laden in der Leipziger Straße 38 ausgesucht, den sie in Anlehnung an eine schwedische Modekette »M&W« genannt haben. Passend für ihre Herangehensweise, denn es geht um die Produkte, die ihrer Meinung nach die Schnittstelle von Konsum und Geschlecht bilden. Produkte ließen sich geschlechterspezifisch besser vermarkten, würden uns aber auch gleichzeitig das Gefühl dafür geben, was richtig ist und was nicht. So gibt es beispielsweise Männer- und Frauensalz oder Jungs- und Mädchenseife. Oder in der Drogerie gibt es für Frauen eine weiße Wand und für Männer eine schwarze Wand an Deodorants.

Die Ausstellung soll vor allem eines tun, sie soll das Hinterfragen und Überdenken von sonst so selbstverständlichen Rollenbildern anregen. »Wir wollen nicht gleich die Welt verändern, man soll einfach mal darüber nachdenken«, verdeutlicht Eva das Ziel des Projekts. »Es gibt mehr als nur zwei Geschlechter.«

Foto: M&W

Foto: M&W

Dafür haben die beiden einige Bücher gewälzt, das Thema beschäftigt sie seit Längerem. »Wir wollen ja keinen Mist erzählen, es soll verständlich sein.« Dabei wollen sie das große Ganze betrachten und sich nicht zu sehr in Details verlieren. Die beiden Kommunikationsdesign-Studentinnen von der Burg hatten »einfach Bock drauf.«

Wenn Euer Interesse geweckt wurde, dann nichts wie hin. Die Ausstellung ist von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet und endet am 25. Juli.

Über Isabell Bergner

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Erstellt: 30.06. 2014 | Bearbeitet: 09.07. 2014 11:43