Apr 2014 hastuUNI Nr. 53 0

Ihr habt die Wahl

Wer, was, wozu: die wichtigsten Informationen zu den Hochschulwahlen am 14. Mai 2014

Plakat zur Wahlkampagne des Studierendenrats 2014

Plakat zur Wahlkampagne des Studierendenrats 2014

Schon zweimal haben sich die Senatoren in diesem Jahr dem Rektorat in den Weg gestellt. Ende Januar lehnten sie den Haushaltsentwurf 2014 ab, der 30-prozentige Kürzungen der Sachmittel vorsah, was sowohl in den Fakultäten als auch in der Bibliothek zu starken Einschränkungen geführt hätte. Und Mitte März weigerten sie sich, die Neueinschreibungen in den Medien- und Kommunikationswissenschaften auf null zu setzen – der Immatrikulationsstopp hätte als Vorentscheidung zur Schließung des Fachs verstanden werden können.

Nur ein Fünftel der Sitze in den Uni-Gremien ist für Studierende vorgesehen, die Professoren haben die absolute Mehrheit. Hinzu kommt, dass Hochschulpolitik als staubtrockenes Feld fernab studentischer Interessen gilt. Doch die Sparpläne des Landes haben viele Studierende aufgeschreckt und die Wahlbeteiligung im vergangenen Jahr auf über 21 Prozent getrieben. Ein respektabler Wert im Vergleich zu anderen großen Universitäten. So haben an der FU Berlin im Januar 2014 nur knapp 8,3 Prozent an der Wahl zum Studierendenparlament teilgenommen.

Die eingangs genannten Ereignisse zeigen auch, dass die Professorenmehrheit kein monolithischer Block ist und dass studentische Anliegen trotz der ungleichen Machtverteilung zum Zuge kommen können. Auf der anderen Seite sind die studentischen Gremien zwar zu 100 Prozent mit Studierenden besetzt, können sich in der Hochschulpolitik aber bestenfalls als Interessenvertretung betätigen. Immerhin: auch ihre symbolische Macht ist nicht zu unterschätzen, ihre Stimme wird in der Öffentlichkeit wahrgenommen. In der Kürzungsdebatte des vergangenen Jahres hatten der Studierendenrat und das von ihm mitgegründete Aktionsbündnis ein gewichtiges Wort mitzureden.

2014 ist quasi ein Superwahljahr an der Martin-Luther-Universität. Denn nicht nur die Gruppe der Studierenden wird, wie jedes Jahr, zu den Urnen gerufen, auch die Professoren und Angestellten der Universität wählen am 14. Mai ihre Vertretungen in die Gremien. Dort wiederum werden dann auch die Dekane der Fakultäten und der Rektor der Universität neu gewählt.

Hochschulgremien

Der Senat ist wohl das wichtigste Gremium der Universität. Er berät und entscheidet über grundsätzliche Angelegenheiten in Studium, Lehre und Forschung, den Haushalt, Pläne für die Zukunft und manches andere. Bei der Einrichtung und Schließung von
Studiengängen, bei der Berufung von Professoren und bei allgemeinen Bestimmungen zu Studien- und Prüfungsordnungen ist er die letzte Instanz.

Die Fakultätsräte entscheiden innerhalb ihrer Fakultäten unter anderem über Studien- und Prüfungsordnungen, Verfahren zur Vergabe von Studienplätzen, Berufungsvorschläge und die Sicherstellung des Lehrangebots.

Die drei Naturwissenschaftlichen Fakultäten und die Jura-/Wiwi-Fakultät sind in einzelne »Wahlbereiche« unterteilt. So können beispielsweise Studierende der Rechtswissenschaften nur ihresgleichen wählen und nicht ihre Kommilitonen aus den Wirtschaftswissenschaften. Es sieht so aus, dass sich die betroffenen Institute noch immer nicht mit der Neustrukturierung der Fakultäten anfreunden können, die immerhin schon seit 2006 besteht.

Studentische Gremien

Studierendenrat (»Stura«) und Fachschaftsräte (FSR) sind Gremien der »verfassten Studierendenschaft«, in der zunächst alle Studierenden der Uni Mitglied sind, sofern sie sich nicht für einen Austritt entscheiden. Neben hochschulpolitischen Interessen sollen die Gremien kulturelle, fachliche, soziale und wirtschaftliche Belange ihrer Mitglieder vertreten. So hat sich der StuRa für die Einführung des Semestertickets eingesetzt und zusammen mit dem Studentenwerk am neuen Modell mitverhandelt; er bietet Rechts- und BAföG-Beratung und hat einen Fonds für soziale Notlagen, nicht zuletzt fördert er Projekte von Studierenden. Stura, FSR und Arbeitskreise führen auch Vorlesungsreihen, Podiumsdiskussionen und andere Veranstaltungen zur Meinungs- und politischen Bildung durch.

In einigen Fakultäten gibt es je nach Fachrichtung mehrere Fachschaftsräte, insgesamt verfügt die Martin-Luther-Universität über 17 FSR. Sie sind Ansprechpartner bei Problemen im Studium und fördern ebenfalls Projekte.

Gleichstellungsbeauftragte

Zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit an der Universität hat die MLU das Amt der Gleichstellungsbeauftragten eingerichtet. An den einzelnen Fakultäten, an zentralen Einrichtungen und auf gesamtuniversitäre Ebene fungieren die Gleichstellungsbeauftragten als Ansprechpersonen, informieren über die Thematik und nehmen an Gremiensitzungen und Bewerbungsverfahren teil. Ihre Amtszeit beträgt zwei Jahre. Kandidieren können Frauen und Männer, wahlberechtigt sind allerdings nur die weiblichen Mitglieder der Universität, einschließlich Studentinnen.

Wahlkampfhilfe

Wir bieten allen studentischen Kandidatinnen und Kandidaten für den Senat, die Fachschaftsräte und den Stura wieder die Gelegenheit, sich online auf hastuzeit.de zu präsentieren.

Wer wählt was? Hier eine vereinfachte Übersicht. Grafik: Arno Grabolle

Wer wählt was? Hier eine vereinfachte Übersicht. Grafik: Arno Grabolle

22. April, 13.30 Uhr, Audimax HS XXII

Frauenvollversammlung der Universität: Informationen zu Gleichstellung und Familienfreundlichkeit, Aufstellung der Kandidatinnen und Kandidaten.
(Frauenvollversammlungen der Fakultäten finden bereits früher statt)

23. April, 15.00 Uhr

Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Wahlvorschläge der Kandidaten beim Wahlausschuss des Stura bzw. beim Wahlamt der Uni eintreffen.

Anfang Mai

Stura und Uni geben die zugelassenen Wahlvorschläge per Aushang und online bekannt. Der Wahlkampf beginnt.
Kandidatinnen und Kandidaten können sich auch auf hastuzeit.de vorstellen.

bis 9. Mai, 12.00 Uhr

Beantragung von Briefwahlunterlagen, falls Ihr am Wahltag verhindert seid.
Es empfiehlt sich jedoch, sich früher darum zu kümmern, besonders wenn Ihr die Briefwahlunterlagen zugeschickt bekommen möchtet. Wegen der Postlaufzeiten und der uni-internen Postverteilung kommen erfahrungsgemäß einige Wahlbriefe zu spät und können dann bei der Auszählung nicht mehr berücksichtigt werden.

14. Mai, 9.00 bis 17.00 Uhr

Hochschulwahlen. Stimmabgabe nur im für Euch zuständigen Wahllokal möglich, je nachdem, für welches Studienfach Ihr wahlberechtigt seid. Nachschauen könnt Ihr im Löwenportal (»Änderung der Wahlberechtigung«). Tatsächlich ändern könnt Ihr die Wahlberechtigung aber nur bis 17. April per Antrag an den Wahlausschuss/Wahlamt.

Wahlen an der Burg

Auch an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein finden Hochschulwahlen statt. Dort ist der Unterschied zwischen Fachschaftsräten (»Stura Kunst«, »Stura Design«) und dem Gesamt-Studierendenrat eher theoretischer Natur, denn die Gewählten treffen sich zu gemeinsamen Sitzungen.

Wahlvorschläge können bis zum 16. April eingereicht werden, die Wahl an der Kunsthochschule findet bereits am 7. Mai statt. Ansprechpartner sind der Stura, die Sekretariate der Fachbereiche und das Wahlamt (Karstin Kirchner).

Adressen

Wahlausschuss des Studierendenrats der Martin-Luther-Universität
http://www.hochschulwahl.info
Wahlamt der Martin-Luther-Universität
http://studium.verwaltung.uni-halle.de/referat_1.3/wahlen/

Über Konrad Dieterich

Redakteur.

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Erstellt: 15.04. 2014 | Bearbeitet: 15.04. 2014 20:38