Jun 2014 hastuPAUSE Nr. 54 0

»Hey – so eine Idee müsste man mal haben!«

In einem Workshop von Univations können Studierende ihre unternehmerischen Fähigkeiten entdecken.

Foto: Dennis Wilkinson (CC BY-NC-SA 2.0) www.flickr.com/photos/djwtwo/8331524425/

Foto: Dennis Wilkinson (CC BY-NC-SA 2.0) www.flickr.com/photos/djwtwo/8331524425/

Wenn man geniale Geschäftsideen betrachtet, wie zum Beispiel »mymuesli«, die mit der »einfachen« Idee eines individuellen Müsli-Zusammenstellens via Internet erfolgreich geworden sind, dann denkt man sich: »Hey – so eine Idee müsste man mal haben!«

Das unternehmerische Denken, das dafür erforderlich ist, bietet eine große Faszinationskraft.

Am 12. April 2014 hat der Univations-Gründerservice in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität den Workshop »Unternehmerische Kompetenz – Selbstanalyse für Deine berufliche Zukunft« angeboten, um Studierenden aller Fachrichtungen, Freiberuflern und Gründern die Möglichkeit zu geben, ihren eigenen Unternehmergeist kennenzulernen und mehr über den Ablauf einer Unternehmensgründung zu erfahren.

Treffpunkt war der »Hallische Saal« auf dem Universitätscampus: Große Gruppentische, an denen es sich sehr gut im Team arbeiten lässt, motivierte Dozenten und Studierende fanden dort ihren Platz. Insgesamt also eine gute Atmosphäre, um gemeinsam etwas zu lernen. Da das Zusammenarbeiten natürlich noch mehr Spaß macht, wenn man sich etwas näher kennenlernt, wurde mit einer kleinen Vorstellungsrunde begonnen. Unter anderem wurden in der Kategorie »Erzähle ein Geheimnis über dich!« Fakten ausgetauscht, die einen zum Schmunzeln gebracht haben und die Runde aufgelockert haben. Eine Kommilitonin verriet, dass sie eigentlich ein sehr künstlerischer und kreativer Mensch ist und das BWL-Studium nur durchzieht, um eine Sicherheit in der Hand zu haben.

»Ich fand, dass es eine durchgängig lockere Atmosphäre war, die auf jeden Fall dazu beigetragen hat, dass wir viele interessante Informationen mitnehmen konnten«, bekräftigt Gordon Schmidt (Hispanistik/BLIK) den Eindruck der Lernatmosphäre. Nachdem sich die bunt gemischte Gruppe aus Interessierten aller Studienrichtungen näher beschnuppert hatte, folgte der erste Themenkomplex »Ideenfindung und Kreativität«, der sich mit dem ersten Schritt einer Unternehmensgründung auseinandersetzte.

Im Theorieteil haben die beiden Moderatoren, »mit ihrer entspannt-witzigen Vortragsweise«, so Svenja Mehmke (BWL), verschiedene Kreativitätstechniken zur Ideenfindung erklärt und anschaulich dargestellt: Es ging vom klassischen »Brainstorming«, mit dem fast jeder schon vorher vertraut war, bis zu dem »Morphologischen Kasten«, der dabei helfen soll, den Überblick über die Gestaltungsmöglichkeiten zu bewahren, wenn man ein Produkt entwickeln will.
Im anschließenden Praxisteil war nun das gesamte Team eines Gruppentisches gefragt. »Denkt Euch doch einmal eine Geschäftsidee aus und versucht sie mit einem Slogan und einem Produktnamen zu versehen und stellt es grafisch auf einem Plakat dar.«

Die Ideen durften auch ausgefallen oder schwer realisierbar sein, es kam nur darauf an, zusammen eine Idee zu entwickeln und diese zu Papier zu bringen. Alle Gruppenmitglieder diskutierten angeregt, und es kamen schlussendlich viele verschiedene »Geschäftsideen« zustande. Unter anderem wurde eine »IQ-Cloud« vorgestellt, ein Online-Portal, das Tutoren zu den jeweiligen Prüflingen an einer Universität schickt, um diese in der Prüfungsphase individuell zu unterstützen. Oder vielleicht doch lieber ein Unternehmen, welches »Moonlight-Wellness« auf dem Mond anbietet? »Die kreativen Übungen waren meiner Meinung nach besonders gelungen, und es waren auch glücklicherweise keine Vorkenntnisse notwendig, so dass auch Laien mitreden konnten«, kommentiert Gordon die Arbeitsweise des Workshops.

Auch im zweiten Teil »Umsetzungskompetenzen« wurden interessante Themen angesprochen.
Weg von der ersten Ideenfindung hin zu der konkreten Umsetzung. »Habt ihr schon einmal etwas im Kopf gehabt, das ihr gerne beginnen und anpacken wollt, habt es dann aber nicht getan?« Zustimmendes Murmeln. »Oder kennt ihr das, wenn ihr ganz viele Projekte anfangt, aber keines davon so wirklich zu Ende bringt?« Wieder zustimmendes Murmeln. Anhand dieser zwei Fragen wurden die Anwesenden neu in Gruppen sortiert, denn je nachdem welcher Typ man ist – »Erst-gar-nicht-Anfänger« oder »Nie-zu-Ende-Bringer« – man kam mit den »Gleichgesinnten« in eine Gruppe. Um die Probleme der jeweiligen Typen zu charakterisieren, wurden erneut Plakate in Gruppenarbeit angefertigt. »Es ist schön, mit Menschen, die ähnlich ticken, in einer Gruppe zu arbeiten und sich über Sachen auszutauschen, die man ähnlich sieht. Das macht Mut, Sachen anzupacken!«, freut sich Svenja.

Nachdem die jeweiligen Gründe für das »Erst-gar-nicht-Anfangen« und das »Nie-zu-Ende-Bringen« zusammengetragen wurden, kam der Plakatetausch. In Teamabsprache sollten nun Lösungsansätze für die Probleme gefunden werden: »Sich kleinere Ziele stecken«, »sich bewusst machen, was das Schlimmste wäre, was passieren könnte«, »googeln!« – so ungefähr sah die Bandbreite der Lösungsansätze aus.

Mit kreativen Teamübungen startete auch der dritte Teil des Workshops: »Einstellung / Motivation / Ethik«. In diesem Teil ging es um die Frage, welche persönlichen Kompetenzen ein Unternehmensgründer haben sollte. »Drückt diese Kompetenzen in Symbolen aus, ohne Wörter und Zahlen!« So weit, so gut. Es wurde gemalt und diskutiert. Beim Zusammentragen der Gruppenergebnisse wurde deutlich, dass die grundlegenden Kompetenzen eines Gründers unter anderem Wirtschaftssinn, logisches Denken, mathematisches Verständnis, Kreativität, nachhaltiges Handeln und Risikobereitschaft sind.

»Die Veranstaltung hat zwar ziemlich ausführlich über unternehmerische Kompetenz informiert, also alles, was ein Unternehmer für die erfolgreiche Gründung eines Unternehmen mitbringen muss, nur leider ist dabei die Selbstanalyse für die berufliche Zukunft ein bisschen zu kurz gekommen«, kritisiert Gordon. Die Inhalte des Workshops bleiben insgesamt »relativ oberflächlich, sind allerdings nicht uninteressant«, so Svenja.
Es gilt sich also zu entscheiden: Will man generelle Informationen über das Thema Unternehmensgründung in lockerer spaßiger Atmosphäre, lohnt sich der Besuch des Workshops auf jeden Fall. Man nimmt viele Dinge mit und bekommt bei erfolgreicher Teilnahme ein Zertifikat ausgestellt. Erwartet man jedoch zu erfahren, welche Stelle man selber in einem Unternehmen am besten einnehmen sollte oder eigene Schlüsselkompetenzen zu entdecken, bietet der Workshop nicht allzu viele Möglichkeiten.

Die nächsten Termine für die Workshops werden im
Stud.IP auf der Startseite angekündigt.

Über Alessa Breitenfeld

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Erstellt: 14.06. 2014 | Bearbeitet: 11.06. 2014 15:08