Jun 2014 hastuUNI Nr. 55 0

Ein zweischneidiges Schwert

Rektor Prof. Dr. Udo Sträter sprach nach der Festaktveranstaltung des Studierendenrates am 3. Juni im Löwengebäude darüber, wie er den Sturageburtstag empfunden hat und wie es nun mit den Kürzungen an unserer Uni weitergeht.

Foto: Johanna Sommer

Foto: Johanna Sommer

Auf die Frage hin, wie er denn darauf reagiert habe, dass Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) nur eine Stunde beim Festakt anwesend war, um danach sehr schnell wieder zu gehen, meinte Prof. Dr. Udo Sträter nur, dass Möllring »einen vollen Terminplaner habe«. Außerdem habe dieser kurzfristig zugesagt, somit »war eine Rede nicht eingeplant«. Dennoch hat er die Anwesenheit von Möllring als positiv empfunden. Er fand es gut, »dass er den Kontakt sucht« und sich »über die Diskussionen bewusst« ist.

Den Geburtstagsauftakt für das 25-jährige Jubiläum des Stura empfand Sträter als »sehr gelungen«. Gerade die unterschiedlichen »Aspekte von den Reden« fand er gut und dass sich jeder kurzgehalten hat, war für Sträter wichtig. »Der Zeitablauf wurde eingehalten. Bei vielen Reden werden aus fünf Minuten sehr schnell auch fünfzehn und mehr, aber das war nicht der Fall.«

Er stimmte der These des Oberbürgermeisters von Halle Dr. Bernd Wiegand zu, dass es noch keine Maßnahmen zur Durchführung der Kürzungspläne gibt, »aber das Kürzungsvorhaben ist noch nicht vom Tisch«.

Was nun das Rektorat gegen die Kürzungen unternimmt, oder wie es sie durchführen wolle, sei ein zweischneidiges Schwert. Denn Sträter erzählte, dass »die Uni eine Ausbildungsverpflichtung hat, gerade bei den Lehrämtern, Latinistik und Gräzistik, um mal zwei Beispiele zu nennen.« In diesen beiden Fächern sind momentan nicht einmal 100 Studierende eingeschrieben, dennoch müsse die Lehre erhalten bleiben. »Die Lateinlehrer und Griechischlehrer im Land kommen von unserer Uni. Wir sollten auch nicht kleine Fächer verlieren und eine ökonomisierte Universität werden. Letztendlich brauchen wir mehr Geld.«

Aber wie soll nun das Rektorat reagieren, wenn es nicht mehr Geld gibt als sonst? Was, wenn es sogar noch weniger gibt? Das Rektorat müsse nach »Effizienzpotentialen« Ausschau halten. Effizienzpotentiale bedeuten für ihn, »dass man Dinge straffen sollte«, um somit »Einsparungen zu erzielen«. Und das wiederum heißt: »eine Zusammenarbeit innerhalb der Uni und mit anderen Unis«.

»Aber wir dürfen nicht vergessen, dass Sachsen-Anhalt mehr Geld bekommt. Denn das BAföG wird nun zu 100 Prozent vom Bund getragen. Unser Land hat früher 35 Prozent dazugezahlt, diese sind ab 2015 frei.« Das heißt »30 Millionen Euro, die in die Bildung fließen, in die Hochschulen und Schulen.«

Können wir Studenten wirklich auf dieses Geld hoffen, wird das nicht doch dazu verwendet, um das Haushaltsdefizit unseres Landes zu verbessern? »Wir müssen darauf hoffen und trotzdem weiter demonstrieren, damit es nicht doch dazu benutzt wird, die Schulden zu stopfen.«

Über Johanna Sommer

Sie ist direkt, ehrlich, neugierig, perfektionistisch, willensstark, satirisch, emotional, wissensdurstig und ab und zu verfällt sie in Panik. Momentan unterstützt sie die hastuzeit als Freiwillige Mitarbeiterin.

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Erstellt: 27.06. 2014 | Bearbeitet: 26.06. 2014 22:01