Jun 2014 hastuUNI Nr. 55 0

Wer ist eigentlich betroffen? – Psychologie

Eine kleine Vorstellung der von den Kürzungen betroffenen Institute und Studienfächern. Die hastuzeit hat alle besucht und stellt hier in regelmäßigen Abständen jeweils die Situation an einem Institut da.

Foto: Konrad Dieterich

Foto: Konrad Dieterich

Was droht der Psychologie?

Im Prinzip droht der Psychologie die Schließung. Der klassische Studiengang soll sowohl für Hauptfach, als auch Nebenfach wegfallen. Jene Vorlesungen, die für Lehramtsausbildung oder weitere Bildungswissenschaften benötigt werden, sollen zwar durch Versetzung von Dozenten an andere Fakultäten erhalten werden, dennoch droht hier ein Abfall des Lehrniveaus.

Warum soll gekürzt werden?

Die Entscheidung zur Schließung bzw. Teilumsetzung des Instituts erschien zunächst völlig willkürlich getroffen. Trotzdem erscheint, wie in fast allen betroffenen Einrichtungen die Begründung eher personalpolitisch. Da in den nächsten 5–10 Jahren drei von vier Professuren durch Pensionierung wegfallen, können hier Personalmittel eingespart werden, solange weiterhin Neuberufungen ausbleiben. Am Ende wäre es eine Schließung auf Raten, keinesfalls jedoch eine Kürzung aufgrund fachlicher Überlegungen.

Wer ist betroffen?

Zurzeit gibt es über 600 betroffene Studierende (60 Masteranden, 150 Bacheloranden und 420 Studierende mit Psychologie im Nebenfach). Betroffen ist zudem eine Reihe von anderen Studiengängen, die Module am Institut für Psychologie belegen. Zu nennen sind Wirtschafts-, Ernährungs- und Erziehungswissenschaften, Lehramtsstudierende oder Verhaltensmediziner. Auch die Gesundheits- und Pflegewissenschaften wären betroffen, die im letzten Jahr noch hochgelobt wurden, als es um die Belange der Uni-Klinik ging. Aber auch Patienten wären betroffen, so fiele wie Lisa Pawula von der Aktionsgruppe Psychologie betont, auch die Professur Klinische Psychologie weg, die als Hochschulambulanz erheblich an der psychotherapeutischen Versorgung der Region beteiligt ist.
Ebenfalls wären zukünftige Studienbewerber betroffen: So sind alle Studiengänge regelmäßig voll ausgelastet. Die Bewerberzahl im Bachelor lag zuletzt 30-fach über der Kapazität, Interesse ist also vorhanden.

Was sagen die Betroffenen?

Die Aktionsgruppe Psychologie weist darauf hin, dass Halle als Standort sehr forschungsintensiv arbeitet und vor allem – anders als etwa in Magdeburg – die angewandte Psychologie im Fokus steht. Die Institutsgruppe betont zudem, dass bereits eine Unterversorgung an Psychotherapeuten, besonders auf dem Land, herrsche. Rückkehrer aus anderen Uni-Städten gebe es kaum. Zudem stoßen die Argumente, mit Leipzig und Jena zu kooperieren, auf Unverständnis. In Leipzig etwa seien die Kapazitäten ohnehin schon überlastet.
Lisa betont außerdem »dass wir es sehr bereuen würden, wenn unser familiäres Institut nach dem mühevollen Aufbau einfach wegfallen würde.«

Über Tobias Hoffmann

Tobias Hoffmann
Tobias Hoffmann vermisste während seines Biochemiestudiums das Schreiben und Formulieren. Seit Anfang 2013 füllt er diese Leere durch Mitarbeit bei der hastuzeit.

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Erstellt: 26.06. 2014 | Bearbeitet: 01.11. 2014 19:25