Apr 2014 hastuPAUSE Nr. 53 0

Aufenthaltserlaubnis und Feststellungsprüfungen

Viele unserer Studenten kommen aus der ganzen Welt. Doch war der Weg hierher von bürokratischen Hürden geprägt, und was ist eigentlich ein Studienkolleg?

Foto: Johanna Sommer

Internationale Studierende protestierten am 29. April auf der Demo „Strei(k)t für vielfältige Bildung» gegen die beabsichtigte Schließung des Studienkollegs in Halle. Foto: Johanna Sommer

Das Land Sachsen-Anhalt beherbergte laut den Angaben des Statistischen Landesamts 5983 Studierende, davon waren 3460 an der MLU und in Magdeburg an der Universität eingeschrieben. Erfreulich, denn 1980 waren es insgesamt nur 489 und davon 473 an unseren Universitäten.

Das liegt unter anderem daran, dass sich die Universitäten weltweit miteinander vernetzen. Jeder Studiengang an unserer Uni hat Kontakt mit einer Partneruni. Deshalb gibt es auch die Möglichkeit bei Austauschprogrammen mitzumachen. Die Medizin und die Juristische Fakultät pflegen beispielsweise auch den Erasmus-Austausch. Auch das International Office der Uni Halle ermöglicht Auslandsaufenthalte.

Erste Hürde: das Visum

Es gibt für internationale Studierende die Möglichkeit, ein Studentenvisum zu nutzen, das drei Monate lang gültig ist, womit sie in Halle wohnen können, obwohl sie noch keine Zulassung der MLU bekommen haben. Wenn die Studenten angenommen sind, wird das Visum von der Ausländerbehörde in eine Aufenthaltserlaubnis umgewandelt. Die Studierenden können dann für ein Jahr zu Studienzwecken hier leben. Aber auch hier muss der Nachweis erbracht werden, dass der Aufenthalt finanziell abgesichert ist.

Sehr viele Staaten, wie Albanien oder Australien, haben ein Abkommen mit Deutschland, dass Studierende kein Visum brauchen, wenn sie hierher fliegen. Wenn sie aber in Deutschland angekommen sind, müssen sie sich bei der Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis besorgen, um hier leben zu dürfen. Anders ist es zum Beispiel in Ecuador und anderen Staaten, wo der Student nicht einfach so hier her fliegen kann – er muss in seinem Heimatland auf sein Visum warten. Wenn er es hat, kann er hier her fliegen und sich einleben. Egal welcher Weg – es ist eine lange Wartezeit, bis der Student endlich sein Visum hat. Es gibt jedoch eine Visumserleichterung, wenn die Studenten aus Russland, der Ukraine, Serbien, Moldawien, Mazedonien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Albanien oder aus Georgien kommen. Für sie beträgt die Wartezeit nach Eingang des Antrages zehn Kalendertage. Ein weiterer Beleg für eine Erleichterung dieses Visums ist es, wenn die internationalen Studierenden angeben, dass sie bereits an der Uni eingeschrieben sind. Das geht, wenn die Studenten sich bei www.uni-assist.de bis zum 31. Mai 2014 für das Studienkolleg bewerben. Diese Internetseite prüft, ob die internationalen Zeugnisse gleichwertig sind mit unserem Abitur oder Bachelorabschlüssen. Die Ergebnisse werden an die MLU weitergeleitet, und diese entscheidet dann, ob der Studierende für das Studienkolleg angenommen oder abgelehnt wird.

Zweite Hürde: das Studienkolleg

Das Studienkolleg der MLU arbeitet mit der Hochschule Anhalt zusammen. Hier können Studierende Kurse besuchen, um dieselben Startbedingungen zum Beispiel in Physik zu haben, und sie lernen die deutsche Sprache. Der Aufnahmetest zum Studienkolleg findet dieses Jahr am 26. August statt. Wer nicht aufgenommen wurde, nimmt am Vorkurs für 650 Euro teil.

Wer aufgenommen ist, kann im Studienkolleg eine Feststellungsprüfung (FSP) in den Fächern Mathe, Physik, Chemie, Bio, Geschichte, Informatik und Englisch mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden ablegen. Aber jede FSP kostet 300 Euro, dafür können die internationalen Studierenden aber auch die Labore für Chemie, Bio und Physik nutzen. Des Weiteren sind diese Kurse über zwei Semester verteilt. Wer dann noch Deutsch lernen muss, hat dafür ein Semester Zeit, in dem die Studenten eine deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) für 150 Euro ablegen. Dort lernen die Studierenden »Hörverstehen«, »Leseverstehen«, »Textproduktion« und »Wissenschaftliche Strukturen« der deutschen Sprache. Das Ganze kann mit einem weiteren Test DaF (Deutsch als Fremdsprache) vertieft werden, da geht es neben »Hörverstehen« und »Leseverstehen« auch um den »schriftlichen Ausdruck« und den »mündlichen Ausdruck«. Aber auch hier wird ein Entgelt fällig, was jedoch erfragt werden muss.

Über Johanna Sommer

Sie ist direkt, ehrlich, neugierig, perfektionistisch, willensstark, satirisch, emotional, wissensdurstig und ab und zu verfällt sie in Panik. Trotzdem ist sie irgendwie Chefin der "hastuzeit" geworden. Aber viel wichtiger ist, das, wenn sie Artikel schreibt, schwillt ihr Herz zu einer großen Blase voller Freude an, fast genauso groß, wenn sie Snowboard fährt.

, ,

Erstellt: 22.04. 2014 | Bearbeitet: 09.05. 2014 15:25