Jul 2014 hastuUNI Pinnwand 1

Wird der Politik-Lehrstuhl „militarisiert»?

Die SDS-Hochschulgruppe entfacht Debatte um "Militarisierung" des Lehrstuhls für Internationale Politik

Mit einem Offenen Brief fordert sie SDS-Hochschulgruppe eine wissenschaftlich ausgeglichene Lehre.

Mit einem Offenen Brief fordert sie SDS-Hochschulgruppe eine wissenschaftlich ausgeglichene Lehre.

Mit einem offenen Brief an Professor Johannes Varwick hat die SDS-Hochschulgruppe die Lehre des Professors kritisiert. Sie befürchtet eine »Militarisierung des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen und europäische Politik«, welchen Varwick innehat. So kritisiert die Gruppe, dass im vergangenen Semester ein Bundeswehrangehöriger in die Vorlesung als Gastdozent eingeladen wurde. Außerdem publiziere der Professor in Fachzeitschriften mit Nähe zur Rüstungsindustrie. In einer aktuellen Vorlesung habe Varwick zudem offen für eine »Kultur des Engagements« in der deutschen Außenpolitik plädiert. Schließlich fordert die Gruppe Professor Varwick, den Senat und den Fachschaftsrat zu einer schriftlichen Stellungnahme auf.

In einer öffentlichen Antwort äußert Varwick sein Unverständnis zu den Vorwürfen und rät zu »gehaltvollen, sachlichen und sachkundigen« Diskussionen über diese  kontroversen sicherheitspolitischen Themen ein. Als Wissenschaftler sei er parteipolitisch neutral, hätte allerdings eine private politsche Präferenz, welche jedoch in der akademischen Lehre keine Rolle spielten. »Sie können gerne Ihr subjektives Weltbild verabsolutieren«, kommentiert er den Offenen Brief des SDS. Dem Vorwurf der »Militarisierung« hält Varwick entgegen, dass er wie der Deutsche Hochschulverband dagegen sei, »Streitthemen aus der Wissenschaft durch ein Tabu zu verbannen«.

Weitere Beiträge zur Debatte können per E-Mail an Professor Varwick eingereicht werden, er kündigte eine Veröffentlichung der namentlichen Kommentare auf der Internetseite des Lehrstuhls an. Die SDS-Hochschulgruppe plant eine Veranstaltungsreihe im kommenden Wintersemester zu außenpolitischen Themen.

Über Markus Kowalski

studiert Politikwissenschaften und Germanistik, hält aber wenig von den alltäglichen Politik-Nachrichten. Meistens ist er mit einem coffee-to-go auf dem Uniplatz anzutreffen.

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Erstellt: 17.07. 2014 | Bearbeitet: 31.07. 2014 14:43