Jun 2013 hastuPAUSE Nr. 48 0

MLU – We Burlesque!

Seit Anfang des Sommersemesters 2013 lädt das Unisportzentrum alle ein, die schon immer nach dem besonderen Pfiff in ihrem Tanzkurs gesucht haben.

Foto: Johanna Sommer

Foto: Johanna Sommer

Wir haben für Euch Turnhalle, Trainerin und Tanz ganz genau unter die Lupe genommen und uns dabei sogar selbst aufs heiße Pflaster begeben. Circa 15 studierende Exemplare haben den Schritt in den heiß diskutierten Kurs gewagt und sich gesagt: »We burlesque!« Aber wie beim Tanzen gilt auch hier: ein Schritt nach dem anderen. Hier die wichtigsten Punkte zur sexy Sportart an der MLU.

Die Trainerin

Ihr Künstlername ist Honey Bell. Wer denkt, diese Frau wurde mit Burlesque im Blut geboren, irrt. Zuerst schlug ihr Herz für RnB und Hip Hop, doch Film, Fernsehen und vor allem Hollywood machen, wie wir bereits von Frau Aguilera wissen, nicht vor RnB-Girls halt. So war der Eindruck dieser Szene mit ihrem Glitzer und dem puren Reiz von Weiblichkeit auf sie so groß, dass sie nicht anders konnte, als ans burlesque Ufer zu tanzen und diesen Kurs ins Leben zu rufen. Die neue Herausforderung als Trainerin des Burlesque-Kurses kam für Honey Bell wie gerufen.

Das Täschchen

Noch nie wurde sich in einem Tanzkurs so sehr die Frage gestellt: »Was bringe ich zum Kurs mit?« Wenn man sich Dita von Teese vorstellt, wie sie zum Kurs geht, dann kommt die Vermutung auf, dass sie keine große Tasche bräuchte. Doch weit gefehlt. Zunächst einmal gibt es keine Kleidungsvorschrift, das heißt, jeder darf und sollte die Kleidung mitbringen, in denen er / sie sich wohl fühlt. Dieses Gefühl kann vom Trainingsanzug bis zum sexy Dessous ausgelebt werden. Es wird empfohlen, sich nach einiger Zeit ein paar Handschuhe, einen Fächer und eine Federboa zu besorgen, da dies elementare Utensilien des Burlesque sind und mit ihnen auch getanzt wird. Es ist schließlich genauso schwer, sich einen Feuerwehrmann ohne Helm und Schutzanzug vorzustellen. Aber Achtung! Einen Kleidungsstopp gibt es doch, der gilt für die Schuhe. Absatzschuhe sind OK, aber da in dem Kurs schließlich das Tanzbein geschwungen wird, sind Pfennigabsätze ein absolutes No-Go. Denn verstauchte oder gebrochene Knöchel könnten den heißen Auftritt ganz schnell abkühlen lassen.

Die Täuschungen

Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass Burlesque darauf abzielt, so schnell wie möglich alle Hüllen fallen zu lassen, bewegt sich dieser Kurs auf ein anderes Ziel zu. Hier soll es zuallererst um das eigene Wohlgefühl und den Reiz von echter, unbearbeiteter Attraktivität gehen. Der Kurs soll keinen Catwalk für Germany«s Next Topmodel darstellen.

Hier gilt die Devise »Man ist so hübsch, wie man sich fühlt!« Damit sind übrigens nicht nur unsere Studentinnen, sondern ebenfalls die »Herren der Schöpfung« angesprochen. Ja, auch Studenten wird in diesem Kurs die Möglichkeit geboten, sich in Szene zu setze. Aber Vorsicht, Jungs! Allen »spannenden Exemplaren« unter euch sei versichert, gaffen wird im Kurs nicht geduldet.

Das Tänzchen

Wer sich jetzt immer noch die Frage stellt, was im Kurs konkret gemacht wird, hier die weniger schockierende Nachricht: Es wird getanzt. Sowohl mit Kurspartner als auch ohne. Dieser muss jedoch nicht mitgebracht werden, sondern wird sich ganz individuell im Kurs gesucht. Das kann zum Beispiel bei einer Rücken-an-Rücken-Pose ganz nützlich sein. Diese wird in eine Choreographie eingearbeitet, die emsig in der Gruppe trainiert wird. Hier kommen zusätzlich zum eigenen Körper Hilfsmittel wie Handschuhe, Boa, Fächer und Co. zum Einsatz. Für den kritischen Blick sorgen die Teilnehmer vor den ausladenden Turnhallenspiegeln selber. Hier kann sich immer wieder verschieden in Szene gesetzt werden.

Zusätzlich zur entspannten Stimmung, kreativen Outfits und heißen Rhythmen im Kurs gibt es noch ein weiteres Bonbon, welches im Kurs ausgepackt werden darf: die ganz eigene Persönlichkeit in unterschiedlichen Formen. Im Kurs wird gezeigt, wie diese durch bestimmte burlesque Figuren, »Lolita, Diva und Vamp«, verstärkt werden können. Drei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, mit unterschiedlichen Merkmalen, die zu einem gewissen Anteil in uns schlummern und an jedem Freitag ausgepackt werden dürfen. Das Ausziehen wird nicht so exzessiv praktiziert, wie wir es von den großen Vorbildern gewohnt sind, da es für viele, die das erste Mal auf einer Bühne stehen, befremdlich wäre, sofort alle Hüllen fallen zu lassen. Dies würde dem »Wohlfühlgrundsatz« des Kurses widersprechen. Außerdem gilt für eine sinnliche Fantasie: Weniger ist meist mehr! Wir dürfen uns also trotz fehlendem Maxi-Martiniglas auf süße Schmollmünder, elegante Körper und laszive Blicke freuen.

Die Tanzfläche

Das Training zum Burlesque findet regelmäßig in der Turnhalle der Weinbergmensa statt. Weitere Infos dazu findet ihr auch unter www.usz.uni-halle.de im Bereich »Sportarten«.

Alle Neugierigen, die jetzt nicht mehr warten können, sind eingeladen, sich am 14. Juni schon einmal einen kleinen Vorgeschmack geben zu lassen und eine Burlesqueshow des Unisports im Capitol anzuschauen. Eine weitere Gelegenheit bietet die Lange Nacht der Wissenschaft am 5. Juli. Da wird es dann wieder heißen »MLU – We Burlesque!«

Über Sophie Groeber

, ,

Erstellt: 18.06. 2013 | Bearbeitet: 19.06. 2013 22:44