Mai 2013 hastuPAUSE Nr. 47 0

Vom Bauch und ganzen Körper

Nach der Preview im Charlottencenter bekam hastuzeit Gelegenheit zu einem zwanglosen Gespräch mit Topdesigner Thomas Rath.

Foto: Johanna Sommer

Foto: Johanna Sommer

Wie sind Sie denn zu dieser Rolle gekommen, Herr Rath?

Die Rolle ist zu mir gekommen. Die Tochter von Hans Werner, dem Regisseur, der das Buch geschrieben hat, ist ein »Topmodel«-Fan. Sie hat mich bei »Topmodel« gesehen und ihrem Papa mich vorgeschlagen. »Das könnte doch eigentlich Jérôme Bonnair sein. Guck dir doch mal den Thomas Rath bei GNTM an.« Das hat der Papa auch getan, und der Hans Werner hat mich angerufen. Er hat gefragt: »Könntest du dir vorstellen, das zu spielen?« Da habe ich gesagt: »Das finde ich ganz toll, ein ganz tolles Kompliment, ich bin aber kein Schauspieler. Wir machen hier Realityshow, ich bin so, wie ich bin.« Ja, aber er würde mir das Drehbuch gerne mal zuschicken. Dann habe ich das Drehbuch bekommen. Ich war so begeistert, weil ich selber so ein Krimifan bin. Dann habe ich gesagt, das mache ich jetzt.

Haben Sie die Kostüme der anderen Schauspieler kritisch beäugt?

Ehrlich gesagt war ich dazu viel zu nervös. Ich hab mir die Kostüme nicht richtig angeschaut. Es ging im Vorfeld immer nur um mein Outfit, das war wahnsinnig wichtig. Gerade beim Filmen ist das so, es wird nicht immer alles chronologisch gedreht. Du drehst die Szenen vor und nach. Alles muss dokumentiert werden, wie meine Armbänder zum Beispiel gesessen sind, wegen dem Schnitt nachher. Das fand ich furchtbar spannend. Ich hatte die meisten Klamotten und Accessoires, weil ich natürlich auch der Bunteste war. Ich war viel zu aufgeregt, dass ich meinen Text nicht vergesse und dass ich meine Person spielen kann.

Während des Drehs, haben Sie da ein paar Ideen für Ihre eigene Modemarke entwickelt?

Das habe ich ganz ausgeblendet. Da war ich wirklich so, dass ich sage, da bin ich nicht mehr der Modedesigner, da bin ich auch nicht mehr der Juror von »Topmodel«, sondern ich bin Schauspieler und versuche mich da reinzudenken. Für mich ist das ja neu. Manche hatten ja Routine, ich hatte keine. Also, ich hätte jetzt nicht noch eine Kollektion parallel entwerfen können. Das kann ich bei Topmodel, im Modelzimmer von Los Angeles. Da sitze ich morgens oder abends und zeichne. Das ist schon eine andere Herausforderung, Schauspiel zu machen.

Können Sie für unsere angehenden Modedesigner ein paar Ratschläge geben?

Dass man es vom Bauch und ganzen Körper machen möchte, nicht nur, weil man denkt, das ist so eine Glamourwelt. Diese Welt ist furchtbar hart. Es ist ähnlich wie bei der Schauspielerei. Es gibt viele Talente, und nur ganz wenige werden was. Das Thema ist natürlich: Kann man mit dem Druck und der Kritik umgehen? Man steht permanent in der Kritik. Die Designs müssen natürlich auch Geld bringen, nur darum geht es. Wenn es das nicht tut, genau wie bei einem Model, ist man ganz schnell raus. Man muss sich der Kritik stellen und besser werden, das können viele nicht.

Über Johanna Sommer

Sie ist direkt, ehrlich, neugierig, perfektionistisch, willensstark, satirisch, emotional, wissensdurstig und ab und zu verfällt sie in Panik. Momentan unterstützt sie die hastuzeit als Freiwillige Mitarbeiterin.

Erstellt: 05.05. 2013 | Bearbeitet: 03.05. 2013 00:11