Apr 2013 hastuUNI Nr. 47 0

Ihr habt die Wahl

Wer, was, wozu: die wichtigsten Informationen zu den Hochschulwahlen am 14. Mai 2013

Der Stura wirbt für eine hohe Wahlbeteiligung.

Der Stura wirbt für eine hohe Wahlbeteiligung.
Foto: Konrad Dieterich

In diesen Tagen, da das Land laut über millionenschwere Einschnitte an den Hochschulen nachdenkt, ist die Bedeutung einer studentischen Interessenvertretung womöglich leichter zu vermitteln. Dennoch hat sich Carlo Wegener, diesjähriger Wahlleiter des Studierendenrats, einiges vorgenommen, als er sich auf einer Stura-Sitzung eine Verdopplung der Wahlbeteiligung zum Ziel setzte. Das wären dann über 36 Prozent; doch in den vergangenen zehn Jahren sind nie mehr als 20 Prozent der MLU-Studierenden zur Hochschulwahl gegangen. Solche niedrigen Werte sind im bundesweiten Vergleich eher der Normalfall.

Ein Grund für das niedrige Interesse könnte sein, dass die Studierenden nicht allzu viel zu melden haben. Nur ein Fünftel der Sitze in den Uni-Gremien ist für Studierende vorgesehen, die Professoren haben die absolute Mehrheit. Auf der anderen Seite sind die studentischen Gremien zwar zu 100 Prozent mit Studierenden besetzt, können sich in der Hochschulpolitik aber bestenfalls als Interessenvertretung betätigen. Immerhin: auch die symbolische Macht einer starken Interessenvertretung ist nicht zu unterschätzen, ihre Stimme wird in der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Jedes Jahr aufs Neue zu den Urnen gerufen wird nur die Gruppe der Studierenden. Angestellte der Uni und Professoren gehen nur alle zwei oder vier Jahre wählen. Als der Rektor für den ursprünglich vorgesehenen Wahltermin am 15. Mai einen vorlesungsfreien Tag (»Dies Internationalis«) ausrief, setzte sich das Sprecherkollegium des Stura für eine Verlegung der Wahlen ein. Also wurde es Dienstag, der 14. Mai. Ein späterer Wahltermin hätte die Kandidatensuche womöglich erleichtern können, kommt für die Uni aber nicht in Frage.

Hochschulgremien

Der Senat ist wohl das wichtigste Gremium der Universität. Er berät und entscheidet über grundsätzliche Angelegenheiten in Studium, Lehre und Forschung, den Haushalt, Pläne für die Zukunft etc. Unter anderem ist der Senat die letzte Instanz bei der Einrichtung und Schließung von Studiengängen, bei der Berufung von Professoren und bei allgemeinen Bestimmungen zu Studien- und Prüfungsordnungen. Erfahrungsgemäß herrscht hier kein Mangel an studentischen Kandidaten. Ein Grund dafür ist aber auch, dass Studierende aller Fakultäten hier den gleichen Stimmzettel haben; bei den anderen Gremien beschränkt sich die Auswahl auf studentische Kandidaten der eigenen Fakultät, des eigenen Wahlbereichs oder der eigenen
Fachschaft.

Die Fakultätsräte entscheiden innerhalb ihrer Fakultäten unter anderem über Studien- und Prüfungsordnungen, Verfahren zur Vergabe von Studienplätzen, Berufungsvorschläge und die Sicherstellung des Lehrangebots. Die drei Naturwissenschaftlichen Fakultäten und die Jura-/Wiwi-Fakultät sind in einzelne »Wahlbereiche« unterteilt. So können beispielsweise Studierende der Rechtswissenschaften nur ihresgleichen wählen und nicht ihre Kommilitonen aus den Wirtschaftswissenschaften. Es sieht so aus, dass sich die betroffenen Institute noch nicht ganz mit der Neustrukturierung der Fakultäten anfreunden können, die immerhin schon seit 2006 besteht.

Studentische Gremien

Studierendenrat (»Stura«) und Fachschaftsräte sind Gremien der »verfassten Studierendenschaft«, in der zunächst alle Studierenden der Uni Mitglied sind, sofern sie sich nicht für einen Austritt entscheiden. Neben der hochschulpolitischen Interessenvertretung soll die Studierendenschaft auch kulturelle, fachliche, soziale und wirtschaftliche Belange ihrer Mitglieder wahrnehmen. So hat sich der Stura für die Einführung des Semestertickets eingesetzt und dafür, dass es preiswert bleibt; er bietet Rechts- und BaföG-Beratung und hat einen Fonds für soziale Notlagen, nicht zuletzt fördert er Projekte von Studierenden. Stura, Fachschaftsräte und Arbeitskreise führen auch Vorlesungsreihen, Podiumsdiskussionen und andere Veranstaltungen zur Meinungs- und politischen Bildung durch.

In einigen Fakultäten gibt es je nach Fachrichtung mehrere Fachschaftsräte, insgesamt 17. Sie sind Ansprechpartner bei Problemen im Studium und fördern ebenfalls Projekte.

Wer wählt was? Hier eine vereinfachte Übersicht.

Wer wählt was? Hier eine vereinfachte Übersicht. Grafik: Arno Grabolle

Vielen Gremien mangelt es an Kandidaten. Dann sind auf dem Wahlzettel freie Felder vorgesehen, wo die Wähler(innen) ihre Wunschkandidat(inn)en selbst eintragen können. Wählbar sind aber nur Kommiliton(inn)en der eigenen Fakultät (oder des eigenen Wahlbereichs) und der eigenen Fachschaft. Das nennt sich »Mehrheitswahl ohne Bindung an die vorgeschlagenen Bewerber« und wird Anfang Mai bekanntgegeben, wenn die zugelassenen Wahlvorschläge feststehen. Wer also die Frist zur Kandidatur versäumt hat, hat hier häufig eine zweite Chance.

Briefwahl

Wer am Wahltag keine Zeit hat oder das Wahllokal nicht erreichen kann, sollte beim Wahlamt / Stura-Wahlausschuss möglichst frühzeitig Briefwahlunterlagen beantragen und sie auch bald wieder zurückschicken. Denn durch die Hauspost der Universität können die Briefe unerwartet spät ankommen. Alle Stimmzettel, die später als am Wahltag um 17.00 Uhr eintreffen, werden bei der Auszählung nicht berücksichtigt.

Wahlen an der Burg

Auch an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein finden Hochschulwahlen statt. Dort ist der Unterschied zwischen Fachschaftsräten (»Stura Kunst«, »Stura Design«) und dem Gesamt-Studierendenrat eher theoretischer Natur, denn die Gewählten treffen sich zu gemeinsamen Sitzungen.
Wahlvorschläge (Kandidaten) können bis zum 15. Mai eingereicht werden, die Wahl an der Kunsthochschule findet in diesem Jahr am 5. Juni statt. Ansprechpartner sind der Stura und das Wahlamt (Karstin Kirchner).

Über Konrad Dieterich

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Erstellt: 25.04. 2013 | Bearbeitet: 13.05. 2013 01:41