Feb 2013 hastuUNI Nr. 46 0

Als Zivilist zur MLU

Studierende auf dem Campus der Universität der Bundeswehr München.
Foto: Presse und Kommunikation UniBw München

Michael (29) studiert Accounting, Taxation und Finance. Nachdem er sich zehn Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet und dort sein Diplom in Staatswissenschaften gemacht hat, kommt der Hauptmann für zwei Jahre in seine Heimatstadt zurück.

Wie ist es, nach zehn Jahren wieder zurück in Halle zu sein?

Es ist ein gutes Gefühl, wieder zuhause zu sein. Man hat wieder mehr Zeit für seine Freunde, und die ganze Pendelei fällt weg. Bis jetzt ist noch alles schön …

Bei deiner Qualifikation hättest du sicher auch ohne ein weiteres Studium Arbeit gefunden, warum studierst du weiter?

Es ist so, dass ich noch zwei Jahre lang einen großzügigen Anteil meines letzten Gehalts weiterbezahlt bekomme, da wollte ich einfach den Spaß am Studium mit meiner persönlichen Fortbildung und dem Studentenleben optimal kombinieren. Ich will mir einfach noch eine kleine Auszeit gönnen, bevor ich dann wieder anfange zu arbeiten.

Es gibt ja zahlreiche neue Studiengänge seit der BA/MA-Einführung, so auch dein Masterstudiengang. Bist du immer noch überzeugt davon?

Ich hatte mir überlegt, ob ich den Master ganz normal in BWL mache, da mit der Bezeichnung jeder was anfangen kann, wenn man sich später mal irgendwo bewirbt. Dann habe ich die Lerninhalte verglichen und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Inhalte in meinem Studiengang doch spezialisierter sind und eher meinen Interessen entsprechen. Ich hatte mir den Studiengang kleiner vorgestellt, auch auf Grund der Beschreibung, dass es ein bisschen exklusiver wäre.

Bei der Bundeswehr-Uni in München ging es bestimmt familiärer zu, gerade in Fächern wie BWL kann es doch ziemlich anonym sein. Ist es einsamer geworden ohne deine Kameraden, fehlt dir die Gemeinschaft?

Das ist ja eine Campus-Uni in München, das heißt, du bist mit vielen, die mit dir zusammen studieren, im selben Haus, man teilt sich zusammen eine Wohnküche, von daher ist es schon familiärer. Wenn man hier im Kurs keinen anspricht, lernt man auch keinen kennen. Das war in München anders, wenn die Vorlesung zu Ende war, hast du auch mal gemeinsam Sport gemacht oder hast dich irgendwo getroffen. Der Vorteil hier ist aber, dass du auch mit anderen Studiengängen in Berührung kommst, es sind sehr viele Überschneidungen dabei, so dass man einfach mehr Leute sieht.

Wie hast du dich anfangs zurechtgefunden? Kommst du mit den elektronischen Informationsportalen der Uni klar?

Das Bewerbungsverfahren fand ich relativ kompliziert, es waren sehr viele Formulare vorzulegen, mit x verschiedenen Terminen. Als ich den Studienplatz bekam, wurden mir die Unterlagen nach und nach zugeschickt. Und dann ging’s los: Da hast du Sachen wie das Löwenportal, da bin ich erst einmal davon ausgegangen, dass das reicht als das offizielle Portal, wo man sich für alles anmeldet. Dann hab ich irgendwann erfahren, dass es noch Stud.IP gibt, wo du dich anmelden musst, damit das der Professor weiß, was wiederum für das Prüfungsamt völlig irrelevant ist. Dann hast du E-Mail-Verkehr über Stud.IP, aber auch über die normale MLU-Mail. Ein Portal für alles wäre toll.

Wie war das an der Bundeswehr-Uni organisiert?

Das war relativ entspannt, da musstest Du dich eigentlich um nichts kümmern, das Prüfungsamt hat alles automatisch für dich erledigt. Ein Vorteil war auch, dass man in Trimestern studiert, nach knapp drei Jahren hatte man sein Diplom in der Tasche.

Über Clemens Heinemann

, , , ,

Erstellt: 10.02. 2013 | Bearbeitet: 02.02. 2013 01:01