Mai 2012 hastuUNI 0

Zwischen Parteiprogramm und Hochschulrealität?

Hochschulgruppen auf dem Stimmzettel

In zwei Tagen habt Ihr Wahl – Ihr könnt die neuen studentischen Vertreter für Fakultätsrat und Senat sowie die Gremien Studierendenrat und Fachschaftsrat neu wählen. Auf den Zetteln stehen aber nicht nur eine Menge einzelne Namen, sondern auch Listen, die zum Teil auf Hochschulgruppen basieren. Was sich hinter deren Kürzeln verbirgt und welche politischen Ziele sie an der Uni haben, hat hastuzeit nachgefragt.

Antworten der Jusos



Stelle eure Gruppe und deren Ziele in maximal 160 Zeichen  vor:

Die Juso-HSG möchte sich im Sinne der sozialdemokratischen Ideale, das heißt Freiheit, Gerechtigkeit und vor allem gegenseitige Solidarität, für ein besseres Miteinander in der Universität einsetzen. Soziale Probleme werden von uns erkannt und angepackt!


Was habt ihr in der Vergangenheit bereits für die Studenten der MLU erreicht, welche Ziele konntet ihr umsetzen? Nenne uns bitte die 3 wichtigsten Punkte:

  • Verbesserung der Kommunikation der universitären Gremien untereinander (Bsp: Stellungnahme zum Wissenschaftsrat, oder Leitbilderstellung der MLU)
  • 
bisherige Verhinderung der Privatisierung des Uniklinikums (durch Antragsstellung und Verbindungen zur Landes-SPD)
  • Förderung und Einrichtung der Evaluation in der Lehre

Gewonnen und dann? Was wird sich für die Studenten ändern (3 Schlagworte):

  • mehr Transparenz und Mitreden (Infoveranstaltungen, Facebook, Twitter)
  • Engagiertes Auftreten für eine soziale Uni
  • Einsetzen für unsere wichtigsten Themen (u.a. Masterplätze für alle, bessere Lehre, bessere Bibliotheken)

Was ist Dein Standardwitz, wenn jemand sagt: erzähl mal einen Witz?

Ein Jurastudent steht im Examen.» Was ist Betrug ?» wird er gefragt. » Betrug ist, wenn Sie mich durch das Examen fallen lassen.» » Sind Sie wahnsinnig! Wie kommen Sie zu dieser unmöglichen Definition ?» „Weil es Betrug ist, wenn einer die Unwissenheit eines anderen ausnutzt um diesen zu schädigen !» 🙂

In eurem Wahlprogramm vom letzten Jahr findet sich die Forderung „Masterplätze für alle Bachelor-Absolventen» Wie wollt ihr das erreichen?

Es sollte jedem Studierenden offen stehen, ob er sich weiter spezialisieren will und somit einen Masterplatz wahrnehmen möchte. Freiheit sollte elementar in der Bildung sein. Diese Freiheit wird derzeit aber beschnitten. Um Masterplätze für alle Bachelor-Absolventen anzubieten, bedarf es einer quantitative Aufstockung des sowieso unterbesetzen akademischen Mittelbaus. Hier muss ebenfalls eine bessere Bezahlung erfolgen, denn nur von Lehraufträgen kann kein Dozent, keine Dozentin, leben. Die finanziellen Mittel muss das Land, bzw. der Bund, zur Verfügung stellen. Es muss mehr in Bildung investiert werden, hier ist der richtige Ansatzpunkt.

Antworten der Offenen Linken Liste (OLLi)

Stelle eure Gruppe und deren Ziele in maximal 160 Zeichen vor:

Die OLLi ist eine offene Liste, bei der die Interessen der Studierenden aber auch thematische Schwerpunkte wie Pazifismus, Ökologie oder Antirassismus und Antifaschismus im Mittelpunkt stehen.

Was motiviert euch (3 Schlagworte)?

Mitbestimmung, Transparenz und kritische Hochschulpolitik

Welche Erfahrungen bringt ihr in Bezug auf Hochschulpolitik mit?

Seit 2 Jahren partizipieren wir auf der Ebene der Fachschaftsräte (u.a. als Vorsitzende und FinanzerInnen) und des Studierendenrates (u.a. als SprecherInnen in verschiedenen Positionen), zeitweilig auch in einem der Fakultätsrate. Durch die Übernahme von Verantwortung und dem Versuch einer Re-Politisierung der studentischen Gremien konnten wir in den letzten beiden Jahren erste Erfahrungen sammeln, die wir weiterhin im Sinne einer kritisch-emanzipatorischen Hochschulpolitik an der MLU einbringen möchten.



Was habt ihr in der Vergangenheit bereits für die Studenten der MLU erreicht, welche Ziele konntet ihr umsetzen? Nenne uns bitte die 3 wichtigsten Punkte:

  • verantwortliche Führung der Finanzen sowie des laufenden Betriebes des Fachschaftsrates Philosophische Fakultät I
  • Wahrnehmung studentischer Interessen im Prozess des GSZ-Campus
  • Einführung von schrftl. Wahlbenachrichtigungen und der stufenweisen Umstrukturierung des Sturas

Welche bekannte Persönlichkeit sollte eure Liste als Mitglied unterstützen, wenn ihr die Wahl hättet?

Jakob Augstein (Hg. »Der Freitag«)

In eurer Vorstellung auf eurer Homepage stellt ihr fest: „Wir setzen uns für eine antimilitaristische, ökologische und progressive Hochschulpolitik ein, die jegliche Diskriminierung und die viel beschworene „Ökonomisierung des universitären Raumes» verurteilt.» Da sind viele Ziele auf einmal genannt. Man sagt „Wer alles verteidigt verteidigt gar nichts». Wie steht ihr dazu, und wie wollt ihr alle diese Ziele gleichzeitig erreichen?

Das Sprichwort suggeriert wir müssten etwas verteidigen, obwohl wir viele Problemstellungen wie bspw. die Einführung einer Zivilklausel (Verbot von Rüstungsforschung und zivil-militärischer Zusammenarbeit an der MLU) noch nicht abschließend im hochschulpolitischen Alltag gelöst haben. Das gilt im gleichen Umfang für die immer noch andauernden Schwierigkeiten bei der Umstellung auf das BA-/MA-System (ungelöste Frage nach Studierbarkeit und Anschluss eines MA-Studiums nach dem Bachelor), die Privatisierung des Universitätsbetriebes oder dem Umgang mit Burschenschaften und Studentenverbindungen im hochschulpolitischen Alltag. Da sich die Frage auf einen Teil des Selbstverständnisses der SDS-Hochschulgruppe bezieht, möchten wir an dieser Stelle auf unser Wahlprogramm, welches jedes Jahr von Neuem von allen Interessierten und potenziellen OLLi-KandidatInnen zusammen erarbeitet wird, verweisen: http://sdsmlu.blogspot.de/p/wahlprogramm-der-offenen-linken-liste.html

Generell handelt es sich bei unserem Wahlprogramm um Grundsätze und Wertvorstellungen, nach denen sich die Mitglieder der OLLi verpflichtet sehen, in den Hochschulgremien zu agieren und zu wirken. Dabei ist und bleibt der »Weg das Ziel« durch die Arbeit in den Gremien zur Verbesserung der Studienbedingungen und der (Wieder-) Herstellung einer kritischen Hochschulöffentlichkeit, in der durch die solidarische Zusammenarbeit zwischen allen Statusgruppen (Studierende, MitarbeiterInnen, ProfessorInnen etc.) die autonome Selbstverwaltung der MLU Halle-Wittenberg gegen kommende Restriktionen verteidigt werden kann.

Mehr?

Natürlich waren das noch nicht alle Hochschulgruppen. Auf die Antworten von LHG, GHG, Piraten und RCDS warten wir noch.

Über Alisha Führer

,

Erstellt: 21.05. 2012 | Bearbeitet: 28.05. 2012 08:52