Jan 2012 hastuPAUSE Nr. 40 0

Offen für Neues

Das Universitätssportzentrum bietet über 80 verschiedene Sportarten an. Bei vielen, wie Fußball oder Yoga, ist zumindest ungefähr klar, was einen erwartet. Unter anderen Sportarten konnten wir uns nichts Genaues vorstellen. Also haben wir hastuzeit-Autorin Caroline losgeschickt.

Montag, 17 Uhr, Unisportraum Mensa am Weinberg. Irish Dancing, Anfänger-Gruppe. Ich bin gespannt, was auf mich zukommt. Zunächst stellen sich alle, auch ich, mehr oder weniger in einer Reihe in der Grundstellung auf: Füße im 90°-Winkel, dann der rechte Fuß vor den linken, so dass die Füße eine Art »T« bilden. Schritte und Sprünge werden wiederholt. Ich bin jetzt schon total überfordert. Kein Wunder, schließlich sind alle anderen schon drei Monate dabei. Dann wird ein kompletter Tanz geprobt – ich bin nun endgültig die personifizierte Überforderung und stehe nur im Weg. Auf der anderen Seite kann ich bei der Musik kaum stillstehen. Die Klänge sind so fröhlich, dass man automatisch mittanzen möchte. Zu meinem großen Glück kommt nun ein Céilí, ein Gesellschaftstanz. »Dabei kommt es noch nicht so genau auf die Schritte an«, sagt Trainerin Susann Spychala. »Erst mal geht es nur darum, im Rhythmus zu bleiben.« Das klappt sogar bald ganz passabel – und vor allem macht es Spaß. Zunächst ein Kreistanz mit Innenkreis und Außenkreis und vielen Drehungen, nach rechts, nach links, mit Partner um die eigene Achse. »Und eigentlich wird man bei diesen Drehungen richtig schnell«, sagt Ulrike. »Wollen wir es mal versuchen?« Na klar, dafür bin ich schließlich hier! Eine Hand an die Hüfte des Partners, der jeweils andere Arm wird irgendwie gekreuzt. »Aber richtig festhalten!« sagt Ulrike. Und etwas zurücklehnen. Los geht«s. Ein Fuß bleibt stehen, der andere gibt Schwung. Hui, es wird tatsächlich ganz schön schnell! Als wir nach gefühlten 30 Runden anhalten, dreht sich der Raum noch etwas. Danach bekomme ich noch etwas Technik-Training, was die Schritte anbelangt: rechtes Bein angewinkelt vor dem linken, rechtes Bein springt nach vorn, linkes Bein macht einen Schritt vor das rechte Bein, das rechte Bein zieht nach, bleibt aber hinten. »Vorn, vorn, hinten«, sagt Susann. Soweit die Theorie. Klingt doch gar nicht so schwer. Also los. Ich mache vorn, hinten – schon falsch. Also noch mal. Vorn, hinten – wieder falsch. Ungewohnte Bewegungen können ganz schön schwierig sein. »Vorn, vorn, hinten«, wiederholt Susann. Ich mache vorn, hinten – na toll. So blöd wie ich hat sich bestimmt noch keiner angestellt… Vorn, hinten. –»Ich habe noch nichts von »hinten« gesagt, oder?« kommentiert Susann den hundertsiebzigsten gescheiterten Versuch. Wir üben weiter, bis ich es irgendwann zumindest halbwegs schaffe. Dann gehen wir über zum nächsten Tanz, dieser ist auch für den Rest der Gruppe noch recht neu; also wird zunächst wiederholt: man ist zu viert im Viereck. Vier Takte mit Drehung zur nächsten »Ecke«, zwei Takte nach hinten, zwei nach vorn, zwei quer, … Meinen Stil würde ich als kreativ bezeichnen, aber zum Glück sind die Schritte ja nicht das Wichtigste. Ich hüpfe und drehe mich also einfach im Rhythmus der Musik. Die Stimmung ist locker, aber zugleich konzentriert, sehr angenehm.

Zum Schluss gucke – und höre – ich noch den Fortgeschrittenen zu. Im Gegensatz zu den Anfängern, die ausschließlich in Softshoes, also in Schuhen mit weicher Sohle wie Ballettschläppchen, trainieren, haben diese nun die Hardshoes, also Steppschuhe, angezogen und tanzen in einer Reihe. Die Schritte sind rhythmisch, und auch der akustische Effekt ist beeindruckend.

Fazit: Irish Dancing fordert zwar viel Konzentration, macht aber vor allem Spaß. Sehr empfehlenswert, vor allem für die, die bei schwungvoller Musik nicht stillstehen können.

Über Caroline Bünning

Caroline Bünning
geboren 1992, bei der hastuzeit seit 2011 - Ich mag Sport, Sprachen, Reisen, ... und noch vieles mehr.

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Erstellt: 28.01. 2012 | Bearbeitet: 26.04. 2012 16:56