Apr 2012 hastuUNI Nr. 41 2

Mitmischen an der Uni (Update)

Am 23. Mai habt Ihr wieder die (Hochschul-) Wahl. hastuzeit versorgt Euch schon einmal mit ersten Informationen – vielleicht bekommt Ihr ja Lust, auf die andere Seite zu wechseln.

Ihr spielt mit dem Gedanken zu kandidieren, aber Wahlbekanntmachungen im XXL-Format, Formulare und Fristen schrecken Euch ab? Keine Bange, der Weg auf den Wahlzettel ist gar nicht so schwer. Mitmachen könnt Ihr im Senat und Studierendenrat (Stura) auf der Ebene der gesamten Universität und im jeweiligen Fakultätsrat und Fachschaftsrat auf der Ebene des eigenen Fachbereichs.

Senat und Fakultätsräte sind Gremien der Universität; hier fallen alle wesentlichen Entscheidungen über Studiengänge, Verwendung von Geldmitteln, Berufung von Professoren und viele andere universitäre Angelegenheiten. Studierende sind dort jedoch nur mit etwa einem Fünftel der Sitze vertreten.

Gleichstellungsbeauftragte

Am gleichen Wahltermin werden alle zwei Jahre auch die Gleichstellungsbeauftragten gewählt. Sie haben unter anderem die Aufgabe, sich für Chancengleichheit von Frauen und Männern an der Hochschule einzusetzen, wirken bei Personalangelegenheiten mit und können beratend an Sitzungen der Hochschulgremien teilnehmen. Wahlberechtigt sind alle weiblichen Mitglieder der Martin-Luther-Universität, einschließlich Studentinnen. Im April finden Vollversammlungen auf Universitäts- und Fakultätsebene statt, auf denen Wahlvorschläge eingereicht werden. Die genauen Termine standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest; sie werden durch Aushang bekanntgegeben.

Stura und Fachschaftsräte sind Gremien der »verfassten Studierendenschaft«, wie es im Landeshochschulgesetz heißt. Sie vertreten studentische Interessen gegenüber der Universität, dem Kultusministerium und der öffentlichkeit und leisten Hilfe bei Problemen. Zum Vergleich könnte man an den Betriebsrat in einem Unternehmen denken, wobei die Universität natürlich kein Privatunternehmen ist und Studierende keine Angestellten sondern Mitglieder. Aus der Studierendenschaft kann man austreten und dann natürlich nicht mehr an ihren Wahlen teilnehmen, das trifft an der Martin-Luther-Universität jedoch nur auf wenige Studierende zu.

Bis zur Wahl ist noch etwas Zeit; wer aber kandidieren will, sollte sich schon jetzt darum kümmern, denn Wahlvorschläge können nur bis zum 2. Mai eingereicht werden.

Wähle deinen Wahlbereich

Studierende, die an mehreren Fakultäten studieren (manchmal ist eine Fakultät auch noch in mehrere Wahlbereiche unterteilt), können sich aussuchen, wo sie ihr Wahlrecht ausüben wollen, also wählen und kandidieren können. Das geht klassisch über einen schriftlichen Antrag an das Wahlamt oder neuerdings auch online im Löwenportal unter dem Punkt »Änderung der Wahlberechtigung«. Ihr solltet Euch allerdings schon jetzt darum kümmern, denn die Wählerverzeichnisse werden am 20. April »vorläufig abgeschlossen« und liegen dann noch eine Woche im Wahlamt aus, wo Ihr noch Korrekturen beantragen könnt. Wer nicht im Wählerverzeichnis steht, ist auch nicht wahlberechtigt. Wichtig in diesem Zusammenhang: »Beurlaubte Hochschulmitglieder bleiben wahlberechtigt bis zum Ende des auf die Beurlaubung folgenden Semesters. Dauert die Beurlaubung fort, so ruht die Wahlberechtigung bis zum Zeitpunkt der Beendigung der Beurlaubung.« (Hochschulwahlverordnung, § 2 Abs. 1 Satz 3)

Lohnt es sich?

Als Mitglied in einem Entscheidungsgremium könnt Ihr Eure Vorstellungen und Ideen viel besser einbringen, als wenn Ihr nur am Wahltag Eure Stimme abgebt. Beim Blick hinter die Kulissen des Hochschulbetriebs lernt Ihr Eure Universität besser kennen. Ihr versteht, warum Dinge so sind, wie sie sind, aber könnt auch daran arbeiten, sie zu ändern. Auch Zweitsemester sind bereits herzlich willkommen; die alten Hasen möchten nicht nur im eigenen Saft schmoren.

Je nach persönlichem Elan ist die Arbeit mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden, für den es kein Geld gibt. Aber immerhin ist Gremientätigkeit ein legitimer Grund für eine längere Studienzeit – ein wichtiges Argument beim BAföG oder wenn Langzeitgebühren drohen.

So kommt Ihr auf den Wahlzettel

Bis zum 2. Mai, 15.00 Uhr, könnt Ihr einen Wahlvorschlag (Einzelperson oder Liste von Kandidaten) einreichen. Hier findet eigentlich das einzige Mal etwas Papierkram statt. Ihr benötigt mindestens drei Unterschriften von wahlberechtigten Studierenden, die den Wahlvorschlag unterstützen. Außerdem müsst Ihr – auf einem anderen Formular – einzeln eine »Zustimmungserklärung« unterschreiben. Die Vordrucke bekommt Ihr (auch online) beim Wahlamt der Uni bzw. dem Wahlausschuss des Sturas. Dort gebt Ihr die Formulare auch wieder ab.Anschließend überprüft das Wahlamt bzw. der Wahlausschuss den Wahlvorschlag auf formale Fehler, zum Beispiel fehlende Zustimmungserklärungen oder ungültige Unterstützerunterschriften. Ihr habt dann aber nur noch bis zum 4. Mai Zeit, die Mängel zu beseitigen und einen korrekten Wahlvorschlag einzureichen. Es empfiehlt sich also, nicht bis zum letzten Moment zu warten.

In der Zwischenzeit könnt Ihr schon etwas Wahlkampf betreiben. Auch wir wollen Eure Ambitionen fördern und bieten Euch die Gelegenheit, Euch auf unserer Website mit Wort und Bild vorzustellen. Das entsprechende Formular findet Ihr online bei uns. Für diese Selbstvorstellung wollen wir keine Fristen setzen; ein sinnvoller Stichtag wäre der 10. Mai, früher kann natürlich auch nicht schaden. Bitte beachtet, dass es bis zu 48 Stunden dauern kann, bevor Euer Text auf hastuzeit.de erscheint. Aus Platzgründen und der Übersicht wegen werden wir nur Kandidatinnen und Kandidaten für Stura, Fachschaftsräte und Senat berücksichtigen.

Strategisch kandidieren

Bei den Hochschulwahlen kommen, grob gesagt, zweierlei Wahlverfahren zur Anwendung. Mehrheitswahl findet für alle Gremien statt, für die nur wenige Wahlvorschläge auf dem Stimmzettel stehen. Hier bekommen einfach die Kandidaten mit den meisten Stimmen einen Sitz. Etwas anders sieht die Sache bei den Senatswahlen aus, gelegentlich auch bei besonders aktiven Fachschaften: Wenn sich mindestens doppelt so viele Kandidaten bewerben, wie Sitze zu vergeben sind, und wenn sich die Bewerbungen dabei auf mindestens zwei Wahlvorschläge verteilen, gilt Verhältniswahl. Dann werden die Sitze nach dem d’Hondtschen Höchstzahlverfahren zugeteilt, bei dem es auch auf die Gesamtstimmenzahl eines Wahlvorschlags ankommt. Bei dieser Zählweise haben es Einzelkandidaten deutlich schwerer als Kandidaten auf einer Liste mit vielen Wahlvorschlägen. Auf die Spitze trieb es vor drei Jahren die Gruppe »Nasenbär 2009«, die für den Senat eine Liste von 66 Bewerberinnen und Bewerbern zur Wahl stellte. Zählkandidaten aufzustellen ist jedoch nicht notwendig. Bleiben wir beim Beispiel der Senatswahlen, kann schon ein studentischer Wahlvorschlag mit nur zwei Kandidaten alle vier Stimmen einer Wählerin oder eines Wählers einsammeln.

Die Hochschulwahl im Netz

Über Konrad Dieterich

Redakteur.

Erstellt: 13.04. 2012 | Bearbeitet: 19.05. 2012 16:33