Jun 2012 hastuUNI Nr. 42 0

»Faires Miteinander und Shakehands«

Vinzenz Sacher studiert im vierten Semester Jura an der MLU. Mit Anaïs Böhmer und Lisa Wendrich hat er im Mai in Maastricht bei einer europäischen Regionalrunde des ELSA-Wettbewerbs im Welthandelsrecht den zweiten Platz erreicht.

Vinzenz erhielt die Auszeichnung für das beste Plädoyer in der Vorrunde, im Halb- und Finale der Regionalrunde. Das Team errang bei der Weltmeisterschaft vom 5. bis 13. Mai in Montpellier den fünften Platz und wurde als beliebteste Mannschaft des Wettbewerbs ausgezeichnet.

Vinzenz, wie bist du dazu gekommen, an der europäischen Regionalrunde teilnehmen zu dürfen?
Aus dem Jahrgang konnten nur drei Studenten ausgewählt werden. Anaïs, Lisa und ich haben uns dafür beworben. Wir kannten uns vorher nicht, sind aber während der Vorbereitung zu guten Freunden geworden.

Wie sahen denn diese Vorbereitungen aus?
Jede Teilnehmergruppe erhielt denselben Fall für den Wettbewerb. Wir haben uns das ganze 4. Semester mit einem bestimmten Fall auseinandergesetzt. Wir haben Schriften dazu verfasst, diese eingeschickt und uns dann mit Plädoyers darauf vorbereitet. Das sollte gut einstudiert sein, denn nicht nur die Texte waren auf Englisch, sondern auch die Verhandlungssprache während des Prozesses.

Wovon hat der Prozess gehandelt, und wie lief er ab?
Wir sind gegen Teams aus ganz Europa vor einem Gericht angetreten, bestehend aus Experten des Welthandelsrechts. Im Groben ging es darum, dass ein Land normalen Zement produziert und ein anderes Land öko-freundlichen Zement herstellt. Die gestiegenen öko-freundlichen Zementimporte aus dem anderen Land schädigten die heimische Wirtschaft. Es wurden Schutzmaßnahmen und Ausgleichszölle erhoben. Im Prozess behandelten wir die Grundfrage, inwieweit das rechtens ist.

Wie habt ihr als Team die anderen Gruppen eingeschätzt?
Wir waren sehr nervös, denn unsere Gegner kannten wir vorher nicht. In der Vorrunde hatten wir schon ein gutes Gefühl. Im Finale der europäischen Regionalrunde war es ausgeglichen. Ein sehr faires Miteinander war an der Tagesordnung und immer danach ein Shakehands.

Hast du mit deinem Team den Prozess gut überstanden?
Anaïs und Lisa waren sehr gut. Wir waren ein Superteam. Von der Vorrunde über das Halbfinale haben wir es bis ins Finale geschafft. Gegen die Schweiz war es im Finale nicht einfach. Über den zweiten Platz sind wir trotzdem stolz. Weil wir alle so gut waren, dürfen wir bei der Weltmeisterschaft im Mai teilnehmen. Ich war völlig aus dem Häuschen, als ich die Auszeichnung für das beste Plädoyer erhalten habe.

Kannst du einen Hinweis für die zukünftigen Teilnehmer geben?
Niemand braucht Angst davor zu haben. Vorher hab ich auch gedacht: Oh Gott, auf Englisch vor absoluten Experten auftreten in einem Rechtsgebiet, wovon ich überhaupt keine Ahnung hab. Wenn du dir aber eine gute Strategie erarbeitest, deinen Gegner nicht unterschätzt, fachlich bleibst und rhetorisch gut argumentierst, dann hast du nichts zu befürchten. Man wird von einem Professor bestens unterstützt, wie wir von Professor Tietje. Wer Lust hat, einen praktischen Blick auf das Recht zu werfen und gern in Kontakt mit anderen Leuten tritt, für den ist das genau richtig.

Website des ELSA-Wettbewerbs im Welthandelsrecht

Vinzenz kann sich sehr gut vorstellen, später als Anwalt in diesem Spezialgebiet zu arbeiten. Nebenbei ist er als Regisseur tätig, will diese Aufgaben auch weiterhin wahrnehmen und als Schauspieler in seinen Filmen agieren. Die Premiere für seinen neuen Film »Tunnelblick« findet im Herbst statt. 

Über Johanna Sommer

Sie ist direkt, ehrlich, neugierig, perfektionistisch, willensstark, satirisch, emotional, wissensdurstig und ab und zu verfällt sie in Panik. Trotzdem ist sie irgendwie Chefin der "hastuzeit" geworden. Aber viel wichtiger ist, das, wenn sie Artikel schreibt, schwillt ihr Herz zu einer großen Blase voller Freude an, fast genauso groß, wenn sie Snowboard fährt.

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Erstellt: 17.06. 2012 | Bearbeitet: 21.06. 2012 12:58